Hat mein Hund eine Futtermittelallergie? Ursachen, Symptome und die richtige Ernährung

Wenn Sie sich fragen, ob Ihr Hund an einer Futtermittelallergie leidet, sind Sie nicht allein. Die Symptome wie Juckreiz, Hautentzündungen, Durchfall oder Erbrechen können viele Ursachen haben und sind oft schwer zuzuordnen. In diesem Artikel beleuchten wir die komplexen Zusammenhänge von Futtermittelallergien bei Hunden, wie Sie die richtige Diagnose stellen und welches Futter für betroffene Tiere am besten geeignet ist. Der Weg zu einem gesunden Hund und glücklichen Herrchen ist oft mit der richtigen Ernährung verbunden.

Warum die Diagnose einer Futtermittelallergie so schwierig ist

Die Diagnose einer Futtermittelallergie bei Hunden ist aus mehreren Gründen eine Herausforderung:

  • Unscharfe Symptome: Juckreiz, Hautreizungen, Verdauungsprobleme wie Durchfall und Erbrechen sind keine eindeutigen Anzeichen. Sie können auch auf andere Krankheiten hindeuten.
  • Spätreaktionen: Allergische Reaktionen auf Futter entwickeln sich bei Hunden oft erst nach Tagen. Dies erschwert die Identifizierung des Auslösers erheblich.
  • Begleitende Allergien: Viele Hunde mit Futtermittelallergien leiden gleichzeitig an anderen Allergien, beispielsweise gegen Hausstaubmilben, Pollen oder Flohspeichel. Diese können die Diagnose zusätzlich verkomplizieren.
  • Kein Schnelltest: Anders als bei einigen anderen Allergien gibt es keinen einfachen Schnelltest, der eine Futtermittelallergie sicher nachweisen kann. Die einzige verlässliche Methode ist eine Eliminationsdiät, gefolgt von einem Provokationstest.
  • Abgrenzung zu Unverträglichkeiten: Neben echten Allergien gibt es auch Futtermittelunverträglichkeiten, -überempfindlichkeiten oder -intoleranzen. Diese Reaktionen des Körpers sind zwar nicht immunvermittelt, erfordern aber ebenfalls eine angepasste Fütterung.
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Die Eliminationsdiät: Der Schlüssel zur Diagnose

Um eine Futtermittelallergie sicher festzustellen, ist eine spezielle Diät über einen Zeitraum von etwa acht Wochen unerlässlich. Während dieser Zeit erhält Ihr Hund ausschließlich ein spezielles hypoallergenes Futter.

  • Verbesserung der Verdauungssymptome: Magen-Darm-Beschwerden sollten sich innerhalb von zwei bis drei Wochen deutlich bessern.
  • Hautregeneration: Die vollständige Erholung der Haut kann bis zu drei Monate dauern, doch der Juckreiz sollte bereits in den ersten Wochen nachlassen.

Es ist wichtig zu wissen, dass echte Futtermittelallergien bei Hunden seltener vorkommen, als oft angenommen wird. Häufig handelt es sich um Unverträglichkeiten, bei denen das Immunsystem keine Rolle spielt. Für die Behandlung ist die Unterscheidung jedoch oft zweitrangig: In beiden Fällen ist ein spezielles Futter, das der Hund verträgt, die Lösung. Medikamente wie Kortison können unterstützend wirken, ersetzen aber nicht die notwendige Diätumstellung.

Welches Hundefutter ist für Allergiker geeignet?

Bei einer echten Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem Ihres Hundes auf eigentlich harmlose Proteine (Eiweiße) in der Nahrung. Um diese Reaktionen zu vermeiden, gibt es zwei Hauptansätze für hypoallergenes Futter:

  1. Hydrolysierte Diät: Hierbei werden die Proteine in einem speziellen Verfahren (Hydrolyse) so stark aufgespalten, dass das Immunsystem sie nicht mehr als Fremdkörper erkennt. Der Nährwert bleibt dabei erhalten.
  2. Single Protein / Selected Protein Diet: Dieses Futter verwendet nur eine einzige, gut verträgliche Eiweißquelle und oft auch nur eine einzige Kohlenhydratquelle. Idealerweise handelt es sich um eine Proteinquelle, die der Hund noch nie zuvor gefressen hat oder gegen die selten Allergien auftreten.

Das A und O bei der Behandlung ist jedoch: Ihr Hund darf ausschließlich sein Allergikerfutter erhalten – und nichts anderes! Kein Leckerli, kein Kauknochen, keine Essensreste.

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Was zeichnet ein gutes Futter für Allergiker aus?

Ein hochwertiges Alleinfutter für Hunde mit Futtermittelallergien muss strenge Qualitätsstandards erfüllen:

  • Hochwertige Inhaltsstoffe: Die Eiweißquellen müssen besonders gut verwertbar sein, um die Haut- und Darmgesundheit zu fördern.
  • Reinheit der Rohstoffe: Alle Zutaten müssen so gereinigt sein, dass keine Kontamination mit unerwünschten Proteinen stattfindet. Fischöl beispielsweise darf kein Fischeiweiß enthalten.
  • Leichte Verdaulichkeit: Viele Hunde mit Unverträglichkeiten leiden unter Verdauungsproblemen. Leicht verdauliche Zutaten sind daher essenziell.
  • Präbiotika: Die Zugabe von diätetischen Fasern (Präbiotika) kann helfen, die Darmflora zu stabilisieren und die Darmbarriere zu stärken.
  • Vermeidung von Allergenen: Häufige Auslöser von Unverträglichkeiten sollten nicht enthalten sein.
  • Kontrollierte Zusatzstoffe: Nur bestimmte Farbstoffe und Konservierungsstoffe dürfen verwendet werden, da einige allergische Reaktionen verschlimmern können.

Ein einfaches “Lamm und Reis”-Futter aus dem Supermarkt reicht oft nicht aus, da es trotz der Bezeichnung versteckte Proteinquellen enthalten kann.

Selbst kochen: Eine Alternative?

Einige Besitzer erwägen, das Futter für ihren allergischen Hund selbst zu kochen. Dies ist grundsätzlich möglich, birgt aber zwei wesentliche Nachteile:

  1. Aufwand und Verfügbarkeit: Die Beschaffung frischer, hochwertiger und vor allem geeigneter Zutaten ist zeitaufwendig und erfordert oft weite Wege. Die tägliche Zubereitung über einen langen Zeitraum ist eine große Verpflichtung.
  2. Nährstoffbilanz: Selbst gekochte Diäten müssen alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Ohne genaue tierärztliche Rezepte und Beratung droht Mangelernährung.

Wenn Markenprodukte nicht anschlagen, kann eine selbst gekochte Diät eine Option sein, da manche Hunde auf Verarbeitungsprozesse in Fertigfuttermitteln reagieren. Dies ist jedoch selten. Stellt sich keine Besserung ein, liegt es oft daran, dass der Hund unbemerkt doch etwas anderes gefressen hat. Im Zweifelsfall empfehlen wir zunächst ein ausgewogenes Spezialfutter vom Tierarzt. Bei anhaltenden Problemen kann eine selbst gekochte Diät über 8-10 Wochen einen Versuch wert sein, bevor man wieder auf ein Markenprodukt umsteigt. Die Auswahl an hochwertigem Hundefutter ist groß, sodass Sie zwischen verschiedenen Proteinquellen oder hydrolysierten Diäten wechseln können.

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Die häufigsten Fehler bei Allergikerdiäten

Bei der Fütterung eines allergischen Hundes lauern einige Fallstricke:

  • Kein echtes Diätfutter: Manche als “Allergikerfutter” deklarierten Produkte enthalten noch immer verschiedene Proteinquellen.
  • Unbemerkte Futteraufnahme: Ihr Hund frisst heimlich Futter von Artgenossen, Essensreste oder etwas vom Spaziergang.
  • Medikamente und Ergänzungen: Medikamente mit Geschmackszusätzen, Zahnpflegemittel oder Nahrungsergänzungen können allergieauslösend sein.
  • Mangelernährung bei selbstgekochtem Futter: Langfristig selbst gekochte Diäten ohne ausreichende Vitamin-, Mineralstoff- und Ballaststoffzugabe führen zu Mangelerscheinungen. Achten Sie bei Vitamin-Mineralfuttermischungen auf Trägerstoffe wie Dextrose oder Glukose statt Stärke.
  • Futterzusätze mit Omega-3-Fettsäuren: Diese können zwar Juckreiz lindern, bergen aber auch das Risiko einer allergischen Reaktion.

Für Hunde und Katzen mit empfindlicher Haut kann Dr. Hölter SkinDoc eine Unterstützung bieten, indem es den gesunden Hautstoffwechsel und die Regeneration der Haut fördert. Eine ausgewogene Ernährung bleibt jedoch der wichtigste Baustein für das Wohlbefinden Ihres Vierbeiners.