Die Weihnachtsgans ist für viele das Herzstück des festlichen Essens und eine Tradition, die Generationen verbindet. Doch oft schwebt über ihrer Zubereitung der Ruf, kompliziert und zeitraubend zu sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einem erprobten Zwei-Tages-Rezept und cleveren Tipps eine perfekte Weihnachtsgans zaubern, die mit knuspriger Haut und zartem, saftigem Fleisch begeistert – und das ganz ohne Stress. Bereiten Sie sich auf einen genussvollen Festtag vor!
Das Geheimnis für eine stressfreie Weihnachtsgans
Das erprobte Konzept für eine tiefenentspannte Gans kommt von meiner Mutter: die Zubereitung „auf zweimal“. Was das bedeutet? Die Gans wird an zwei aufeinanderfolgenden Tagen vorbereitet und gegart. Der große Vorteil für Sie als Gastgeber: Ein Großteil der Vorbereitung und der Garzeit fällt auf den ersten Tag. Am zweiten Tag muss der Gänsebraten dann nur noch fertiggestellt werden. Das nimmt enormen Druck vom eigentlichen Festtag und lässt Ihnen mehr Zeit für Ihre Gäste und die Besinnlichkeit. Wenn Sie generell entspannte und leckere Pasta Rezepte für besondere Anlässe schätzen, wissen Sie, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist.
Was eine perfekte Weihnachtsgans ausmacht
Ansicht einer perfekt gebratenen Weihnachtsgans vor dem Anschneiden
Für uns gehört zu einer wirklich perfekten Weihnachtsgans eine unwiderstehlich knusprige Haut, die bei jedem Bissen verführt, und ein Fleisch, das so zart und saftig ist, dass es förmlich auf der Zunge zergeht. Klassische Beilagen wie selbstgemachtes Blaukraut und rohe Kartoffelklöße runden dieses Festmahl ab. Dazu passt ein guter Wein, wie ein Glas Les Creisses, um das Geschmackserlebnis perfekt zu machen. Doch bevor die Gans auf den Tisch kommt, braucht sie ein wenig Liebe und Geduld – keine Sorge, es ist einfacher als Sie denken!
Eine entspannte Weihnachtsgans für vier bis sechs Personen
Zutaten:
- Eine Gans (frisch oder schonend aufgetaut), ca. 4,5 kg
- 3 Zwiebeln
- 1 großer oder 2 kleinere Äpfel
- Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer
- 6-8 Zweige Beifuß
- Ein Glas Gänsefond, 500 ml (alternativ Wasser)
Tag 1: Vorbereitung und erster Garvorgang
- Gans vorbereiten: Nehmen Sie die Gans aus dem Kühlschrank und lassen Sie sie auf Raumtemperatur kommen. Greifen Sie beherzt in den Bauchraum, um den kleinen Beutel mit den Innereien zu entfernen. Die Leber kann beiseitegelegt werden (wer mag, brät sie kurz in schäumender Butter an und genießt sie auf einem Stück Brot), den Rest benötigen Sie gleich noch.
- Ofenfein machen: Entfernen Sie überschüssiges Fett aus dem Bauchraum. Schneiden Sie keilförmig den Bürzel (die Fettdrüse) am Rückenende heraus und kappen Sie die Flügelspitzen (nicht wegwerfen!). Eine Geflügelschere ist hier ideal, ein scharfes Messer tut es aber auch. Eventuell vorhandene Federkiele ziehen Sie vorsichtig mit einer Pinzette heraus. Ist der Gänsehals noch vorhanden, entfernen Sie diesen ebenfalls – Haut ringsum einschneiden, Gelenk suchen und mit der Geflügelschere durchtrennen (Hals aufheben!).
- Füllung vorbereiten: Zwiebeln schälen und vierteln, Äpfel waschen (oder schälen) und je nach Größe vierteln oder achteln.
- Würzen und füllen: Mischen Sie 2 EL Meersalz mit 1 TL frisch gemahlenem Pfeffer in einer kleinen Schüssel. Reiben Sie die Gans großzügig von außen und innen damit ein. Füllen Sie die Gans anschließend mit Äpfeln, Zwiebeln und dem Großteil des Beifußes.
- Bauchöffnung verschließen: Verschließen Sie die Bauchöffnung mit zwei Schaschlik-Spießen. Diese einfache Methode sorgt auch dafür, dass die Gänsehaut rechts und links von den Keulen schön bräunt.
- Gans in den Ofen: Legen Sie die Gans mit der Brustseite nach unten auf ein tiefes Backblech oder eine Fettpfanne. Geben Sie den restlichen Beifuß, die abgeschnittenen Flügelspitzen, den Gänsehals, die Innereien (Gänseklein) und das Glas Gänsefond (oder Wasser) hinzu.
- Garen: Schieben Sie die Gans für 2,5 – 3 Stunden (je nach Gewicht) bei 130°C in den Ofen. Bei einem Multi-Dampfgarer können Sie eine Freiland- oder Bio-Gans mit 25% Dampfunterstützung (z.B. „Feuchtgaren niedrig“) bei 120°C garen; eine konventionelle Gans verträgt bis zu 50% Dampfzugabe.
- Ruhen über Nacht: Nach dem Garen das Blech aus dem Ofen nehmen, die Gans abkühlen lassen, auf den Rücken drehen, abdecken und über Nacht kaltstellen. Ideal sind Balkon, Terrasse oder (unbedingt, falls es draußen über 5°C hat) der Kühlschrank.
Tag 2: Knusprige Vollendung
- Vorbereitung: Holen Sie die Gans etwa 4 Stunden vor dem geplanten Essen aus der Kühlung. Das Gänsefett ist nun fest geworden und kann einfach mit einem Löffel oder Spatel entfernt werden. Werfen Sie es nicht weg! Abgefüllt ist es ein tolles Bratfett für das kommende Jahr oder mit etwas Fleur de Sel auf frischem Brot ein wahrer Genuss. Lassen Sie die Gans nun auf Raumtemperatur kommen. Wer möchte, kann jetzt auch schon Gänseklein, Flügelspitzen, Hals und Beifußzweige entfernen.
- Zweiter Garvorgang: Die Gans wandert zurück in den Ofen, diesmal bei 150°C (wer hat, nimmt wieder 25% Dampfunterstützung) für knapp zwei Stunden. Prüfen Sie nach einer Stunde vorsichtig mit einer Fleischgabel im Bereich zwischen Keulen und Rumpf: Wenn klare Flüssigkeit austritt und die Gabel widerstandslos ins Fleisch gleitet, ist die Gans gar.
- Knusprige Haut: In den letzten 30 Minuten der Garzeit können Sie die Gans immer wieder mit einer Mischung aus 300 ml Wasser und 1 EL Salz bepinseln, um die Haut noch knuspriger zu machen. Ist die Haut am Ende noch nicht braun genug, drehen Sie die Temperatur kurz auf 180°C hoch. Behalten Sie die Gans dabei aber unbedingt im Auge, damit sie nicht verbrennt!
- Ruhezeit und Soße: Wichtig ist jetzt: Ofen aus und die größte Hitze einmal entweichen lassen. Lassen Sie die Gans dann noch 15-30 Minuten ruhen. In dieser Zeit können Sie die Soße fertigstellen. Bei uns gibt es den Gänsefond ungebunden als Jus zur Weihnachtsgans. Dafür den Fond einfach durch ein Sieb in einen Topf gießen, aufkochen und gegebenenfalls abschmecken. Vielleicht möchten Sie aber auch andere Rezepte ausprobieren, zum Beispiel ein Rezept mit Pfifferlingen als besondere Beilage.
Tranchierte Weihnachtsgansstücke appetitlich auf einer Platte angerichtet
- Tranchieren: Zum Tranchieren verwenden Sie am besten ein biegsames, sehr scharfes Messer. Zuerst die Keulen, dann die Flügel und schließlich die beiden Gänsebrüste von der Karkasse schneiden. Jede Brust kann dann noch einmal gedrittelt werden. Alles auf einer vorgewärmten Platte anrichten und mit den Beilagen Ihrer Wahl servieren.
Kleines Gänse-FAQ: Häufig gestellte Fragen
Woran erkenne ich eine gute Gans?
Zuallererst daran, dass sie nicht in der Tiefkühltruhe eines konventionellen Supermarkts liegt. Achten Sie auf verantwortungsvolle Tierhaltung, idealerweise aus regionaler bäuerlicher Freilandhaltung oder greifen Sie zur Bio-Gans. Ein Tipp für Hamburger*innen: Freilandgeflügel in bester Qualität gibt es auf dem Spargelhof Bolhuis.
Wie taue ich eine TK-Gans am besten auf?
Mit ausreichend Zeit und an einem kalten Ort! Entweder draußen auf Balkon oder Terrasse oder im Kühlschrank. Planen Sie mindestens 24 Stunden, besser 36 Stunden ein. Nehmen Sie die TK-Gans aus der Folie, legen Sie sie auf ein Gitter in eine Schale und decken Sie sie locker mit einem Küchentuch ab.
Wie lange braucht die Weihnachtsgans im Ofen?
Bei konventionellen Gänsen rechnen Sie mit etwa 60 Minuten Garzeit pro Kilogramm Gans. Bio- bzw. Freiland-Gänse sind schneller gar: 40-45 Minuten pro Kilogramm reichen hier aus.
Braucht man einen Gänsebräter?
Nein, ein tiefes Backblech reicht völlig aus. Meine Gänse werden seit Jahren problemlos auf einem solchen zubereitet.
Warum garen Sie die Gans nicht gleich auf dem Rücken?
Wird die Gans an Tag 1 mit der Brustseite nach unten gegart, bleibt die Brust saftiger und trocknet nicht aus.
Muss die Gans nach dem Garen ruhen?
Sie muss nicht, aber sie kann! Eine kurze Ruhezeit von 15-30 Minuten gibt Ihnen Zeit, die Soße fertigzustellen und sorgt für eine gleichmäßigere Verteilung der Säfte. Wichtig ist dabei, die Ofentür offen stehen zu lassen, damit die knusprige Haut nicht wieder weich wird.
Haben Sie weitere Fragen rund um die Weihnachtsgans? Stellen Sie sie gerne in den Kommentaren!
Alternative Festtagsgerichte für jeden Geschmack
Nicht jeder mag Gans. Falls Sie Abwechslung suchen oder etwas anderes für Ihr Weihnachtsmenü bevorzugen, haben wir hier einige köstliche Vorschläge für Sie:
- Superschnelle Rehmedaillons in Pflaumensauce
- Quinoa | Schwarzwurzel | Haselnuss
- Wagyu & Kaviar
- Kaviar Benedict
Egal, ob Sie sich für die klassische Weihnachtsgans entscheiden oder neue kulinarische Wege gehen möchten, wir wünschen Ihnen entspannte Feiertage und natürlich: Lasst es euch schmecken! Vielleicht inspiriert Sie die Vielfalt der deutschen Küche ja auch zu anderen Gerichten wie einem spaghetti vongole rezept für ein sommerliches Mahl oder leichte gerichte sommer für die wärmeren Tage des Jahres.
Conny
