Der Rückkaufswert einer Versicherung ist ein zentraler Begriff, wenn es um die vorzeitige Beendigung eines Versicherungsvertrags geht. Er repräsentiert den Betrag, den ein Versicherungsnehmer bei einer Kündigung zurückerhält. Doch was genau verbirgt sich dahinter und bei welchen Versicherungsarten ist er relevant? Dieser Artikel beleuchtet alle wichtigen Aspekte rund um den Rückkaufswert und gibt Aufschluss darüber, wie Versicherte ihren Rückkaufswert erfahren und welche Alternativen zur Kündigung bestehen. Die rückkaufswert fondsgebundene lebensversicherung ist dabei ein besonders häufig nachgefragtes Thema.
Was genau ist der Rückkaufswert?
Vereinfacht ausgedrückt ist der Rückkaufswert der Geldbetrag, der einem Versicherungsnehmer zusteht, wenn er seinen Vertrag vorzeitig auflöst. Bei klassischen Versicherungen setzt sich dieser Wert aus den eingezahlten Beiträgen zusammen, von denen jedoch die Kosten für den Versicherungsschutz und diverse Verwaltungskosten abgezogen werden. Hinzu kommt die bereits gutgeschriebene Überschussbeteiligung. Bei fondsgebundenen Versicherungen hingegen entspricht der Rückkaufswert dem aktuellen Marktwert der gehaltenen Fondsanteile.
Bei welchen Versicherungen spielt der Rückkaufswert eine Rolle?
Der Rückkaufswert ist insbesondere bei Versicherungen relevant, bei denen eine Leistung im Erlebens- oder Todesfall garantiert ist. Dazu zählen vor allem die private Rentenversicherung und die kapitalbildende Lebensversicherung. Situationen wie ein finanzieller Engpass können Versicherungsnehmer dazu veranlassen, über eine vorzeitige Kündigung nachzudenken, was den Rückkaufswert zu einem entscheidenden Faktor macht.
Einflussfaktoren auf den Rückkaufswert
Der Rückkaufswert wird individuell für jeden Vertrag berechnet und hängt von mehreren Faktoren ab:
- Eingezahlte Beiträge und Laufzeit: Je länger Beiträge gezahlt wurden und je länger der Vertrag lief, desto höher ist in der Regel der Rückkaufswert.
- Kosten und Gebühren: Abschlusskosten, Verwaltungskosten und mögliche Stornoabzüge reduzieren den Rückkaufswert. Diese variieren je nach Versicherer und Vertragsbedingungen.
- Erwirtschaftete Erträge und Überschussbeteiligung: Die Gewinne, die die Versicherung mit den eingezahlten Beiträgen erzielt hat und die dem Versicherten zustehen, erhöhen den Rückkaufswert.
- Art der Versicherung: Bei fondsgebundenen Policen hängt der Wert stark von der Entwicklung der zugrundeliegenden Investmentfonds ab.
Unterschied zwischen Renten- und Lebensversicherung
Während eine Rentenversicherung primär der langfristigen Altersvorsorge dient und eine lebenslange Rente garantiert, zielt eine Lebensversicherung sowohl auf Vermögensaufbau als auch auf die Absicherung von Hinterbliebenen ab, auch schon vor dem Rentenalter.
Wie erfahre ich meinen Rückkaufswert?
Versicherungsnehmer finden den Rückkaufswert in ihrer jährlichen Standmitteilung. Alternativ kann der aktuelle Wert jederzeit direkt beim Versicherer erfragt werden. Die Versicherungsbedingungen geben detaillierte Auskunft über die Berechnungsmethoden.
Besteuerung des Rückkaufswerts
Die steuerliche Behandlung des Rückkaufswerts richtet sich nach dem Abschlussdatum des Vertrags. Bei Verträgen, die nach dem 31. Dezember 2004 abgeschlossen wurden, unterliegen die Erträge der sogenannten nachgelagerten Besteuerung, was bedeutet, dass sie erst im Rentenalter steuerpflichtig werden. Für ältere Verträge gelten oft günstigere Regelungen.
Kündigung – Oft die schlechteste Lösung
Es ist wichtig zu wissen, dass Versicherer die Kündigung von Lebens- und privaten Rentenversicherungen nicht veranlassen können, da dies gesetzlich ausgeschlossen ist, um die Langfristigkeit der Verträge und den Schutz der Kunden zu gewährleisten.
Eine Kündigung der Altersvorsorge ist finanziell meist nachteilig, da sämtliche Ansprüche verloren gehen. Bei Riester-Verträgen entfallen zudem staatliche Zulagen und Steuervorteile. Weitere negative Konsequenzen einer Kündigung sind:
- Verlust des Pfändungsschutzes: Das ausgezahlte Vermögen kann von Gläubigern gepfändet werden.
- Wegfall des Schutzes bei Arbeitslosigkeit: Das Vermögen ist nicht mehr vor vorzeitiger Verwertung geschützt.
- Steuerpflicht der Erträge: Die erzielten Gewinne müssen versteuert werden.
Alternativen zur Kündigung
Bei finanziellen Schwierigkeiten gibt es oft bessere Lösungen als die Kündigung. Versicherte können ihre Verträge anpassen, indem sie beispielsweise die Beitragszahlung stunden, herabsetzen oder eine fondsgebundene Police in eine klassische umwandeln. Eine solche Flexibilität hilft, die langfristige Altersvorsorge zu sichern und finanzielle Nachteile zu vermeiden. Für die private Altersvorsorge ist eine zusätzliche Absicherung über Riester- oder Rürup-Verträge sowie private Sparpläne eine sinnvolle Ergänzung, da die gesetzliche Rente allein oft nicht ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Informationen über den generali rückkaufswert können hierbei ebenfalls relevant sein.
