Geburtstagskuchen: Mehr als nur Gebäck – Eine Reise durch süße Erinnerungen

Für mich haben Geburtstagskuchen eine ganz besondere Bedeutung, die mich durch mein Leben begleitet hat. Seit jeher waren sie ein zentraler Bestandteil unserer Familienfeste. Zu Hause war es eine feste und liebevolle Tradition, dass Mama jedes Jahr einen Kuchen backte. Es war keine aufwendige Torte mit Fondant oder viel Schnickschnack, sondern ein solider, köstlicher Kuchen. Ich erinnere mich an eine leckere Pfarrhaustorte oder früher an eine Aargauer Rüeblitorte, eine Spezialität aus dem Kanton Aargau mit Karotten. Das Wichtigste daran waren die Marzipanrüebli, die auf dem Kuchen drapiert oder im Teig „eingepflanzt“ wurden. Diese kleinen Details machten jeden geburtstagskuchen für erwachsene oder Kinder zu einem Unikat.

Die Zeremonie: Ein Ritual, das verbindet

Das Herzstück dieser Tradition waren und sind die Kerzen. Es ist entscheidend, dass sie bereits in der Küche angezündet werden. Dann wird der Kuchen, strahlend mit seinen brennenden Lichtern, ins Esszimmer getragen, während alle im Chor ein Geburtstagslied anstimmen. Wenn der Abend hereinbricht, wird sogar das Licht gelöscht, was dem Moment eine noch magischere Atmosphäre verleiht. Dann bläst das Geburtstagskind die Kerzen aus und wünscht sich still etwas. Ein freudiger Applaus der Gäste besiegelt diesen Moment. Erst danach wird der köstliche Kuchen genossen. So muss es sein – ein unveränderliches Ritual, das Generationen verbindet.

Süße Katastrophen: Als der Marzipan verschwand

Mein 30. Geburtstag war ein rauschendes Fest mit einem üppigen Buffet und einer ebenso reichhaltigen Desserttafel. Es war schon längst zur Tradition geworden, dass sich meine Freunde einmal im Jahr bei mir versammelten, um zu feiern. Einige Gäste, die sich sonst kaum sahen, freuten sich jedes Jahr auf meinen Geburtstag, weil sie wussten, dass sie die anderen dort wieder treffen würden.

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Mein Geburtstagskuchen war natürlich ein Rüeblicake, wie es sich gehört, mit weißer Zitronenglasur und den obligatorischen Marzipanrüebli. Soweit, so gut. Die Hälfte des Kuchens blieb übrig, da traditionell jeder etwas zum Dessertbuffet beigesteuert hatte. Ich stellte ihn in die Küche mit dem Gedanken, ihn am nächsten Tag mit ins Büro zu nehmen. Falsch gedacht! Irgendein Gast hatte doch tatsächlich alle Marzipanrüebli herausgefischt! Ich stand vor einem halben Kuchen mit lauter kleinen Löchern! So etwas konnte ich unmöglich mit ins Büro nehmen. Für einen geburtstagskuchen 17 geburtstag mag das vielleicht noch lustig sein, aber nicht für einen erwachsenen Anlass.

Praktischer Tipp für Kuchenreste: Reste clever einfrieren

Es gab nur eine Lösung. Wusstest du, dass man Kuchen perfekt einfrieren kann? Schneide den Kuchenrest dafür in mundgerechte Stücke. Friere sie auf einem Backpapier einzeln an, und sobald sie fest sind, kannst du sie in eine Tupperdose packen. So lassen sie sich bei Bedarf einzeln entnehmen und zu einer Tasse Kaffee genießen. Eine ideale Möglichkeit, den Genuss zu verlängern, falls mal ein lego ninjago torte bestellen nicht ganz aufgegessen wird.

Wiedersehen mit alten Traditionen: Der 40. Geburtstag

Mit der Zeit waren die jährlichen Partys leider eingeschlafen. Ich war in der Zwischenzeit zu meinem Mann in eine Wohnung mit kleinerem Wohnzimmer gezogen. Im ersten Jahr gab ich die Party noch, doch dann verlief es sich im Sand, wie man so schön sagt. Die legendäre Feier gab es nicht mehr. Wobei, warum eigentlich nicht? Ich werde mir überlegen, ob ich nächstes Jahr wieder damit anfangen sollte.

An meinem Vierzigsten wollte ich aber unbedingt wieder eine Party feiern. Mittlerweile waren wir in unser Haus gezogen und hatten wieder ausreichend Platz. Also lud ich ein. Ich putzte, kochte, und meine Mama backte. Meine liebe Freundin Gisela half mir bei den Vorbereitungen und war am Abend ebenfalls in der Küche am Werkeln. Das haben wir mittlerweile eingeführt: Wenn eine von uns ein großes Fest hat, hilft die andere mit, damit die Gastgeberin sich voll und ganz um die Gäste kümmern kann. Eine geniale Arbeitsteilung, wie ich finde.

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Dann kam der Moment mit dem Kuchen. Mein Mann marschierte mit dem Kuchen aus der Küche, ohne die Kerzen angezündet zu haben! Eine absolute Katastrophe! Das geht gar nicht! Wenn ich mich recht erinnere, stoppte ich ihn vehement und bestand darauf, dass die Kerzen in der Küche angezündet werden. Seine fragende Schwiegermutterblick zeigte, wie ernst mir das war. Für mich war das wirklich eine so große Katastrophe, dass ich mich heute, ein paar Jährchen später, immer noch daran erinnere. So eine Tradition ist für einen geburtstagskuchen 6 genauso wichtig wie für einen Vierzigjährigen.

Der „Gesunde“ Geburtstagskuchen: Eine Geschmacksfrage

In den letzten Jahren gab es viele schöne Geburtstage und auch einige schwierige. Ein besonders toller war vor zwei Jahren, als mein Mann ein Überraschungsfest für mich organisierte. Einen sehr üblen erlebte ich letztes Jahr, als wir alle mitten im Lockdown wegen Corona feststeckten.

Dieses Jahr, immer noch mit Corona, war es dennoch ein schöner Tag. So viele liebe Menschen haben an mich gedacht, unzählige Nachrichten erreichten mich. Blumen, Geschenke, ein wenig Besuch und am Abend ein gemütliches Beisammensein als Familie.

Nur der Geburtstagskuchen… der war „gesund“, mit Vollkornmehl und entweder Rohrzucker oder Zuckerersatz, das konnte ich nicht genau einordnen. Gefreut habe ich mich natürlich sehr darüber, dass meine Mama da war und wir gemütlich zusammen Kaffee trinken konnten. Das ist in der Coronasituation plötzlich gar nicht mehr so selbstverständlich. Auch über den Kuchen habe ich mich gefreut. Und mit Kaffee und Schlagrahm (steif geschlagener Sahne) war es gar nicht so schlecht. Selbst ein sahne torte 1 geburtstag benötigt den richtigen Geschmack, um zu begeistern.

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Aber! Es gibt zwei Dinge, die überhaupt nicht gesund sein müssen: Weihnachtsplätzchen und Geburtstagskuchen! Da darf man weder an Zucker sparen, noch „gesundes“ Mehl verwenden. Das muss genau so schmecken, wie es immer geschmeckt hat. Das muss nach Kindheit schmecken. Das muss purer Genuss sein. Lieber kleinere Plätzchen, aber mit exakt dem Gewicht an Zucker, das im Rezept steht. Und zwar richtigem Rübenzucker. Das ist extrem wichtig für mich, denn es geht um mehr als nur Zutaten – es geht um Erinnerungen und pure Freude.

Zucker – Wo er hingehört und wo nicht

An Zucker sparen kann man das ganze Jahr über. In Tomatensauce gehört meiner Meinung nach kein Zucker. Auch nicht ins Brot. Bei vielen Lebensmitteln gibt es durchaus gesunde Alternativen. Bei Konfitüre ist es sogar genusssteigernd, wenn man nur so viel Zucker wie nötig verwendet. Man unterstützt so die Süße der Früchte, überdeckt sie aber nicht. Zu viel Zucker überdeckt das Aroma der Frucht. Darum stelle ich Fruchtaufstriche mit maximal 42% Gesamtzucker her. Nach Lebensmittelgesetz gilt in der Schweiz Konfitüre, die unter fünfzig Prozent Zucker beinhaltet, als Fruchtaufstrich und muss so deklariert werden.

Doch am Geburtstag und an Weihnachten wird im Hause Rühr-Werk nicht gespart. Genuss hat dann absoluten Vorrang! Und falls du jetzt denkst, mein Artikel sei heikel für meine Beziehung zu meiner Mutter, kann ich dich beruhigen. Wir haben das besprochen und schmunzeln darüber. Sie versteht, dass es nicht um den Kuchen selbst geht, sondern um die Gefühle und Traditionen, die er repräsentiert.

Gibt es bei dir auch Geburtstagstraditionen, die unverrückbar sind? Oder gibt es Dinge, die trotz Nachhaltigkeit und gesund angepasster Küche einfach so sein müssen, wie sie früher waren? Schreib mir einen Kommentar und erzähl mir davon! Ich bin gespannt auf deine Geschichten.

Ganz herzliche Grüße

Frau Rührwerk