Lange Zeit war die Diagnose Diabetes mit dem Gedanken an strenge Diäten und zahlreiche Verbote verbunden. Doch diese Ära ist vorbei. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Menschen mit Diabetes eine Ernährung genießen können, die den Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise der Allgemeinbevölkerung entspricht. Das oberste Ziel ist dabei nicht Verzicht, sondern ein ausgewogenes Nährstoffmanagement, das den Blutzuckerspiegel stabil hält und das Wohlbefinden fördert. Es geht darum, das Essen bewusst zu genießen, ohne sich unnötig einzuschränken.
Ein Stück Kuchen, etwas Schokolade oder ein Glas Wein sind heute nicht mehr grundsätzlich tabu. Für Typ-2-Diabetiker, insbesondere bei Übergewicht, steht die Gewichtsreduktion im Vordergrund der Therapie. Ein moderater Gewichtsverlust kann die körpereigene Insulinproduktion ankurbeln und die Insulinwirkung in den Zellen verbessern. Ein Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 25 wird angestrebt, wobei schon geringe Gewichtsverluste den Stoffwechsel positiv beeinflussen. Eine fettarme Ernährung ist dabei besonders hilfreich, um ein gesundes Gewicht zu erreichen.
Auch für Menschen mit Typ-1-Diabetes ist das Halten oder Erreichen des Normalgewichts von Bedeutung, da Übergewicht auch hier das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Bei ihnen ist es zudem entscheidend, ein Gleichgewicht zwischen der Kohlenhydrataufnahme aus Speisen, der körperlichen Aktivität und der Insulindosis herzustellen, um sowohl Unterzuckerungen als auch anhaltend hohe Blutzuckerwerte zu vermeiden. Die Kenntnis über die Zusammensetzung von Lebensmitteln, wie sie beispielsweise in italienische backwaren zu finden sind, ist dabei ein großer Vorteil.
Blutzuckerkontrolle und Kohlenhydrate richtig einschätzen
Die regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle und ein geschultes Auge für die Kohlenhydratmengen in Lebensmitteln und Getränken sind unverzichtbare Bestandteile des Alltags. Kohlenhydrattabellen können hierbei wertvolle Unterstützung bieten. Durch die erlernte Fähigkeit zur Dosisanpassung des Insulins können Diabetiker heute aktiv an einer optimalen Blutzuckereinstellung mitwirken.
Kohlenhydrathaltige Lebensmittel sind für Diabetiker nicht nur erlaubt, sondern sollen sogar reichlich verzehrt werden. Hierbei ist jedoch die richtige Auswahl entscheidend. Besonders empfehlenswert sind ballaststoffreiche Lebensmittel, da sie sich positiv auf den Blutzucker- und Blutfettspiegel auswirken. Ideal sind fünf Portionen täglich in Form von Gemüse, Hülsenfrüchten, frischem Obst und Vollkornprodukten. Selbst Haushaltszucker ist nicht mehr strikt verboten, solange einige Regeln beachtet werden:
- Nicht mehr als maximal 10 Prozent der täglichen Kalorien (ca. 30 bis 50 Gramm).
- Auf mehrere Portionen über den Tag verteilt.
- Nicht pur oder in Getränken, sondern “eingepackt” in feste Lebensmittel und Mahlzeiten (z.B. Kuchen, Schokolade, Milcheis). Wer gerne backt und dabei auf Qualität achtet, findet wertvolle Informationen zu lidl backzutaten.
Getränke mit hohem Zucker- oder Glukosegehalt würden den Blutzucker hingegen rasch ansteigen lassen und sollten daher nur zur Behandlung von Unterzuckerungen eingesetzt werden.
| Energiegehalt unterschiedlicher Nährstoffe: |
|---|
| 1 g Kohlenhydrate liefert 4 kcal |
| 1 g Eiweiß liefert 4 kcal |
| 1 g Fett liefert 9 kcal |
| 1 g Alkohol liefert 7 kcal |
Fette: Qualität vor Quantität
Eine fettreiche Ernährung erhöht das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten, bis hin zu Herzinfarkt oder Schlaganfall. Doch nicht alle Fettarten sind gleich zu bewerten. Gesättigte und gehärtete Fette sind besonders risikoreich. Es wird empfohlen, diese Fette auf insgesamt weniger als zehn Prozent der täglichen Nahrungsenergie zu begrenzen. Bevorzugen Sie bei der Speisenzubereitung Öle mit ungesättigten Fettsäuren wie Raps-, Oliven- oder Walnussöl. Mindestens einmal pro Woche sollte frischer Seefisch wie Makrele, Hering oder Lachs auf dem Speiseplan stehen, da diese wertvolle Omega-3-Fettsäuren und Jod liefern.
Eiweiß: Weniger ist oft mehr
Für Menschen mit Diabetes wird eine Eiweißaufnahme von 10 bis 20 Prozent der täglichen Nahrungsenergie empfohlen. Oftmals wird jedoch mehr zugeführt, insbesondere durch den Verzehr tierischer Produkte. Ein Überschuss an Eiweiß kann die Nieren belasten. Um dem vorzubeugen, sollte der Eiweißkonsum begrenzt werden, indem eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Käse und Milchprodukte mengenmäßig reduziert werden. Bei beginnender Nierenschädigung mit Eiweiß- oder Albumin im Urin ist oft eine weitere Begrenzung auf 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht notwendig, was eine professionelle Ernährungsberatung erfordert. Für eine ausgewogene Ernährung ist es wichtig, auch Brot bewusst zu wählen, zum Beispiel eiweißbrot lidl als Alternative.
Alkohol in Maßen genießen
Alkohol kann sowohl negative als auch einige positive Effekte haben, beispielsweise auf die Blutgefäße. Ein bis zwei kleine Gläser Wein oder Bier pro Tag sind für Diabetiker in der Regel unbedenklich – vorausgesetzt, es werden gleichzeitig kohlenhydrathaltige Lebensmittel verzehrt, um das Risiko einer späteren Unterzuckerung zu minimieren. Der Alkoholgehalt muss natürlich in die Kalorienberechnung einbezogen werden, da Alkohol mehr Energie als Kohlenhydrate oder Eiweiß liefert.
Am Flüssigkeitsbedarf ändert der Diabetes grundsätzlich nichts: Jeder sollte 1,5 bis 2 Liter pro Tag trinken. Wasser, Mineralwasser und verschiedene Früchteteesorten sind besonders geeignet, da sie kalorienfrei sind. Auch Light-Limonaden, Cola-Getränke mit Süßstoff, schwarzer Tee und Kaffee sind eine gute Wahl.
Spezielle Diätprodukte sind überflüssig
Wer sich abwechslungsreich ernährt und frische Ware bevorzugt, deckt seinen Vitamin- und Mineralstoffbedarf meist ausreichend ab. Besonders Gemüse, Obst, Vollkornprodukte sowie fettarme Milchprodukte, Fisch, pflanzliche Öle, Nüsse und mageres Fleisch sollten auf dem Speiseplan der ganzen Familie stehen. Speziell für Diabetiker hergestellte Produkte mit Fruchtzucker oder anderen kalorienhaltigen Zuckeraustauschstoffen sind oft unnötig. Solche Schokoladen und Gebäcksorten, wie beispielsweise eine schoko sahne torte lidl, enthalten meist auch sehr viel Fett und Energie. Menschen mit Diabetes können durchaus gelegentlich ein Stück herkömmlichen Kuchen, Gebäck oder normale Schokolade in kleiner Menge genießen, solange Kalorien- und Fettgehalt berücksichtigt werden. Energiefreie Süßstoffe sind besonders bei Gewichtsproblemen eine sinnvolle Alternative zu Haushaltszucker. Auch alltägliche Produkte aus der Bäckerei wie lidl backwaren können bewusst in Maßen genossen werden.
Die 6 wichtigsten Ernährungspunkte heute:
- Gesättigte und gehärtete Fette begrenzen: Wenig Wurst essen, sichtbares Fett am Fleisch entfernen. Fettarme Käsesorten und Milchprodukte bevorzugen. Naschen ist selten und in geringen Mengen erlaubt, nicht täglich Schokolade, Kuchen oder Chips.
- Auf die Qualität der Fette achten: Öle mit ungesättigten Fettsäuren (Raps-, Oliven-, Walnussöl) verwenden. Mindestens einmal pro Woche frischen Seefisch essen (Omega-3-Fettsäuren, Jod).
- Ballaststoff- und vitaminreiche Nahrungsmittel reichlich essen: Täglich mindestens fünf Portionen Obst, Gemüse und Salat (besonders roh). Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte liefern viele Ballaststoffe und Mineralien.
- Haushaltszucker in kleinen Mengen ist erlaubt: Kalorienfreie Süßstoffe sollten bevorzugt werden.
- Alkohol in Maßen: Ein bis zwei kleine Gläser Wein oder Bier unter Beachtung der Kalorien und der Unterzuckerungsgefahr schaden nicht.
- Spezielle Diät-Lebensmittel sind nicht mehr nötig: Diabetiker können übliche Produkte in kleinen Mengen genießen.
Individuelle Beratung ist der Schlüssel
Generelle Empfehlungen können dem Bedarf des einzelnen Diabetikers nur schwer gerecht werden. Eine maßgeschneiderte Ernährungsberatung durch Fachkräfte ist daher unerlässlich. Die Teilnahme an Schulungskursen unter Anleitung eines Diabetes-Teams hilft zudem, individuelle Fragen zu Essen und Trinken zu klären. Hier lernen Betroffene, wie kleine Änderungen im Essverhalten die Diabetesbehandlung verbessern können. Bei der Erstellung einer persönlichen Ernährungsempfehlung durch Diabetes- und Ernährungsexperten sollten individuelle Vorlieben und Gewohnheiten so weit wie möglich berücksichtigt werden. Denn zu einer zeitgemäßen Ernährung bei Diabetes gehört auch: Gesunde Kost darf schmecken, Genießen ist erlaubt.
Weitere Informationen und Beispiele für eine diabetesgerechte Ernährung finden Sie auch im Buch: “Gesund kochen bei Diabetes” (320 Seiten, 116 Abbildungen/Ernährungsregeln und 130 Rezepte speziell für Menschen mit Typ-2-Diabetes, 29,80 DM in Ihrer Apotheke oder beim Wort & Bild Verlag, Telefon 0 89 / 7 44 33 270, Fax 0 89 / 7 44 33 208, Internet www.wortundbild.de oder Postfach 70 20 69, 81320 München).
Anette Buyken und Dr. med. Monika Toeller; Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf, aus: Diabetiker-Ratgeber 8/2000. Redaktion: Prof. Dr. med. W. A. Scherbaum, Dr. med. M. Stapperfend. Erstellt: September 2001.
