Exotische Haustiere erfreuen sich in deutschen Wohnzimmern wachsender Beliebtheit, und an der Spitze dieser faszinierenden Geschöpfe stehen die Geckos. Ihre Vielfalt, ihr interessantes Verhalten und die relativ unkomplizierte Haltung machen sie zu begehrten Mitbewohnern. Doch auch wenn die Gecko Haltung als einsteigerfreundlich gilt, erfordert sie eine sorgfältige Vorbereitung und fundiertes Wissen, um den Tieren ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen. Diese Entscheidung sollte daher wohlüberlegt sein, denn die Verantwortung für ein Lebewesen ist groß.
Bevor ein Gecko einzieht, ist eine umfassende Recherche unerlässlich. Jede der unzähligen Gecko-Arten stellt spezifische Anforderungen an ihre Umgebung – von der Größe des Terrariums über die Temperatur und Luftfeuchtigkeit bis hin zur Ernährung. Dieser Guide bietet Ihnen eine fundierte Grundlage, um die artgerechte Haltung und Pflege von Geckos zu meistern und die faszinierende Welt dieser urzeitlichen Reptilien zu entdecken.
Die Wahl der richtigen Gecko-Art: Welcher Gecko passt zu mir?
Die erste und wichtigste Frage ist die nach der passenden Art. Für Anfänger eignen sich besonders robuste und umgängliche Spezies. Zu den beliebtesten Einsteiger-Geckos zählen der Leopardgecko (Eublepharis macularius) und der Kronengecko (Correlophus ciliatus).
- Leopardgeckos: Diese dämmerungs- und nachtaktiven Bodenbewohner stammen aus den trockenen Steppengebieten Asiens. Sie sind bekannt für ihr ruhiges Gemüt und ihre vergleichsweise einfachen Haltungsbedingungen, was sie zur idealen Wahl für Neulinge macht.
- Kronengeckos: Ursprünglich aus den Regenwäldern Neukaledoniens stammend, sind diese Geckos kletterfreudige Baumbewohner. Sie benötigen ein Hochterrarium mit vielen Klettermöglichkeiten und eine höhere Luftfeuchtigkeit als Leopardgeckos.
Informieren Sie sich genau über die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Wunsch-Art, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Faktoren wie die Lebenserwartung, die Endgröße und das Sozialverhalten sind dabei entscheidend.
Das Terrarium – Das neue Zuhause für Ihren Gecko
Das Terrarium ist der zentrale Lebensraum Ihres Geckos und muss dessen natürlichen Habitat so gut wie möglich nachahmen. Die richtige Einrichtung ist der Schlüssel zu einem gesunden und glücklichen Tier.
Die richtige Größe des Terrariums
Die Größe des Terrariums hängt von der Art, der Endgröße und der Anzahl der gehaltenen Tiere ab. Als Faustregel gilt: lieber zu groß als zu klein. Für einen einzelnen, adulten Leopardgecko sollte ein Terrarium beispielsweise die Mindestmaße von 80 x 50 x 50 cm (Länge x Breite x Höhe) nicht unterschreiten. Für kletternde Arten wie den Kronengecko ist die Höhe entscheidender; hier wäre ein Hochterrarium mit den Maßen 60 x 45 x 60 cm ein guter Startpunkt. Geckos sind in der Regel friedliche Tiere, die je nach Art einzeln, als Paar oder in Gruppen gehalten werden können. Planen Sie eine Gruppenhaltung, muss das Terrarium entsprechend größer dimensioniert werden.
Die Einrichtung: Eine naturnahe Umgebung schaffen
Weniger ist oft mehr. Statt überflüssiger Dekoration sollten Sie auf eine funktionale und naturnahe Gestaltung setzen.
- Bodengrund: Der Bodengrund sollte der Herkunftsregion des Geckos entsprechen. Für Leopardgeckos eignet sich ein grabfähiges Sand-Lehm-Gemisch. Für tropische Arten wie den Kronengecko sind Kokoshumus oder Terrarienerde ideal, da sie die Feuchtigkeit gut speichern.
- Versteckmöglichkeiten: Geckos benötigen Rückzugsorte, um sich sicher zu fühlen und Stress zu vermeiden. Mindestens drei Verstecke sind Pflicht: eine Höhle im warmen Bereich, eine im kühlen Bereich und eine „Wetbox“. Diese mit feuchtem Moos gefüllte Höhle dient der Häutung und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt.
- Klettermöglichkeiten: Insbesondere baumbewohnende Arten benötigen ein gut strukturiertes Kletterparadies. Stabile Äste, Korkröhren, Lianen und robuste Pflanzen (echt oder künstlich) schaffen eine dreidimensionale Umgebung, die zum Erkunden einlädt. Auch Bodenbewohner nutzen gerne Felsaufbauten oder Wurzeln, um ihre Umgebung zu überblicken.
Klima im Terrarium: Temperatur, Beleuchtung und Luftfeuchtigkeit
Als wechselwarme Tiere sind Geckos vollständig von den klimatischen Bedingungen in ihrem Terrarium abhängig. Die korrekte Einstellung von Temperatur, Licht und Feuchtigkeit ist daher überlebenswichtig.
Temperatur und Beleuchtung
Ein entscheidender Aspekt ist die Schaffung eines Temperaturgradienten. Das bedeutet, es muss einen warmen und einen kühleren Bereich im Terrarium geben, damit der Gecko seine Körpertemperatur selbst regulieren kann. Dies wird meist durch Wärmelampen oder Heizmatten (mit Thermostat!) erreicht. Für einen Leopardgecko sollte die Temperatur am Sonnenplatz tagsüber bei etwa 35°C liegen, während sie im kühleren Bereich auf 24-26°C abfällt. Eine Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur ist ebenfalls wichtig.
Eine adäquate Beleuchtung, die einen Tag-Nacht-Rhythmus von 12-14 Stunden simuliert, ist unerlässlich. Viele Gecko-Arten benötigen zudem eine UVB-Lampe. Das UVB-Licht ist für die Synthese von Vitamin D3 notwendig, welches wiederum für den Kalziumstoffwechsel und den Knochenbau entscheidend ist.
Die richtige Luftfeuchtigkeit
Die erforderliche Luftfeuchtigkeit variiert stark je nach Art. Während Wüstenbewohner wie der Leopardgecko eine eher niedrige Luftfeuchtigkeit von 40-50% benötigen, brauchen Regenwaldbewohner wie der Kronengecko Werte von 70-80%. Dies lässt sich durch tägliches Sprühen mit einer Sprühflasche oder den Einsatz einer Beregnungsanlage erreichen. Ein Hygrometer zur Kontrolle ist dabei unerlässlich.
Ernährung: Was fressen Geckos?
Die meisten Geckos sind Insektenfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen Lebendfutter wie Heimchen, Grillen, Schaben und gelegentlich Mehlwürmer oder Wachsmottenlarven als Leckerbissen. Es ist entscheidend, nur Futtertiere aus seriösen Quellen zu verwenden und diese vor dem Verfüttern gut anzufüttern („Gut Loading“), um ihren Nährwert zu steigern.
Zusätzlich müssen die Futterinsekten bei jeder Fütterung mit einem Vitamin- und Mineralstoffpräparat, insbesondere Kalzium, bestäubt werden. Dies beugt schweren Mangelerscheinungen wie der Rachitis (Knochenweiche) vor.
Fazit
Die Haltung von Geckos ist ein faszinierendes Hobby, das tiefe Einblicke in die Welt der Reptilien gewährt. Mit sorgfältiger Planung, einem artgerecht eingerichteten Terrarium und der Beachtung der spezifischen Bedürfnisse Ihrer gewählten Art schaffen Sie die besten Voraussetzungen für ein langes und gesundes Gecko-Leben. Die anfängliche Investition in eine hochwertige Ausstattung und die kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema zahlen sich durch die Freude am Beobachten dieser einzigartigen Tiere um ein Vielfaches aus. Informieren Sie sich stets weiter und scheuen Sie sich nicht, Rat bei erfahrenen Haltern, Züchtern oder spezialisierten Tierärzten zu suchen.
