Brüchige Nägel: Ursachen, Arten & Effektive Pflegetipps für gesunde Finger- und Fußnägel

Brüchige Nägel, ob an den Füßen oder Händen, sind nicht nur unansehnlich, sondern auch störend im Alltag. Sie bleiben leicht an Textilien hängen, oder der Nagellack splittert nach einer Maniküre schnell wieder ab. In den meisten Fällen sind brüchige Nägel oder Rillen in den Nägeln harmlos und kein Grund zur Sorge um die Gesundheit. Längsrillen beispielsweise sind oft eine typische Alterserscheinung. Doch manchmal können brüchige Nägel auch ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung oder einen Mangel sein.

Was sind brüchige Nägel und wie häufig treten sie auf?

Brüchige Fingernägel sind ein weit verbreitetes Phänomen: Schätzungen zufolge leiden etwa 20% der Bevölkerung darunter. Während knapp 30 Prozent der Frauen von brüchigen Nägeln betroffen sind, ist dieses Problem bei Männern mit etwas über 10 Prozent deutlich seltener. Die Symptome können von leichten Absplitterungen bis hin zu tieferen Rissen reichen, die Schmerzen verursachen können.

Arten von Nagelbruch: Onychoschisis und Onychorrhexis

Spezialisten unterscheiden grundsätzlich zwei verschiedene Arten des Fuß- oder Fingernagelbruchs, die auf unterschiedliche Ursachen hindeuten können:

  • Onychoschisis (vom Griechischen „onycho“ = „Nagel“ und „schisis“ = Spaltung): Wenn der Fuß- oder Fingernagel vom Rand her horizontal und lamellenartig absplittert, spricht man von Onychoschisis. Dies ähnelt oft dem Abblättern von Schichten.
  • Onychorrhexis (vom Griechischen „onycho“ = „Nagel“ und „rhexis“ = Bruch, Riss): Wenn die Nägel längsfaserig, also vertikal, aufsplittern oder reißen, handelt es sich um Onychorrhexis. Dies äußert sich häufig in Rillen oder Spalten, die von der Nagelwurzel bis zur Spitze reichen.

Die Art des Nagelbruchs kann Dermatologen erste Hinweise auf die möglichen Ursachen geben und die Diagnose erleichtern.

Hauptursachen für spröde und brüchige Nägel

Für brüchige Finger- oder Fußnägel kommt eine Vielzahl von möglichen Ursachen in Frage. Das Verständnis dieser Faktoren ist entscheidend für eine effektive Behandlung und Prävention.

1. Genetische Veranlagung

Manchmal sind brüchige Nägel einfach angeboren. Wenn Sie schon lange oder immer wieder unter diesem Problem leiden und auch Ihre Eltern, Geschwister oder Großeltern betroffen sind, spricht vieles für eine genetische Ursache. In solchen Fällen ist eine konsequente und unterstützende Nagelpflege besonders wichtig.

2. Kontakt mit bestimmten Stoffen

Der häufige Kontakt mit bestimmten Substanzen kann die Nägel austrocknen und schwächen:

  • Wasser: Häufiger und langer Kontakt mit Wasser entzieht der Haut und den Nägeln Feuchtigkeit. Dies trocknet sie aus und macht sie anfälliger für Splitterungen und Brüche.
  • Reinigungsmittel und andere Chemikalien: Seifen, Spülmittel, Waschmittel oder Nagellackentferner mit Lösungsmitteln, aber auch andere Chemikalien können bei regelmäßigem Kontakt brüchige Nägel verursachen. Nicht nur im Haushalt, sondern je nach Branche und Tätigkeit auch beruflich bedingte Chemikalienexpositionen können eine Rolle spielen.
Weiterlesen >>  Eisensaft Plus: Ihr natürlicher Weg zu mehr Vitalität und Wohlbefinden

3. Umwelteinflüsse, besonders im Winter

Im Gegensatz zur Haut können Fuß- und Fingernägel ihren Feuchtigkeitshaushalt nicht selbst regulieren. Im Winter führt sowohl die trockene Heizungsluft in Innenräumen als auch die kalte Luft draußen dazu, dass die Nägel Feuchtigkeit verlieren und austrocknen. Sie werden dann spröde und brüchig. Spröde Nägel wiederum sind weniger in der Lage, Wasser zu binden, wodurch sich der Feuchtigkeitsverlust immer weiter verstärkt.

4. Falsche Nagelpflege und Nageldesign

Fehler bei der Nagelpflege oder bestimmte Praktiken des Nageldesigns, insbesondere künstliche Fingernägel, können die natürlichen Nägel nachhaltig schädigen:

  • Falsche Maniküre/Pediküre: Eine zu grobe Maniküre oder Pediküre kann die Nagelstruktur verletzen. Werden zum Kürzen der Nägel Knipser oder Scheren verwendet, können durch das Zusammendrücken des Nagels feine Risse entstehen. Dieses Risiko besteht beim Kürzen mit einer hochwertigen Feile nicht.
  • Gel-Maniküre/Künstliche Fingernägel: Maßnahmen zum Nageldesign wie Gel-Maniküre und insbesondere künstliche Fingernägel schädigen die eigenen Fingernägel, indem sie die Hornschicht aufweichen und brüchig werden lassen. Hinzu kommt, dass sich in den Hohlräumen, die leicht zwischen Kunst- und Naturnagel entstehen können, Pilze und Bakterien einnisten und vermehren können.

5. Nährstoffmangel und Mangelernährung

Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen oder essenziellen Fettsäuren kann dazu führen, dass die Nägel brüchig werden:

  • Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin B (insbesondere Biotin), Vitamin C, Folsäure oder Cobalamin (Vitamin B12) kann brüchige Nägel verursachen. Auch zu wenig Vitamin A, ebenso wie ein Überschuss an Vitamin A, kann trockene, splitternde und brüchige Fingernägel zur Folge haben.
  • Mineralstoffmangel: Ein Mangel an Mineralstoffen kann ebenfalls eine Ursache sein. Kommen weitere Symptome wie Blässe, Müdigkeit, Frieren, Risse in den Mundwinkeln, Ohrensausen und/oder Kopfschmerzen hinzu, deutet dies möglicherweise auf eine Blutarmut aufgrund von Eisenmangel (Eisenmangelanämie) hin. Auch ein Mangel an Zink kann brüchige Nägel verursachen. Eine Studie hat gezeigt, dass Kalziumpräparate keine Wirkung auf die Nägel haben, so dass Kalziummangel wahrscheinlich eher keine Auswirkungen auf die Nagelgesundheit hat.
    Eltern sollten immer auch bedenken, dass ein Nährstoffmangel, der sich durch brüchige Fingernägel äußert, auch ein Zeichen einer Essstörung sein kann.

6. Erkrankungen und Medikamente als Auslöser

Bestimmte Erkrankungen sowie die Einnahme spezifischer Medikamente können ebenfalls zu brüchigen Fuß- und Fingernägeln führen:

  • Hauterkrankungen: Verschiedene Hauterkrankungen wie Nagelpilz, Psoriasis (Schuppenflechte), Ekzeme, eine Knötchenflechte (Lichen ruber), Ichthyose oder Erythema exsudativum multiforme können ebenfalls brüchige Nägel verursachen.
  • Erkrankungen des Hormonsystems/Schilddrüsenerkrankungen: Eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse (Hypoparathyreoidismus) oder der Schilddrüse (Hypothyreose) kann brüchige Fingernägel verursachen. Auch andere Erkrankungen des Hormonsystems können Nagelbruch hervorrufen. Zusätzliche Symptome wie Erschöpfung, rasche Ermüdung, Veränderungen von Gewicht und Blutdruck, Schwitzen, Herzrasen, Hauttrockenheit und struppige Haare sind oft Begleiterscheinungen dieser Erkrankungen.
  • Chronische Polyarthritis (Rheumatoide Arthritis): Die rheumatoide Arthritis, eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen, kann Nagelwuchsstörungen, brüchige Fingernägel sowie kleine Einblutungen unter den Nägeln verursachen.
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente: Bestimmte Medikamente, die bei der Chemotherapie von Krebserkrankungen oder zur Therapie von Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden, hemmen das Zellwachstum bzw. die Zellteilung. Man nennt diese Medikamente Zytostatika. Eine mögliche Nebenwirkung von Zytostatika sind dünne, weiche und brüchige Nägel.
Weiterlesen >>  Magenbeschwerden selbst lindern: Effektive Tipps für Ihr Wohlbefinden

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen? Diagnose bei brüchigen Nägeln

Wenn brüchige Nägel plötzlich auftreten, mit weiteren Symptomen einhergehen oder trotz sorgfältiger Pflege keine Besserung eintritt, ist ein Arztbesuch ratsam. Im Rahmen eines Anamnesegesprächs stellt der Arzt Fragen zu Vorerkrankungen, Ernährungsgewohnheiten und möglichen Kontakten mit Chemikalien. Die Entnahme einer Nagelprobe kann über eine mikroskopische Untersuchung und gegebenenfalls die Anlage einer Pilzkultur Aufschluss über eine Pilzerkrankung geben. Mit einer Blutuntersuchung lassen sich Hormonwerte oder ein Eisenmangel feststellen. Bei Hinweisen auf eine Grunderkrankung erfolgt gegebenenfalls eine Überweisung, zum Beispiel an einen Spezialisten für Schilddrüsenerkrankungen.

Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner?

Zunächst können Sie alle Ihre gesundheitlichen Beschwerden mit Ihrem Hausarzt besprechen. Kann dieser Ihnen nicht weiterhelfen oder ist eine spezifischere Untersuchung notwendig, ist ein Dermatologe (Hautarzt) Ihr richtiger Ansprechpartner. Gegebenenfalls überweist Sie Ihr Hausarzt auch gezielt an einen Dermatologen.

Dermatologen sind auf die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Haut sowie der sogenannten Hautanhangsgebilde wie Haare, Nägel, Talg- und Schweißdrüsen und der hautnahen Schleimhäute spezialisiert.

Was Sie selbst für gesunde und schöne Nägel tun können: Effektive Pflegetipps

Jeder kann aktiv etwas gegen brüchige Nägel und für die Gesundheit und Schönheit seiner Nägel tun. Hier sind einige bewährte Tipps:

  • 1. Ausgewogene Ernährung: Nägel bestehen hauptsächlich aus der Hornsubstanz Keratin. Die Produktion von Keratin wird durch eine ausgewogene, proteinreiche Ernährung unterstützt. Darüber hinaus sorgt eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst, Gemüse und magerem Fleisch für eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Bei Bedarf können Sie Ihre Nägel und Haare durch die zusätzliche Einnahme von Biotin-Präparaten unterstützen.
  • 2. Schonende Nagelpflege: Regelmäßige und schonende Nagelpflege ist essenziell. Verwenden Sie zum Kürzen der Nägel eine hochwertige Sandblatt- oder Glasfeile. Verzichten Sie auf jeden Fall auf das Schneiden, Abreißen oder Abbeißen der Nägel, da dies die Nagelstruktur schädigen kann. Auch das aggressive Zurückdrücken des Nagelhäutchens ist nicht zu empfehlen. Tragen Sie brüchige Nägel möglichst kurz. Halten Sie beim Feilen die Feile vorn möglichst gerade und feilen Sie zu den Seiten hin ganz leicht im rechten Winkel, ohne zu tief unter den Nagel zu gehen.
  • 3. Arbeitshandschuhe tragen: Tragen Sie im Haushalt beim Putzen, Abwaschen oder bei anderen Tätigkeiten, die Kontakt mit Wasser und/oder Chemikalien erfordern, Arbeitshandschuhe. Denken Sie auch im beruflichen Kontext an das Tragen von Schutzhandschuhen, falls Sie mit irritierenden Stoffen in Berührung kommen. Verwenden Sie am besten wasserdichte, jedoch atmungsaktive Handschuhe, da schwitzende Hände in Gummihandschuhen die Nägel aufweichen und zusätzlich angreifen können.
  • 4. Nach jedem Waschen rückfetten: Cremen Sie nach jedem Händewaschen, idealerweise nach jedem Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln, Ihre Hände und Nägel mit einer rückfettenden Pflegecreme ein. Dies beugt nicht nur rauen Händen vor, sondern pflegt auch Ihre Fingernägel intensiv.
  • 5. Nagelöl verwenden: Gönnen Sie Ihren Nägeln bzw. der Haut rings um das Nagelbett regelmäßig eine entsprechende Pflege mit Nagelöl oder einer speziellen Nagelcreme. Gegebenenfalls können Sie auch einfach eine reichhaltige Handcreme oder natürliche Öle wie Mandel- oder Olivenöl verwenden.
  • 6. Lackpausen einlegen: Auch wenn Sie Ihre Nägel gerne lackieren, sollten Sie ab und zu eine Lackpause einlegen. Denn vor jedem neuen Lackieren verwenden Sie Nagellackentferner, der die Nägel stark belasten und austrocknen kann.
  • 7. Verzicht auf künstliche Nägel: Vermeiden Sie unbedingt künstliche Nägel, da diese Ihren natürlichen Nägeln erheblich schaden können. Nutzen Sie keinesfalls künstliche Nägel, um geschädigte, splissige oder brüchige Nägel zu kaschieren. Zum einen können krankhafte Veränderungen wie Pilzerkrankungen dann unentdeckt bleiben und sich verschlimmern, zum anderen schädigen die künstlichen Nägel Ihre natürlichen Fingernägel zusätzlich.
  • 8. Pflegende Nagellacke: Manchmal werden auch spezielle wasserlösliche, pflegende Nagellacke empfohlen, die brüchigen Nägeln Mineralien zuführen und mittels eines Schutzfilms mehr Festigkeit verleihen sollen. Diese Lacke können auch als Unterlack unter dekorativen Nagellacken verwendet werden.
Weiterlesen >>  Gesund Gewicht Zunehmen: Ihr Leitfaden für eine ausgewogene Ernährung

Schlussfolgerung

Brüchige Nägel sind ein häufiges Problem, dessen Ursachen vielfältig sein können – von äußeren Einflüssen und falscher Pflege bis hin zu Nährstoffmängeln oder medizinischen Bedingungen. Das Verständnis der spezifischen Ursache ist der erste Schritt zu einer effektiven Lösung. Während viele Fälle durch konsequente, schonende Pflege und eine ausgewogene Ernährung verbessert werden können, ist es wichtig, bei anhaltenden oder schwerwiegenden Problemen ärztlichen Rat einzuholen. Geben Sie Ihren Nägeln die Aufmerksamkeit, die sie verdienen, und genießen Sie wieder schöne, gesunde Hände und Füße!

Verweise und weitere Informationen