Wie wir uns ernähren, bewegen, wohnen, arbeiten und unsere Freizeit gestalten – all diese Aspekte beeinflussen maßgeblich unsere Gesundheit und haben weitreichende Konsequenzen für das Klima, die Ökosysteme und die Verbreitung schädlicher Substanzen. Umweltschonendes und gesundes Verhalten sollte nicht nur attraktiv, sondern auch leicht umsetzbar sein. Dies erfordert entsprechende Rahmenbedingungen und äußere Verhältnisse, die ein solches Handeln ermöglichen und fördern. Der WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen) hat exemplarisch zentrale Lebensbereiche beleuchtet und aufgezeigt, welche Verhältnisse und Verhaltensweisen erstrebenswert und erreichbar sind, um eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. Eine proaktive Förderung der gesundheitsförderung ist dabei von entscheidender Bedeutung, um langfristig das Wohlbefinden in der deutschen Gesellschaft zu sichern und gleichzeitig ökologische Ziele zu erreichen.
Wege zu einer gesunden und nachhaltigen Ernährung – für alle
Die global vereinbarten Klima- und Biodiversitätsziele hängen entscheidend von einer Transformation unserer Ernährungsweisen ab. Der Übergang von umweltschädigenden und ungesunden Gewohnheiten hin zu einer nachhaltigen, pflanzenbasierten, reichhaltigen und abwechslungsreichen Ernährung ist unumgänglich. Diese Umstellung bedeutet eine Abkehr vom übermäßigen Konsum tierischer Produkte und hochverarbeiteter Lebensmittel. Solche Lebensmittel haben oft einen hohen ökologischen Fußabdruck und tragen nicht immer zu einer optimalen Gesundheit bei.
Die Reduzierung des Fleischkonsums und die Verlagerung hin zu pflanzlichen Alternativen setzen bisher für die Tierfutterproduktion genutzte Landflächen frei. Diese Flächen können dann sinnvoller für die Nahrungsmittelproduktion für den Menschen, den Klimaschutz durch Aufforstung und die Renaturierung von Ökosystemen zum Schutz der Biodiversität eingesetzt werden. Eine solche Ernährungsrevolution hat nicht nur enorme ökologische und ökonomische Vorteile, sondern fördert auch in erheblichem Maße die menschliche Gesundheit. Eine ausgewogene Ernährung, reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten, liefert wichtige Nährstoffe und kann das Risiko vieler Zivilisationskrankheiten senken. In Deutschland sehen wir zunehmend eine Bewegung hin zu bewussterem Essen, wobei Themen wie zuckerfreie ernährung und basisches essen immer relevanter werden. Auch der Blick auf spezielle Nährstoffe wie lebensmittel kalium gewinnt an Bedeutung, um die Gesundheit optimal zu unterstützen.
Bewegungsfreundliche Umwelt – umweltfreundliche Bewegung
Veränderte Bewegungsmuster bieten ein enormes Potenzial für die Förderung von Gesundheit und den Schutz der Umwelt. Leider wird körperliche Aktivität in vielen Lebensbereichen zunehmend verdrängt – sei es im Berufsleben, bei der Hausarbeit, in der Ausbildung oder während der Freizeitgestaltung. Ein Großteil der Menschen in Deutschland erreicht die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für körperliche Aktivität nicht und verbringt stattdessen viele Stunden im Sitzen.
Bewegungsmangel und sedentäres Verhalten (d. h. langes Sitzen oder Liegen im Wachzustand) sind wichtige Risikofaktoren für zahlreiche nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und bestimmte Krebsarten. Gleichzeitig schaden die zur Bewegungsvermeidung eingesetzten Hilfsmittel, insbesondere der Autoverkehr, häufig der Umwelt und den Menschen. Der motorisierte Individualverkehr verbraucht viel Energie und Ressourcen, benötigt viel Platz, verursacht Luftverschmutzung, trägt zum Klimawandel bei und erzeugt Lärm. Er schränkt zudem die Bewegungsfreiheit, Sicherheit, sozialen Interaktionen und die Teilhabe von Menschen in ihrem Wohnumfeld ein – insbesondere für diejenigen, die zu Fuß gehen, Rad fahren oder auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, wie Kinder, viele ältere Menschen oder Menschen mit geringerem Einkommen. Um mehr umweltfreundliche Bewegung zu ermöglichen, ist eine bewegungsfreundliche Umwelt unerlässlich. Dies bedeutet den Ausbau sicherer Radwege, attraktive Fußgängerzonen und ein gut ausgebautes öffentliches Nahverkehrssystem.
Wohnen in gesundheitsfördernden und nachhaltigen Siedlungen
Die Art und Weise, wie unsere Städte und Gemeinden gebaut sind, beeinflusst maßgeblich, wie gesund und nachhaltig die Menschen darin leben können. Siedlungen tragen zum Klimawandel, zum Verlust der biologischen Vielfalt und zur Umweltverschmutzung bei, sind aber gleichzeitig auch von deren Auswirkungen betroffen. Hieraus ergeben sich wichtige Ansatzpunkte für Synergien, die die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit beschleunigen können.
Dies betrifft nicht nur die weltweit notwendige Verbesserung des bestehenden Bau- und Wohnungsbestands sowie des Wohnumfelds. Angesichts der Tatsache, dass bis Mitte des Jahrhunderts für rund 2,5 Milliarden Menschen weltweit neue Siedlungsräume geschaffen werden müssen, bietet sich ein einzigartiges Gelegenheitsfenster. Es ist die Chance, in kurzer Zeit nachhaltiges und gesundes Bauen mit klimaverträglichen Baustoffen in großem Maßstab voranzubringen und nicht nachhaltige Pfadabhängigkeiten zu vermeiden. Dies umfasst Themen wie die Auswahl der Baustoffe (z.B. nachwachsende Rohstoffe, recycelte Materialien), effizientes Recycling im Bausektor, die Gestaltung von Städten, die kurze Wege ermöglichen und Grünflächen integrieren, sowie die Entwicklung urbaner Infrastrukturen, die gesundheitsförderliche Wohnbedingungen schaffen. Eine stärkere Begrünung urbaner Räume, die Förderung von Gemeinschaftsgärten und die Schaffung von Erholungsflächen sind dabei ebenso wichtig wie die Energieeffizienz von Gebäuden und der Einsatz erneuerbarer Energien.
Fazit: Für eine gesunde und nachhaltige Zukunft in Deutschland
Die Transformation hin zu einem gesünderen und nachhaltigeren Lebensstil ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sowohl individuelle Entscheidungen als auch strukturelle Veränderungen erfordert. Von der bewussten Ernährung über die Förderung aktiver Mobilität bis hin zur Schaffung nachhaltiger Wohnräume – jeder Bereich bietet Potenzial, um unser Wohlbefinden zu steigern und gleichzeitig unseren Planeten zu schützen. Deutschland hat hier die Möglichkeit, eine Vorreiterrolle einzunehmen und durch innovative Ansätze und politische Rahmenbedingungen den Weg für eine lebenswerte Zukunft zu ebnen. Es ist Zeit zu handeln und gemeinsam eine gesunde und nachhaltige Lebensweise in Deutschland zu gestalten. Planen Sie Ihren nächsten gesundheitscheck ab 60 wie oft oder informieren Sie sich über nachhaltige Bauweisen – jeder Schritt zählt!
