Welche Sportarten sind am gesündesten? Eine Studie beleuchtet Sterblichkeitsrisiken

Studie zur Wirkung von Sportarten auf die Gesundheit und Sterblichkeit

Die Frage, welche Sportart die größten gesundheitlichen Vorteile bietet, beschäftigt viele. Während die positiven Effekte von Bewegung auf den menschlichen Körper unbestritten sind, fehlte es bisher an umfassenden Daten, die spezifische Sportarten mit einem reduzierten Sterblichkeitsrisiko in Verbindung bringen. Eine wegweisende Studie hat nun den bisher größten Datensatz zu diesem Thema ausgewertet und liefert interessante Erkenntnisse darüber, welche Aktivitäten die Lebenserwartung potenziell am stärksten beeinflussen. Die Ergebnisse könnten unser Verständnis vom gesündesten Sport neu definieren und zeigen auf, dass nicht jede Sportart gleichermaßen zur Reduktion des Sterblichkeitsrisikos beiträgt.

Die Untersuchung, die wir hier detailliert vorstellen, analysierte die Auswirkungen verschiedener Sportarten auf die Gesamtsterblichkeit und die Sterblichkeit durch kardiovaskuläre Erkrankungen. Überraschenderweise konnte für beliebte Sportarten wie Laufen und Fußball kein signifikanter Nutzen in Bezug auf die Sterblichkeit nachgewiesen werden. Dies wirft die Frage auf: Sollten Läufer oder Fußballspieler ihre Sportart überdenken, um ihre Gesundheit optimal zu fördern? Oder gibt es andere Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen?

Auf einen Blick: Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Höhere Intensitäten körperlicher Aktivität sind generell mit größeren gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Der spezifische Nutzen einzelner Sportarten war jedoch bisher weniger gut erforscht.
  • Diese umfassende Studie konnte einen deutlichen Zusammenhang zwischen Schwimmen, Aerobics (einschließlich Fitness, Turnen und Tanzen) sowie Rückschlagspielen (wie Badminton, Tennis, Squash) und einer signifikant niedrigeren Gesamtsterblichkeit sowie einer reduzierten Sterblichkeit an kardiovaskulären Erkrankungen herstellen.
  • Für das Radfahren zeigte sich dieser positive Zusammenhang ausschließlich für die Gesamtsterblichkeit, nicht aber für die kardiovaskuläre Sterblichkeit.
  • Interessanterweise waren Laufen und Fußball nicht mit einer signifikant reduzierten Sterblichkeit assoziiert, was im Widerspruch zu einigen früheren Annahmen steht.
  • Trotz dieser spezifischen Ergebnisse gilt: Sport und körperliche Aktivität wirken sich generell positiv auf die Gesundheit aus. Wer eine passende Sportart gefunden hat, sollte diese beibehalten, da der Spaß und die Regelmäßigkeit entscheidende Faktoren sind.

Studie zur Wirkung von Sportarten auf die Gesundheit und SterblichkeitStudie zur Wirkung von Sportarten auf die Gesundheit und Sterblichkeit

Hintergrund: Warum ist diese Untersuchung so wichtig?

Es ist wissenschaftlich erwiesenermaßen gut für das Herz-Kreislaufsystem und den Stoffwechsel, regelmäßig Sport zu treiben. Zahlreiche Studien haben bereits gezeigt, dass intensive körperliche Aktivität das Sterblichkeitsrisiko stärker senkt als moderate Bewegung oder Alltagsaktivitäten. Die Reduktion des relativen Risikos (RR) für intensive Aktivität liegt bei 0,78, für moderate Aktivität bei 0,86 und für Alltagsaktivitäten bei 0,90. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Intensität. Dennoch blieb bisher unklar, inwieweit die konkrete Ausübung einer bestimmten Sportart einen Unterschied macht.

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Obwohl einige neuere Übersichtsartikel Hinweise auf die gesundheitlichen Vorteile von Laufen und Freizeitfußball liefern konnten, gab es in der Forschung eine Lücke bezüglich der spezifischen Auswirkungen anderer weit verbreiteter Sportarten auf das Mortalitätsrisiko. Diese Lücke schließt die hier vorgestellte Studie, indem sie einen breiteren Einblick in die sportartspezifische Sterblichkeit bietet und somit ein klareres Bild davon zeichnet, welche Aktivitäten den größten Schutz vor vorzeitigem Tod bieten könnten.

Methoden: Wie wurde die Studie zum gesündesten Sport durchgeführt?

Um die Auswirkungen einzelner Sportarten auf die Gesamtsterblichkeit und die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu untersuchen, griffen die Forscher auf umfangreiche Daten der Health Survey for England (HSE) und der Scottish Health Survey (SHeS) zurück. Diese repräsentativen Stichproben wurden zwischen 1994 und 2008 in England und Schottland erhoben und bieten eine solide Datengrundlage für statistische Analysen.

Die in der Studie berücksichtigten Sportarten wurden in folgende Kategorien eingeteilt:

  • Radfahren: Jegliche Form des Radfahrens
  • Schwimmen: Alle Schwimmaktivitäten
  • Aerobics: Umfasst Aerobic, Fitnesskurse, Turnen und Tanzen
  • Laufen: Laufen und Joggen
  • Fußball: Fußball und Rugby
  • Rückschlagspiele: Badminton, Tennis und Squash

Für jede dieser Kategorien wurden die Teilnehmer nach Häufigkeit, Intensität und Dauer ihrer sportlichen Aktivität innerhalb der letzten vier Wochen befragt. Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraum der Studienteilnehmer betrug beeindruckende 9,2 Jahre, was eine zuverlässige Erfassung langfristiger Effekte ermöglichte. Dies ist ein entscheidender Faktor, um fundierte Aussagen über den Zusammenhang zwischen Sport und Lebenserwartung treffen zu können.

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Ergebnisse: Was ist nun die gesündeste Sportart laut dieser Studie?

Die Studie umfasste letztendlich eine beeindruckende Anzahl von 80.306 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 51,9 Jahren. Erschreckenderweise erfüllten nur 44,3 % dieser Gruppe das [empfohlene Mindestmaß an körperlicher Aktivität].

Für eine präzise Auswertung wurden die Daten umfassend adjustiert. Das bedeutet, dass die potenziellen Einflüsse von Alter und Geschlecht, chronischen Erkrankungen, Alkoholkonsum, psychischer Belastung, Body-Mass-Index (BMI), Rauchstatus, Bildungsniveau sowie bereits bestehenden kardiovaskulären oder Krebserkrankungen und anderer körperlicher Aktivitäten statistisch herausgerechnet wurden. Diese Faktoren können die Sterblichkeit ebenfalls beeinflussen und wurden daher berücksichtigt, um die reinen Effekte der einzelnen Sportarten besser isolieren zu können.

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Die folgende Tabelle fasst die relativen Risiken (RR) und deren 95 %-Konfidenzintervalle zusammen:

SportartGesamtsterblichkeit (RR mit 95 %-Konfidenzintervall**)Sterblichkeit an kardiovaskulären Erkrankungen (RR mit 95 %-Konfidenzintervall)
Schwimmen0,72 (0,65 bis 0,80)0,59 (0,46 bis 0,75)
Radfahren0,85 (0,76 bis 0,95)0,93 (0,76 bis 1,16)
Aerobics0,73 (0,63 bis 0,85)0,64 (0,45 bis 0,92)
Laufen0,87 (0,68 bis 1,11)0,81 (0,47 bis 1,39)
Rückschlagspiele0,53 (0,40 bis 0,69)0,44 (0,24 bis 0,83)
Fußball0,82 (0,61 bis 1,11)0,90 (0,49 bis 1,64)

Die Analyse zeigte deutlich, dass Schwimmen, Aerobics und Rückschlagspiele mit einer signifikant niedrigeren Gesamtsterblichkeit und einer reduzierten Sterblichkeit an kardiovaskulären Erkrankungen verbunden waren. Beim Radfahren bestand dieser positive Zusammenhang nur für die Gesamtsterblichkeit. Bemerkenswert ist, dass Laufen und Fußball in dieser Studie nicht mit einer signifikant reduzierten Sterblichkeit assoziiert wurden. Dies deutet darauf hin, dass die Wahl der Sportart tatsächlich einen Unterschied machen könnte, wenn es um die Reduktion des Sterblichkeitsrisikos geht. Es ist jedoch wichtig, diese Ergebnisse im Kontext der gesamten Diskussion zu betrachten.

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Diskussion: Wie sind diese Ergebnisse zum gesündesten Sport einzuordnen?

Führt diese Studie nun dazu, dass man das Laufen oder Fußballspielen einstellen sollte? Nicht unbedingt. Im Gegensatz zu den aktuellen Ergebnissen zeigten frühere Studien, dass das Laufen das Sterblichkeitsrisiko erheblich senken kann (mit einer Risikoreduktion zwischen 27 % und 45 %). Ein möglicher Grund für die hier nicht signifikante Risikoreduktion könnte die relativ kleine Anzahl an Studienteilnehmern in der Kategorie Laufen sein. Eine geringe Stichprobengröße führt zu breiteren Konfidenzintervallen, wodurch kleinere Effekte möglicherweise nicht statistisch signifikant werden. Ähnliches gilt für das Fußballspielen. Die Autoren der Studie selbst betonen, dass die vorliegenden Ergebnisse die positiven Auswirkungen des Laufens und Fußballspielens auf die Gesundheit trotz der fehlenden Signifikanz für die Sterblichkeit unterstreichen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Studie ist die Zusammensetzung der Vergleichsgruppe. Es wurden alle Nicht-Läufer herangezogen, was sowohl inaktive Personen als auch Sportler anderer Disziplinen einschließt. Der Vergleich erfolgte also nicht ausschließlich zwischen Läufern und Inaktiven, sondern zwischen Läufern und einer gemischten Gruppe aus Inaktiven und solchen, die andere Sportarten betreiben. Dies könnte die scheinbare Wirkung des Laufens verwässert haben.

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Zudem kann die Sterblichkeit als einziger Endpunkt nicht die Lebensqualität oder das soziale und mentale Wohlbefinden während des Lebens abbilden. Verschiedene Sportarten können hier unterschiedliche Vorteile bieten, die über die reine Reduktion des Sterblichkeitsrisikos hinausgehen. Beispielsweise fördert das Training im Team wie bei faustball spielregeln oder ludwig faustball soziale Interaktion und Teamgeist, was sich positiv auf die mentale Gesundheit auswirken kann.

Schließlich handelt es sich bei der vorliegenden Untersuchung um eine epidemiologische Studie. Solche Studien können lediglich Zusammenhänge aufzeigen, aber keine Kausalität beweisen. Um festzustellen, ob beispielsweise Schwimmen tatsächlich die Ursache für eine reduzierte Sterblichkeit ist, wären Interventionsstudien erforderlich, bei denen Teilnehmer gezielt Sportarten zugewiesen werden.

Zusammenfassung und Fazit: Die Bedeutung von Sport für Ihre Gesundheit

Die Autoren der Studie kommen zu dem wichtigen Schluss, dass die Ergebnisse den allgemeinen Nutzen körperlicher Aktivität für die Gesundheit nachdrücklich unterstreichen. Die Frage, ob die verschiedenen Sportarten ursächlich für unterschiedliche Sterblichkeitsrisiken sind, bedarf weiterer Klärung durch gezielte Interventionsstudien.

Dennoch bietet diese Analyse wertvolle Einblicke, welche Sportarten in Bezug auf die Reduktion der Gesamt- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit besonders hervorstechen. Schwimmen, Aerobics und Rückschlagspiele scheinen hier die Nase vorn zu haben. Doch die wichtigste Botschaft bleibt: Wer eine für sich passende Sportart gefunden hat und diese regelmäßig mit Freude ausübt, tut seiner Gesundheit in jedem Fall etwas Gutes. Die persönliche Präferenz und die langfristige Adhärenz zum Training sind oft entscheidender als die Wahl einer vermeintlich “gesündesten” Sportart.

Warten Sie nicht länger, um Ihre Gesundheit durch Sport zu fördern! Finden Sie Ihre Leidenschaft und bleiben Sie aktiv. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Glossar

*RR (Relatives Risiko): Das Risiko in der Vergleichsgruppe (hier: kein Sport) wird als 1 definiert. Ein RR von 0,78 bedeutet demnach, dass das Risiko in der betrachteten Gruppe um 22 % geringer ist.
**95 %-Konfidenzintervall: Dieser Wert gibt die Sicherheit an, mit der eine Beobachtung nicht rein zufällig ist. Wenn das Konfidenzintervall eines relativen Risikos die 1 einschließt, ist die Beobachtung noch zu wahrscheinlich zufällig, als dass sie als gesichert angenommen werden könnte.

Quellen

  1. Oja, P., Kelly, P., Pedisic, Z., Titze, S., Bauman, A., Foster, C., … & Stamatakis, E. (2016). Associations of specific types of sports and exercise with all-cause and cardiovascular-disease mortality: a cohort study of 80 306 British adults. British Journal of Sports Medicine, bjsports-2016.