Grannen bei Hunden & Katzen: So schützen Sie Ihre Haustiere vor der unsichtbaren Gefahr

Eine scharfkantige Granne, die sich leicht in Fell und Haut von Haustieren verfangen kann

Mit dem Sommer und Herbst kommen nicht nur wärmere Temperaturen und goldene Blätter, sondern auch eine unsichtbare Gefahr für unsere geliebten Vierbeiner: die Grannen. Diese kleinen, unscheinbaren Pflanzenteile können für Hunde und Katzen schmerzhafte Verletzungen und ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und entfernt werden. Als besorgter Haustierbesitzer ist es entscheidend, die Anzeichen zu kennen, präventive Maßnahmen zu ergreifen und im Ernstfall schnell zu handeln, um Ihrem Haustier bestmöglich zu helfen.

Was sind Grannen und warum sind sie gefährlich?

Grannen sind die borstenartigen Fortsätze von Getreide- und Grasähren, die vor allem in den Sommermonaten und im Frühherbst reifen. Sie zeichnen sich durch ihre Widerhakenstruktur aus, die ihnen hilft, sich an Tierfellen festzuhalten und sich bei jeder Bewegung weiter in die Haut, Ohren, Augen oder sogar in die Atemwege vorzuarbeiten. Einmal eingedrungen, können Grannen nicht von selbst zurückweichen, sondern wandern durch das Gewebe, was zu Entzündungen, Abszessen und in seltenen Fällen sogar zu lebensbedrohlichen Infektionen führen kann. Ihre Fähigkeit, tief in den Körper einzudringen, macht sie zu einer besonders heimtückischen Bedrohung.

Eine scharfkantige Granne, die sich leicht in Fell und Haut von Haustieren verfangen kannEine scharfkantige Granne, die sich leicht in Fell und Haut von Haustieren verfangen kann

Symptome: Woran erkenne ich eine Granne bei meinem Tier?

Das Erkennen einer Granne kann schwierig sein, da die Symptome je nach Eintrittsstelle variieren. Achten Sie auf Verhaltensänderungen und körperliche Anzeichen, die auf einen Fremdkörper hindeuten könnten.

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Häufiges Niesen: Granne in der Nase

Niest Ihr Hund oder Ihre Katze plötzlich und auffällig häufig, besonders während oder nach einem Spaziergang oder Ausflug ins Freie? Dies könnte ein starkes Indiz dafür sein, dass ein Fremdkörper wie eine Granne in die Nase gelangt ist. Das Tier versucht instinktiv, den Reiz durch Niesen loszuwerden. Manchmal kann auch Nasenbluten auftreten, wenn die Granne die Schleimhäute verletzt hat.

Intensives Kratzen: Augen und Ohren in Gefahr

Beim Streifzug durch Felder oder hohe Wiesen geraten Grannen leider schnell in die Augen oder Ohren der Tiere. Kratzt sich Ihr Tier intensiv am Auge, kneift es die Augen zusammen oder ist das Auge gerötet und tränt? Oft stecken Grannen unter der Nickhaut, dem sogenannten dritten Augenlid. Im Ohr können Grannen tief in den Gehörgang eindringen und starke Ohrenentzündungen auslösen. Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze sich ständig schüttelt oder am Ohr kratzt, den Kopf schief hält oder Schmerzen beim Berühren des Ohres zeigt, ist das ein deutliches Warnsignal.

Humpeln und Lecken: Grannen in Pfoten und Fell

Grannen bleiben besonders leicht im Fell hängen, vor allem bei Tieren mit langem, zotteligem Fell, wo sie lange unbemerkt bleiben können. Wenn Ihr Vierbeiner humpelt, eine Pfote schont oder intensiv an einer Pfote leckt, kann eine Granne zwischen den Zehen oder in den Pfotenballen die Ursache sein. Dort können sie sich schnell entzünden und eitrige Abszesse verursachen. Auch an anderen Körperstellen, wie in den Achseln, am Bauch oder in der Leistengegend, können Grannen stecken und zu Schwellungen oder schmerzhaften Stellen führen.

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Was tun, wenn mein Tier von einer Granne betroffen ist?

Wenn Sie die Symptome deuten können, ist bereits ein wichtiger erster Schritt getan. Steckt die Granne nur leicht im Fell oder in der oberflächlichen Haut Ihres Hundes oder Ihrer Katze, können Sie versuchen, sie vorsichtig mit einer Pinzette zu entfernen. Doch Vorsicht ist geboten: Wenn das Pflanzenteilchen bereits in die Haut eingedrungen ist, sollten Sie auf keinen Fall versuchen, es selbst zu entfernen! Dies könnte die Granne tiefer drücken oder zerbrechen, was die spätere Entfernung erschwert und das Infektionsrisiko erhöht.

In solchen Fällen ist es absolut notwendig, umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Nur ein Tierarzt kann die Granne fachgerecht und steril entfernen, oft unter lokaler Betäubung oder Sedierung, um sicherzustellen, dass keine Reste im Gewebe verbleiben. Zögern Sie nicht, denn je länger eine Granne im Körper verweilt, desto größer ist die Gefahr schwerwiegender Komplikationen und höher können die Behandlungskosten sein. Eine gute Hundekrankenversicherung kann hier eine wertvolle Absicherung bieten.

Grannen effektiv vermeiden: Prophylaxe ist entscheidend

Obwohl es nicht mit absoluter Sicherheit vermieden werden kann, dass Ihr Tier jemals eine Granne einfängt, können Sie durch proaktive Maßnahmen das Risiko erheblich minimieren.

Regelmäßige Fellkontrolle

Suchen Sie das Fell Ihres Tieres nach jedem Spaziergang oder Ausflug ins Grüne gründlich nach den Pflanzenteilchen ab. Konzentrieren Sie sich dabei besonders auf empfindliche Bereiche wie Ohren, Augenlider, zwischen den Zehen, in den Achselhöhlen und unter dem Bauch. Bei langhaarigen Rassen ist diese Kontrolle noch wichtiger und sollte sehr sorgfältig durchgeführt werden.

Kürzen des Fells an kritischen Stellen

Ein regelmäßiger Besuch beim Hundefriseur oder das eigenständige Kürzen des Fells an empfindlichen Stellen, insbesondere an den Pfotenballen und den Ohren, kann dazu beitragen, dass sich weniger Grannen verfangen. Wenn Sie sich das Kürzen an den Pfotenballen nicht selbst zutrauen, kann dies auch problemlos von einem Tierarzt oder einem professionellen Hundefriseur übernommen werden.

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Vorsicht beim Spaziergang

Lassen Sie Ihren Hund bei einem Spaziergang nicht durch hohe Getreidefelder oder sehr hohe Wiesen rennen. Dies ist in der Regel schon aus Rücksicht auf Wildtiere und die Ernte ein Tabu. Zusätzlich stellt es aber eben auch ein zu vermeidendes Risiko für Ihren Hund dar, sich dort eine Granne einzufangen. Bleiben Sie auf befestigten Wegen und halten Sie Ausschau nach Bereichen mit reifem Gras und Getreide.

Fazit: Achtsamkeit schützt Ihre Liebsten

Grannen stellen eine ernstzunehmende Gefahr für unsere Haustiere dar, die oft unterschätzt wird. Durch Wachsamkeit, regelmäßige Kontrollen und vorbeugende Maßnahmen können Sie das Risiko für Ihren Hund oder Ihre Katze erheblich minimieren. Sollten Sie den Verdacht haben, dass sich eine Granne eingenistet hat, zögern Sie nicht und suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf. Nur so kann eine schnelle und professionelle Entfernung erfolgen und Ihr geliebter Vierbeiner vor schlimmeren Folgen bewahrt werden. Ihre Achtsamkeit und schnelles Handeln sind der beste Schutz für die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Fellnase.