Tejus im Terrarium: Haltung, Pflege und Ernährung eines faszinierenden Reptils

Tejus sind beeindruckende Echsen, die mit ihrer stattlichen Größe und ihren oft farbenprächtigen Mustern Terrarienbesitzer begeistern. Ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südamerikas stammend, haben sich diese Reptilien zu beliebten Pfleglingen in der Terraristik entwickelt. Insbesondere der rote und der schwarz-weiße Teju sind hierbei hervorzuheben, doch auch Tiere mit gelber, schwarz-gelber und goldener Färbung erfreuen sich großer Beliebtheit. Mit einem Gewicht von bis zu über 7 kg und einer Körperlänge von 80 bis 120 cm sind Tejus imposante Erscheinungen, die jedoch durch ihr friedliches und oft zutrauliches Wesen überzeugen. Die Haltungsbedingungen in einem Terrarium lassen sich gut an die klimatischen Verhältnisse ihrer Herkunftsgebiete anpassen, und bei warmem Wetter ist sogar eine saisonale Freilandhaltung denkbar. Die größte Herausforderung bei der Haltung von Tejus ist zweifellos der Platzbedarf, der aufgrund ihrer Größe und ihres aktiven Verhaltens unbedingt berücksichtigt werden muss. Die Anschaffung von Katzenfutter ist für die artgerechte Haltung dieser Terrarientiere keinesfalls relevant, jedoch ist eine ausgewogene Ernährung unerlässlich für ihre Gesundheit. Mehr über die richtige Ernährung für Reptilien erfahren Sie in unseren weiterführenden Artikeln.

Tejus: artgerechte Haltung im Terrarium

Die Haltung von Tejus sollte niemals einzeln erfolgen. Sie fühlen sich am wohlsten in Paaren oder kleinen Haremsgruppen. Dies bedeutet jedoch auch, dass der zur Verfügung stehende Platz entsprechend größer ausfallen muss.

Mindestgröße des Terrariums

Für die Berechnung der Mindestgröße eines Teju-Terrariums wird die Kopf-Rumpf-Länge (KRL) – die Körperlänge ohne Schwanz – als Basis genommen. Die Faustformel lautet:

  • Länge: 5 x KRL
  • Tiefe: 2 x KRL
  • Höhe: 2 x KRL

Bei einer KRL von 40-50 cm ergibt sich für ein Paar eine Mindestgröße von etwa 2,20 m x 1,60 m x 1,50 m (Länge x Tiefe x Höhe). Grundsätzlich gilt jedoch: Je größer das Terrarium, desto besser für die Tiere.

Einrichtung des Lebensraums

Das natürliche Habitat von Tejus ist vielfältig und reicht von lichten Regenwäldern über Graslandschaften bis hin zur Savanne. Um diesen Bedingungen im Terrarium nahe zu kommen, sind ein geeigneter Bodengrund, stabile Äste und kleine Baumstämme zum Klettern und Ruhen sowie Versteckmöglichkeiten in Form von Höhlen und Tunneln unerlässlich. Einige wenige Pflanzen können das Ambiente zusätzlich aufwerten. Eine ausreichend große Wasserschale gehört ebenfalls zur Grundausstattung.

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Es ist wichtig zu beachten, dass Tejus zwar eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, aber keine Staunässe vertragen. Der Bodengrund sollte daher nach dem Besprühen gut abtrocknen können. Geeignete Substrate sind Rindenmulch mit gröberen Stücken oder einfache Holzstreu. Da Tejus in ihrem natürlichen Lebensraum gerne graben, um Schlaf- und Wohnhöhlen anzulegen, sollte ihnen im Terrarium eine entsprechend große Höhle zur Verfügung gestellt werden, die optional mit Heu ausgelegt werden kann. Aufgrund der Größe und des Gewichts der Tiere müssen alle Einrichtungsgegenstände sicher befestigt werden.

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Temperatur, Beleuchtung und Luftfeuchtigkeit

Die Temperatur im Teju-Terrarium sollte tagsüber konstant bei etwa 30 °C liegen, wobei am Sonnenplatz Spitzenwerte von 40-45 °C erreicht werden sollten. Nachts dürfen die Temperaturen auf Zimmertemperatur absinken. Für die wechselwarmen Reptilien ist es entscheidend, dass sie sowohl einen heißen Sonnenplatz als auch kühlere Schattenbereiche vorfinden und die Möglichkeit haben, sich dazwischen aufzuhalten.

Da Tejus tagaktiv sind, spielt die Beleuchtung eine wichtige Rolle, um die nötigen Temperaturen zu erzeugen. Eine Mischlichtlampe mit Vorschaltgerät oder ein HQI-Strahler sind ideal für die Beschickung des Sonnenplatzes. Ein UV-Anteil im Lichtspektrum ist zudem für die Gesundheit der Tiere von Bedeutung. Die Beleuchtungsdauer sollte im Sommer bei 10 bis 12 Stunden pro Tag liegen.

Wie bereits erwähnt, benötigen Tejus eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit von 70-90 %. Direkter und langanhaltender Kontakt mit Feuchtigkeit sollte jedoch vermieden werden, weshalb ein gut abtrocknendes Substrat essenziell ist. Eine Beregnungsanlage kann helfen, die gewünschten Werte in größeren Terrarien aufrechtzuerhalten. Ein Wasserbecken oder ein kleiner Wasserfall können diese Maßnahme unterstützen.

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Reinigung des Terrariums

Tägliche Reinigungsarbeiten umfassen das Entfernen von Kot, Futter- und Häutungsresten. Die Terrarienscheiben werden bei Bedarf mit warmem Wasser oder Wasserdampf gereinigt. Einmal jährlich ist eine Grundreinigung erforderlich: Das gesamte Terrarium wird ausgeräumt, gereinigt und desinfiziert, Einrichtungsgegenstände werden abgekocht oder ausgebacken und der Bodengrund wird erneuert. Bei allen Reinigungsarbeiten dürfen ausschließlich Reinigungsmittel aus dem Fachhandel verwendet werden.

Ernährung von Tejus: Ein Allesfresser mit spezifischen Bedürfnissen

Tejus sind Allesfresser (omnivor), was jedoch nicht bedeutet, dass pflanzliche Kost dominieren sollte. Ihr Speiseplan besteht überwiegend aus tierischer Nahrung.

Für Jungtiere bedeutet dies, dass sie drei- bis viermal wöchentlich mit Futterinsekten gefüttert werden sollten. Diese müssen mit einem Vitamin- und Mineralstoffpräparat bestäubt werden, um den hohen Nährstoffbedarf, insbesondere den Kalziumbedarf, zu decken. Adulte Tiere benötigen zwar seltener Futterinsekten, aber dennoch etwa zweimal wöchentlich eine fleischbasierte Ration. Hierfür eignen sich Mäuse oder Ratten, gelegentlich auch Hühner- oder Putenfleisch. Ein rohes oder hartgekochtes Ei mit Schale ist eine hervorragende Kalziumquelle. Pflanzliche Ergänzungen wie Karotten, Zucchini, Gurken oder auch mal ein Stück Banane oder Pfirsich sollten nur in Maßen angeboten werden.

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Winterruhe bei Tejus: Ein wichtiger Zyklus

Tejus halten in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet eine Winterruhe von bis zu sechs Monaten. Im Terrarium reichen in der Regel drei Monate aus. Auch wenn die Winter in ihren Heimatländern durchaus kalt werden können, mit Frost und Schnee in der Nacht, erreichen die Tagestemperaturen oft bis zu 20 °C. Die Tiere überwintern in dicken Haufen aus organischem Material wie Heu und Blättern, in denen durch Verrottungsprozesse eine gewisse Wärme entsteht.

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Für die Überwinterung im Terrarium sollten die Temperaturen nachts auf 10-15 °C absinken, während sie tagsüber nicht unter 15 °C fallen sollten. An sonnigen Tagen sind bis zu 20 °C ideal. Eine Überwinterung in einem Wintergarten, wo sich die Temperaturen natürlich an die Wetterlage und Sonneneinstrahlung anpassen, wäre optimal. Da die Tiere auch bei wärmeren Temperaturen ihr Versteck verlassen können, muss stets Futter und Wasser zur Verfügung stehen.

Besondere Vorsicht ist bei Tieren aus argentinischer Zucht geboten. Ihr natürlicher Rhythmus kann dazu führen, dass sie im unseren Frühsommer in die Winterruhe gehen wollen. Um dies zu verhindern, muss die Heizung und Beleuchtung bis in den Herbst hinein aufrechterhalten werden, um hochsommerliche Verhältnisse zu simulieren.

Fortpflanzung und Zucht von Tejus

Tejus entwickeln sich erstaunlich schnell und erreichen die Geschlechtsreife bereits mit 1,5 bis 2,5 Jahren, obwohl ihre aktive Phase im Jahr nur etwa sechs Monate beträgt. Nach der Winterruhe beginnt die Paarungszeit. Das Weibchen legt dann Gelege von 18 bis 65 Eiern, abhängig von Herkunftsgebiet und Tierzustand. Die Inkubationszeit variiert zwischen 60 und 150 Tagen.

Eine bemerkenswerte Besonderheit zeigt der schwarz-weiße Teju: Während der Paarungs- und Brutzeit kann er seine Körpertemperatur aktiv um bis zu 10 °C über die Umgebungstemperatur erhöhen und ist damit zeitweise endotherm. Die genaue Erklärung für dieses Phänomen steht noch aus. Nachzuchten von Tejus stammen oft aus argentinischen Zuchtfarmen, da die private oder gewerbliche Zucht in Deutschland noch nicht weit verbreitet ist.

Wer über ausreichend Platz und die finanziellen Mittel für Heizung und Beleuchtung verfügt, findet in einem Paar oder einer kleinen Gruppe Tejus faszinierende und wunderschöne Mitbewohner, die zudem recht zutraulich werden können. Abgesehen vom Platzbedarf sind die Haltungsbedingungen nicht übermäßig schwierig, was den Teju zu einer der wenigen großen Echsenarten macht, die auch für ambitionierte Anfänger geeignet sind. Mit einem großen Garten besteht die Möglichkeit, die Tiere zumindest saisonal in einem Freigehege mit beheiztem Frühbeet zu halten. Tejus haben eine Lebenserwartung von 10 bis 20 Jahren und stellen somit eine langfristige Bereicherung dar.