Grüne Bohnen, auch bekannt als Gartenbohnen, Schnittbohnen oder Fisolen, sind ein vielseitiges Gemüse, das reich an wertvollen Nährstoffen ist. Sie punkten insbesondere mit pflanzlichem Eiweiß und wichtigen Ballaststoffen. Darüber hinaus versorgen sie unseren Körper mit Vitaminen wie B2 und B6 sowie mit Beta-Carotin, welches der Körper in Vitamin A umwandelt. Auch Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium sind in nennenswerten Mengen enthalten.
Trotz ihres Nährstoffreichtums ist Vorsicht geboten: Grüne Bohnen sollten niemals roh verzehrt werden. Im rohen Zustand enthalten sie Lektine, darunter das Protein Phasin, das zu Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und Übelkeit führen kann. Durch das Kochen werden diese unerwünschten Stoffe jedoch zerstört, sodass das Gemüse unbedenklich genossen werden kann. Hülsenfrüchte wie Bohnen sind zudem purinhaltig, weshalb Gichtpatienten auf ihren Verzehr verzichten sollten.
Die Herkunft der Grünen Bohne ist überraschend: Ursprünglich stammt sie aus Mittel- und Südamerika und fand erst im 16. Jahrhundert ihren Weg nach Europa. Dort verdrängte sie schnell die heimische Ackerbohne, die lange als “Arme-Leute-Essen” galt, da sie eine essenzielle Eiweißquelle darstellte. Heute sind Bohnen weltweit verbreitet und ein fester Bestandteil vieler Küchen.
Botanische Einordnung und Wuchsformen
Botanisch gesehen gehören Grüne Bohnen (Phaseolus vulgaris) zur Familie der Schmetterlingsblütler (Leguminosen). Sie sind Hülsenfrüchte, deren Samen mitsamt der Hülse verzehrt werden. Es ist wichtig, sie von anderen Bohnenarten wie der dicken Bohne, Sojabohne oder Feuerbohne zu unterscheiden.
Je nach Wuchsform unterscheidet man zwischen Busch- und Stangenbohnen. Buschbohnen sind einjährige Pflanzen, die eine Höhe von maximal 60 Zentimetern erreichen. Stangenbohnen hingegen können sich an Stützen bis zu vier Meter hoch winden, ihr Wuchs erfolgt gegen den Uhrzeigersinn. Beide Arten bilden dreizählige Blätter und meist selbstbestäubende, ein bis zwei Zentimeter große Blüten in Trauben. Ein besonderes Merkmal von Bohnenpflanzen sind die stickstoffbindenden Bakterien in ihren Wurzeln. Diese Fähigkeit ermöglicht es der Pflanze, Stickstoff aus der Luft zu nutzen, was sie unabhängig von einer ausreichenden Stickstoffversorgung im Boden macht.
Saison und Lagerung: Frische und Haltbarkeit
Die Haupterntezeit für heimische Grüne Bohnen im Freiland erstreckt sich von Anfang Juni bis Oktober. Außerhalb dieser Saison sind sie jedoch ganzjährig verfügbar, sei es als Tiefkühlware, in Konserven oder als Frischware aus Gewächshäusern. Importiert werden Bohnen während der deutschen Nebensaison oft aus Spanien, Italien, Ägypten, Kenia und Marokko.
Frische Grüne Bohnen sollten idealerweise innerhalb von ein bis zwei Tagen verzehrt werden, da sie sonst im Kühlschrank schnell mehlig und bitter werden können. Wer sie länger aufbewahren möchte, kann sie kurz blanchieren und anschließend kühl lagern. Eine hervorragende Methode zur langfristigen Konservierung ist das Einfrieren: Dazu werden die Bohnen geputzt, gewaschen, für drei bis fünf Minuten blanchiert, abgeschreckt und nach dem Abkühlen eingefroren.
Tipps zur Zubereitung: Kochen ist entscheidend
Bevor Grüne Bohnen zubereitet werden, sollten sie gewaschen und die Enden entfernt werden. Bei größeren Exemplaren ist es ratsam, die zähen Fäden zu entfernen. Ein einfacher Trick verrät die Frische der Bohne: Frische Bohnen lassen sich leicht brechen und knacken dabei hörbar.
Wie bereits erwähnt, ist das Kochen unerlässlich, um die im rohen Zustand enthaltenen Lektine unschädlich zu machen. Um die Bohnen schön knackig zu halten, empfiehlt es sich, sie nach dem Kochen abzuseißen und mit kaltem Wasser abzuschrecken. Grüne Bohnen eignen sich hervorragend als Beilage zu Fleisch- oder Lammgerichten und sind eine Bereicherung für herzhafte Sommergemüseeintöpfe.
Hier sind einige leckere Rezeptideen mit Grünen Bohnen:
- Rinderfilet auf Bohnen und Rosmarinkartoffeln
- Bohnen-Salat mit Wildenten-Brust
- Bunter Bohnen-Topf mit Huhn
- Kartoffelpfanne mit Bohnen und Garnelen
- Fenchel-Bohnen-Pasta mit Feta
- Bohnensalat mit Sardellen und Zwiebeln
- Stangenbohnen mit Salbei
- Rote Bete aus dem Wok mit Stangenbohnen und Feta
- Pasta mit Bohnen-Sugo
Nährwerttabelle: Grüne Bohnen (pro 100 Gramm)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Energie (kcal) | 37 |
| Fett (g) | Spuren |
| Kohlenhydrate (g) | 5 |
| Kalium (mg) | 225 |
| Kalzium (mg) | 65 |
| Magnesium (mg) | 25 |
| Phosphat (mg) | 35 |
| Eisen (mg) | 0,7 |
| Zink (mg) | 0,3 |
| Beta-Carotin (µg) | 320 |
| Vitamin E (mg) | 0,1 |
| Vitamin B1 (mg) | 0,08 |
| Vitamin B2 (mg) | 0,11 |
| Vitamin B6 (mg) | 0,26 |
| Folsäure (µg) | 55 |
| Vitamin C (mg) | 20 |
Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle
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