Antivirus-Tests verstehen: Die Methodik von AV-Comparatives

In einer zunehmend vernetzten Welt ist der Schutz unserer digitalen Geräte unerlässlich. Virenscanner spielen dabei eine zentrale Rolle, doch wie können wir ihre Wirksamkeit objektiv beurteilen? Hier kommen unabhängige Testlabore wie AV-Comparatives ins Spiel, die mit aufwendigen Methoden die Schutzleistung von Antivirus-Software auf Herz und Nieren prüfen. Ihre umfassenden Virenscanner Test-Verfahren bieten eine verlässliche Grundlage für Verbraucherentscheidungen und helfen dabei, die beste antivirensoftware 2022 zu identifizieren.

Die detaillierten Testläufe von AV-Comparatives sind darauf ausgelegt, reale Bedrohungsszenarien so präzise wie möglich nachzubilden. Es geht nicht nur darum, ob ein Schädling erkannt wird, sondern wie robust die Software unter Alltagsbedingungen agiert und welche Schutztechnologien dabei zum Einsatz kommen.

Der Kern der Bewertung: Der Real-World-Schutztest

Der wohl wichtigste und aufwendigste Test ist der Real-World-Test. Hierbei wird nicht bewertet, welche spezifische Schutztechnik – sei es eine klassische Signatur, eine Heuristik oder eine Reputationsabfrage in der Cloud – die Angriffe abwehrt. Entscheidend ist einzig und allein, dass am Ende keine Infektion auf dem getesteten System stattfindet. Dieser Test konzentriert sich ausschließlich auf Angriffe, die von außen, primär über das Internet, auf das System treffen.

Um maximale Chancengleichheit zu gewährleisten, läuft jeder Virenscanner im Test auf einem dedizierten Windows-System, das stets mit allen aktuellen Updates versorgt ist. Vor jedem Testdurchlauf wird zudem ein manuelles Update für jeden Virenscanner angestoßen. Die Software wird in ihrer Standardkonfiguration betrieben und hat selbstverständlich vollen Internetzugriff, um alle Online-Funktionen nutzen zu können. Ein spezielles Skript startet die Tests parallel auf allen Maschinen, während eine ausgeklügelte Monitoring-Software sämtliche Veränderungen am System protokolliert, um eine potenzielle Infektion zweifelsfrei festzustellen und die test anti viren software so aussagekräftig wie möglich zu machen.

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Ergänzung zum Echtzeitschutz: Der Malware-Protection-Test

Als Ergänzung zum Real-World-Test, der sich auf den Infektionsvektor Internet konzentriert, wird zusätzlich ein sogenannter Malware-Protection-Test durchgeführt. Dieser klassische Massentest nutzt Tausende von Malware-Samples, die auf einer Festplatte gespeichert sind. In der Praxis können solche Schädlinge beispielsweise über einen USB-Stick oder eine externe Festplatte auf das System gelangen. Während der Virenscanner in diesem Szenario nicht verhindern kann, dass die Malware auf das System kommt, muss er diese spätestens bei einem Scan erkennen und unschädlich machen. Gerade für Nutzer, die eine beste kostenlose antivirensoftware windows 10 suchen, sind die Ergebnisse dieses Tests relevant, da auch kostenlose Lösungen hier ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen müssen.

Im Vergleich zum Real-World-Test macht der Malware-Protection-Test nur 20 Prozent der gesamten Schutznote aus und ist somit von geringerer Gewichtung. Er unterteilt sich in drei spezifische Fälle:

Drei Szenarien im Malware-Protection-Test

  1. Der Offline-Scan: Im ersten Szenario dürfen die Virenscanner keine aktive Internetverbindung nutzen. Dies simuliert eine Situation, in der keine Online-Verbindung verfügbar ist oder die Server des Antivirus-Anbieters temporär nicht erreichbar sind. Diese Gegebenheiten können in der Praxis durchaus vorkommen und sind entscheidend für die Bewertung eines günstiger virenschutz für pc oder Premium-Produkts, wenn keine Cloud-Anbindung besteht.
  2. Der Online-Scan (passive Malware): Im zweiten Fall dürfen die Virenscanner ihre Online-Funktionen vollumfänglich nutzen. Bis zu diesem Zeitpunkt liegen die Schädlinge jedoch noch passiv auf dem System, werden also nicht aktiv ausgeführt.
  3. Die Ausführung der Malware: Im dritten und letzten Fall werden die Malware-Samples von den Testern aktiv ausgeführt. Spätestens in diesem Stadium müssen die getesteten Virenscanner die Bedrohung erkennen und effektiv stoppen, um eine Infektion des Systems zu verhindern.
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Die Herausforderung der Fehlalarme (False Positives)

Ein optimaler Virenscanner zeichnet sich nicht nur durch eine hohe Erkennungsrate aus, sondern auch dadurch, dass er sich unaufdringlich im Hintergrund hält und den Nutzer nicht unnötig mit Fehlermeldungen oder Abfragen belästigt. Fehlalarme, auch False Positives genannt, können bei Anwendern große Verunsicherung hervorrufen und im schlimmsten Fall dazu führen, dass wichtige, harmlose Programme fälschlicherweise blockiert werden. Leider sind Fehlalarme im Rahmen der Virenscanner-Tests alltäglich. Auch in dieser Disziplin, die mit 20 Prozent in die Gesamtwertung einfließt, ist kein Virenscanner perfekt; bei jedem schleichen sich gelegentlich Falschmeldungen ein. Dies gilt sowohl für Desktop-Lösungen als auch für eine test antivirensoftware android, wo Fehlalarme ebenfalls kritisch sein können.

Wie Fehlalarme gemessen werden

Beim Real-World-Test treten sogenannte False Positives in zwei Hauptbereichen auf: bei fälschlicherweise blockierten Webseiten und Dateien. Um dies zu messen, werden mit den installierten Virenscannern rund 1.000 saubere und absolut harmlose Webadressen besucht. Wird eine dieser Seiten vom Virenscanner blockiert, zählt dies als Fehlalarm. Zusätzlich werden etwa 100 populäre, zweifellos sichere Programme getestet, die keinerlei schädliche Funktion besitzen. Schlägt ein Virenscanner bei einem dieser Programme Alarm, wird auch dies als False Positive gewertet.

Die akribischen Testmethoden von AV-Comparatives bieten eine unverzichtbare Grundlage, um die wahre Leistungsfähigkeit von Virenscannern zu bewerten. Sie ermöglichen es Nutzern, informierte Entscheidungen zu treffen und einen umfassenden Schutz für ihre digitalen Welten zu gewährleisten. Informieren Sie sich stets über aktuelle Testergebnisse, um auf der sicheren Seite zu sein.