Sport als Brücke: Integration und Antirassismus in Deutschland

Staatsministerin Reem Alabali-Radovan, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie für Antirassismus, besuchte kürzlich den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Im Zentrum der Gespräche mit DOSB-Vorstandsvorsitzendem Torsten Burmester, Christina Gassner, Geschäftsführerin der Deutschen Sportjugend, und DFB-Vizepräsidentin Celia Šašić stand die wichtige Rolle des Sports bei der Integration durch Sport in Deutschland, insbesondere für Geflüchtete aus der Ukraine, sowie der gemeinsame Kampf gegen Rassismus. Dieses Engagement unterstreicht die tief verwurzelte Überzeugung, dass der Sport ein essenzieller Pfeiler für sozialen Zusammenhalt und eine lebendige Willkommenskultur ist.

Für die Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen mussten, geht es zunächst um sichere Zuflucht und die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr. Doch Deutschland setzt sich auch für ein gutes Ankommen ein, das über die grundlegende Versorgung hinausgeht. Es umfasst die Integration in den Arbeitsmarkt, Kindertagesstätten und Schulen – und nicht zuletzt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, beispielhaft in unseren Sportvereinen. Staatsministerin Alabali-Radovan äußerte sich erfreut über das starke Engagement von DOSB, DFB und zahlreichen Vereinen bundesweit, die sich für Menschen mit Flucht- oder Einwanderungsgeschichte einsetzen. Millionen von Vereinsmitgliedern und Engagierten zeigen tagtäglich, was Integration bedeutet: Sie schaffen eine offene Willkommenskultur und positionieren sich klar gegen Hass und Rassismus.

Das Engagement des deutschen Sports für gesellschaftliche Teilhabe

Der organisierte Sport in Deutschland hat sich in der Vergangenheit als unverzichtbarer Akteur bei der Integration von Geflüchteten erwiesen. Mit seinen rund 90.000 Sportvereinen bietet er eine einzigartige Infrastruktur für Begegnung und soziale Eingliederung. Diese Rolle wird durch Programme wie das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ des DOSB und das von der Bundesbeauftragten geförderte Projekt „Willkommen im Sport“ aktiv unterstützt und gefestigt. Torsten Burmester, der Vorstandsvorsitzende des DOSB, betonte die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung, um sowohl die aktuellen Geflüchteten aus der Ukraine als auch jene, die in den vergangenen Jahren ins Land kamen oder zukünftig kommen werden, erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren. Der Sport werde dabei seiner Verantwortung gerecht und bringe seine Expertise voll ein. Für die Zukunft sei jedoch eine längerfristige Förderung solcher Integrationsprojekte entscheidend, um die volle integrative Kraft des Sports nachhaltig entfalten zu können.

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Die Bekämpfung von Rassismus ist ein weiteres zentrales Anliegen im Sport. Christina Gassner, Geschäftsführerin der Deutschen Sportjugend (dsj), begrüßte die erstmalige Einrichtung einer Beauftragten für Antirassismus in der Bundesregierung. Dies stärke die langjährige Arbeit der dsj als zivilgesellschaftliche Akteurin in diesem wichtigen Themenfeld erheblich. Um Antirassismus tief in der gesamten Sportstruktur zu verankern, forderte sie die Verstetigung bestehender Bundesprogramme, eine langfristige Förderperspektive sowie die Einrichtung einer vom Bund finanzierten Stabsstelle für „Demokratiestärkung und Politische Bildung im Sport“.

Gerade in Krisenzeiten zeigt sich die verbindende Kraft des Sports. Celia Šašić, Vizepräsidentin für Gleichstellung und Diversität des DFB, hob hervor, dass der deutsche Fußball die aus der Ukraine geflüchteten Menschen herzlich willkommen heißt. Während Fußball in diesen Zeiten nicht das Wichtigste sei, könne er doch dazu beitragen, dass sich Menschen ohne viele Worte aufgehoben und zu Hause fühlen. Der Fußball besitzt die einzigartige Fähigkeit, Menschen zu verbinden und ein Gefühl der Gemeinschaft zu schaffen, eine Rolle, die er in Deutschland gerade jetzt mit großer Ernsthaftigkeit wahrnimmt.

„Willkommen im Sport“: Ein Erfolgsmodell der Integration

Das Projekt „Willkommen im Sport“ wird seit 2015 vom DOSB erfolgreich umgesetzt und maßgeblich von der Integrationsbeauftragten gefördert. Es ist ein Paradebeispiel für gelungene Flüchtlingsintegration Deutschland durch Bewegung und Begegnung. Aktuell beteiligen sich acht Landessportbünde und -sportjugenden, zwei Sportfachverbände sowie über 100 Vereine an diesem Netzwerk. Sie bieten eine Vielzahl an Sport- und Bewegungsangeboten in unterschiedlichen Disziplinen an, die von einfachen Freizeitaktivitäten bis hin zu spezifischen Sportarten wie dem Erwerb des [sportabzeichen schwimmen](https://shocknaue.com/sportabzeichen-schwimmen/) reichen. Darüber hinaus werden vielfältige Bildungs- und Qualifizierungsangebote bereitgestellt, um die Teilhabe der Geflüchteten zu fördern.

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Diese Angebote richten sich an alle Geflüchteten, unabhängig von ihrer Bleibeperspektive oder ihrem Herkunftsland. Das übergeordnete Ziel ist es, geflüchtete Frauen, Männer und Kinder im Sinne einer gelebten Willkommenskultur an Sport- und Bewegungsangebote heranzuführen und dabei wertvolle Kontakte zur deutschen Aufnahmegesellschaft herzustellen. Das Projekt fördert zudem aktiv das ehrenamtliche Engagement von Geflüchteten und unterstützt sie in ihrem Empowerment und ihrer vollständigen Teilhabe an unserer Gesellschaft. Eine weitere Möglichkeit, sich zu engagieren und Gemeinschaft zu erleben, bietet beispielsweise das [team turnen](https://shocknaue.com/team-turnen/), das den Zusammenhalt und das gemeinsame Erreichen von Zielen stärkt.

Ein konkretes Beispiel für die Wirksamkeit des Projekts ist der Besuch von Staatsministerin Alabali-Radovan beim Boxtraining des FC International Korbach. An diesem Training nehmen Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte gemeinsam teil, was die integrative Kraft des Sports eindrucksvoll unter Beweis stellt. Der Verein wird bereits seit 2015 im Rahmen von „Willkommen im Sport“ vom DOSB gefördert und zeigt, wie Sportstätten zu Orten der Inklusion und des gegenseitigen Verständnisses werden können.

Fazit: Die unverzichtbare Rolle des Sports für ein vereintes Deutschland

Die Gespräche mit Staatsministerin Reem Alabali-Radovan und den führenden Vertretern des deutschen Sports unterstreichen die unverzichtbare Rolle, die Sportorganisationen und -vereine bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen spielen. Sei es die Integration von Geflüchteten, der Kampf gegen Rassismus oder die Förderung von Teilhabe und sozialem Zusammenhalt – der Sport agiert als starke Brücke zwischen Menschen und Kulturen. Die bestehenden Programme wie „Integration durch Sport“ und „Willkommen im Sport“ sind entscheidende Säulen dieser Arbeit. Es ist von größter Bedeutung, diese Initiativen langfristig zu sichern und weiter auszubauen, um die Potenziale des Sports für eine offene, vielfältige und gerechte Gesellschaft voll ausschöpfen zu können. Wir rufen alle dazu auf, sich weiterhin aktiv an diesen Bemühungen zu beteiligen und so einen wichtigen Beitrag zur Stärkung unserer Gesellschaft zu leisten.

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