Hallescher FC Waldhof Mannheim: Herber Rückschlag im 3. Liga Abstiegskampf

Der Hallesche FC musste am Freitagabend einen empfindlichen Dämpfer im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga hinnehmen. Im wichtigen Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim, angeführt vom ehemaligen HFC-Stürmer Terrence Boyd, unterlag Halle deutlich mit 1:4. Dieser Rückschlag vor heimischem Publikum, ausgerechnet am 58. Vereinsgeburtstag des HFC, lässt den Vorsprung auf die Gäste auf lediglich einen Zähler schmelzen. Die zuvor im Jahr 2024 errungenen zwei Siege des HFC wurden durch diese Niederlage überschattet, während Waldhof Mannheim wichtige Punkte im Abstiegskampf sammeln konnte.

Waldhof Mannheim dominiert: Boyds Doppelpack und weitere Treffer

Die Partie im Leuna-Chemie-Stadion begann mit einer Phase des Abtastens, unterbrochen von kurzen Unterbrechungen aufgrund von Nebel, der durch Pyrotechnik der Fans entstand. Die Stimmung, getragen von den Feierlichkeiten zum Vereinsjubiläum, konnte die Hausherren jedoch nicht lange beflügeln. Es war ausgerechnet Terrence Boyd, der in der 25. Minute die Führung für die Gäste aus Mannheim erzielte. Nach einem Zuspiel von Gouras verwandelte der Ex-Hallenser Boyd souverän aus kurzer Distanz, verzichtete jedoch aus Respekt vor seinem ehemaligen Verein auf einen Jubel.

Der HFC versuchte zwar, ins Spiel zurückzufinden, agierte jedoch oft zu umständlich und es fehlte die nötige Durchschlagskraft. Torschüsse wie der von Hug ans Außennetz (19.) oder Behrendt aus der Distanz (38.) brachten nicht den gewünschten Erfolg. Dominic Baumann, Halles Top-Torschütze, blieb in der ersten Halbzeit weitestgehend wirkungslos. Die Gäste aus Mannheim, die bis dato das schlechteste Auswärtsteam der Liga waren, zeigten sich hingegen äußerst effizient.

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Nach dem Seitenwechsel legte Waldhof Mannheim nach. In der 48. Minute erhöhte Joker Hawkins, der zur Halbzeit für Gouras eingewechselt wurde, auf 0:2. Von rechts kommend, nagelte er den Ball aus zwölf Metern in den rechten Winkel, chancenlos für HFC-Torwart Philipp Schulze. Dieser Doppelschlag schien den Halleschen FC schwer zu treffen. Nur wenige Minuten später, in der 66. Minute, war es erneut Terrence Boyd, der nach Zuspiel von Bolay zum 0:3 traf und damit seinen zweiten Treffer des Abends markierte. Der gebürtige Leipziger Friedolin Wagner setzte dem Ganzen nur zwei Minuten später (68.) die Krone auf. Nach einem Hackentrick von Hawkins schob Wagner den Ball ins linke Eck, wobei Philipp Schulze hier ebenfalls nicht glücklich aussah.

Späte Reaktion und Kontroversen

Trotz des hohen Rückstands gab der Hallesche FC nicht auf. Trainer Sreto Ristic reagierte mit mehreren Wechseln, um neue Impulse zu setzen. Berko und Nietfeld kamen in der 52. Minute für Bonga und Halimi ins Spiel. Halle erarbeitete sich eine Druckphase und einen Elfmeter in der 84. Minute. Karbstein sah nach einer Notbremse an Eitschberger die Rote Karte, da er eine hundertprozentige Torchance vereitelt hatte. Kapitän Jonas Nietfeld trat an und verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:4-Ehrentreffer (85.). Dies war jedoch nur noch Ergebniskosmetik. In der Nachspielzeit hatte Deniz noch eine Freistoßchance, setzte den Ball aber über das Tor. Niklas Landgraf musste zudem das Feld mit Schulterproblemen verlassen, was weitere Sorgen für den HFC bedeutet.

Stimmen zum Spiel: Frust und die Suche nach Erklärungen

Nach dem Spiel zeigten sich die Verantwortlichen des Halleschen FC enttäuscht. Trainer Sreto Ristic sprach über die Effizienz der Ex-Hallenser, die gegen den HFC immer wieder treffen, und kritisierte die eigene, zu umständliche Spielweise. Er erwähnte zudem die potenzielle Verletzung von Niklas Landgraf als weitere schlechte Nachricht.

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Kapitän Jonas Nietfeld fand nach der Niederlage deutliche Worte: “Wir waren heute nicht mit 100 Prozent auf dem Platz.” Diese Aussage unterstreicht die mangelnde Intensität, die dem Team an diesem wichtigen Abend fehlte. Terrence Boyd kommentierte seinen Doppelpack mit einem knappen “Ich kann es mir nicht aussuchen”, was seine zwiespältige Gefühlslage zwischen Treffern und Respekt vor seinem ehemaligen Verein widerspiegelte.

Ausblick im Abstiegskampf der 3. Liga

Die Niederlage ist ein herber Rückschlag für den Halleschen FC im Bestreben, sich von der Abstiegszone abzusetzen. Der Vorsprung auf den SV Waldhof Mannheim, der nun punktgleich auf einem direkten Abstiegsplatz steht, schrumpfte auf einen Zähler. Die Euphorie der beiden Auftaktsiege im neuen Jahr ist damit vorerst verflogen. Für den HFC wird es entscheidend sein, aus dieser Partie die richtigen Lehren zu ziehen und sich schnell zu rehabilitieren, um den Druck im intensiven Abstiegskampf der 3. Liga standzuhalten.

Der Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga bleibt spannend und unvorhersehbar. Jedes Spiel zählt, wie auch das Duell elversberg gegen rwe zeigte, bei dem es ebenfalls um wichtige Punkte ging. Beide Mannschaften müssen nun ihre Strategien überdenken und sich auf die kommenden Herausforderungen vorbereiten, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen.