Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine hochansteckende Virusinfektion, die primär Kinder unter zehn Jahren betrifft, aber auch Erwachsene und ältere Kinder infizieren kann. Hauptsächlich tritt die Krankheit im Spätsommer und Herbst auf. Entgegen mancher Annahmen ist die HFMK nicht auf Haustiere übertragbar. Dieser Artikel beleuchtet umfassend die Symptomatik, Übertragungswege und Behandlungsmöglichkeiten der Hand-Fuß-Mund-Krankheit, insbesondere bei Erwachsenen.
Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die HFMK wird durch Viren aus der Gruppe der Enteroviren A verursacht, darunter Coxsackie-Viren (Serotypen A2-A8, A10, A12, A16), Enterovirus A71 (EV-A71) und neuere Varianten. Gelegentlich wird die Krankheit auch als Hand-Fuß-Mund-Exanthem, Falsche Maul- und Klauenseuche oder Coxsackievirus-Krankheit bezeichnet. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome, beträgt typischerweise drei bis zehn Tage.
Typische Symptome und deren Verlauf
Bei einem klassischen Krankheitsverlauf beginnt die HFMK oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Appetitlosigkeit und Halsschmerzen. Ein bis zwei Tage nach Fieberbeginn bilden sich schmerzhafte Bläschen und Aphthen im Mundraum, die sich auf Zunge, Zahnfleisch und Gaumen ausbreiten können, seltener jedoch die Lippen betreffen. Kurz darauf oder zeitgleich tritt ein Hautausschlag auf, der sich meist an den Handinnenflächen, Zehen, Fußsohlen, Fersen und am Gesäß manifestiert. Dieser Ausschlag kann mit starkem Juckreiz oder einem spannenden Hautgefühl einhergehen. Die Bläschen heilen in der Regel innerhalb von acht bis zwölf Tagen ab. In manchen Fällen können Nägel abfallen, wachsen jedoch wieder nach.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit bei Erwachsenen: Unspezifische und schwere Verläufe
Erwachsene und ältere Kinder zeigen oft nur milde oder gar keine Symptome (asymptomatische Verläufe), sind aber dennoch ansteckend. Über 80 Prozent der Infizierten bleiben symptomfrei. Eine besondere Variante, vermutlich ausgelöst durch Coxsackie-Virus A6, kann jedoch zu untypisch schweren Verläufen führen. Diese äußern sich in hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie starker Abgeschlagenheit. Charakteristisch hierbei ist, dass primär Hand- und Fußrücken, Unterarme und -schenkel sowie der Rumpf betroffen sind. Im Gegensatz zur klassischen Form sind dann eher Geschwüre und Krusten auf der Haut zu beobachten, während die Mundschleimhaut seltener Läsionen aufweist. Bei Auftreten starker Symptome bei Erwachsenen ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Ein PCR-Test kann Klarheit über die Ursache verschaffen. In den meisten Fällen verläuft die HFMK mild und erfordert keine ärztliche Behandlung, wobei eine Genesung innerhalb von fünf bis sieben Tagen erwartet werden kann.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft verlaufen die Symptome der HFMK meist mild und stellen für das ungeborene Kind in der Regel keine Gefahr dar. Eine Übertragung des Virus auf das Neugeborene ist jedoch möglich, wenn sich die Mutter kurz vor oder während der Geburt infiziert. In seltenen Fällen kann dies zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod des Säuglings führen. Schwangere, insbesondere solche mit Säuglingen, sollten daher besonderen Wert auf den Schutz vor einer Ansteckung legen, um eine Übertragung zu vermeiden. Das Ansteckungsrisiko für Neugeborene ist in den ersten beiden Lebenswochen am höchsten, die meisten zeigen jedoch auch dann einen milden Krankheitsverlauf.
Ansteckung und Übertragung der HFMK
Die Viren, die HFMK verursachen, werden hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) übertragen. Auch eine direkte Übertragung über Speichel, Sekret aus den Bläschen und Stuhl ist möglich. Erwachsene können sich auch durch kontaminierte Gegenstände oder Oberflächen infizieren, die mit Speichel oder Stuhl einer infizierten Person in Berührung kamen. Personen ohne Symptome sind ebenfalls ansteckend.
Ansteckungsdauer und Wiederansteckung
Die höchste Ansteckungsgefahr besteht in der ersten Krankheitswoche, insbesondere durch den Kontakt mit den Bläschen. Die Viren können jedoch auch nach Abklingen der Symptome noch über mehrere Wochen im Stuhl ausgeschieden werden, was eine längerfristige Ansteckungsfähigkeit bedeutet. Sorgfältiges Händewaschen, vor allem nach dem Wickeln eines infizierten Säuglings, ist essenziell zur Risikominimierung. Erwachsene und Kinder können sich mehrmals im Leben mit HFMK infizieren, da verschiedene Virustypen die Krankheit auslösen können und eine Immunität nur gegen den spezifischen Erreger besteht, mit dem man sich infiziert hat.
Rückkehr zur Arbeit und Arbeitsunfähigkeit
Bei den ersten Symptomen einer HFMK sollten Erwachsene ärztlichen Rat einholen und sich gegebenenfalls krankschreiben lassen. Während der Krankschreibung ist es ratsam, zu Hause zu bleiben, um eine Weiterverbreitung der Viren zu verhindern. Sobald das Fieber abgeklungen ist und alle Bläschen verheilt oder eingetrocknet sind, ist eine Rückkehr zum Arbeitsplatz oder zu Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas wieder möglich. Auch bei asymptomatischen Verläufen ist eine Rückkehr zur Arbeit in der Regel nach etwa einer Woche gestattet, meist ohne ärztliches Attest.
Meldepflicht und Schutzmaßnahmen für Eltern
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit unterliegt in Deutschland generell keiner bundesweiten Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG), mit Ausnahme des Bundeslandes Sachsen, wo eine Meldepflicht für Infektionen mit Enterovirus species besteht. Eltern erkrankter Kinder dürfen grundsätzlich weiterarbeiten gehen. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt bei engem Kontakt mit Erkrankten, auf eine gute Händehygiene zu achten und den direkten Kontakt wie Küssen, Umarmen oder das Teilen von Besteck und Gläsern zu vermeiden.
Behandlung und Linderung von Symptomen
Eine spezifische medikamentöse Behandlung für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit existiert nicht, da Antibiotika bei Virusinfektionen wirkungslos sind. Die Heilung kann nicht beschleunigt werden. Zur Linderung der Symptome können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Schmerzhafte Bläschen im Mund: Schmerzstillende Mundgele, Mundspülungen oder Sprays mit Wirkstoffen wie Chlorhexidin oder Lidocain können Linderung verschaffen. Gekühlte Tees (Kamille, Salbei) können ebenfalls beruhigend wirken.
- Juckende Bläschen an Händen und Füßen: Austrocknende Salben mit Gerbstoffen können den Juckreiz lindern.
- Fieber: Fiebersenkende Medikamente oder Hausmittel wie Wadenwickel können eingesetzt werden.
Ernährung bei Mundbläschen
Bei schmerzhaften Bläschen im Mund empfiehlt sich eine Ernährung mit kühlen und weichen Speisen. Scharfe, heiße oder säurehaltige Lebensmittel und Getränke sowie hartkantige Nahrungsmittel wie Knäckebrot sollten gemieden werden, um die Aphthen nicht weiter zu reizen. Bei Schmerzen beim Trinken kann ein Strohhalm hilfreich sein.
Quellen:
- Elke Oberhofer im Magazin “HautinForm” (verlinkt mit pmc.ncbi.nlm.nih.gov)
- Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK), RKI-Ratgeber (www.rki.de)
- Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Erregersteckbrief von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.infektionsschutz.de)
