Rotkohl mit Apfel: Was steckt wirklich drin und welcher schmeckt am besten?

Rund 120.000 Tonnen Rotkohl werden jährlich in Deutschland geerntet. Ein großer Teil davon findet als Apfelrotkohl seinen Weg auf unsere Teller – sei es frisch zubereitet, aus dem Glas oder tiefgekühlt. Doch wie schneiden die beliebten Fertigprodukte in puncto Geschmack und Inhaltsstoffe ab? Wir haben sechs verschiedene Apfelrotkohl-Varianten einem umfassenden Test unterzogen, von der Sensorik bis zur Laboranalyse.

Unsere Testprodukte im Überblick

Für unseren Test haben wir sechs unterschiedliche Apfelrotkohl-Produkte aus dem Handel ausgewählt:

  • Kühne Apfelrotkohl mit Apfelstückchen (Glas)
  • Mildessa Apfelrotkohl von Hengstenberg (Glas)
  • HAK Rotkohl mit Apfelstückchen (Glas)
  • Iglo Apfelrotkohl (Tiefkühl)
  • Rewe Beste Wahl Apfelrotkohl (Tiefkühl)
  • Edeka Herzstücke Apfelrotkohl (Tiefkühl)

Die Preise variierten dabei zwischen 3,52 Euro und 5,31 Euro pro Kilogramm.

Die Sensorik-Experten: Unsere Tester

Gärtnermeisterin Margarete Ribbecke und Küchenchef Tobias Knops nahmen sich der sechs Apfelrotkohl-Produkte an. Bevor die eigentliche Verkostung begann, wurde der Rotkohl aus den Verpackungen genommen und ohne Herstellerangaben zubereitet. Für die beiden Experten sind bei einem perfekten Rotkohl vor allem folgende Kriterien entscheidend:

  • Eine knackige Struktur
  • Ein ausgewogenes Verhältnis von Süße und Säure
  • Harmonisch abgestimmte Gewürze (wie Zimt und Nelke)
  • Ein schöner, seidiger Glanz
  • Ein ansprechendes, leuchtendes Erscheinungsbild auf dem Teller
  • Und natürlich: ein köstlicher Geschmack!

Die Geschmacksprobe: Wer überzeugt am Gaumen?

Die Ergebnisse der Geschmacksprobe zeigten deutliche Unterschiede zwischen den Produkten:

Der Apfelrotkohl von Kühne (Glas) überzeugte mit einer guten Struktur und Konsistenz, wurde jedoch als stark essiglastig empfunden. Apfelgeschmack und Gewürze waren kaum wahrnehmbar.

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Mildessa “Genießer Rotkohl” von Hengstenberg (Glas) schnitt ähnlich ab: Trotz der Bezeichnung als „fertig zubereitet und gewürzt“ fehlten auch hier Apfelstückchen und Gewürze. Die Tester bemängelten einen grob geschnittenen Rotkohl mit einer dominanten Essignote.

Der Rotkohl mit Apfelstückchen von HAK (Glas) wurde als zu neutral im Geschmack beschrieben. Die Konsistenz gefiel nicht, und es fehlte sowohl an Essig als auch an Apfelgeschmack.

Der tiefgekühlte Apfelrotkohl von Iglo, der teuerste im Test, hinterließ bei den Testern einen matschigen Eindruck. Zwar schmeckte er nach Gewürzen, doch die Konsistenz war für die Experten nicht servierfähig.

Rewe Beste Wahl (Tiefkühl) fiel durch besonders große Pellets auf, die eine längere Aufwärmzeit erforderten. Die Farbe wurde als auffallend lila beschrieben, und es waren viele Apfelstücke enthalten. Geschmacklich wurde er jedoch als langweilig eingestuft, ohne klare Rotkohl- oder Apfelnote.

Auch Edeka Herzstücke (Tiefkühl) hinterließ einen matschigen Gesamteindruck mit unangenehmer Konsistenz. Die Apfelstückchen lösten sich im Mund auf und trugen wenig zum Geschmack bei.

Insgesamt zeigten sich die Tester von den tiefgekühlten Varianten enttäuscht. Die Konsistenz wurde durchweg als zu matschig bemängelt, oft begleitet von einer unnatürlichen Farbe und zu wenig Apfelgeschmack. Die Glaskonserven schnitten in puncto Struktur und Konsistenz besser ab, litten aber entweder unter zu viel Säure oder Süße. Die Experten waren sich einig: Jedes Produkt hätte eine Nachbesserung mit Zucker, Gewürzen und Apfel – oder im Fall von HAK mit Essig, Gewürzen und Apfel – vertragen können.

Der Testsieger – mit Vorbehalt

Wenn eine Wahl getroffen werden musste, fiel sie auf den Apfelrotkohl von Kühne. Dieses Produkt bot den schönsten Glanz, eine gute Struktur und ließ sich mit wenigen Handgriffen aufwerten. Zudem war er schnell erwärmt. Dennoch bleibt festzuhalten, dass auch hier Nachbesserungsbedarf bestand.

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Die Laborergebnisse: Was steckt wirklich im Apfelrotkohl?

Ernährungswissenschaftlerin Antonia Brandstädter von der Verbraucherzentrale gab nach Auswertung der Laborergebnisse Entwarnung: Alle getesteten Produkte seien unbedenklich und wiesen keine Belastungen mit Nitrat, Pestiziden oder Schwermetallen auf.

Ein signifikanter Punkt war jedoch der stark schwankende Salzgehalt. Mit bis zu 1,2 Gramm Salz pro 100 Gramm kann die empfohlene Tageshöchstdosis schnell überschritten werden. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, auch bei Fertigprodukten auf die Zutatenliste und Nährwertangaben zu achten.

Insgesamt zeigt der Test, dass Verbraucher zwar bedenkenlos zu Apfelrotkohl aus dem Glas oder der Tiefkühltruhe greifen können, geschmacklich jedoch oft Abstriche gemacht werden müssen oder eine eigene Zubereitung die bessere Alternative darstellt.