Borussia Dortmund sicherte sich einen hart erkämpften 1:0-Sieg gegen Hannover 96, dank eines späten Treffers von Michy Batshuayi. Dieses Spiel bot nicht nur Spannung, sondern auch mehrere entscheidende Erkenntnisse für die Mannschaft und ihre Fans. Insbesondere die individuelle Leistung einiger Spieler und die fehlende Durchschlagskraft im Angriff standen im Fokus.
Verbesserte individuelle Leistungen
Nach der enttäuschenden Leistung gegen RB Salzburg zeigte sich Borussia Dortmund gegen Hannover 96 deutlich verbessert. Diese Steigerung ist jedoch weniger auf taktische Genialität von Trainer Peter Stöger zurückzuführen, als vielmehr auf die herausragenden Einzelleistungen einiger Akteure.
Michy Batshuayi erzielte das Tor des Monats in der Bundesliga und bewies einmal mehr seine Wichtigkeit für das Team. Seine starke Beteiligung am Spielgeschehen korrelierte, wie so oft, mit einer erhöhten Siegchance für den BVB. Neben Batshuayi überzeugte auch Mahmoud Dahoud im Mittelfeld mit einer soliden Vorstellung. Mario Götze, der zuvor frustriert wirkte, fand gegen Hannover zu alter Stärke zurück und setzte Akzente. Auch André Schürrle und Lukasz Piszczek zeigten eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur vorherigen Partie.
Verunsicherung bei Castro und Schmelzer
Auffällig war jedoch, dass insbesondere die Defensive, und hier allen voran Marcel Schmelzer, weiterhin Defizite aufwies. Der Mannschaftskapitän verlor seine Gegenspieler mehrfach aus den Augen oder war schlichtweg falsch positioniert. Schmelzer wirkte oft orientierungslos, während Raphael Guerreiro auf der Bank saß. Dies wirft die Frage auf, ob ein Wechsel auf der linken Abwehrseite angebracht wäre.
Gonzalo Castro lieferte nach Ansicht vieler Beobachter, und auch laut Statistiken von WhoScored, seine schwächste Leistung im Trikot des BVB ab. Es scheint an der Zeit, dass er seinen Stammplatz verliert. Für die Ansprüche von Borussia Dortmund, die nach wie vor Champions-League-Ambitionen hegen und sich zu den europäischen Top-Klubs zählen, ist eine Weiterentwicklung über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinaus für Castro schwer vorstellbar.
Viele Schüsse, zu wenige Tore
Besonders im Angriff zeigte sich eine Verbesserung in der Spielgestaltung. Dortmund agierte vermehrt über das Zentrum, was maßgeblich am wiedererstarkten Mario Götze und dem verbesserten Spiel von Mahmoud Dahoud lag. Die Kreation von Torchancen funktionierte zeitweise hervorragend.
Der entscheidende Schwachpunkt lag jedoch in der Chancenverwertung. Aus 25 Torschussversuchen, von denen acht das Ziel erreichten, resultierte lediglich ein Tor. Eine Konversionsrate von nur 4% ist alarmierend niedrig.
Dortmund’s Belgian striker Michy Batshuayi reacts during the German first division Bundesliga football match Borussia Dortmund vs Hanover 96, in Dortmund, western Germany, on March 18, 2018. / AFP PHOTO / Patrik STOLLARZ
Es erweckte teilweise den Anschein, als würden einige Spieler ohne klare Absicht auf das Tor schießen. Das einzige Tor fiel zudem nach einer Standardsituation, nicht aus dem Spiel heraus. Die Mannschaft muss sich auf diesen inkonsistenten und unberechenbaren Angriff verlassen, um die Saisonziele, insbesondere die Qualifikation für die Champions League, zu erreichen.
Fehlender “Killerinstinkt” unter Peter Stöger
Man erinnere sich an das beeindruckende 6:1 gegen Mönchengladbach oder die vier Tore gegen Schalke 04 in der ersten Halbzeit des Revierderbys. Unter dem damaligen Trainer Peter Bosz verfolgte der BVB stets das Ziel, den Gegner zu deklassieren und dessen Moral zu brechen.
Die aktuelle Mannschaft unter Peter Stöger zeigt diesen unbedingten Siegeswillen oft nicht. Selbst eine knappe Führung scheint keine Sicherheit zu vermitteln. Vielmehr wirkt es, als würde das Team nach einer Führung inaktiv werden und dem Gegner Möglichkeiten eröffnen. Dieses Phänomen war auch im Spiel gegen Hannover zu beobachten, wo Hannover mehrere Chancen auf den Ausgleich erhielt.
Dieser fehlende “Killerinstinkt”, der unter früheren Trainern vorhanden war, könnte auch die zahlreichen Unentschieden unter Stöger erklären. Um langfristig erfolgreich zu sein und die hoch gesteckten Ziele zu erreichen, muss Borussia Dortmund diesen entscheidenden Mangel beheben.
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