Ferch, ein malerisches Dorf am idyllischen Schwielowsee, ist seit jeher ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende und Naturliebhaber. Im Herzen dieser charmanten Landschaft thront ein Ort, der seit über einem Jahrhundert für exquisite Gastfreundschaft steht: das Hotel & Restaurant „Haus am See“. Seine Geschichte ist eine bewegte Erzählung von Visionen, Herausforderungen und dem unermüdlichen Engagement von Familien, die diesen besonderen Ort zu dem gemacht haben, was er heute ist – ein Leuchtturm der Gastlichkeit am Wasser. Tauchen Sie ein in die reiche Historie dieses Hauses, das Generationen von Gästen empfangen und verwöhnt hat.
Die Anfänge um 1900: Von der Künstlerresidenz zur Pension
Die Wurzeln des heutigen „Haus am See“ reichen bis ins Jahr 1900 zurück. Es war der Kunstmaler Göbel, der damals das Haupthaus inklusive Küchentrakt errichtete – ein Zeugnis seiner kreativen Schaffenskraft und seiner Liebe zu dieser Region. Doch wie so oft im Leben, brachten finanzielle Engpässe eine Wende mit sich. Um Einnahmen zu generieren und seinen Lebensunterhalt zu sichern, traf Göbel eine pragmatische Entscheidung: Er öffnete sein Haus für Gäste und eröffnete eine kleine Pension. Damit legte er unwissentlich den Grundstein für eine lange Tradition der Gastfreundschaft an diesem malerischen Fleckchen Erde. Aus dem Atelier des Künstlers wurde ein Ort der Begegnung und Erholung.
Die Ära Jacobi: Ausbau und Visionen am Seeufer
Einige Zeit später wechselte das „Haus am See“ den Besitzer. Arthur Jacobi erkannte das immense Potenzial des Anwesens und erwarb es von Göbel. Mit Weitsicht und Unternehmergeist begann er kurz darauf mit den ersten umfassenden An- und Umbauten. Jacobi war ein Visionär: Er ließ geräumige Hallen errichten, die den Gästen auch an Regentagen als Rückzugsort dienten, und schuf ein Sommerrestaurant mit einer großzügigen Terrasse direkt am Ufer des Schwielowsees. Sein Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der Urlaubern und Einheimischen gleichermaßen eine Oase der Entspannung und des Genusses bietet. Unter seiner Leitung etablierte sich das Haus als beliebte Adresse. Ein besonderes Vertrauensverhältnis pflegte Jacobi zu seinem treuen Koch, Herrn Schulze, der über viele Sommer hinweg die kulinarischen Geschicke des Hauses lenkte. Aus Dankbarkeit für dessen unermüdlichen Einsatz und seine Kochkünste schenkte Jacobi ihm später die Gaststätte – ein außergewöhnlicher Akt der Wertschätzung und ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Hauses.
Kontinuität und Herausforderungen: Schulze, Familie Wilke und die DDR-Zeit
Herr Schulze führte die Gaststätte mit derselben Hingabe fort, die er schon als Koch gezeigt hatte. Über Jahrzehnte hinweg war er das Herz und die Seele des „Haus am See“. Im Jahr 1970, im Alter von 65 Jahren, begann er sich nach einem würdigen Nachfolger umzusehen, um sein Lebenswerk in gute Hände zu übergeben.
Zu dieser Zeit betrat Frau Wilke zum ersten Mal das „Haus am See“ – als Gast. Sie verliebte sich sofort in den Ort und seine Atmosphäre. Als sie von den Verkaufsplänen erfuhr, packte sie die Gelegenheit beim Schopfe. Sie traf die mutige Entscheidung, ihre Brauerei in Brandenburg zu verkaufen, um in Ferch ein neues Kapitel aufzuschlagen und die Gaststätte zu übernehmen. Die Familie Wilke führte das „Haus am See“ mit großer Liebe und unendlicher Geduld in privater Hand weiter. Dies war insbesondere zu DDR-Zeiten keine leichte Aufgabe. Die Beschaffung von Lebensmitteln, die Einhaltung staatlicher Vorschriften und der Erhalt des privaten Charakters erforderten viel Geschick und Beharrlichkeit. Trotz aller Widrigkeiten gelang es der Familie, die hohe Qualität und die persönliche Note des Hauses zu bewahren und die Tradition der Gastfreundschaft am Schwielowsee aufrechtzuerhalten. Vielleicht gab es in dieser Zeit sogar kreative Wege, um besondere Speisen wie einen köstlichen Kuchen mit Obst anzubieten, um die Gäste zu verwöhnen.
Die Modernisierung unter Brigitte Stein und der Bau des Hotels
Nach dem Tod ihrer Eltern im Jahr 1978 übernahm die Tochter Brigitte Stein, geborene Wilke, die Leitung des Restaurants. Sie war keine Unbekannte in der Branche; sie hatte den Beruf der Köchin von der Pike auf gelernt und sich zu einer erfolgreichen Restaurantleiterin entwickelt. Mit der tatkräftigen Unterstützung ihrer Familie führte Brigitte Stein das Erbe ihrer Eltern fort und meisterte die Herausforderungen der Nachwendezeit.
Ein entscheidender Schritt in der jüngeren Geschichte des „Haus am See“ erfolgte im April 1993. Die alten Hallen, die einst Arthur Jacobi für Regentage gebaut hatte, waren in die Jahre gekommen und baufällig geworden. An ihrer Stelle entstand ein modernes Hotelgebäude, das den gestiegenen Ansprüchen der Gäste gerecht wurde. Das neue Hotel verfügt heute über 21 komfortable Zimmer, davon 15 Doppelzimmer und 6 Einzelzimmer, die eine angenehme Übernachtungsmöglichkeit für Reisende bieten. Das Restaurant, das Herzstück des Hauses, bietet im Innenbereich etwa 150 Plätze und im idyllischen Garten weitere 180 Plätze, wo Gäste bei schönem Wetter die Aussicht auf den See genießen können. Diese Erweiterung unterstrich das Engagement der Familie, das „Haus am See“ als vielseitige Destination für Erholung und Genuss zu etablieren. Wer weiß, vielleicht wurde in dieser Zeit auch überlegt, wie man die Gastfreundschaft auf vierbeinige Gäste ausweiten könnte, indem man leckeren Hundekuchen selber machen würde.
Die vierte Generation: Ein Erbe wird fortgeführt
Auch heute noch, mehr als 120 Jahre nach seiner Gründung, wird das Hotel & Restaurant „Haus am See“ mit derselben Leidenschaft und Hingabe geführt. Es ist die vierte Generation der Familie Stein-Jährmann, die das Ruder in der Hand hält und das traditionsreiche Haus mit großem Respekt vor seiner Geschichte und einem klaren Blick für die Zukunft leitet. Sie bewahren nicht nur die Erinnerungen und Geschichten, die sich in den Mauern des Hauses verbergen, sondern entwickeln das Angebot stetig weiter, um den Gästen auch weiterhin unvergessliche Momente der Gastfreundschaft am Schwielowsee zu bereiten.
Fazit: Eine lebendige Legende am Schwielowsee
Die Geschichte des Hotel & Restaurant „Haus am See“ in Ferch ist weit mehr als eine Chronik von Besitzwechseln und Umbauten. Es ist die Geschichte einer tief verwurzelten Gastfreundschaft, die über Generationen hinweg gepflegt und weitergegeben wurde. Von den bescheidenen Anfängen als Künstlerpension bis zum heutigen modernen Hotel mit traditionsreichem Restaurant – das „Haus am See“ hat sich stets weiterentwickelt, ohne seine Seele zu verlieren. Es ist ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart harmonisch miteinander verschmelzen und an dem jeder Gast die herzliche Atmosphäre spüren kann, die diesen Ort so einzigartig macht. Planen Sie Ihren nächsten Besuch und erleben Sie selbst die zeitlose Gastfreundschaft dieses historischen Kleinods am Schwielowsee.
