Die Tücken der fondsgebundenen Rentenversicherung: Ein Erfahrungsbericht

Die finanzielle Absicherung für die Zukunft ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt. Insbesondere fondsgebundene Rentenversicherungen, die einst als attraktive Anlageform gepriesen wurden, werfen heute Fragen auf. Dieser Artikel beleuchtet die Herausforderungen und Fallstricke, die mit solchen Verträgen verbunden sein können, basierend auf einem persönlichen Erfahrungsbericht.

Die Anfänge: Ein Vertrag für die Zukunft

Im Jahr 2006 schlossen die Eltern des Verfassers eine fondsgebundene Rentenversicherung bei der ASPECTA ab, die später von der HDI übernommen wurde. Ziel war es, dem Kind finanzielle Sicherheit zu bieten, falls dem Hauptverdiener etwas zustoßen sollte. Über die Jahre hinweg wurden, wie üblich, Umschichtungen und Fondswechsel durch die Gesellschaften vorgenommen.

Fondsentwicklung im Detail

Zu Beginn des Jahres 2009 waren verschiedene DWS FlexPension Fonds im Vertrag hinterlegt, wie zum Beispiel der DWS FlexPension 2023 (ISIN: LI0361685794), der bis 2016 gleich blieb. Die Fondspalette wurde schrittweise bis 2029 fortgeführt, mit unterschiedlichen Endjahren der Anlage.

Im Jahr 2019 wurde der Vertrag auf den Verfasser überschrieben und mit einem monatlichen Beitrag von 25 € fortgeführt. Ein HDI-Versicherungsberater empfahl damals den “DWS FlexPension (Garantiefonds Int.)” der DWS Investment S.A. als gute Anlage mit 2% Zinsen. Der Verfasser räumt ein, dass er sich zu diesem Zeitpunkt mit Fonds und Kapitalanlagen nicht gut auskannte.

Turbulenzen und Umstrukturierungen

Die Situation änderte sich 2019, als der Garantiefonds “DWS FlexPension Teilfonds 2026-2034” von der DWS aufgelöst wurde, da keine positive Wertentwicklung mehr erwartet wurde. Daraufhin schichtete die HDI den Vertrag automatisch in die HDI-Fonds “Basket 40” (ISIN: DE0005056033) und “Basket 20” (ISIN: DE0005056044) um. Zum Stand 2022 wurde der Basket 40 zum “Basket 40 ESG” mit unveränderter ISIN.

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Vertragsdetails im Überblick

Ursprünglich als EINSTEIN.invest junior (ASPECTA) abgeschlossen, wurde der Vertrag 2011 zu “KÄNGURU.invest”. Der Abschluss erfolgte am 01.07.2006 mit einem monatlichen Beitrag von 25 € und einem Dynamiksatz von 5%. Die Beitragszahlung, die Aufbauphase sowie der Beginn und das Ende der flexiblen Leistungsphase sind für den 01.07.2054 angesetzt. Eine Todesfall-Zusatzleistung sah eine Beitragsbefreiung bei Tod des Versorgers bis zum 01.07.2022 vor.

Der Rückkaufswert zum 01.07.2022 betrug 2.808,32 €. Mögliche monatliche Altersrenten sind nicht garantiert, was auf eine Treuhänderklausel hindeuten könnte. Für den 01.07.2054 sind keine garantierten Leistungen vereinbart.

Frustration über mangelnde Transparenz und Performance

Ein wesentlicher Kritikpunkt des Verfassers ist die Schwierigkeit, die Wertentwicklung der Fonds nachzuvollziehen. Früher waren MORNINGSTAR PDFs verfügbar, doch mittlerweile ist der Zugriff über das HDI-Portal oft problematisch, da die Websites häufig nicht erreichbar sind. Die Performance der Fonds seit Jahren wird als “Draufzahlgeschäft” beschrieben.

Bei einer Berechnung der Beitragszahlungen von 2006 bis heute (4.700 €) ergibt sich eine Differenz von 1.892 € zum Rückkaufswert, die als fehlend angesehen wird. Die laufenden Kosten für den “Basket 40 ESG” von 1,77% p.a. und für den “Basket 20” von 1,67% p.a. werden als viel zu hoch für die unterdurchschnittliche Performance kritisiert.

Überlegungen zur Umschichtung in ETFs

Angesichts dieser Entwicklungen erwägt der Verfasser eine Umschichtung der Anteile in ETFs. Konkret denkt er über eine Aufteilung von 60% in den iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (ACC) (ISIN: IE00B4L5Y983) und 40% in den iShares Core S&P500 UCITS ETF USD (ACC) (ISIN: IE00B5BMR087) nach. Die Vorteile liegen in den geringeren laufenden Kosten (World ETF 0,20%, S&P 500 ETF 0,07%) und der historisch besseren Performance. Der Verfasser bespart bereits unabhängig von Versicherungen verschiedene ETFs, darunter auch einen World ETF.

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Überforderung und Suche nach Rat

Der Verfasser fühlt sich angesichts der Komplexität überfordert und unsicher bezüglich möglicher Nachteile einer Entscheidung. Anfragen bei der HDI führen nur zu allgemeinen und nicht individuellen Antworten, die eine zeitaufwendige mehrfache Nachfrage erfordern. Daher bittet er um Meinungen und Hinweise zu beachtenswerten Aspekten und möglichen Vorteilen der bestehenden Anlagen.

Die Wahl der richtigen Altersvorsorge ist eine komplexe Entscheidung, die sorgfältige Recherche und gegebenenfalls professionelle Beratung erfordert. Während fondsgebundene Rentenversicherungen einst als sichere Säule der Altersvorsorge galten, zeigen aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Kosten, Performance und Transparenz unerlässlich ist. ETFs bieten hier oft eine kostengünstige und flexible Alternative, doch auch hier gilt es, die persönlichen Ziele und Risikobereitschaft zu berücksichtigen.