Fußball Bundesliga Relegation | 1. FC Heidenheim vs. Werder Bremen
Heidenheim 2:2 Werder Bremen (2:2 nach Hin- und Rückspiel, Bremen gewinnt dank Auswärtstore) Voith-Arena
Ein Eigentor und eine starke Leistung im Heimspiel haben Werder Bremen letztlich vor dem Abstieg in die zweite Liga bewahrt. Die Hanseaten schienen dem vorzeitigen Klassenerhalt im Rückspiel der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim entgegenzusteuern, doch in den letzten zehn Minuten der Partie kam noch einmal Hektik auf. Zwei späte Treffer von Tim Kleindienst vom 1. FC Heidenheim drohten, Werder Bremen in die Zweitklassigkeit zu stürzen, doch ein seltenes Tor von Ludwig Augustinsson erwies sich als entscheidender Unterschied.
Trainer Florian Kohfeldt war nach dem Abpfiff sichtlich erleichtert und fand kaum Worte, um den Ausgang dieser dramatischen Saison zu beschreiben. “Scheiß Saison, gutes Ende”, sagte er nach der Partie gegenüber DAZN. “Ich bin einfach nur glücklich, dass wir es geschafft haben. Wir waren diese Saison so oft tot… aber das spielt jetzt keine Rolle mehr.” Kohfeldt, der seit 2006 in verschiedenen Funktionen für Werder Bremen tätig ist, stand die gesamte Saison über unter enormem Druck. Der Verein, der eigentlich mit Ambitionen auf die europäischen Plätze in die Saison gestartet war, kämpfte stattdessen von Beginn an gegen den Abstieg.
Kohfeldt bleibt – Eine Entscheidung mit Risiko und Hoffnung
Die Saison von Werder Bremen glich eher einem freien Fall als einer Achterbahnfahrt, wie Kohfeldt selbst eingestand. Dennoch entschied sich der Verein, an seinem Trainer festzuhalten. Diese Loyalität, selbst im Falle eines Abstiegs, hätte sich als fatal erweisen können, doch nun hat der Club die Chance, in der Sommerpause die Mannschaft neu zu formieren und die Weichen für eine erfolgreichere Zukunft zu stellen. Für den 1. FC Heidenheim endet eine bemerkenswerte Saison mit einer herben Enttäuschung. Die “schwäbische Ostalb” verpasste durch die Auswärtstorregel die historische Chance auf den Bundesliga-Aufstieg, obwohl sie in beiden Spielen auf Augenhöhe agierte.
“Wir haben kein Spiel verloren und trotzdem hat es nicht gereicht, das ist brutal”, klagte Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer. Die Entscheidung, an Florian Kohfeldt festzuhalten, war ein Zeichen der Verbundenheit und des Glaubens an den Trainer, der den Verein nun in der kommenden Saison neu aufbauen soll.
Ein Spiel mit zwei Gesichtern
Das Hinspiel endete mit einem 0:0, was Werder Bremen einen leichten Vorteil für das Rückspiel verschaffte. Doch bereits in der dritten Minute des Rückspiels gerieten die Bremer durch ein Eigentor von Norman Theuerkauf, einem ehemaligen Jugendspieler des Vereins, in Rückstand. Werder zog sich daraufhin zurück und überließ Heidenheim weitgehend das Spiel, in der Hoffnung, die knappe Führung verteidigen zu können. Der Plan schien aufzugehen, bis sich das Spiel in den letzten zehn Minuten dramatisch wendete.
Zunächst traf der eingewechselte Tobias Mohr nur die Latte, doch den abprallenden Ball verwertete Tim Kleindienst zum 1:1. Heidenheim witterte nun seine Chance und drängte auf den Siegtreffer. In der Nachspielzeit nutzte Werder Bremen jedoch die sich bietenden Räume: Fin Bartels legte quer auf Ludwig Augustinsson, der zum 2:1 für Bremen einschob. Nur wenige Augenblicke später gab es Elfmeter für Heidenheim, den Kleindienst erneut verwandelte. Trotz des erneuten Ausgleichs konnte Werder Bremen die knappe Führung dank der Auswärtstorregel über die Zeit retten. Es war bereits das neunte Mal, dass sich die Bundesliga-Mannschaft in der Relegation gegen den Zweitligisten durchsetzte.
Neuanfang für Werder Bremen
Für Werder Bremen zählt nun nur noch die späte Rettung. Die Mannschaft freut sich auf die wohlverdiente Sommerpause. “Wenn man sieht, was für eine Saison wir hinter uns haben, wie schwierig es von Anfang an war, ist das eine riesige, riesige Erleichterung”, sagte Bremens Kapitän Davy Klaassen. Nun steht dem Verein ein großer Umbruch bevor. Mit dem Karriereende von Klublegende Claudio Pizarro und dem wahrscheinlichen Abgang des umworbenen Milot Rashica muss Werder Bremen eine schlagkräftige Truppe für die kommende Saison aufbauen. Trainer Florian Kohfeldt, der nun die Werkzeuge für einen erfolgreichen Neuaufbau erhalten sollte, hat die Aufgabe angenommen, die Geschicke des Vereins wieder in ruhigeres Fahrwasser zu lenken. Die Fans hoffen auf eine stabilere Spielzeit und eine Rückkehr zu alten Erfolgen.
