Die Besten Leipziger Brötchen: Eine LVZ-Leserumfrage kürt die Sieger

In der lebendigen kulinarischen Landschaft Leipzigs ist die Suche nach dem perfekten Brötchen ein Thema, das viele Gemüter bewegt. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage auf lvz.de unter dem Titel „Wo gibt es in Leipzig die leckersten Brötchen?“ hat nun Klarheit geschaffen und die Favoriten der Leserinnen und Leser gekürt. Mit einem überzeugenden Ergebnis von fast einem Drittel der Stimmen hat sich das Backhaus Hennig aus Rüssen-Kleinstorkwitz, einem Ortsteil von Zwenkau im Leipziger Südraum, den begehrten ersten Platz gesichert. Dieses Votum unterstreicht einmal mehr die Bedeutung von handwerklicher Qualität und Tradition im deutschen Bäckerhandwerk.

Das Backhaus Hennig freute sich sehr über die Auszeichnung. Geschäftsführer Jens Hennig betonte bei der Übergabe der Sieger-Urkunde, dass dieser Preis für sie ein Ansporn sei, weiterhin höchste Kundenzufriedenheit zu gewährleisten. Doch dies ist nicht die einzige Anerkennung, die die Bäckerei-Kette in letzter Zeit erhalten hat: Svea Gräfe, eine Auszubildende des Backhauses, holte kürzlich den ersten Preis bei der Sachsen-Meisterschaft der Bäckerei-Jugend, was die Kompetenz und das Engagement des Nachwuchses im Unternehmen hervorhebt.

Backhaus Hennig: Von Zwenkau auf den Brötchen-Thron Leipzigs

Die Geschichte des Backhauses Hennig ist tief in der sächsischen Bäckereitradition verwurzelt. Gegründet im Jahr 1913 von Alfred Hennig in Pegau, wird das Unternehmen heute in vierter Generation von Urenkel Jens Hennig und bereits in fünfter Generation von seinem Sohn Martin geführt. Seit dem Umzug im Jahr 2007 dient Rüssen-Kleinstorkwitz als Hauptsitz für einen der erfolgreichsten Handwerksbetriebe Mitteldeutschlands. Mit 85 Filialen in drei Bundesländern und rund 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern versorgt das Backhaus täglich etwa 40.000 Kunden mit frischen Brötchen, Brot und anderen Backwaren.

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Eine Familientradition mit Weitblick

Jens Hennig, der Senior-Chef, der auch als Kreishandwerksmeister Nordsachsen und den Landkreis Leipzig betreut, sieht die tägliche Bestätigung durch die Kunden als ihren wichtigsten Antrieb. Die Bäckerei plant sogar eine weitere Expansion im Großraum Leipzig-Halle-Gera, wobei der Fokus auf einem Radius von 50 Kilometern um die Zentrale liegen soll. Eine Ausweitung darüber hinaus würde die Frische der Produkte beeinträchtigen, was als Markenzeichen des Backhauses Hennig nicht verhandelbar ist. Junior-Chef Martin Hennig erklärt, dass die Auslieferungsfahrzeuge bereits um drei Uhr morgens in Zwenkau starten, um jede Filiale bis fünf Uhr beliefert zu haben.

Das Geheimnis der Hennig-Brötchen: Zeit und Handwerk

In den Filialen werden die in Zwenkau vorgefertigten Brötchen ofenfrisch gebacken – über 100.000 Stück täglich. Das LVZ-Voting beweist, dass diese hohe Nachfrage eng mit der herausragenden Qualität zusammenhängt. Was aber ist das Geheimnis des Hennig-Brötchens? Laut Junior-Chef Hennig ist es eigentlich nichts Besonderes. Das Rezept stamme noch vom Großvater und lasse nur wenig Spielraum. Der Schlüssel liegt vielmehr in der Dauer des Backprozesses: „Wir geben dem Brötchen Zeit, um die Enzyme arbeiten zu lassen“, verrät Martin Hennig. Das Ergebnis ist eine „leckere Kruste und eine bessere Bekömmlichkeit“, die das Backhaus Hennig an die Spitze der Lesergunst katapultiert hat.

Herausforderungen und Expansion

Trotz des Erfolgs steht auch das Backhaus Hennig vor Herausforderungen. Die Personalsituation ist angespannt; Jens Hennig betont: „Wir würden 50 Leute sofort einstellen.“ Man könne leider nicht alle Anfragen bedienen. Auch die Debatte um einen Mindestlohn von 15 Euro wird als hinderlich für einen Handwerksbetrieb angesehen, da dies letztlich zu Preiserhöhungen von über 20 Prozent führen würde. Nichtsdestotrotz bleibt die Leidenschaft für das Backen ungebrochen. Für 2024 ist bereits die Eröffnung einer neuen Filiale in Leipzig-Mockau geplant. Jens Hennig unterstreicht die Wichtigkeit der Bäckerei-Vielfalt und freute sich auch über den zweiten Platz für die Familienbäckerei Göbecke, da er seine Meisterprüfung beim Vater des jetzigen Geschäftsführer-Duos abgelegt hatte.

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Bäckerei Göbecke: Qualität und Teamgeist im Herzen Leipzigs

Auf dem zweiten Platz landete die Bäckerei & Konditorei Göbecke in Leipzig-Zentrum Ost. Die Geschwister Christine und Matthias Göbecke übernahmen den elterlichen Betrieb im Jahr 2004 und haben seinen Ruf als Top-Adresse für Leipziger Backhandwerk weiter ausgebaut. Matthias Göbecke sieht den Preis als „Anerkennung für unser Team“, das aus 20 engagierten Mitarbeitern besteht.

Tradition trifft Moderne

Schwester Christine berichtet, dass täglich rund 3000 Brötchen produziert werden und man noch „so ein bisschen nach DDR-Gefühl“ backe. Matthias Göbecke verrät, dass die „richtige Dosierung von Ober- und Unterhitze“ viel ausmacht. Die Kundschaft der Bäckerei Göbecke ist vielfältig: Von Stammkunden aus entfernten Leipziger Stadtteilen über Angestellte umliegender Büro- und Geschäftshäuser bis hin zu Touristen, die Empfehlungen in Reiseführern folgen. Die Göbecke-Brötchen sind sogar so beliebt, dass sie das Frühstück in der Nobelherberge „Westin“ komplettieren.

Bäckerei Weck: Stötteritzer Backkunst mit treuer Kundschaft

Den dritten Platz im LVZ-Brötchen-Voting erreichte die Bäckerei Weck in Stötteritz. Dieter Weck wertet diese Auszeichnung als „Ritterschlag für seine Arbeit und auch als große Ehrung für das Team“. Er ist stolz auf seine neun Mitarbeiter, darunter eine langjährige Bäcker-Gesellin, und betont, dass der Erfolg nur mit einer guten Mannschaft möglich ist. In der kleinen, aber feinen Bäckerei, die Weck gemeinsam mit seiner Frau Jolanda führt, dreht sich fast alles um den Backofen, der bereits in den 1990er-Jahren in Betrieb genommen wurde.

Meisterliches Handwerk und treue Kunden

„Brötchen sind unser Standbein“, erklärt der Bäckermeister. Ein wichtiger Back-Trick, den Weck verrät, ist die Backtechnik, bei der die Brötchen freiliegend direkt auf die Herdplatte geschoben werden. Diese traditionelle Methode beschert ihm trotz großer Konkurrenz eine äußerst treue Kundschaft, die samstags geduldig in meterlangen Schlangen um die Ecke steht, um die beliebten Weck-Brötchen zu erstehen.

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Die Top 10 der Leipziger Brötchenbäcker im Überblick

Die Umfrage der LVZ-Leserschaft hat gezeigt, welche Bäckereien in Leipzig für ihre Brötchenqualität besonders geschätzt werden. Hier die Ergebnisse:

  • Platz 1: Backhaus Hennig, 26,2 Prozent
  • Platz 2: Bäckerei & Konditorei Göbecke, 12 Prozent
  • Platz 3: Bäckerei Weck, 10,9 Prozent
  • Platz 4: Bäckerei Axel Lotzmann, 9,6 Prozent
  • Platz 5: Feinbäckerei Freiberger, 9,1 Prozent
  • Platz 6: Feinbäckerei Renelt, 8,5 Prozent
  • Platz 7: Brot- und Feinbäckerei Kupfer, 7,3 Prozent
  • Platz 8: Feinbäckerei Wissel, 6,9 Prozent
  • Platz 9: Kuchenhimmel & Brotfein 5,4 Prozent
  • Platz 10: Feinbäckerei Davis Glowka, 4,1 Prozent

Diese Umfrage ist ein klares Zeichen für die Wertschätzung des Handwerks und der Tradition im Bäckerhandwerk. Sie lädt jeden ein, die Vielfalt und Qualität der Leipziger Brötchen selbst zu entdecken und vielleicht den eigenen Favoriten zu finden.


Basierend auf einem Artikel der Leipziger Volkszeitung (LVZ).