Potsdam Museum gibt historische Bücher zurück: Ein Zeichen gegen NS-Unrecht

Das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte hat ein wichtiges Zeichen für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte gesetzt. Im Jahr 2024 wurden zwölf wertvolle Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert an ihren rechtmäßigen Eigentümer, Günther Graf von der Schulenburg, zurückgegeben. Diese Bücher waren während der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig enteignet und gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg in den Museumsbestand. Die Rückgabe unterstreicht das Engagement des Museums, sich aktiv der Vergangenheit zu stellen und Gerechtigkeit für historische Unrechtmäßigkeiten zu schaffen, eine Aufgabe, die in vielen deutschen Institutionen höchste Priorität hat, auch wenn es um vermeintlich alltägliche Dinge wie das mietrecht haustiere 2020 geht, wo klare Regelungen ebenfalls unerlässlich sind.

Die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Brigitte Meier, betonte die Bedeutung dieses Schrittes: „Gerechtigkeit geht immer vor Besitz. Als Landeshauptstadt mit dem Potsdam Museum sind wir sehr froh, dass die Bücher nun ihrem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden konnten.“ Diese Haltung ist fundamental für eine verantwortungsvolle Kulturpolitik.

Die Bedeutung der Provenienzforschung für deutsche Museen

Die Provenienzforschung ist ein unerlässlicher Pfeiler der Museumsarbeit in Deutschland, insbesondere wenn es um Kulturgüter geht, die während der NS-Zeit ihren Eigentümern entzogen wurden. Museen tragen eine ethische und moralische Verantwortung, die Herkunft ihrer Sammlungen lückenlos zu klären. Dieser Prozess ist oft aufwendig und erfordert akribische Detektivarbeit, um die Geschichte jedes einzelnen Objekts zu entschlüsseln. Dies gilt nicht nur für Kunstwerke und historische Dokumente, sondern auch für alle Sammlungsbestände, deren Herkunft nach 1933 unklar ist. Die gründliche Erfassung und Bewertung von Objekten ist dabei ebenso entscheidend wie beispielsweise aktuelle Anpassungen im mietrecht haustiere 2021.

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Im Fall der Schulenburg-Bücher wurden die historischen Drucke bereits 2015 von den Sammlungsverantwortlichen des Potsdam Museums neu bewertet. Da ihre Herkunft nicht eindeutig geklärt werden konnte, wurden sie folgerichtig in die Lost Art-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste eingestellt. Diese zentrale Datenbank listet Kulturgüter auf, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ihren Eigentümern, vor allem jüdischen Personen, entzogen wurden oder bei denen der Verdacht auf NS-Raubgut besteht. Sie ist ein unverzichtbares Instrument für Museen, Privatpersonen und Nachfahren, um geraubte Kulturgüter zu identifizieren und den Weg für ihre Rückführung zu ebnen.

Der Fall Schulenburg: Von der Entdeckung bis zur Rückgabe

Die Geschichte der zwölf Bücher ist ein exemplarisches Beispiel für die erfolgreiche Arbeit der Provenienzforschung und die Bedeutung der Lost Art-Datenbank. Sieben Jahre nach ihrer Eintragung, also im Jahr 2022, wurde Graf von der Schulenburg auf diesen spezifischen Bestand in der Datenbank aufmerksam und nahm umgehend Kontakt mit dem Museum auf.

Das Potsdam Museum initiierte daraufhin gemeinsam mit Graf von der Schulenburg eine detaillierte eigene Provenienzforschung. Diese intensive Zusammenarbeit führte zu einem klaren Ergebnis: Die Eigentumsfrage konnte zweifelsfrei geklärt werden, was die Rückgabe der Bücher ermöglichte. Hannes Wittenberg, stellvertretender Direktor des Potsdam Museums, unterstreicht die umfassenden Aufgaben eines Stadtmuseums: „Die Arbeit des Potsdam Museums beinhaltet neben dem Ausstellungsbetrieb und Veranstaltungs- und Vermittlungsangeboten auch die gründliche Erfassung aller noch nicht genauer bestimmten Objekte der umfangreichen Museumssammlung. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Provenienzforschung.“ Dieses umfassende Verständnis von Museumsarbeit ist entscheidend für eine ethisch fundierte Kulturpraxis und zeigt, wie vielschichtig der Umgang mit Sammlungen sein kann, ähnlich komplex wie die Frage, welche kleintiere mietrechtlich in Wohnungen erlaubt sind.

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Günther Graf von der Schulenburg äußerte sich nach der emotionalen Übergabe der Bücher mit großer Freude: „Jedes Mal, wenn es möglich ist, im Zuge der Restitution Inventar, insbesondere Kunst und Bücher, zurück zu erhalten, ist das für mich eine große Freude, weil es somit gelingt, die von meinen Vorfahren über Jahrhunderte zusammengetragenen Bestände und familieneigenen Inventare, welche ich mit großer Passion in meiner Generation für die Familie der Grafen von der Schulenburg-Wolfsburg verwalten darf, nach und nach wieder zusammen zu führen.“ Seine Worte verdeutlichen den tiefen persönlichen und familiären Wert dieser Rückgaben.

Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen der Restitution

Die Aufarbeitung von Kunstraub durch die Nationalsozialisten ist auch 80 Jahre nach Kriegsende eine fortlaufende Aufgabe von nationaler und internationaler Tragweite. Meilensteine in diesem Prozess waren die 1998 verabschiedeten „Washingtoner Prinzipien“. Diese setzten weltweit Maßstäbe für die Auffindung und die Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut, insbesondere aus jüdischem Besitz. Sie fordern eine faire und gerechte Lösung für die ehemaligen Eigentümer oder deren Erben.

Ein Jahr später, im Jahr 1999, veröffentlichte die Bundesregierung zusammen mit den Ländern und kommunalen Spitzenverbänden die „Gemeinsame Erklärung zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“. Diese Erklärung konkretisiert die Washingtoner Prinzipien für Deutschland und verpflichtet Museen und andere öffentliche Einrichtungen, ihre Bestände proaktiv auf belastete Objekte zu prüfen und, sofern Nachkommen geschädigter Personen oder Institutionen ermittelt werden können, Restitutionen vorzunehmen. Diese Verpflichtung erfordert kontinuierliche Ressourcen und Expertise, um der historischen Verantwortung gerecht zu werden und sicherzustellen, dass beispielsweise keine haustiere wohnung verboten sind, wo sie eigentlich erlaubt wären.

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Das Potsdam Museum hat diesen Anspruch verinnerlicht und verfolgt konsequent das Ziel, Objekte unklarer Herkunft aufzuarbeiten und begründete Restitutionsansprüche zu erfüllen. Dies ist eine immense Aufgabe, da das Museum infolge des Zweiten Weltkriegs selbst hohe Verluste, Auslagerungen und die Vernichtung von Inventarverzeichnissen zu verkraften hatte, was den Bestandsnachweis vieler Objekte erschwert. Trotz dieser Herausforderungen, mit einem Gesamtbestand von ca. 270.000 Objekten (ohne Fotografische Sammlung), ist die Provenienzforschung eine zentrale und unverzichtbare Aufgabe des Museums.

Die Rückgabe der Bücher an Graf von der Schulenburg ist mehr als nur eine administrative Handlung; sie ist ein Akt der Gerechtigkeit und ein wichtiges Bekenntnis des Potsdam Museums zu seiner historischen Verantwortung. Dieser Fall verdeutlicht die Notwendigkeit und den Erfolg einer transparenten Provenienzforschung sowie die internationale Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung von NS-Raubgut. Es ist ein fortwährender Prozess, der Engagement, Forschung und ethisches Handeln erfordert, um sicherzustellen, dass die Geschichte geachtet und Unrecht, wann immer möglich, wiedergutgemacht wird. Das Engagement des Potsdam Museums dient als Vorbild und ermutigt andere Institutionen, ihren eigenen Beständen kritisch zu begegnen, ähnlich wie man sich fragt, welche tiere in mietwohnung gestattet sind und welche nicht.