Hochschullehrgang Digitale Grundbildung: Ihre Qualifikation für den digitalen Unterricht

Die digitale Transformation prägt unsere Gesellschaft in allen Lebensbereichen – von der Arbeitswelt bis hin zur persönlichen Kommunikation. Im Bildungsbereich manifestiert sich diese Entwicklung in einem stetig wachsenden Bedarf an fundierter digitaler Kompetenz. Schulen stehen vor der Herausforderung, Schülerinnen und Schüler auf eine zunehmend vernetzte Welt vorzubereiten. Hier setzt der Hochschullehrgang “Digitale Grundbildung” an der Pädagogischen Hochschule Tirol an, indem er Lehrkräften die notwendigen Werkzeuge und das Wissen vermittelt, um diese Herausforderung erfolgreich zu meistern und den Pflichtgegenstand Digitale Grundbildung in der Sekundarstufe I kompetent zu unterrichten.

Warum Digitale Grundbildung im Schulalltag unverzichtbar ist

Die Digitalisierung ist weit mehr als nur der Einsatz von Computern im Unterricht; sie beeinflusst Selbstbilder, Lebenswelten, Kommunikationsformen, Kultur und das Weltverständnis junger Menschen. Eine umfassende Digitale Grundbildung ist daher entscheidend, um Schülerinnen und Schülern Orientierung zu geben und sie zu mündigen Akteuren im 21. Jahrhundert zu befähigen. Lehrkräfte benötigen hierfür nicht nur technisches Know-how, sondern auch mediendidaktische Fähigkeiten, um digitale Medien sinnvoll und kritisch in den Unterricht zu integrieren. Der Lehrgang trägt dazu bei, Medienkompetenz, Anwendungskompetenzen und informatische Kompetenzen systematisch zu fördern, was für eine zukunftsfähige Bildung unerlässlich ist.

Ziele und Inhalte des Hochschullehrgangs

Der Hochschullehrgang “Digitale Grundbildung” an der PH Tirol wurde konzipiert, um Lehrkräften eine fundierte Weiterbildung im Bereich der digitalen Bildung zu ermöglichen. Über vier Semester hinweg erwerben die Studierenden insgesamt 30 ECTS-AP. Der Lehrgang zielt darauf ab, ein tiefgreifendes Verständnis für die vielfältigen Aspekte der Digitalisierung zu entwickeln und diese praxisnah in den Unterricht zu integrieren.

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Die Inhalte umfassen ein breites Spektrum an Themen:

  • Mediendidaktische Aspekte: Wie können digitale Medien effektiv und sinnvoll im Lernprozess eingesetzt werden?
  • Individuelle und gesellschaftliche Aspekte der Digitalisierung: Reflexion über die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Individuum und die Gesellschaft.
  • Programmierung und Computer-Systeme: Grundlagen der Informatik und des Programmierens, um digitale Prozesse zu verstehen und zu gestalten.
  • Anwendungen und digitale Tools: Der sichere und kompetente Umgang mit verschiedenen digitalen Werkzeugen und Plattformen für den Unterricht.

Ein zentraler Bestandteil des Lehrgangs ist die Auseinandersetzung mit dem Frankfurt Dreieck. Dieses Modell beleuchtet die Digitalisierung aus drei Perspektiven: der technisch-medialen, der gesellschaftlich-kulturellen und der interaktionsbezogenen. Die Kombination dieser Ansätze mit grundlegenden Kenntnissen in Medienbildung und Informatik gewährleistet eine ganzheitliche und kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. Alle Modulteile sind praxisorientiert gestaltet und schließen mit der Erstellung von Entwicklungs-Portfolios und konkreten Unterrichtsvorbereitungen ab. Dieser Ansatz fördert nicht nur das erworbene Wissen, sondern auch die direkte Anwendbarkeit im eigenen Unterricht und schafft einen wertvollen Materialpool für alle Teilnehmenden.

Zielgruppe und Qualifikationsprofil: Wer profitiert vom Lehrgang?

Dieser Hochschullehrgang richtet sich speziell an Lehrerinnen und Lehrer mit einem abgeschlossenen Lehramtsstudium für die Sekundarstufe. Er bietet eine essenzielle Zusatzqualifikation für bereits im Dienst stehende Lehrkräfte, die ihre Kompetenzen im Bereich der digitalen Bildung erweitern möchten. Der erfolgreiche Abschluss des Lehrgangs berechtigt zum Einsatz im Pflichtgegenstand Digitale Grundbildung in der Sekundarstufe I. Dies ist ein entscheidender Vorteil, da die Nachfrage nach qualifizierten Lehrkräften in diesem Bereich stetig steigt und Schulen vermehrt auf Expertinnen und Experten in der digitalen Bildung angewiesen sind.

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Bewerbung und Zulassung zum Hochschullehrgang

Der Lehrgang hat im Herbst 2025 erfolgreich gestartet. Ein voraussichtlicher Neustart ist für Herbst 2026 geplant. Interessierte Lehrkräfte sollten die Hinweise auf der HLG-Startseite der PH Tirol für aktuelle Bewerbungszeiträume beachten.

Die Zulassungsvoraussetzungen umfassen:

  • Ein aktives Dienstverhältnis als Lehrkraft.
  • Die Befürwortung durch die Schulleitung, die durch ein Nominierungsschreiben bestätigt wird.

Für die Bewerbung sind neben dem Nominierungsschreiben der Schulleitung gegebenenfalls auch Zeugnisse eines Lehrgangs “Digitale Grundbildung – Schule 4.0” einer anderen Hochschule einzureichen. Detaillierte Anleitungen und Hilfestellungen zur Bewerbung in PH-Online sind ebenfalls auf der Website der PH Tirol verfügbar. Wer sich für zukünftige Lehrgänge interessiert, kann über ein spezielles Formular seine Kontaktdaten hinterlassen, um von der Lehrgangsleitung über Neustarts informiert zu werden.

Abschluss und zukünftige Perspektiven

Der Hochschullehrgang schließt mit einem studienabschließenden Zeugnis ab, das die erworbene Zusatzqualifikation offiziell bescheinigt. Mit diesem Zertifikat sind Absolventinnen und Absolventen bestens darauf vorbereitet, den Pflichtgegenstand Digitale Grundbildung in der Sekundarstufe I kompetent und zukunftsorientiert zu unterrichten. Sie tragen maßgeblich dazu bei, die digitale Kompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler zu stärken und sie auf die Herausforderungen einer sich ständig wandelnden digitalen Welt vorzubereiten. Der Lehrgang ist somit eine Investition in die eigene berufliche Entwicklung und in die Qualität des Bildungsangebots an österreichischen Schulen.

Für weitere Informationen und die genauen Bewerbungsmodalitäten besuchen Sie bitte die HLG-Startseite der PH Tirol oder das Curriculum des Lehrgangs.