Husten ist ein allzu bekanntes und oft belastendes Symptom, das viele Menschen während einer Coronavirus-Infektion erleben. Er gehört zu den ersten Anzeichen einer Erkrankung und kann von leicht bis schwer reichen, die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Es ist wichtig zu verstehen, warum Husten bei Corona auftritt, wie lange er dauern kann und welche Maßnahmen zur Linderung ergriffen werden können. Ein tieferes Verständnis kann helfen, Ängste abzubauen und die Genesung zu unterstützen. Ähnlich wie bei einem Corona Schnupfen, kann auch der Husten auf eine Infektion hinweisen.
Warum hustet man bei einer Corona-Infektion?
Husten ist ein natürlicher Schutzreflex unseres Körpers, der darauf abzielt, die Atemwege von Reizstoffen, Schleim oder Fremdkörpern zu befreien. Bei einer COVID-19-Infektion spielt das Coronavirus eine zentrale Rolle bei der Auslösung dieses Reflexes. Das Virus bindet an spezifische Rezeptoren (insbesondere ACE2-Rezeptoren), die in den Zellen der Atemwege reichlich vorhanden sind. Diese Bindung führt zu einer Entzündungsreaktion in den Bronchien und der Lunge.
Die Entzündung wiederum stimuliert die Schleimproduktion. Dieser vermehrte Schleim, oft zusammen mit abgestorbenen Zellen und Virenpartikeln, reizt die Schleimhäute und löst den Hustenreflex aus. Der Körper versucht, diese Substanzen durch Husten auszuscheiden, um die Atemwege freizuhalten und die Ausbreitung der Infektion in tieferen Lungenbereichen zu verhindern.
Trocken oder produktiv: Welche Arten von Corona-Husten gibt es?
Der Husten bei einer Coronavirus-Infektion kann sich auf unterschiedliche Weisen äußern. Die Unterscheidung zwischen trockenem und produktivem Husten ist dabei entscheidend, auch wenn ein Schnupfen Corona meist unabhängig davon auftritt.
Trockener Husten (Reizhusten)
Der trockene Husten ist die häufigste Form bei COVID-19. Er wird oft als krampfartig, bellend oder kratzend beschrieben und geht nicht mit der Produktion von Schleim einher. Diese Art von Husten entsteht durch die Reizung der Atemwegsschleimhäute, ohne dass nennenswerte Mengen an Sekret mobilisiert werden müssen. Er kann sehr quälend sein und zu Heiserkeit oder einem schmerzhaften Gefühl im Brustbereich führen.
Produktiver Husten (Husten mit Auswurf)
In einigen Fällen kann der Husten bei COVID-19 auch produktiv sein, das heißt, er ist mit der Auswurf von Schleim verbunden. Dieser Schleim dient dazu, Viren, Bakterien und Entzündungsprodukte aus den Atemwegen zu transportieren. Die Konsistenz und Farbe des Schleims können Hinweise auf den Verlauf der Infektion geben.
Bedeutung der Schleimfarbe
Zu Beginn einer Coronavirus-Infektion ist der ausgehustete Schleim meist klar und wässrig. Eine Veränderung der Farbe kann jedoch auf sekundäre Infektionen hinweisen:
- Gelber oder grünlicher Schleim: Dies kann ein Anzeichen für eine bakterielle Superinfektion oder eine stärkere Entzündungsreaktion sein, bei der sich Eiterzellen ansammeln. In solchen Fällen ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, um eine mögliche antibiotische Behandlung abzuklären.
Wie lange hält der Corona-Husten an?
Die Dauer des Hustens bei einer Coronavirus-Infektion ist variabel und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Schwere der Erkrankung und des individuellen Immunstatus.
Typischer Verlauf
In den meisten Fällen klingt der Husten mit dem Abklingen der akuten COVID-19-Infektion langsam ab. Dies kann einige Tage bis zu zwei Wochen dauern. Während dieser Zeit verbessern sich auch andere Symptome wie Fieber oder Müdigkeit.
Länger anhaltender Husten und Long-COVID
Manchmal kann der Husten jedoch deutlich länger anhalten, selbst nachdem die akute Infektion überstanden ist und kein Virus mehr nachweisbar ist. Ein solcher persistierender Husten kann Wochen oder sogar Monate andauern und ist ein häufiges Symptom von Long-COVID (auch Post-COVID-Syndrom genannt). Es ist bekannt, dass Omikron Symptome bei Geimpften auch langanhaltend sein können.
Wann ist ärztlicher Rat bei Husten nötig?
Wenn der Husten länger als drei Wochen anhält, sich verschlimmert oder von anderen Symptomen wie Atemnot, Brustschmerzen, hohem Fieber oder blutigem Auswurf begleitet wird, solltest Du unbedingt ärztlichen Rat suchen. Dies gilt insbesondere, wenn der Husten Deine Lebensqualität stark beeinträchtigt oder auf eine tiefergehende Lungenentzündung oder andere Komplikationen hindeutet.
Was hilft gegen Corona-Husten? Tipps zur Linderung
Da es derzeit keine spezifische antivirale Behandlung gibt, die direkt auf den Husten bei COVID-19 abzielt, konzentriert sich die Therapie auf die Linderung der Symptome.
Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen
Viele einfache Maßnahmen können helfen, den Hustenreiz zu mildern:
- Ausreichend Flüssigkeit: Viel Wasser oder Kräutertee trinken hält die Schleimhäute feucht und verflüssigt den Schleim, was das Abhusten erleichtert. Warme Getränke können zusätzlich beruhigend wirken.
- Schlaf und Ruhe: Ausreichende Erholung unterstützt das Immunsystem und hilft dem Körper, sich zu regenerieren.
- Inhalation von Wasserdampf: Das Inhalieren von warmem Wasserdampf, eventuell mit Kamille oder Salz, kann die Atemwege befeuchten und den Hustenreiz lindern.
- Luftbefeuchter: Ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer kann bei trockener Raumluft helfen, die Atemwege zu entlasten.
- Hustenbonbons und Halstabletten: Lutschtabletten können den Hals befeuchten und den Hustenreiz vorübergehend dämpfen.
- Honig: Ein Teelöffel Honig vor dem Schlafengehen oder in warmem Tee kann bei trockenem Reizhusten lindernd wirken.
Medikamentöse Unterstützung
In Absprache mit einem Arzt können auch Medikamente eingesetzt werden:
- Hustenstiller (Antitussiva): Bei starkem, trockenem Reizhusten, der den Schlaf stört oder sehr belastend ist, können Hustenstiller für kurze Zeit eingesetzt werden. Sie unterdrücken den Hustenreflex.
- Schleimlöser (Mukolytika): Bei produktivem Husten können schleimlösende Medikamente helfen, den zähen Schleim zu verflüssigen und das Abhusten zu erleichtern. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Sie sollten nicht zusammen mit Hustenstillern eingenommen werden. Symptome wie Nierenschmerzen Corona erfordern ohnehin eine ärztliche Abklärung.
Warum ist der Corona-Husten nachts oft schlimmer?
Viele Betroffene berichten, dass der Husten bei einer Coronavirus-Infektion nachts besonders schlimm ist. Dies liegt hauptsächlich an der liegenden Position. Im Liegen sammelt sich Schleim leichter im hinteren Teil des Rachens an und kann nicht so effizient abfließen wie im Stehen oder Sitzen. Dieser sogenannte “postnasale Drip” – das Herablaufen von Nasensekret in den Rachen – reizt die Schleimhäute zusätzlich und löst verstärkten Husten aus.
Um diesen Effekt zu mildern, kann es hilfreich sein, den Kopf beim Schlafen etwas höher zu lagern. Verwende ein zusätzliches Kissen oder stelle das Kopfende des Bettes leicht erhöht, um den Schleimrückfluss zu reduzieren und die Atemwege freier zu halten. Auch Bauchschmerzen bei Corona können den Schlaf stören, aber der Husten ist hier oft der primäre Übeltäter.
Fazit
Husten ist ein häufiges und oft hartnäckiges Symptom einer Coronavirus-Infektion. Während er meist mit der Genesung abklingt, kann er in einigen Fällen über Wochen oder Monate anhalten und auf Long-COVID hindeuten. Ein Verständnis der Ursachen, Arten und möglichen Linderungsmaßnahmen kann helfen, besser mit diesem Symptom umzugehen. Hören Sie auf Ihren Körper und zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen, wenn der Husten schwerwiegend ist, sich verschlimmert oder länger als üblich anhält. Eine frühzeitige Abklärung kann dazu beitragen, Komplikationen vorzubeugen und die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.
