Die Automatisierung von Arbeitsabläufen ist in der modernen Medienproduktion unerlässlich. Für viele Unternehmen, die Adobe InDesign Server auf Mac-Pro-Systemen einsetzen, bilden AppleScript und SOAP-Aufrufe das Rückgrat komplexer Prozesse. Doch mit der Einführung von macOS Catalina hat sich für einige Anwender ein kritisches Problem aufgetan, das die Ausführung dieser essentiellen Skripte massiv behindert: fehlende Berechtigungen für Apple Events. Diese unerwartete Hürde stellt für laufende Projekte einen echten “Showstopper” dar und zwingt Entwickler und Systemadministratoren dazu, nach neuen Wegen zu suchen oder bestehende Lösungen grundlegend zu überdenken.
Der Kern der Schwierigkeit liegt in den verschärften Sicherheitsmaßnahmen von macOS Catalina, die darauf abzielen, die Kontrolle über Systemereignisse und den Zugriff auf andere Anwendungen zu erhöhen. Während dies die Systemsicherheit verbessert, führt es im Kontext von Server-Automatisierungsumgebungen zu unvorhergesehenen Komplikationen. Dieses Problem betrifft insbesondere Skripte, die darauf angewiesen sind, Apple Events an andere Anwendungen zu senden – eine grundlegende Funktion für die Interaktion zwischen Prozessen und die Steuerung von Software wie InDesign Server.
Das Kernproblem: Fehlende Apple Event-Berechtigungen unter macOS Catalina
Die beschriebene Problematik äußert sich darin, dass AppleScripts, die über SOAP-Aufrufe gestartet werden, auf macOS Catalina nicht in der Lage sind, Apple Events an andere Anwendungen zu senden. Dies ist jedoch ein integraler Bestandteil vieler Automatisierungslösungen, um beispielsweise Dateien zu verschieben (mit dem Finder), externe Tools zu starten oder Metadaten zu verarbeiten. Wenn diese Berechtigung verweigert wird, können die Skripte ihre Aufgaben nicht erfüllen und die gesamte Automatisierungskette bricht zusammen. Auf Testservern mit macOS 10.14 Mojave war dies noch anders handhabbar. Dort erschien beim ersten Ausführen eines Skripts, das verschiedene Anwendungen aufrief, ein Dialog, der die Zustimmung für InDesignServer.command anfragte, Apple Events an andere Anwendungen zu senden. Ein Klick auf “OK” genügte, um die Automatisierung dauerhaft zu ermöglichen.
Diese expliziten Zustimmungsdialoge, die unter früheren macOS-Versionen eine einmalige Interaktion erforderten, fehlen in Catalina gänzlich, wenn Skripte über SOAP-Aufrufe initiiert werden. Das bedeutet, dass der Prozess, der von InDesignServer.command gesteuert wird, keine Möglichkeit erhält, die notwendigen Berechtigungen einzuholen. Die Skripte werden schlichtweg ohne Rückfrage an der Ausführung gehindert. Die Fehlermeldungen sind dabei eindeutig und besagen beispielsweise: “Not authorized to send Apple events to Finder” oder “Not authorized to send Apple events to LNSOSAX“, je nachdem, an welche Anwendung der Apple Event gesendet werden sollte.
Die unsichtbare Hürde: InDesignServer.command in Catalina
Der Prozess InDesignServer.command ist der Eigentümer der Prozesse, die von SOAP-Aufrufen initiiert werden. Er ist somit derjenige, der die Berechtigungen für Apple Events benötigen würde. Die Crux liegt jedoch darin, dass InDesignServer.command in den Systemeinstellungen unter “Sicherheit & Datenschutz” und dort im Bereich “Automatisierung” nicht aufgeführt wird. Wo normalerweise eine Liste von Anwendungen mit entsprechenden Kontrollkästchen für die Zugriffsberechtigungen auf andere Programme zu finden wäre, fehlt InDesignServer.command vollständig. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu früheren macOS-Versionen, wo man die benötigten Berechtigungen manuell setzen oder zumindest nachträglich überprüfen konnte. Auch wenn die Herausforderung primär den InDesign Server betrifft, ist die Verwaltung älterer Versionen wie des Adobe InDesign CS2 Downloads für Mac oft noch relevant in vielen Unternehmen, die ihre Infrastruktur nur schrittweise aktualisieren.
Ohne einen Eintrag in dieser Liste gibt es keine offensichtliche Möglichkeit, die erforderlichen Berechtigungen manuell zu erteilen. Die traditionellen Wege der Problembehebung, wie das Zurücksetzen der TCC-Datenbank (Transparency, Consent, and Control) mit dem Befehl tccutil reset AppleEvents, erweisen sich ebenfalls als wirkungslos. Die Dialoge zur Genehmigung tauchen auch danach nicht auf, und die fehlenden Kontrollkästchen in den Systemeinstellungen bleiben ein unüberwindbares Hindernis. Diese Situation stellt eine erhebliche Blockade für Administratoren und Entwickler dar, die auf eine reibungslose Kommunikation zwischen ihren Serveranwendungen angewiesen sind.
Lösungsansätze und Sackgassen
Die Suche nach einer Lösung für das Problem der fehlenden Apple Event-Berechtigungen unter macOS Catalina hat viele Wege in Sackgassen geführt. Das Zurücksetzen der Apple Events-Datenbank mittels tccutil reset AppleEvents wird oft als erster Schritt bei Berechtigungsproblemen empfohlen. Doch in diesem spezifischen Fall, bei dem InDesignServer.command nicht einmal in der Automatisierungsliste erscheint und keine interaktiven Dialoge ausgelöst werden, zeigt dieser Ansatz keine Wirkung. Die Grundursache scheint tiefer in der Art und Weise zu liegen, wie Catalina unsichtbare Hintergrundprozesse behandelt, die Systemereignisse initiieren möchten.
Die direkte Manipulation von Systemdateien oder das Experimentieren mit codesign-Befehlen zur Beglaubigung von Anwendungen sind riskant und oft nicht die empfohlene Vorgehensweise, insbesondere in einer Produktionsumgebung. Auch der Versuch, die Skripte von anderen Anwendungen auszuführen, die bereits über Apple Event-Berechtigungen verfügen, um dann den InDesign Server zu steuern, erweist sich als komplex und umständlich, da die eigentliche Steuerung von InDesignServer.command ausgehen muss. Die fehlende Transparenz und die Tatsache, dass eine Kernkomponente der Automatisierung nicht vom Benutzer konfiguriert werden kann, untergräbt das Vertrauen in die Zuverlässigkeit bestehender Automatisierungslösungen unter Catalina.
Die Auswirkungen auf die Automatisierung von InDesign Server-Workflows
Die Auswirkungen dieses Showstoppers auf Projekte, die eine umfassende Automatisierung mit InDesign Server erfordern, sind gravierend. Unternehmen, die auf hochgradig automatisierte Publishing-Workflows angewiesen sind, sehen sich mit dem Dilemma konfrontiert, entweder auf ältere macOS-Versionen (wie Mojave auf einem Mac Mini Testserver) zurückzugreifen – was bei neuer Hardware wie dem Mac Pro, der keine älteren Betriebssysteme als Catalina zulässt, keine Option ist – oder ihre gesamte Automatisierungsstrategie zu überdenken. Die Abhängigkeit von Apple Events für die Steuerung anderer Anwendungen ist tief in vielen Automatisierungsskripten verwurzelt. Wenn diese Funktion plötzlich und ohne ersichtliche Konfigurationsmöglichkeit blockiert wird, bedeutet dies für viele Projekte einen Stillstand oder zumindest erhebliche Verzögerungen. In einem umfassenden Workflow, der auf der Adobe Creative Suite basiert, spielt neben InDesign oft auch Photoshop eine zentrale Rolle. Wer daran interessiert ist, das neueste Photoshop CC zu kaufen, sollte die Kompatibilität mit den bestehenden Automatisierungslösungen stets im Blick behalten.
Die Notwendigkeit, komplexe Workarounds zu entwickeln oder sogar auf alternative Technologien umzusteigen, bindet wertvolle Ressourcen und verursacht zusätzliche Kosten. Die Kernfrage bleibt: Gibt es einen “Zauberschlüssel” oder eine verborgene Einstellung in macOS Catalina, die es InDesignServer.command erlaubt, die erforderlichen Apple Event-Berechtigungen zu erhalten, ohne dass es in den Systemeinstellungen sichtbar wird oder interaktive Dialoge erscheinen? Ohne eine solche Lösung bleibt die InDesign Server-Automatisierung über SOAP-Aufrufe auf Mac Pro Systemen mit Catalina eine Herausforderung, die die Produktivität erheblich beeinträchtigt.
Fazit
Das Problem der fehlenden Apple Event-Berechtigungen für InDesignServer.command unter macOS Catalina ist ein signifikantes Hindernis für die Automatisierung von InDesign Server-Workflows mittels AppleScript und SOAP-Aufrufen. Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen von Catalina, kombiniert mit der Unsichtbarkeit des Serverprozesses in den Systemeinstellungen, machen es unmöglich, die notwendigen Zugriffsrechte auf herkömmliche Weise zu erteilen. Dies führt zu frustrierenden Fehlermeldungen und einem Stillstand bei der Implementierung kritischer Automatisierungsprozesse. Eine transparente und dokumentierte Lösung seitens Apple oder Adobe ist dringend erforderlich, um Entwicklern und Systemadministratoren die Möglichkeit zu geben, ihre serverbasierten Publishing-Workflows zuverlässig und sicher unter macOS Catalina zu betreiben. Bis dahin bleibt die Suche nach einem gangbaren Weg eine Herausforderung, die die Innovationskraft und Effizienz vieler Unternehmen bremst.

