Nikola Iveco Ulm: Wegbereiter für emissionsfreie Lkw in Deutschland

Die Transformation hin zu einer kohlenstoffneutralen Welt ist in vollem Gange. Weltweit setzen Länder ehrgeizige Ziele, die branchenübergreifend Anstrengungen zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen vorantreiben. Der Automobilsektor ist naturgemäß ein Hauptverursacher von CO2-Emissionen, gleichzeitig aber auch einer der innovativsten Bereiche bei der Entwicklung von Technologien zu deren Reduzierung. Innerhalb der Automobilindustrie stellt der Lkw-Sektor jedoch eine besondere Herausforderung dar, da er aufgrund hochspezialisierter Anwendungsfälle und vielfältiger Kunden nur schwer zu dekarbonisieren ist.

Die Herausforderung: Dekarbonisierung des Lkw-Sektors

Die Komplexität des Schwerlastverkehrs erfordert maßgeschneiderte Lösungen, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch tragfähig sind. Während Pkw-Hersteller bereits große Fortschritte bei der Elektrifizierung erzielt haben, sind die Anforderungen an Reichweite, Ladekapazität und Betriebszeiten im Lkw-Segment deutlich höher. Dies erfordert innovative Ansätze und fortschrittliche Technologien, um den Übergang zu einer emissionsfreien Flotte zu ermöglichen und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit und Effizienz aufrechtzuerhalten.

Nikola Iveco Europe GMBH: Eine wegweisende Partnerschaft in Ulm

Um dieser Herausforderung zu begegnen, wurde ein wegweisendes Joint Venture zwischen der Iveco Group und dem US-amerikanischen Hersteller Nikola ins Leben gerufen. Ziel ist es, hochinnovative emissionsfreie Lkw zu bauen. Als Standort für die Fertigungsstätte wählte man bewusst Ulm in Deutschland, ein Schritt, der durch die regionalen Fortschritte im Bereich der emissionsfreien Technologien begründet ist. Bevor jedoch die ersten Lkw vom Band rollen konnten, benötigte das Unternehmen eine neue, hochmoderne Fabrik. Der Kunde beauftragte Capgemini mit der Konzeption und dem Aufbau eines vollständig digitalen Montageprozesses, der eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der gesamten Montage gewährleistet.

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Innovation durch Digitalisierung: Die Rolle von Capgemini

Als einheitliches Team arbeiteten die Partner an der Entwicklung eines Fahrplans für den Erfolg, der Innovation und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt des Projekts und damit in das Herz von Nikola Iveco Europe GMBH rückte. Das Joint Venture kooperierte mit Capgemini, um eine Vielzahl digitaler Fähigkeiten zu implementieren. Gemeinsam konzipierten die Organisationen die nächste Generation der digitalen Transformation, basierend auf SAP S/4HANA. Dies umfasste SAP EWM für das Lagerverwaltung und SAP MII für das Management von Fertigungs- und Qualitätsprozessen.

Kernelemente der digitalen Fertigung

Nikola Iveco Europe GMBH und Capgemini entwickelten daraufhin ein neues, durch künstliche Intelligenz (KI) gestütztes Geschäftsmodell, bei dem alle Engineering-Prozesse digitalisiert und alle Anlagen und Produkte durch IoT-, Edge- und 5G-Technologien miteinander verbunden sind. Dadurch schufen die Partner eine Organisation, in der Daten reibungslos zwischen Planung, Beschaffung und Produktion fließen und eine schlanke und flexible Anwendungsinfrastruktur aufrechterhalten wird. „Von Anfang an unterstützten wir die Iveco Group mit dem Ziel, ein innovatives ERP-Modell zu entwickeln“, sagt Eraldo Federici, Automotive, Manufacturing, Life Science, Aerospace & Defence Director bei Capgemini.

Auf dem Weg zur intelligenten und nachhaltigen Industrie

Die gemeinsame Etablierung dieser wegweisenden Produktionsstätte ist Teil eines größeren Plans, den Nikola Iveco Europe GMBH zusammen mit Capgemini verfolgt. Dieser Plan stellt das Paradigma der intelligenten Industrie in den Mittelpunkt des Unternehmensethos. Durch die Neugestaltung von Produkten, Prozessen und Abläufen, um sie intelligent zu machen, maximiert die Fabrik der Zukunft die „ERP to machine“-Integration. Dabei wird ein intelligenter Industrieansatz verfolgt, der sich in neuen Skalierungsmechanismen ausdrückt, die Möglichkeiten zur Verbesserung der Betriebsleistung nutzen und Innovationen beschleunigen. Letztendlich erwies sich ein kollaborativer Ansatz, der verschiedene Stakeholder einbezog, als Schlüsselkomponente für die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts durch Nikola Iveco Europe GMBH. Die nun vorhandene Infrastruktur für die Produktion emissionsfreier Lkw bringt die Automobilindustrie einen wichtigen Schritt näher zur Nachhaltigkeit. „Die Heterogenität des Teams war grundlegend für den Erfolg, mit der Präsenz unserer Mitarbeiter und Berater, Frauen und Männer, Menschen mit langer Erfahrung und Neueinstellungen, Amerikanern und Europäern, mit der entscheidenden Unterstützung von Capgemini und SAP“, so Giorgio Bonnet, Head of ICT for Truck Business Unit, Iveco Group.

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Dieses zukunftsweisende Projekt in Ulm unterstreicht Deutschlands Rolle als Innovationszentrum für grüne Technologien und setzt neue Maßstäbe für eine nachhaltige und digitalisierte Produktion im Schwerlastverkehr. Es ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie strategische Partnerschaften und der Einsatz modernster Technologien die Dekarbonisierung vorantreiben und eine intelligentere, umweltfreundlichere Industrie gestalten können.