Kakadus, mit ihrer charakteristischen Federhaube und ihrem intelligenten Wesen, faszinieren Vogelliebhaber weltweit. Diese Papageien, die ursprünglich aus Australien und Indonesien stammen, eroberten im 17. Jahrhundert die Herzen Europas und sind auch heute noch beliebte, wenn auch anspruchsvolle, Haustiere. Ihre Haltung erfordert jedoch Wissen, Geduld und die Bereitschaft, auf ihre besonderen Bedürfnisse einzugehen. Die Vielfalt der Arten, von den bekannten Gelbhauben- bis zu den farbenprächtigen Inka-Kakadus, bietet ein breites Spektrum an Erscheinungsbildern und Verhaltensweisen, die sie zu einzigartigen Begleitern machen. Finden Sie hier mehr über Tiere in Mietwohnungen.
Das Aussehen: Eine Federhaube, die Bände spricht
Mit einer Körperlänge von 30 bis 70 Zentimetern gehören Kakadus zu den größeren Papageienarten. Ihre Familie umfasst 21 Arten, die in sechs Gattungen unterteilt sind, wobei selbst der Nymphensittich zu dieser Gruppe zählt. Das auffälligste Merkmal ist zweifellos die Federhaube, die je nach Stimmung auf- oder abgestellt werden kann und dem Vogel stets ein “top frisiertes” Aussehen verleiht. Ergänzt wird dies durch einen kräftigen Hakenschnabel und ebenso kräftige Füße, die sie geschickt als Greifwerkzeuge einsetzen.
Farbenvielfalt im Gefieder
Die Farbgebung der Kakadus ist meist zurückhaltend: Weiß, Grau oder Rosa dominieren die Gefieder. Dennoch gibt es Ausnahmen mit schwarzen, roten und gelben Akzenten. Die Hautpartien um die Augen, Schnabel und Füße variieren ebenfalls je nach Art. Beim Gelbhaubenkakadu beispielsweise ist der Körper weiß und die Haube leuchtend gelb, während der Inka-Kakadu mit einer auffallend rot und gelb gefärbten Haube und einem überwiegend rosa Körper besticht. Unterschiede in der Augen- oder Haubenfarbe können manchmal auf das Geschlecht hinweisen, auch wenn die Unterscheidung, wie bei vielen Papageien, nicht immer einfach ist. Halter und Züchter wissen, dass die Geschlechtsbestimmung bei Papageien nicht trivial ist. Umfassende Informationen hierzu finden Sie in unserem Vogelmagazin.
Kakadu hält seinen Fuß hoch© Duncan Noakes / stock.adobe.com
Die Füße dienen Kakadus als Greifhilfe, während ihr kräftiger Schnabel zum Knacken von Körnern und Früchten eingesetzt wird.
Der Charakter: Intelligente Spaßvögel mit starker Bindung
Kakadus sind bekannt für ihre Intelligenz, ihre Geselligkeit und ihren ausgeprägten Spieltrieb. Sie sind ausgezeichnete Imitatoren, lernen schnell menschliche Bewegungen und Geräusche und setzen diese humorvoll in Szene. Der berühmte tanzende Kakadu Snowball ist ein eindrucksvolles Beispiel für ihre Spontaneität und ihren ausgeprägten Rhythmus. Diese Fähigkeit zur Nachahmung von Geräuschen und Stimmen macht sie zu unterhaltsamen Begleitern, auch wenn sie nicht die Sprachbegabung von beispielsweise Graupapageien besitzen. Ihre Lautstärke kann jedoch beachtlich sein. Ein offener Umgang mit ihren Bezugspersonen ist essenziell; die Stimmung eines Kakadus lässt sich oft gut an seiner Haube ablesen.
Soziale Interaktion und Bindung
Kakadus entwickeln oft eine sehr starke Bindung zu einer einzelnen Bezugsperson und können sehr anhänglich sein. Diese intensive Zuneigung kann jedoch auch in Eifersucht umschlagen, und sie verteidigen ihre Bezugsperson mit allen Mitteln. Eine Trennung von ihrem Lieblingsmenschen verkraften sie oft nur schwer, weshalb die Haltung von mindestens zwei Vögeln dringend empfohlen wird, um Einsamkeit und Verhaltensproblemen vorzubeugen. Erfahren Sie mehr über die Haltung von Kleintieren in Mietwohnungen.
Haltung: Platz, Geduld und spezielle Bedürfnisse
Kakadus sind monogame Vögel, die ihrem Partner oft ein Leben lang treu bleiben und sich gemeinsam um den Nachwuchs kümmern. In freier Wildbahn brüten sie in Baumhöhlen. Aggressives Verhalten mancher Männchen während der Brutzeit kann jedoch vorkommen, was die Notwendigkeit von ausreichend Rückzugsmöglichkeiten unterstreicht. Die Vergesellschaftung mit anderen Vogelarten ist aufgrund ihres hitzigen Gemüts und ihres territorialen Verhaltens eher ungeeignet, obwohl sie von Natur aus in Schwärmen leben.
Die ideale Umgebung für anspruchsvolle Haubenträger
Eine artgerechte Haltung erfordert eine geräumige Voliere, in der die Vögel mindestens zu zweit leben können. Zwei Besonderheiten sind bei der Haltung von Kakadus zu beachten:
- Starke Nagetätigkeit: Ihr kräftiger Schnabel kann Möbel und Einrichtungsgegenstände schnell beschädigen. Daher benötigen sie zahlreiche Nagemöglichkeiten und eine Voliere aus robustem Metall. Auf zink- oder bleihaltige Materialien sollte verzichtet werden, um Vergiftungen zu vermeiden. Die Gitterstäbe müssen dick genug sein, um dem Schnabeldruck standzuhalten. Die richtige Käfigausstattung für Ihre Lieblinge ist hierbei entscheidend.
- Hohe Staubentwicklung: Kakadus produzieren feinen Staub durch sogenannte Puderdunen, die zur Gefiederpflege dienen. Dies kann die Luftqualität beeinträchtigen. Außenvolieren mit Zugang zu einem beheizten Schutzhaus sind daher ideal, um die Gesundheit von Mensch und Tier zu schützen.
Rosakakadu knabbert an Rucksack© Martina Berg / stock.adobe.com
Kakadus, wie dieser freche Rosakakadu, haben einen ausgeprägten Nageinstinkt.
Ausstattung der Kakadu-Voliere
Da Kakadus wahre Energiebündel sind, benötigen sie viel Bewegungsfreiheit und regelmäßige Freiflugmöglichkeiten. Die Voliere sollte daher gut ausgestattet sein mit:
- Verschiedenartigen Sitzstangen und Kletterästen.
- Hoch positionierten Futter- und Wassernäpfen, um Verschmutzung zu vermeiden.
- Einem Badebecken mit lauwarmem Wasser.
- Rückzugsmöglichkeiten und abwechslungsreichem Spielzeug.
- Frischen, unbehandelten Obstbaumzweigen zum Nagen.
Regelmäßige Reinigung der Voliere ist unerlässlich, da Kakadus viel stauben, koten und beim Fressen unordentlich sind. Das Trinkwasser sollte zweimal täglich gewechselt und Futterreste täglich entfernt werden. Eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent ist wichtig, um die empfindlichen Schleimhäute der Vögel zu schützen. In Innenvolieren ist zudem eine flackerfreie UV-Beleuchtung zur Vitamin-D-Synthese ratsam.
Ernährung: Ausgewogen und fettarm
Trotz ihres hohen Bewegungsdrangs neigen Kakadus zu Übergewicht. Eine ausgewogene Ernährung ist daher essenziell. Der Speiseplan sollte fettarme Samenmischungen, frisches Obst und Gemüse umfassen. Je nach Art und Herkunft können auch Insektenlarven als Proteinquelle, Wurzeln, Blüten, Beeren sowie Nüsse und Sonnenblumenkerne als gelegentliche Leckerbissen ergänzt werden.
Gesundheit: Aufmerksame Beobachtung ist entscheidend
Kakadus zeigen oft erst spät, wenn es ihnen schlecht geht. Regelmäßige Gewichtskontrollen, Beobachtung des Kotes und des allgemeinen Verhaltens sind daher unerlässlich. Übergewicht und Lungenbeschwerden sind häufige Leiden, denen mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichender Luftfeuchtigkeit vorgebeugt werden kann.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Feder- und Schnabelkrankheit PBFD, einer nicht heilbaren Viruserkrankung, die bei Papageien häufig auftritt. Beim Kauf ist es daher wichtig, Herkunft und Gesundheitszustand des Vogels genau zu klären. Bei guter Pflege können Kakadus ein hohes Alter erreichen, oft zwischen 25 und 35 Jahren, wobei einige Arten sogar bis zu 60 Jahre alt werden können.
Kauf eines Kakadus: Kosten und Regularien
In Deutschland unterliegen Kakadus, mit Ausnahme des Nymphensittichs, dem besonderen Artenschutz und sind meldepflichtig. Für einige Arten ist ein Herkunftsnachweis oder CITES-Dokumente erforderlich. Ein Kakadu ist eine bedeutende Investition: Die Preise bei privaten Züchtern liegen im Schnitt bei 800 Euro. Hier finden Sie interessante Informationen über Top-Haustiere.
Herkunft: Weitgereiste Exoten
Die ursprüngliche Heimat der Kakadus ist Australien und Tasmanien, sie sind aber auch auf den Philippinen und in Indonesien beheimatet. Im 17. Jahrhundert gelangten die ersten Exemplare mit niederländischen Seefahrern nach Europa. Ihre natürlichen Lebensräume sind vielfältig und reichen von tropischen Regenwäldern bis zu offenen Graslandschaften. Einige Arten haben sich auch an urbane Umgebungen angepasst. Trotz ihres hohen Haltungsanspruchs sind Kakadus aufgrund ihres majestätischen Erscheinungsbilds und ihres faszinierenden Charakters bei vielen Vogelliebhabern sehr beliebt.
