Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum eine isolierte Lösung die beste Wahl ist – Kein “Knebelvertrag” riskieren!

Die Absicherung der Arbeitskraft gehört zu den fundamentalsten Pfeilern der finanziellen Vorsorge. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schützt Sie, wenn Sie aufgrund von Krankheit oder Unfall Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Doch Vorsicht: Die Art und Weise, wie Sie diesen wichtigen Schutz abschließen, entscheidet maßgeblich über dessen Effektivität und Beständigkeit. Der Verbraucherschutzverband Bund der Versicherten (BdV) warnt eindringlich davor, die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzbaustein zu einer Kapitallebensversicherung abzuschließen. Stattdessen empfiehlt er dringend, eine isolierte Berufsunfähigkeitsversicherung zu wählen, um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen.

Die Tücken der Kombination: Ein hohes Risiko für Ihren BU-Schutz

Viele Verbraucher entscheiden sich – oft unwissentlich oder auf Empfehlung – für eine Berufsunfähigkeitsversicherung als integrierten Bestandteil einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung. Was auf den ersten Blick praktisch erscheint, birgt ein erhebliches und oft unterschätztes Risiko: Laut BdV laufen bis zu 50 Prozent dieser Versicherten Gefahr, ihren essenziellen Berufsunfähigkeitsschutz ersatzlos zu verlieren. Dieses Szenario tritt besonders häufig in späteren Lebensjahren ein, genau dann, wenn der Schutz am dringendsten benötigt wird.

Der Grund dafür ist einfach und doch fatal: Etwa die Hälfte aller Kapitallebens- und Rentenversicherungen wird im Laufe ihrer Laufzeit vorzeitig gekündigt. Dies kann durch unterschiedlichste Lebensumstände bedingt sein, wie plötzliche Arbeitslosigkeit, finanzielle Engpässe, der Wunsch nach Liquidität zur Schuldentilgung oder einfach veränderte Anlagepräferenzen. Das Problem dabei ist, dass die meisten Lebensversicherer es nicht zulassen, dass die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung nach Kündigung des Hauptvertrages, der Kapitallebensversicherung, eigenständig weitergeführt wird. Die logische Konsequenz: Mit der Kündigung der Kapitallebensversicherung geht auch der so wichtige BU-Schutz verloren.

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Frank Braun, Geschäftsführer des BdV, bringt es auf den Punkt: „Meist stehen Verbraucher, die eine Lebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatz kündigen, danach ohne ausreichenden Versicherungsschutz dar, weil sie entweder nicht mehr gesund sind und deshalb keinen neuen Vertrag bekommen oder ein neuer Vertrag wegen des gestiegenen Alters zu teuer würde.“ Ein Verlust, der in einer ohnehin schon schwierigen Lebenssituation existenzbedrohend sein kann.

Der “Knebelvertrag”-Effekt: Eine Zwickmühle für Versicherte

Für die Hälfte der Verbraucher, die vorzeitig auf ihr Kapital zugreifen müssen und die Kündigung ihrer Kapitalversicherung in Betracht ziehen, entwickelt sich die Kombination mit einem Berufsunfähigkeitszusatz oft zu einem regelrechten “Knebelvertrag”. Sie stehen vor einer schmerzhaften Wahl: Entweder verzichten sie zugunsten des Versicherers auf die Kündigung und bleiben an einen Vertrag gebunden, den sie eigentlich auflösen möchten, oder sie kündigen den Vertrag, um an den Rückkaufswert der Kapitalversicherung zu gelangen, opfern dabei aber ihren entscheidenden Berufsunfähigkeitsschutz.

Stellen Sie sich vor, Sie benötigen dringend liquide Mittel, um unvorhergesehene Ausgaben zu decken oder Schulden abzubauen. Sie möchten Ihre Kapitallebensversicherung kündigen, um an den Rückkaufswert zu kommen. Doch dann erkennen Sie, dass dies das Ende Ihrer BU-Absicherung bedeuten würde – einer Absicherung, die Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit dringend bräuchten. In vielen Fällen raten Berater des BdV in solchen Situationen von einer Kündigung ab, da der Verlust des BU-Schutzes gravierender wäre als der finanzielle Gewinn aus dem Rückkaufswert. Dies führt dazu, dass Verbraucher nicht an ihr dringend benötigtes Geld kommen, weil sie zwischen zwei Übeln wählen müssen. Eine solche Situation kann enorme psychische und finanzielle Belastungen verursachen und die eigentliche Funktion einer Versicherung, nämlich Sicherheit zu bieten, in ihr Gegenteil verkehren.

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Häufige Mängel bei Kombi-Verträgen: Weniger Schutz, wo er am meisten zählt

Die Probleme der Kombi-Verträge gehen über den reinen Verlust des Schutzes bei Kündigung hinaus. Die Berater des Bund der Versicherten stellen regelmäßig fest, dass in Kombinationen von Kapitalversicherung und Berufsunfähigkeitszusatz oft viel zu geringe Versicherungssummen für den Berufsunfähigkeitsschutz vereinbart werden. Dies ist ebenfalls auf die Kapitallebensversicherung zurückzuführen. Da die Kapitallebensversicherung einen Großteil der Beiträge “verschlingt”, bleibt oft nicht genug Spielraum, um eine ausreichende Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit einer angemessenen Rentenhöhe zu finanzieren. Der Verbraucher wähnt sich abgesichert, ist es aber im Ernstfall oft nicht ausreichend.

Ein weiterer gravierender Mangel betrifft die Versicherungsdauer: Bei Kombi-Verträgen wird oft an der Laufzeit gespart. Es kommt vor, dass der Berufsunfähigkeitsschutz beispielsweise bereits mit dem 55. Lebensjahr endet, obwohl das Risiko einer Berufsunfähigkeit gerade in den darauf folgenden Jahren – also zwischen 55 und dem gesetzlichen Renteneintrittsalter – besonders hoch ist. Diese Praxis kommt ausschließlich den Versicherungsunternehmen zugute, da das statistisch erhöhte Risiko im fortgeschrittenen Alter gar nicht erst versichert wird. Für den Versicherten bedeutet dies eine gefährliche Deckungslücke in einer Phase des Lebens, in der die finanzielle Absicherung der Arbeitskraft entscheidend ist. Man zahlt über Jahre hinweg Beiträge und steht dann im entscheidenden Moment ohne Schutz da.

Die eindeutige Empfehlung: Versicherung und Geldanlage strikt trennen!

Angesichts dieser Risiken und Mängel ist die Botschaft des Verbraucherschutzverbandes Bund der Versicherten klar und unmissverständlich: Verbraucher sollten Versicherung und Geldanlage immer strikt voneinander trennen!

Die sinnvollste und sicherste Lösung ist eine isolierte Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese bietet Ihnen einen reinen Schutz vor Berufsunfähigkeit, unabhängig von anderen Finanzprodukten. Sie können die Höhe der BU-Rente und die Laufzeit flexibel an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen, ohne dass ein Kapitalanlageanteil die Beiträge unverhältnismäßig in die Höhe treibt oder den Schutz in irgendeiner Weise gefährdet.

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Wer Angehörige zu versorgen hat und für den Todesfall vorsorgen möchte, kann dies ebenfalls sinnvoll tun – und zwar mit einer reinen Risikolebensversicherung. Diese bietet Todesfallschutz für Ihre Familie, ebenfalls ohne Kapitalanlageanteil. Beide Produkte – die isolierte Berufsunfähigkeitsversicherung und die Risikolebensversicherung – sind auf ihre Kernfunktion optimiert und bieten so den bestmöglichen Schutz zu fairen Konditionen.

Kombinieren Sie diese wichtigen Absicherungen niemals mit einer Kapitalversicherung. Die Trennung dieser Bereiche stellt sicher, dass Sie im Notfall den vollen Schutz erhalten, den Sie benötigen, und verhindert, dass Sie in eine finanzielle Zwickmühle geraten, die Ihre Existenz bedrohen könnte. Setzen Sie auf Klarheit und Sicherheit in Ihrer Finanzplanung, indem Sie sich für spezialisierte und voneinander unabhängige Versicherungslösungen entscheiden. So bewahren Sie Ihre finanzielle Unabhängigkeit und sichern Ihre Zukunft und die Ihrer Familie umfassend ab.