Die fondsgebundene Lebensversicherung wird oft als attraktive Lösung beworben, die den Schutz für den Todesfall mit der Chance auf höhere Renditen durch Fondsanlagen verbindet. Ähnlich einer Kapitallebensversicherung soll sie langfristiges Sparen ermöglichen, doch mit einem entscheidenden Unterschied: Anstatt fester Zinsen werden Ihre Beiträge ganz oder teilweise in Investmentfonds investiert, die Sie oft selbst auswählen können. Dies verspricht zwar potenziell höhere Erträge als klassische Sparprodukte, geht jedoch auch mit einem erheblichen Verlustrisiko einher, da eine Mindestverzinsung nicht existiert. Am Ende der Vertragslaufzeit erhalten Sie lediglich den Betrag, den der gewählte Fonds über die Jahre erwirtschaftet hat. Bevor Sie sich für ein solches Produkt entscheiden, ist es entscheidend, die versteckten Kosten und Risiken genau zu verstehen.
Es hat sich gezeigt, dass der in vielen fondsgebundenen Verträgen vereinbarte Todesfallschutz oft unzureichend ist. Experten raten daher dazu, die Absicherung für den Todesfall klar von der Geldanlage zu trennen. Dies lässt sich beispielsweise realisieren, indem Sie ein Wertpapierdepot mit kostengünstigen Indexfonds eröffnen und parallel dazu eine separate Risikolebensversicherung abschließen. Diese Trennung bietet in der Regel mehr Flexibilität, höhere Transparenz und eine bessere Kostenkontrolle, was für Ihre finanzielle Planung von großem Vorteil sein kann.
Die Bafin kritisiert hohe Effektivkosten und verdeckte Provisionen
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat in einer Studie aus dem Jahr 2021 die Effektivkosten fondsgebundener Lebensversicherungen genau unter die Lupe genommen und dabei alarmierende Ergebnisse festgestellt. Die sogenannten Effektivkosten umfassen nicht nur Verwaltungsgebühren, sondern auch Abschluss-, Vertriebs- und Fondskosten, die oft intransparent im Vertrag verankert sind. Die Analyse ergab, dass viele dieser Produkte schlichtweg zu teuer sind.
Teilweise verlangen die Versicherer Effektivkosten von über 4 Prozent pro Jahr. Um dies zu veranschaulichen: Bei einer bereits angesparten Summe von 30.000 Euro bedeuten 4 Prozent Effektivkosten jährliche Abzüge von 1.200 Euro. Werden keine entsprechend hohen Renditen erwirtschaftet, fressen diese Kosten im schlimmsten Fall einen erheblichen Teil Ihres Ersparten auf oder führen sogar zu einem Kapitalverlust. Dies untergräbt den eigentlich angestrebten Vermögensaufbau erheblich und macht die fondsgebundene Lebensversicherung zu einer suboptimalen Anlageform für viele Sparer.
Ein weiterer scharfer Kritikpunkt der Bafin sind die hohen Rückvergütungen (Kickbacks), die Fondsgesellschaften an Versicherer und Vermittler zahlen. Dieses System funktioniert folgendermaßen: Sie als Kunde zahlen jährlich Gebühren an die Fondsgesellschaft für die Verwaltung Ihrer Investmentfonds – diese belaufen sich typischerweise auf etwa 1,5 bis 2 Prozent des angelegten Vermögens. Ein signifikanter Teil dieser Gebühren fließt jedoch oft an die Versicherer und deren Vertriebspartner zurück. Erschreckend ist, dass diese Rückvergütungen nur bei einem Viertel der Produkte vollständig beim Versicherten ankommen. In 20 Prozent der Verträge werden die Kunden überhaupt nicht an diesen Rückflüssen beteiligt. Im Klartext bedeutet das: Sie finanzieren mit Ihrem eigenen Geld die Provisionen und Rückvergütungen der Versicherungsgesellschaften und Vermittler, ohne selbst davon zu profitieren.
Die Bafin sieht darin ein erhebliches Risiko für die Verbraucherinteressen. Es besteht die Gefahr, dass Vermittler und Vertriebe nicht die Versicherung empfehlen, die am besten zu den individuellen Bedürfnissen des Kunden passt, sondern jene Produkte, die mit besonders hohen Provisionen und Rückvergütungen locken. Dies führt zu einem Interessenkonflikt und kann dazu führen, dass Kunden Produkte erwerben, die nicht optimal für ihre finanzielle Situation sind. Informieren Sie sich daher kritisch über die verschiedenen Investmentmöglichkeiten, auch wenn es darum geht, die beste Kryptowährung Zukunft 2022 oder andere vielversprechende Anlagen zu finden.
Das Risiko schwankender Kurse und die Bedeutung aktiver Steuerung
Ein wesentliches Merkmal von Fondsanlagen ist ihre Abhängigkeit von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Durch schwankende Kurse besteht die reale Gefahr, dass Ihr Vertrag genau in einer Phase niedriger Börsenkurse endet. In diesem Fall wäre die auszuzahlende Summe unter Umständen geringer als erwartet, was Ihre Altersvorsorgepläne empfindlich treffen kann. Um dieses Risiko zu minimieren, ist es unerlässlich, die von Ihnen ausgewählten Fonds regelmäßig zu überprüfen.
Passen die Fonds nicht mehr zu Ihrer Risikobereitschaft oder entwickeln sie sich nicht wie gewünscht, sollten Sie nicht zögern, schlecht laufende oder zu teure Aktienfonds gegen bessere und günstigere Angebote auszutauschen. Eine aktive Steuerung ist hierbei entscheidend, da die Versicherer in der Regel keine Verantwortung für die Wertentwicklung der Fonds übernehmen. Viele Anleger suchen auch nach neuen Wegen, um ihr Kapital zu mehren und interessieren sich dabei zum Beispiel für unbekannte Kryptowährungen mit Potenzial, doch auch hier ist eine kritische Prüfung und das Verständnis der Risiken unerlässlich.
Im Todesfall der versicherten Person erhalten Ihre Hinterbliebenen einen vertraglich garantierten Betrag. Sind die Fondsanteile zu diesem Zeitpunkt mehr wert als die festgelegte Summe, geht der Überschuss in der Regel ebenfalls an die Angehörigen. Dies bietet eine gewisse Absicherung, jedoch sollte, wie bereits erwähnt, der primäre Fokus auf dem Risikoschutz und nicht auf der oft teuren und riskanten Kombination mit der Geldanlage liegen.
Fondsgebundene Rentenversicherungen: Ähnliche Fallstricke, ähnliche Empfehlungen
Auch bei der fondsgebundenen Rentenversicherung investiert die Versicherung einen Teil Ihrer Beiträge in einen oder mehrere Fonds, deren Auswahl oft in Ihren Händen liegt. Wie bei der fondsgebundenen Lebensversicherung versprechen sich Anleger hierdurch höhere Renditechancen für ihre Altersvorsorge. Gleichzeitig steigt jedoch auch das Verlustrisiko erheblich. Da der Versicherer keine Mindestsumme garantiert, tragen Sie das Risiko schwankender Aktienkurse und der Marktentwicklung allein. Dieser Aspekt ist besonders kritisch, da es sich hier um die finanzielle Absicherung im Alter handelt. Daher ist es wichtig, die Anlageentscheidungen mit großer Sorgfalt zu treffen und beispielsweise die beste Kryptowährung 2023 nicht unbedacht in ein Rentenversicherungsprodukt zu integrieren, ohne die Gesamtzusammenhänge zu verstehen.
Wir empfehlen eine fondsgebundene Rentenversicherung ausschließlich als sogenannte Nettopolice. Bei einer Nettopolice fallen keine oder nur sehr geringe Abschlusskosten an, und sie beinhaltet in der Regel kostengünstige ETFs (Exchange Traded Funds). Diese bieten eine breite Diversifikation bei geringen Verwaltungskosten und sind oft eine überlegenere Alternative zu aktiv gemanagten Fonds mit hohen Gebühren. Die Nettopolice eliminiert die hohen Provisionen für Vermittler, die bei Standardprodukten die Rendite schmälern. Bevor Sie also in eine fondsgebundene Rentenversicherung investieren, prüfen Sie genau die Kostenstruktur und die zugrunde liegenden Anlageoptionen.
Fazit: Transparenz und Kostenkontrolle als Schlüssel
Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen können auf den ersten Blick verlockend wirken, da sie die Verknüpfung von Risikoschutz und Geldanlage suggerieren. Eine tiefere Betrachtung und die Kritik von Aufsichtsbehörden wie der Bafin zeigen jedoch deutliche Schwächen auf: hohe Effektivkosten, intransparente Kickbacks an Vermittler und das alleinige Risiko für den Anleger bei schwankenden Kursen. Diese Faktoren können die Renditechancen erheblich schmälern und den angestrebten Vermögensaufbau gefährden. Statt auf komplexe und oft teure Kombiprodukte zu setzen, ist es in den meisten Fällen finanziell sinnvoller, den Risikoschutz (z.B. durch eine reine Risikolebensversicherung) und die Geldanlage (z.B. durch kostengünstige ETFs in einem Wertpapierdepot) voneinander zu trennen. Dies bietet Ihnen maximale Flexibilität, volle Transparenz über alle Kosten und eine bessere Kontrolle über Ihre Anlageentscheidungen. Bleiben Sie informiert über attraktive Anlagemöglichkeiten und suchen Sie nach neuen Kryptowährungen mit Potenzial, um Ihre Finanzen eigenverantwortlich zu gestalten. Bevor Sie eine Entscheidung treffen, informieren Sie sich umfassend, vergleichen Sie unabhängige Angebote und ziehen Sie bei Bedarf einen Honorar-Finanzberater hinzu, um eine wirklich auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösung zu finden.
