Rund 8 Millionen aller deutschen Haushalte halten Katzen als Teil der Familie, füttern sie, sorgen sich um sie, wenn sie krank sind, und geben ihnen einen warmen Platz zum Schlafen. Doch die Zahl der herrenlosen Katzen auf Schrottplätzen, der Straße oder in Schrebergartenkolonien, die ohne regelmäßiges Futter ums Überleben kämpfen, ist deutlich höher. Auch Tierheime können die hohe Zahl der bei ihnen abgegebenen Katzen oft kaum weitervermitteln. Um eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern, werden diese Tiere häufig kastriert. Aber ist eine Kastration beim Kater tatsächlich immer sinnvoll und was sollten Sie darüber wissen?
Kastration und Sterilisation: Ein klarer Unterschied
Viele Katzenbesitzer verwenden die Begriffe “sterilisieren” und “kastrieren” oft synonym, doch es handelt sich um unterschiedliche Operationsmethoden. Beide sind Routineeingriffe, die in Kurznarkose durchgeführt werden und Ihr Tier unfruchtbar machen.
- Kastration: Bei der Kastration werden die Keimdrüsen – also die Hoden beim männlichen Tier bzw. die Eierstöcke beim weiblichen Tier – vollständig entfernt. Dadurch wird das Tier nicht nur unfruchtbar, sondern die Produktion von Sexualhormonen wird eingestellt. Dies hat zur Folge, dass sexualhormongesteuerte Verhaltensweisen, wie das Markieren oder die Rolligkeit, ausbleiben oder deutlich reduziert werden. Dies ist in den allermeisten Fällen die sinnvolle und empfohlene Methode. Beim Kater erfolgt die Operation über einen kleinen Schnitt in den Hodensack, der oft so klein ist, dass er nicht einmal genäht werden muss und innerhalb weniger Tage selbstständig verheilt.
- Sterilisation: Bei der Sterilisation werden lediglich die Samenleiter des Katers bzw. die Eileiter der Katze durchtrennt oder abgebunden. Die Tiere sind danach zwar unfruchtbar, die Keimdrüsen bleiben jedoch erhalten und produzieren weiterhin Sexualhormone. Das bedeutet, der Geschlechtszyklus und die damit verbundenen Verhaltensmuster bleiben bestehen. Diese Methode wird bei Katzen in der Regel nicht angewendet, da sie die Vorteile der Verhaltensänderung nicht bietet.
Kater haben im Gegensatz zu Kätzinnen keinen Jahreszyklus; sie sind in der Regel immer paarungsbereit, da Spermien über das ganze Jahr produziert werden. Die meisten Kater werden mit etwa 6 bis 10 Monaten geschlechtsreif. Die Kastration ist oft die erste Operation im Leben eines Katers. Um die richtige Entscheidung für Ihr Tier zu treffen, beleuchten wir im Folgenden alle wichtigen Aspekte der Kastration beim Kater.
Die unbestreitbaren Vorteile der Katerkastration
Eine Katerkastration bringt zahlreiche Vorteile mit sich, sowohl für das Tier selbst als auch für das Zusammenleben mit dem Menschen und den Tierschutz. Hier sind die Top 4 Vorteile im Überblick:
1. Ein Ende des unerwünschten Markierverhaltens
Mit dem Eintritt der Geschlechtsreife beginnen viele unkastrierte Kater mit dem sogenannten “Harnspritzen”. Hierbei handelt es sich um eine Duftmarkierung des Reviers, die mit einem stark riechenden Urin einhergeht. Dieser Geruch wird durch Sexualhormone verursacht und ist für uns Menschen oft penetrant und unangenehm. Möbelstücke, Teppiche oder Wände können davon betroffen sein, was für Katzenbesitzer eine erhebliche Belastung darstellt. Ist Ihr Kater erst einmal kastriert, riecht sein Urin wieder wie vor der Pubertät. Eine Kastration ist daher auch für Wohnungskater sinnvoll, die alleine leben, um dieses Verhalten zu unterbinden.
2. Harmonie im Zusammenleben: Positive Verhaltensänderungen
Das Einsetzen der Sexualhormonproduktion kann bei Katern nicht selten zu einem Dominanzverhalten gegenüber dem Besitzer oder anderen im Haushalt lebenden Katzen führen. Aggressivität, ständiges Mauzen und Unruhe können das friedliche Miteinander stören. Durch eine Kastration wird die Bildung dieser Hormone minimiert, was die Wahrscheinlichkeit eines friedlichen Zusammenlebens erheblich erhöht. Viele Kater werden nach der Kastration zutraulicher, suchen vermehrt die Nähe ihrer Bezugspersonen und sind ausgeglichener.
3. Eine deutlich höhere Lebenserwartung
Vor allem im Frühjahr werden unkastrierte Kater geschlechtsaktiv. Wohnungskater können dann stundenlang mauzen, wenn sie eine rollige Kätzin in der Nachbarschaft wittern, und nutzen jede Gelegenheit zur Flucht ins Freie. Freigänger-Kater dehnen ihr Revier auf der Suche nach paarungswilligen Katzen deutlich aus und bleiben oft tagelang verschwunden. Bei ihren Abenteuern vergessen sie alle Vorsicht. Dies führt häufiger zu Verkehrsunfällen und heftigen Kämpfen mit rivalisierenden Katern.
Solche Kämpfe verursachen nicht nur böse Verletzungen wie Bisse und Kratzer, sondern können auch die Übertragung von ansteckenden, oft unheilbaren Krankheiten wie FIV (Katzen-AIDS), FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) oder FELV (Leukose) zur Folge haben. Haben Sie schon einmal den Lärm eines Katzenkampfes gehört? Es ist keine schöne Vorstellung, dass Ihr Kater darin verwickelt ist. Durch die Kastration bleibt Ihr Freigänger in der Nähe seines Zuhauses und geht Streitigkeiten mit anderen Katzen häufiger aus dem Weg, da seine Kampfbereitschaft abnimmt. Weniger Verletzungen und eine geringere Wahrscheinlichkeit, einem Autounfall zum Opfer zu fallen oder sich mit einer tödlichen Erkrankung anzustecken, führen zu einer doppelt so hohen Lebenserwartung im Vergleich zu unkastrierten Artgenossen.
4. Verantwortungsvoller Tierschutz: Keine ungewollten Kitten
Treffen unkastrierte Kater und Kätzinnen aufeinander, folgt der Paarungsakt, und einige Wochen später erblicken viele süße Katzenkinder das Licht der Welt. Dieser Vorgang ist für die Tiere ein völlig unemotionaler Fortpflanzungsakt, den sie im Falle einer Kastration auch nicht vermissen. Da die meisten Katzen mehrere Kitten pro Wurf zur Welt bringen, kann eine einzige Katze innerhalb von 5 Jahren bis zu 13.000 Nachkommen hervorbringen. Durch die Kastration wird die Anzahl der ungewollt neugeborenen und unter Umständen obdach- und herrenlosen Katzen drastisch reduziert, wodurch ein wichtiger Beitrag zum aktiven Tierschutz geleistet wird.
Mythen und Fakten: Häufige Bedenken zur Katerkastration
Neben den unbestreitbaren Vorteilen einer Kastration halten sich hartnäckig einige Mythen und Bedenken. Das häufigste Argument ist, dass kastrierte Kater übergewichtig und faul werden. Stimmt, eine Gewichtszunahme nach der Kastration ist nicht unüblich und kann weitere Erkrankungen nach sich ziehen. Hierfür ist jedoch nicht die Kastration selbst verantwortlich, sondern ein Ungleichgewicht zwischen Futtermenge und Kalorienverbrauch des Tieres. Mit einigen simplen Tricks können Sie einer unkontrollierten Gewichtszunahme bei Ihrem Kater vorbeugen:
Mythos 1: Kastrierte Kater werden faul und übergewichtig
- Kontrollierte Futtermenge: Sie sollten jeden Tag eine genaue Futtermenge abmessen. Verteilen Sie diese über mehrere Mahlzeiten am Tag, damit sich Ihr Tier daran gewöhnt und kein Heißhunger entsteht. In Mehrkatzenhaushalten kann es sinnvoll sein, die Katzen getrennt voneinander zu füttern, um sicherzustellen, dass jeder genau die Menge bekommt, die er braucht. Für kastrierte Tiere gibt es spezielle Futtersorten, die bereits kalorienreduziert sind und auf den veränderten Stoffwechsel abgestimmt sind.
- Leckerlis nur in Maßen: Es ist wie bei uns Menschen – zu viele Süßigkeiten machen dick. Hin und wieder sind kalorienreiche Leckerlis erlaubt, aber denken Sie daran, an diesem Tag die Futtermenge entsprechend anzupassen und etwas weniger zu geben.
- Bewegung: Ablenkung und Bewegung durch Spielen ist das einfachste und spaßigste Sportprogramm, das Sie Ihrer Katze bieten können. Denn auch hier gilt dasselbe wie für uns: Nur wer sich bewegt, kann auch Kalorien verbrennen. Ein Pluspunkt: Durch das gemeinsame Spielen wird die Katzen-Mensch-Beziehung intensiviert und gestärkt.
Mythos 2: Verlust des “katerhaften” Aussehens
Einigen Besitzern ist es wichtig, dass ihr Kater, auch nach einer Kastration vor oder bei Eintritt der Geschlechtsreife, das “katertypische” Aussehen entwickelt. Hierbei handelt es sich ausschließlich um persönlichen Geschmack. Möchte man vermeiden, dass der Kater aufgrund der Kastration ein insgesamt langbeinigeres und zierlicheres Aussehen entwickelt als unkastrierte Artgenossen, so sollte die Kastration erst nach 12 bzw. 18 Monaten durchgeführt werden. Medizinisch gesehen gibt es hierfür jedoch keinen zwingenden Grund. Sie sehen also, nur weil Ihr Kater kastriert wird, mutiert er nicht gleich zum Garfield. Der Zeitpunkt der Kastration sollte immer individuell mit Ihrem Tierarzt abgestimmt werden.
Die Kastration eines Katers ist ein wichtiger Eingriff, der zahlreiche Vorteile für Gesundheit, Verhalten und den Tierschutz mit sich bringt. Durch die Vermeidung von Verhaltensproblemen wie Harnspritzen, die Reduzierung von Revierkämpfen und die drastische Senkung des Risikos für schwere Krankheiten und Unfälle kann Ihr Kater ein längeres, gesünderes und ausgeglicheneres Leben führen. Zudem leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Kontrolle der Katzenpopulation und zum Schutz herrenloser Tiere.
Sollten Sie sich unsicher sein, ob und wann eine Kastration für Ihren Kater sinnvoll ist, empfehlen wir Ihnen stets, einen Tierarzt zu konsultieren. Ein vertrauenswürdiger Tierarzt kann Sie umfassend beraten und den optimalen Zeitpunkt sowie die beste Vorgehensweise für Ihr individuelles Tier bestimmen.
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