Die meisten Katzen lieben es, frische Luft zu schnuppern und die Welt draußen zu erkunden. Während ein gut ausgestattetes Zuhause für Abwechslung sorgen kann, bieten die Erlebnisse und Sinneseindrücke unter freiem Himmel eine unvergleichliche Bereicherung für jede Samtpfote. Doch der Freigang birgt auch Risiken: stark befahrene Straßen, Giftköder oder Konflikte mit anderen Tieren und Menschen in der Nachbarschaft. Um die Sicherheit Ihrer Katze zu gewährleisten und ihr gleichzeitig ein Stück Natur zu ermöglichen, ist ein gut geplantes und sicheres Außengehege für Katzen die ideale Lösung. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige, was Sie bei der Planung und Errichtung eines solchen Freigeheges beachten sollten.
Vorteile eines Außengeheges für Katzen
Ein Blick auf eine Katze im Freien genügt, um zu erkennen, wie viel Freude der Aufenthalt im Grünen den kleinen Entdeckern bereitet – vorausgesetzt, das Wetter stimmt. Draußen gibt es unzählige Dinge zu beobachten, von Insekten und Vögeln bis hin zu jedem Grashalm, der sich im Wind wiegt. Und was könnte schöner sein, als die warme Frühlingssonne auf dem Fell zu spüren? Katzen genießen ihre Zeit an der frischen Luft. Ein Freigehege ermöglicht es Ihrer Katze, diese Erfahrungen sicher und kontrolliert zu sammeln. Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Natürliche Umgebung: Frische Luft, Bewegung und vielfältige Eindrücke fördern das Wohlbefinden Ihrer Katze. Die Außenwelt bietet Reize, die in der Wohnung nicht zu finden sind.
- Sicherheit vor Gefahren: Die Gefahren im Freien sind zahlreich. Eine vielbefahrene Straße kann schnell zur tödlichen Falle werden. Zudem können Katzen in Auseinandersetzungen mit Artgenossen, anderen Haus- oder Wildtieren geraten. Nicht alle Menschen sind streunenden Katzen gegenüber freundlich eingestellt. Ein Außengehege bietet eine begrenzte und somit deutlich sicherere Umgebung.
- Kontrollierte Umgebung: Besonders junge Katzen oder solche, die noch nicht an den Freigang gewöhnt sind, können von den vielen äußeren Reizen überfordert sein. Helles Licht, wechselndes Wetter, laute Geräusche und eine lebendige Fauna können anfangs zu viel sein. Ein Gehege ermöglicht es, den zugänglichen Bereich schrittweise zu vergrößern und die Katze langsam an die Umgebung zu gewöhnen. Es verhindert auch, dass die Katze aus Angst vor unbekannten Reizen flüchtet.
- Leichte Sicherung: Ein Freigehege zu errichten, ist wesentlich einfacher und weniger aufwendig, als ein gesamtes Grundstück oder den ganzen Garten katzensicher zu machen.
Übrigens: Ein katzensicherer Balkon kann eine hervorragende erste Möglichkeit sein, Ihre Katze an die visuellen und akustischen Reize der Außenwelt zu gewöhnen.
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Eine Katze klettert einen Baumstamm hoch.
Katzengehege planen: Selber bauen oder kaufen?
Nachdem Sie sich für ein Katzenfreigehege entschieden haben, stellt sich die Frage, ob Sie ein fertiges Exemplar kaufen oder selbst bauen möchten. Beide Optionen haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Hier ist eine Übersicht, die Ihnen bei der Entscheidung helfen kann:
Gekauftes Außengehege für Katzen
Vorteile:
- Geringer Aufwand: Fertige Gehege sind meist schnell und einfach aufzubauen und sofort einsatzbereit.
- Hohe Sicherheit: Gekaufte Außengehege sind in der Regel gut durchdacht hinsichtlich Sicherheit und Funktionalität. Sie sind eine sichere Wahl, besonders für weniger handwerklich begabte Personen.
- Modularer Aufbau: Viele Modelle sind modular konzipiert, was eine gewisse Anpassung an individuelle Bedürfnisse und Gegebenheiten ermöglicht.
- Zeitersparnis: Das Planen und Bauen eines eigenen Geheges ist zeitaufwendig. Wer wenig Zeit investieren möchte, greift zum Fertiggehege.
Nachteile:
- Kosten: Der Kauf eines fertigen Freigeheges ist, je nach Qualität und Größe, tendenziell kostenintensiver als ein Eigenbauprojekt.
- Standardisierung: Fertiggehege sind in Standardgrößen und -formen erhältlich, was die Auswahl einer exakt passenden Variante für eine spezifische Freifläche erschweren kann.
- Weniger individuelle Anpassung: Die Möglichkeiten zur persönlichen Gestaltung sind begrenzt im Vergleich zu einem selbst gebauten Gehege, das nach jedem Wunsch gefertigt werden kann.
Selbst gebautes Katzengehege
Vorteile:
- Kostengünstig: Wenn Sie bereits Werkzeuge besitzen und preiswerte Materialien verwenden, können Sie beim Selbstbau erheblich Geld sparen.
- Individuelle Gestaltung: Beim Eigenbau haben Sie volle Freiheit und können das Katzengehege perfekt an Ihre Bedürfnisse, den Geschmack Ihrer Katze und die örtlichen Gegebenheiten anpassen.
- Ideal für Bastelfans: Wer handwerkliches Geschick mitbringt und Freude am Bauen hat, kann sich beim Errichten eines Katzengeheges kreativ ausleben. Das Gefühl, etwas Eigenes geschaffen zu haben, ist zudem sehr befriedigend.
Nachteile:
- Hoher Zeitaufwand: Die Planung, Materialbeschaffung und der Bau eines eigenen Außengeheges erfordern viel Zeit und Engagement.
- Handwerkliche Fähigkeiten erforderlich: Der Bau eines stabilen und sicheren Außengeheges ist kein triviales Unterfangen. Ein gewisses Maß an handwerklichem Können ist notwendig, um ein zufriedenstellendes und vor allem standfestes Ergebnis zu erzielen.
- Fehleranfälligkeit: Während bei einem gekauften Gehege die Stabilität und Funktionalität gewährleistet ist (sofern die Aufbauanleitung befolgt wird), hängt beim Selbstbau alles von Ihrer Sorgfalt ab. Fehler beim Bau können die Sicherheit und Langlebigkeit des Geheges beeinträchtigen.
Außengehege für Katzen planen und bauen
Unabhängig davon, ob Sie ein fertiges Gehege kaufen oder selbst bauen möchten, gibt es einige wichtige Punkte zu berücksichtigen, bevor Sie mit der Umsetzung beginnen.
Zunächst ist der richtige Standort entscheidend. Das Freigehege sollte sowohl sonnige als auch schattige Bereiche umfassen und einen gewissen Schutz vor Wind und Regen bieten. Zudem muss ausreichend Platz am gewünschten Ort vorhanden sein. Planen Sie mehrere Quadratmeter für das Außengehege ein, damit Ihre Katze genügend Bewegungsfreiheit hat und die neue Umgebung gerne nutzt. Bedenken Sie, dass Katzen gerne springen, klettern und die Welt sowohl horizontal als auch vertikal erkunden. Planen Sie daher auch ausreichend Höhe ein. Mit zusätzlichen Elementen wie Ästen, erhöhten Plattformen oder stabilen Brettern bietet ein großzügig bemessenes Gehege in alle Richtungen viele Möglichkeiten zum Toben und Entdecken. In den meisten Fällen wird die verfügbare Fläche auf der Terrasse oder im Garten die maximale Größe des Katzengeheges vorgeben.
Materialien für das Katzengehege auswählen
Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, ein Außengehege selbst zu bauen, stellt sich die Frage nach den geeigneten Materialien für die Konstruktion. Hier gibt es verschiedene bewährte Optionen:
- Holz: Als Naturmaterial fügt sich Holz optisch und haptisch gut in Gärten ein und bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings benötigt ein Holzgehege regelmäßige Wartung, da das Material unbehandelt schnell verwittert. Eine entsprechende Behandlung schützt es vor den Elementen.
- Metall: Ob dickes Gitter oder Drahtgeflecht – Metallkonstruktionen eignen sich aufgrund ihrer Stabilität und Haltbarkeit hervorragend für den Außenbereich. Achten Sie unbedingt auf rostfreie Qualität, wie beispielsweise verzinkter Stahl oder Aluminium.
- Netze: Stabile Katzennetze haben sich besonders für die Sicherung von Balkonen bewährt. Sie sind wetterfest und lassen sich flexibel spannen. Im Außenbereich bieten Netze jedoch weniger Schutz vor aggressiven Raubtieren oder fremden Katzen als eine feste Konstruktion. Sehr aktive Katzen könnten zudem Löcher hineinreißen oder -beißen, wenn der Jagdinstinkt sie überkommt. Wichtig ist die richtige Maschenweite: Für Kitten sollte sie nicht größer als 20 mm sein, bei sehr großen Katzen können 50 mm ausreichend sein. Im Zweifelsfall wählen Sie lieber engmaschigere Varianten.
Auch Katzengehege aus anderen Materialien wie Kunststoffen oder Plexiglas sind denkbar, oft in Kombination mit den genannten Varianten. Die Möglichkeiten sind vielfältig und lassen Raum für Kreativität. Entscheidend ist eine robuste, standfeste und witterungsbeständige Konstruktion ohne Verletzungsrisiken durch scharfe Kanten, Splitter oder Ähnliches, damit sich Ihre Katze in ihrem Außengehege rundum sicher und wohlfühlen kann. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gibt es keine absolute Garantie. Eine Katzen-OP-Versicherung oder eine Krankenversicherung für Katzen schützt Sie optimal vor unerwartet hohen Tierarztkosten.
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Außengehege stabil und sicher bauen: Das ist zu beachten
Stabilität und Langlebigkeit sind das A und O für jedes Außengehege. Es benötigt ein solides Fundament. Bei freistehenden Gehegen kann dies ein Betonfundament im Boden sein; alternativ ist auch eine Verankerung von Gittern oder Netzen an bestehenden Strukturen wie Hauswänden oder Bäumen möglich. Netze können effektiv mit Teleskopstangen und Rasenverankerungen fixiert werden. Verstärkte Ecken mit zusätzlichen Streben und Winkeln tragen maßgeblich zur Erhöhung der Stabilität des Freigeheges bei.
Wenn Sie mit Netzen arbeiten, achten Sie darauf, großzügig Material zu verwenden und an allen Übergängen reichlich Überlappung zu schaffen, um keine Schlupflöcher entstehen zu lassen. Das Netz sollte stets straff gespannt sein und nirgends lose herunterhängen.
Denken Sie auch an einen sicheren Zugang zum Gehege. Je nach Größe des Projekts und der Anzahl der Katzen kann sogar ein Schleusensystem mit Doppeltür sinnvoll sein. Die Tür sollte in jedem Fall stabil und sicher verschließbar sein. Der obere Abschluss des Geheges kann durch eine feste Dachkonstruktion oder ein Netz gebildet werden. Auf ein Dach gänzlich zu verzichten, ist nicht ratsam, da Katzen hervorragende Kletterer sind und erstaunlich hohe Hindernisse überwinden können. Zudem kann von oben Gefahr durch Raubvögel oder kletterfähige Raubtiere drohen. Das Dach sollte fest mit dem restlichen Gehege verbunden sein, um keine potenziellen Flucht- oder Eintrittswege zu schaffen.
Nicht zuletzt: Jede Konstruktion, die Wind und Wetter ausgesetzt ist, zeigt mit der Zeit Verschleißerscheinungen. Es ist daher unerlässlich, das Katzengehege regelmäßig auf Beschädigungen zu überprüfen und bei Bedarf Instandsetzungen vorzunehmen.
Rechtliche und nachbarschaftliche Aspekte beim Bau eines Katzengeheges
Bevor Sie mit der Planung und dem Bau Ihres Außengeheges beginnen, sollten Sie sich über rechtliche und nachbarschaftliche Aspekte informieren. Örtliche Bauvorschriften können Regelungen zur Größe oder zum Standort von Bauprojekten enthalten. Informieren Sie sich bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung, ob es entsprechende Vorschriften gibt, beispielsweise bezüglich des Abstands zum Nachbargrundstück. Es empfiehlt sich, hier lieber etwas mehr Abstand zu halten, als die Grenzen bis auf den letzten Zentimeter auszureizen.
Im Sinne einer guten Nachbarschaft ist es zudem ratsam, die Bewohner angrenzender Häuser vorab über Ihr Vorhaben zu informieren. Eine ansprechende Ästhetik der Konstruktion mindert das Risiko, nach Fertigstellung Beschwerden von Nachbarn zu erhalten.
Fazit
Ein Außengehege ist eine hervorragende Möglichkeit, Ihrer Katze sicheren Freilauf zu bieten und sie gleichzeitig vor den unvorhersehbaren Risiken der Außenwelt zu schützen. Handwerklich begabte Katzenbesitzer können ein individuelles Gehege planen und bauen, das perfekt auf ihre Wünsche zugeschnitten ist. Für alle anderen bieten fertige Gehege eine praktische Alternative. Wichtig ist in jedem Fall, sich ausreichend Zeit für die Planung und Umsetzung zu nehmen und stets auf Sicherheit und Stabilität zu achten. So steht genussvollen Stunden im Freien für Ihre Katze nichts mehr im Wege – ein echtes Plus für ihr Wohlbefinden und Ihre Beruhigung.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Planung von Außengehegen für Katzen
Welche Mindestgröße sollte ein Außengehege für Katzen haben?
Es gibt keine pauschale Regel, aber prinzipiell gilt: Je größer, desto besser! Ihre Katze sollte mehrere Quadratmeter Platz haben, um sich ausreichend bewegen zu können. In der Höhe sollte das Gehege mindestens zwei Meter messen, da Katzen auch aus dem Stand gut springen können.
Welche Vorteile bieten Freigehege für Katzen?
Ein Gehege schützt Ihre Katze vor Gefahren wie dem Straßenverkehr oder Auseinandersetzungen mit anderen Tieren. Gleichzeitig kann die Katze frische Luft schnuppern, die Natur erkunden und ihren natürlichen Instinkten nachgehen. Zudem ist es deutlich einfacher, ein Gehege zu sichern als einen ganzen Garten.
Wie mache ich das Außengehege komfortabel für meine Katze?
Für das Wohlbefinden Ihrer Katze im Gehege sind ein wettergeschützter Standort sowie eine Ausstattung mit Liege- und Rückzugsmöglichkeiten wichtig. Integrieren Sie beispielsweise eine Katzenhöhle und erhöhte Liegeplätze. Frisches Wasser sollte zudem stets verfügbar sein.
Welche Materialien eignen sich für den Bau eines Katzengeheges?
Beliebte und bewährte Materialien sind Holz, Metallgitter und spezielle Katzennetze. Oft kommen auch Kombinationen aus mehreren dieser Materialien zum Einsatz, um Stabilität und Funktionalität optimal zu verbinden.


Katze sitzt auf einem katzensicheren Balkon und sonnt sich.
Eine Katze klettert einen Baumstamm hoch.