Die Klassische Lebensversicherung gilt seit jeher als ein fundamentaler Pfeiler der privaten Altersvorsorge in Deutschland. In einer Zeit, in der finanzielle Sicherheit für viele Menschen oberste Priorität hat, verspricht sie eine garantierte Leistung und schützt das angesparte Kapital. Doch wie funktioniert dieses traditionelle Finanzprodukt in der heutigen Niedrigzinsphase und für wen ist es noch eine sinnvolle Investition? Dieser Artikel beleuchtet die Funktionsweise, die verschiedenen Varianten und die entscheidenden Vor- und Nachteile.
Bei der klassischen Lebensversicherung schließt der Versicherungsnehmer einen Vertrag mit einem Versicherungsunternehmen ab und zahlt regelmäßig Prämien. Ein Großteil dieser Beiträge, der sogenannte Sparanteil, wird vom Versicherer angelegt und mit einem garantierten Zinssatz verzinst. Dieser Garantiezins liegt für Neuverträge seit Juli 2022 bei 0 %. Hinzu kommt eine nicht garantierte Überschussbeteiligung, die von der Anlageperformance des Versicherers abhängt. Die Absicherung im Alter ist ein komplexes Thema, bei dem auch steuerliche Aspekte wie bei der Rürup Rente Steuererklärung eine wichtige Rolle spielen.
Die Funktionsweise im Detail: Sicherheit hat ihren Preis
Das Kernmerkmal der klassischen Lebensversicherung ist die Sicherheit. Das Kapitalrisiko, also die Gefahr eines Verlusts des Sparanteils, wird vollständig vom Versicherungsunternehmen getragen. Diese Garantie hat jedoch ihren Preis: Die Renditen sind im Vergleich zu anderen Anlageformen oft bescheiden. Der Sparanteil, der meist etwa 80 % der eingezahlten Prämien ausmacht, wird in den sogenannten Deckungsstock investiert. Dieser Deckungsstock ist ein Sondervermögen, das selbst im Falle eines Konkurses des Versicherers geschützt ist und den Versicherungsnehmern zur Verfügung steht. Damit stellt die Lebensversicherung nach wie vor ein Basisprodukt dar, dessen Ziel es ist, langfristig zumindest die Inflation auszugleichen und Kapital zu erhalten, anstatt hohe Gewinne zu erzielen. Moderne Alternativen wie ein finanzen net zero sparplan bieten oft höhere Renditechancen bei gleichzeitig höherem Risiko.
Die zwei Hauptformen der klassischen Lebensversicherung
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Varianten, die jeweils unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Die Wahl des richtigen Produkts hängt stark von der individuellen Lebenssituation und den Vorsorgezielen ab.
Reine Erlebensversicherung: Der Fokus auf das Sparen
Die reine Erlebensversicherung ist im Wesentlichen eine langfristige Sparform, die primär der Altersvorsorge dient. Sie bietet keine nennenswerte Versicherungsleistung im Todesfall während der Ansparphase. Verstirbt der Versicherungsnehmer vor Vertragsablauf, erhalten die Erben in der Regel die eingezahlten Beiträge zurück. Zum vereinbarten Fälligkeitszeitpunkt wird die Versicherungssumme entweder als einmaliger Betrag oder als lebenslange bzw. zeitlich begrenzte Rente ausgezahlt. Dies macht sie zu einem reinen Sparinstrument für das Alter.
Gemischte Er- und Ablebensversicherung: Sparen und Absichern in einem
Die gemischte Er- und Ablebensversicherung ist eine der populärsten Vorsorgeformen, da sie zwei Funktionen kombiniert: das Ansparen für das Alter und die finanzielle Absicherung von Hinterbliebenen im Todesfall. Sie zahlt die vereinbarte Versicherungssumme sowohl bei Erleben des Vertragsendes als auch beim Tod des Versicherten während der Vertragslaufzeit aus. Diese duale Funktion macht sie jedoch weniger rentabel als eine reine Erlebensversicherung. Ein Teil der Prämie wird für das Todesfallrisiko verwendet (Risikoprämie), was die Gesamtverzinsung schmälert. Der Abschluss ist daher nur dann wirklich sinnvoll, wenn unversorgte Angehörige abgesichert werden müssen. Wer keine Hinterbliebenenabsicherung benötigt, sollte sich nach lukrativeren Anlageformen umsehen, die nicht mit dem Risiko spekulativer Anlagen wie kommende Kryptowährungen verbunden sind.
Wichtige Aspekte vor dem Vertragsabschluss
Vor dem Abschluss einer Lebensversicherung, insbesondere einer gemischten Variante, verlangen die Versicherer häufig eine Gesundheitsprüfung. Hiermit schätzen sie das Risiko eines frühzeitigen Todesfalls ein. Um die Versicherungssumme und die Prämien an die Inflation anzupassen, ohne jedes Mal eine erneute Gesundheitsprüfung durchführen zu müssen, kann eine Anpassungsklausel (Dynamik) vereinbart werden. Bei Unklarheiten oder Problemen mit der Rentenversicherung kann eine Beschwerdestelle Rentenversicherung Bund eine Anlaufstelle sein. Auch die steuerliche Behandlung von Auszahlungen, wie das Halbeinkünfteverfahren Rentenversicherung, sollte im Vorfeld geklärt werden.
Fazit: Ein solides Fundament, aber kein Renditewunder
Die klassische Lebensversicherung bleibt ein relevantes Produkt für sicherheitsorientierte Anleger, die einen verlässlichen Baustein für ihre Altersvorsorge suchen. Sie schützt das Kapital und garantiert eine Leistung zum Vertragsende. Allerdings müssen Versicherungsnehmer im Gegenzug niedrige Renditen in Kauf nehmen, die oft kaum die Inflation ausgleichen. Als alleiniges Instrument zur Altersvorsorge ist sie in der heutigen Zeit meist nicht mehr ausreichend, kann aber als sicheres Fundament in einem breit diversifizierten Portfolio eine wichtige Rolle spielen. Es ist ratsam, vor einer Entscheidung eine professionelle und unabhängige Beratung in Anspruch zu nehmen, um die beste Strategie für die eigene finanzielle Zukunft zu entwickeln.
