Kochbücher stapeln sich oft auf unseren Tischen, doch nur wenige fesseln uns auf den ersten Blick. Das Christoph Rüffer Kochbuch mit dem Titel “Zuhause kochen und genießen” ist eines dieser besonderen Werke, das sofort die oberste Position auf dem Lesestapel einnimmt. Christoph Rüffer, bekannt als Juror der Küchenschlacht und vor allem als Sternekoch mit zwei Michelin-Sternen und 19 Gault-Millau-Punkten, wurde 2020 zum Koch des Jahres gekürt. Seine Wirkungsstätte ist das renommierte Restaurant Haerlin in Hamburg. Dieses Kochbuch verspricht, die Faszination seiner Sterneküche direkt in die heimische Küche zu bringen.
Visuelle Poesie: Die Kunst der Food-Fotografie
Maßgeblich zur Anziehungskraft des Buches tragen die beeindruckenden Fotografien von Jan-Peter Westermann bei, der nicht nur als Herausgeber fungiert, sondern auch für die visuelle Gestaltung verantwortlich ist. Die Bilder sind frei von jeglicher Spielerei; stattdessen stehen die Lebensmittel und Gerichte pur und ohne Schnörkel im Mittelpunkt. Manchmal ergänzt ein Messer die Komposition, doch das war’s dann auch schon. Die Fotos sind oft dunkel gehalten, strahlen aber keine Traurigkeit aus, sondern eine enorme Eleganz, die den hochwertigen Inhalt des Buches perfekt unterstreicht.
Kochbuch "Zuhause kochen und genießen" von Christoph Rüffer
Einzigartiger Aufbau: Kochen nach Zutat und Schwierigkeitsgrad
Der Aufbau dieses Kochbuchs ist erfrischend innovativ: Es ist in 20 Hauptzutaten unterteilt, darunter Salat, Tomate, Eier, Fisch, Kräuter, Mehl, Schwein, Kohl, Hülsenfrüchte, Kürbis, Huhn, Reis, Pilze, Kartoffeln, Rind, Äpfel, Nüsse, Käse, Beeren und Quark. Für jede dieser Zutaten bietet das Buch drei Rezepte mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad. Diese Gliederung ist äußerst praktisch, da sie auf einen Blick erkennen lässt, ob es sich um ein schnelles Rezept für den Wochentagabend, etwas für besondere Anlässe mit Gästen oder eine aufwendigere kulinarische Herausforderung handelt.
Christoph Rüffer verfolgt hier konsequent das, was wir als “richtiges Kochen” verstehen. Es werden ausschließlich hochwertige Zutaten verwendet, die ihren Namen verdienen – ohne Halbfertigprodukte oder unnötige E-Nummern. Obwohl es natürlich legitim ist, gelegentlich auf Tiefkühlspinat oder vorgekochte Rote Bete zurückzugreifen, ist es doch am schönsten, wenn ein Kochbuch zeigt, wie man beispielsweise eine Rote Bete auf denkbar einfache Weise selbst gart. Genau diese Philosophie durchzieht das gesamte Werk, indem es den Lesern die Freude an frischen, saisonale rezepte und unverarbeiteten Produkten näherbringt. Die Vielfalt reicht dabei von bodenständigen Klassikern bis hin zu inspirierenden Ideen für gerichte mit couscous als Beilage.
Praxistest: Rezepte, die begeistern
Alle ausprobierten Rezepte waren gut nachkochbar und überzeugten durch ihre Qualität. Sie sind einheitlich gegliedert mit klarer Zutatenliste und detaillierten Zubereitungsschritten. Obwohl der Autor in einer Profiküche arbeitet, merkt man, dass er die Rezepte so konzipiert hat, dass sie auch in einer kleinen Low-Tech-Küche gut umsetzbar sind. Es werden keine schwer zu beschaffenden Zutaten verwendet, und auch die Fachausdrücke halten sich sehr in Grenzen, sodass keine Stolpersteine für Hobbyköche entstehen. Lasst uns gemeinsam einige dieser Köstlichkeiten entdecken!
Roter Salat mit Walnüssen: Ein farbenfroher Start
Dieser Salat, von der Portionsgröße her eigentlich eine Hauptspeise, haben wir als Vorspeise in einem mehrgängigen Menü genossen. Viele Zutaten, darunter roter Quinoa (den wir weggelassen haben), Walnussöl und Apfelbalsam, harmonieren hervorragend miteinander. Die Marinade, kräftig reduziert aus Rote-Bete-Saft, rundet das Geschmackserlebnis perfekt ab. Es war ein wirklich toller Start ins Essen und die kräftige Farbe des Salates war eine willkommene Aufmunterung in der dunklen Jahreszeit. Ein kalorienarmes Mittagessen könnte dieser Salat in seiner Hauptspeisen-Variante ebenfalls wunderbar sein.
Roter Salat mit Walnüssen, ein farbenfroher Genuss als Vorspeise
Kürbisquiche mit Feldsalat: Mehr als nur ein Alltagsgericht
Ein absolut gelingsicheres Rezept, das im Buch als Alltagsgericht gelistet ist. Wir würden dem jedoch widersprechen, denn diese Quiche ist definitiv etwas, das man Gästen ohne Weiteres servieren kann. Mit dem dazu gereichten Vogerlsalat (Feldsalat) war es ein perfektes Essen. Die Rezepte sind zwar auf zwei Personen ausgelegt, doch eine ganze Quiche ist für zwei dann doch eine ordentliche Portion. Es kam uns aber nicht ungelegen, dass wir auch am nächsten Tag noch davon essen konnten.
Bircher Müsli: Der Meister-Twist für den Morgen
Hier handelt es sich tatsächlich um ein simples Alltagsrezept: Flocken mit Milch und Joghurt verrühren, eine halbe Stunde stehen lassen, mit Honig, Nüssen und Rosinen vermischen und einen grob geriebenen Apfel unterheben. Der besondere Clou des Meisterkochs: Ein wenig geschlagenes Obers (Sahne) unterheben. Und schon hat man ein ganz besonderes Müsli am Tisch stehen, das den Morgen versüßt.
Cremiges Bircher Müsli mit Früchten und Nüssen, verfeinert mit Sahne
Jambalaya: Eine Reise in die Cajun-Küche
Nun haben wir tatsächlich Cajun-Küche gekocht! Und wir stellten fest, dass dies nichts ist, wovor man sich fürchten muss, denn es ist unserem guten alten Reisfleisch sehr ähnlich, nur eben doch anders. Grundzutaten sind Reis sowie die Cajun-Küchen-Dreifaltigkeit aus Frühlingszwiebel, Paprika und Stangensellerie. Dazu gesellen sich dreierlei Fleischliches, nämlich Garnelen, Chorizo und Hühnerfleisch, eine Menge Gewürze, darunter auch Tabasco und Cayennepfeffer. Das Ergebnis hat uns sehr gut geschmeckt und war eine spannende Abwechslung
