Hallo liebe Leserinnen und Leser, heute möchte ich euch von einem besonderen Ereignis aus unserer Kita Frechdax berichten, genauer gesagt, aus unserem U3-Bereich. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie die Kleinsten die Welt entdecken, und ein kürzliches Erlebnis hat uns alle begeistert: Die Kinder haben ihr allererstes Brettspiel gespielt! Es war eine wunderbare Einführung in die vorschulische bildung und hat gezeigt, wie viel Potenzial in scheinbar einfachen Aktivitäten steckt.
“Der Obstgarten”: Ein Spiel, das begeistert und bildet
Das Spiel, das wir gewählt haben, ist ein Klassiker in vielen Kitas: „Der Obstgarten“ (Obstgarten). Es ist speziell für Kleinkinder konzipiert und ideal, um erste Spielerfahrungen zu sammeln. Zuerst haben wir gemeinsam die verschiedenen Blättchen – Apfelbaum (rot 🍎), Birnbaum (gelb🍐), Pflaumenbaum (blau 🫐) und nochmals Apfelbaum (grün 🍏) – sowie die passenden Obstspielsteine auf die Blättchen gelegt. Anschließend stellten wir den Obstweg mit dem kleinen Raben auf. Das Spielprinzip ist einfach und kooperativ: Die Kinder würfeln nacheinander und versuchen, alle Früchte zu ernten, bevor der Rabe den Obstgarten erreicht und alle Früchte stiehlt.
Der Würfel für „Der Obstgarten“ ist besonders kinderfreundlich, da er statt Zahlen verschiedene Farben (Rot 🔴, Gelb🟡, Grün🟢, Blau🔵), einen Raben (🐦⬛) und einen Obstkorb zeigt. Dies vereinfacht den Einstieg und macht das Spiel auch für die Jüngsten verständlich. Der pädagogische Wert dieses Spiels für Kleinkinder ist enorm. Es fördert nicht nur das Erkennen und Benennen von Farben und Früchten, sondern auch die Feinmotorik beim Aufheben der kleinen Holzfrüchte. Zudem lernen die Kinder auf spielerische Weise, einfache Regeln zu verstehen und einzuhalten, was eine wichtige Grundlage für spätere Lernprozesse bildet.
Die ersten Schritte: Spielerische Annäherung an das Würfeln
Für U3-Kinder ist das Konzept des Würfelns anfangs noch völlig neu. Es geht nicht nur darum, den Würfel in die Hand zu nehmen, sondern auch darum, ihn rollen zu lassen und das Ergebnis zu interpretieren. Daher haben wir zunächst den Würfel ein paar Mal nur so auf den Tisch gerollt. Ziel war es, dass die Kinder ein Gefühl dafür bekommen, was es bedeutet, zu würfeln und wie sich der Würfel bewegt. Es war spannend zu beobachten, wie schnell sie diese neue Fertigkeit erlernten. Mit der Zeit klappte es immer besser, und die anfängliche Unsicherheit wich einer gespannten Erwartung, welche Farbe oder welches Symbol als Nächstes erscheinen würde.
Diese Phase des Ausprobierens ist entscheidend, um den Kindern einen angstfreien Zugang zum Spiel zu ermöglichen und ihnen zu zeigen, dass Fehler zum Lernprozess dazugehören. Wir haben sie ermutigt und gelobt, was ihr Selbstvertrauen stärkte.
Gemeinsam zum Ziel: Wenn der Rabe das Nachsehen hat
Nachdem die Kleinen ein Gefühl für das Würfeln bekommen hatten, erklärte ich ihnen langsam das Ziel des Spiels: Wir müssen unseren Obstgarten ernten, bevor der Rabe kommt und uns jedes Obstteil klaut. Die Spannung stieg, als die Kinder nacheinander würfelten. Und siehe da: Gleich bei ihrem ersten gemeinsamen Spiel hatten sie Erfolg! Immer wieder wurden die richtigen Farben gewürfelt, sodass unsere Obstbäume zusehends leerer wurden.
Wenn ein Kind eine Farbe würfelte, nahm es das entsprechende Obststück vom Baum und legte es in den Obstkorb. Würfelte ein Kind den Obstkorb, durfte es sogar zwei Obststücke nehmen – ein kleines Erfolgserlebnis, das für strahlende Augen sorgte! Und wenn der Rabe gewürfelt wurde, bewegte er sich näher an den Obstgarten heran. Das wollten wir natürlich vermeiden! Die Kinder fieberten richtig mit und jubelten, wenn der Rabe stehen bleiben musste. Ihre strategische Leistung war bemerkenswert: Sie haben so gut gewürfelt, dass der Obstkorb am Ende voll war und der Rabe leer ausging. Ein toller Erfolg für die Kinder, der ihnen nicht nur Freude bereitete, sondern auch ein wichtiges Gefühl der Gemeinschaft und der gemeinsamen Zielerreichung vermittelte. Solche positiven Erlebnisse sind grundlegend für die Entwicklung der Kinder und fließen oft in unsere bildungsprojekte ein.
Mehr als nur spielen: Entwicklungsschritte im U3-Bereich
Der scheinbar einfache Vorgang des Würfelns und Erntens fördert bei U3-Kindern eine Vielzahl von Entwicklungsschritten. Kognitive Fähigkeiten werden durch die Farbzuordnung und das Verstehen von Mengen (ein oder zwei Früchte) geschult. Die soziale und emotionale Entwicklung profitiert ebenfalls enorm: Die Kinder lernen, abzuwarten, bis sie an der Reihe sind, und teilen die Freude über den gemeinsamen Erfolg. Auch der Umgang mit potenziellen Rückschlägen, wenn der Rabe näherkommt, ist eine wichtige Lektion.
Zusätzlich wird die sprachliche Entwicklung angeregt, indem die Kinder die Farben, die Früchte und die Aktionen benennen. Die Fähigkeit zur Konzentration und Ausdauer wird ebenfalls trainiert, da die Kinder über einen längeren Zeitraum aufmerksam bleiben müssen. Diese frühe Auseinandersetzung mit Regeln, Ursache und Wirkung sowie das Erleben von Kooperation sind von unschätzbarem Wert für ihre weitere Entwicklung.
Fazit: Ein gelungener Einstieg in die Welt der Brettspiele
Das Spiel „Der Obstgarten“ war ein schöner und überaus erfolgreicher Einstieg für unsere U3-Kinder in die Welt der Brettspiele. Es hat uns erneut gezeigt, wie Spiele nicht nur unterhalten, sondern auch maßgeblich zur ganzheitlichen Entwicklung der Kleinsten beitragen können. Die Freude und der Stolz, die wir in den Augen der Kinder sahen, waren unbezahlbar und bestätigen uns in unserem pädagogischen Ansatz.
Solche Erlebnisse stärken nicht nur die individuellen Fähigkeiten der Kinder, sondern auch das Gruppengefühl und die Freude am gemeinsamen Lernen und Erleben. Was meint Ihr dazu? Ich freue mich auf Eure Kommentare und Erfahrungen mit Brettspielen im U3-Bereich!
Euer Max🌟
