Krähe als Haustier: Ist die Haltung erlaubt und empfehlenswert?

Krähen faszinieren viele Menschen durch ihre außergewöhnliche Intelligenz, ihr komplexes Sozialverhalten und ihre mystische Aura. Als hochintelligente Rabenvögel sind sie in der Lage, Werkzeuge zu nutzen, Probleme zu lösen und sich in sozialen Hierarchien zurechtzufinden. Diese Eigenschaften wecken bei dem ein oder anderen den Wunsch, eine Krähe Als Haustier zu halten. Doch ist dies in Deutschland überhaupt erlaubt, und noch wichtiger, ist es eine artgerechte und ethisch vertretbare Entscheidung? Dieser Artikel beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Herausforderungen der Krähenhaltung, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Ist die Haltung einer Krähe als Haustier in Deutschland erlaubt?

Grundsätzlich ist die private Haltung von Krähen in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen möglich, allerdings ist dies kein einfaches Unterfangen. Krähen fallen unter das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), da alle europäischen Rabenvögel geschützte Arten sind. Dies bedeutet, dass für ihre Haltung eine behördliche Genehmigung zwingend erforderlich ist. Ohne diese Genehmigung macht man sich strafbar.

Die zuständige Behörde für die Erteilung einer solchen Erlaubnis ist die Untere Naturschutzbehörde deines Landkreises oder deiner Stadt. Diese Genehmigung dient dazu, den Artenschutz zu gewährleisten und sicherzustellen, dass die Tiere artgerecht gehalten werden und ihr Wohlbefinden jederzeit im Vordergrund steht. Um eine Haltegenehmigung zu erhalten, musst du eine ausreichende Sachkunde über Krähen nachweisen. Dies umfasst detailliertes Wissen über die Biologie, das natürliche Verhalten, die spezifischen Bedürfnisse sowie die artgerechte Fütterung und Pflege von Rabenvögeln. Oftmals sind hierfür spezielle Kurse, eine langjährige Erfahrung im Umgang mit Wildvögeln oder eine entsprechende fachliche Ausbildung erforderlich. Informationen und Leitlinien zur Haltung von Greifvögeln und Eulen, die auch für Rabenvögel relevant sein können, finden sich beispielsweise beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

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Nur wenn du nachweisen kannst, dass du die notwendige Sachkenntnis besitzt und die Haltungsbedingungen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, wird dir eine Erlaubnis erteilt. Es ist entscheidend zu verstehen, dass diese Auflagen streng sind und dazu dienen, das Leid der Wildtiere in Gefangenschaft zu minimieren.

Was gilt es bei der Anschaffung und Pflege von Krähen zu beachten?

Die Haltung von Krähen als Haustier erfordert weit mehr als nur eine Genehmigung; sie verlangt ein tiefes Verständnis für die komplexen Bedürfnisse dieser Tiere.

Sozialverhalten und Gruppenhaltung

Krähen sind, ähnlich wie Papageien und Wellensittiche, äußerst soziale Tiere. In freier Wildbahn leben sie in komplexen Familienverbänden und pflegen intensive soziale Bindungen. Eine Einzelhaltung in Gefangenschaft ist daher absolut indiskutabel und führt unweigerlich zu schweren Verhaltensstörungen, psychischem Leid und im schlimmsten Fall zu autoaggressivem Verhalten. Ein Mensch kann niemals den sozialen Kontakt zu einem Artgenossen ersetzen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, mindestens zwei Krähen zusammen zu halten, besser noch eine kleine Gruppe, um ihnen ein annähernd natürliches Sozialleben zu ermöglichen.

Anforderungen an die Voliere

Die Größe und Ausstattung der Unterkunft sind von entscheidender Bedeutung für das Wohlbefinden von Krähen. Du darfst die Mindestgröße für die Voliere nicht frei wählen, da diese von der zuständigen Behörde vorgegeben wird. Diese Anforderungen können je nach Bundesland und Amt variieren, orientieren sich jedoch stets an den natürlichen Bedürfnissen der Tiere. Krähen haben einen ausgeprägten Bewegungs- und Flugdrang, weshalb eine Voliere den Tieren ausreichend Flugraum bieten muss. Als grobe Richtlinie werden für ein Paar großer Rabenvögel oft Volieren von mehreren Quadratmetern Grundfläche und mindestens zwei Metern Höhe empfohlen, um ihnen auch vertikale Bewegung zu ermöglichen.

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Neben der reinen Größe ist die Innenausstattung der Voliere ebenso wichtig. Sie muss abwechslungsreich gestaltet sein und den Tieren vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Dazu gehören stabile Äste und Sitzgelegenheiten in verschiedenen Höhen und Stärken, Klettermöglichkeiten, Badegelegenheiten sowie Verstecke. Eine abwechslungsreiche Umgebung fördert die geistige Stimulation und beugt Langeweile vor, die bei intelligenten Vögeln schnell zu destruktivem Verhalten führen kann. Zudem sind hohe Hygienestandards in der Voliere unerlässlich, um Krankheiten vorzubeugen.

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