Kreislaufprobleme können sich beunruhigend anfühlen, insbesondere Symptome wie Schwindel, Herzrasen oder Lichtblitze vor den Augen. In einigen Fällen kann es sogar zu einer kurzzeitigen Ohnmacht (Synkope) kommen. Es ist entscheidend, die Ursache einer solchen Ohnmacht immer medizinisch abklären zu lassen, da hinter harmlosen Symptomen auch ernste Erkrankungen stecken können. Typische Anzeichen von Kreislaufproblemen resultieren oft aus Störungen der Blutzirkulation, die für die Versorgung lebenswichtiger Organe mit Sauerstoff zuständig ist.
Typische Symptome von Kreislaufschwäche
Kreislaufschwäche ist ein weit verbreitetes Symptom, das insbesondere Menschen mit niedrigem Blutdruck betrifft. Häufige Beschwerden sind:
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche
- Antriebslosigkeit
- Kopfschmerzen
- Herzrasen
- Kalte Hände und Füße
Zusätzliche Belastungsfaktoren können eine Kreislaufschwäche auslösen. Dazu zählen langes Stehen, Sauerstoffmangel, Flüssigkeitsmangel, Stress, Hitze oder auch körperlicher Schmerz. In solchen Situationen kann das vegetative Nervensystem dazu führen, dass sich die Blutgefäße erweitern und der Herzschlag verlangsamt. Dies kann zu einem schnellen Blutdruckabfall führen, was wiederum eine unzureichende Versorgung des Gehirns mit Blut und Sauerstoff zur Folge hat. Die daraus resultierenden Symptome umfassen Schwindel, Sehstörungen (wie Lichtblitze oder das Gefühl von Schwarzwerden vor Augen) und im Extremfall eine kurzzeitige Ohnmacht (vasovagale Synkope). Die schnelle Anpassung des Körpers an plötzliche Positionswechsel, wie das Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen, ist ein wichtiger Mechanismus zur Aufrechterhaltung der Kreislaufstabilität. Bei manchen Menschen funktioniert dieser Mechanismus jedoch nicht einwandfrei, was zu orthostatischer Hypotonie führen kann. Diese Form der Kreislaufregulationsstörung ist besonders häufig bei Menschen mit niedrigem Blutdruck anzutreffen.
Ursachen für Kreislaufprobleme
Wenn Kreislaufprobleme durch niedrigen Blutdruck bedingt sind, fließt nicht mehr genügend Blut in alle Körperregionen. Dies äußert sich in Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen oder kalten Extremitäten. Meist ist dies unangenehm, aber nicht gefährlich.
Ein weiterer wichtiger Faktor können Medikamente sein. Bestimmte Arzneimittel, darunter Diuretika (harntreibende Mittel), Blutdrucksenker, Parkinson-Medikamente, Psychopharmaka, Sildenafil (Viagra) und Neuroleptika, können den Kreislauf beeinflussen und zu plötzlichen Blutdruckabfällen führen.
Orthostatische Hypotonie: Mehr als nur niedriger Blutdruck
Eine besondere Form der Kreislaufinstabilität ist die orthostatische Hypotonie (OH). Entgegen der Annahme, dass diese primär Menschen mit niedrigem Blutdruck betrifft, zeigten Studien, dass bei bis zu 60 Prozent der älteren Menschen in Pflegeheimen mit OH sogar ein hoher Blutdruck vorliegt. Als Ursache werden hier oft Medikamente genannt. Eine Anpassung der Medikation sollte ärztlich begleitet werden. Die Behandlung der OH ist essenziell, um Stürze und daraus resultierende Verletzungen zu vermeiden. Auch das Posturales Tachykardiesyndrom (POTS) ist eine Erkrankung, bei der es zu Kreislaufproblemen im Sitzen und Stehen kommt. Hierbei steigt die Herzfrequenz stark an, während der Blutdruck kaum sinkt. Betroffene leiden oft zusätzlich unter Herzrasen, Benommenheit und Kopfschmerzen.
Kreislaufprobleme während der Schwangerschaft
Die Schwangerschaft ist von erheblichen hormonellen Veränderungen geprägt. Diese führen zur Erweiterung der Blutgefäße und einer Zunahme des Blutvolumens sowie der Herzfrequenz. Besonders in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten kann dies zu starken Blutdruckschwankungen führen. Ein zu schneller Blutdruckabfall birgt das Risiko von Schwindel bis hin zur Ohnmacht. Schwangere, die solche Symptome bemerken, sollten sich umgehend hinlegen und die Beine hochlagern, um Stürze zu verhindern.
Diagnose von Kreislaufproblemen
Die Diagnose von Kreislaufproblemen erfolgt oft nach dem Auftreten einer Synkope. Bei Verdacht auf neurologische Ursachen können Untersuchungen der Halsschlagader oder Tests auf Erkrankungen wie Epilepsie oder Schlaganfall durchgeführt werden. Herzbedingte Ursachen werden mittels EKG, Echokardiogramm oder Belastungs-EKG abgeklärt.
Zur spezifischen Diagnose der orthostatischen Hypotonie kommen der Schellong-Test und die Kipptisch-Untersuchung zum Einsatz. Der Schellong-Test misst Blutdruck und Puls in Ruhe und nach dem Aufstehen. Bei der Kipptisch-Untersuchung wird der Patient über einen längeren Zeitraum auf einem verstellbaren Tisch positioniert, um Reaktionen des Kreislaufs zu simulieren und zu messen.
Soforthilfe bei Kreislaufproblemen
Bei drohender Ohnmacht, oft angekündigt durch Schweißausbrüche, Zittern oder Übelkeit, ist schnelles Handeln gefragt. Sich hinzusetzen oder hinzulegen und die Beine hochzulagern, fördert den Blutfluss zum Gehirn. Ausreichendes Trinken hilft, das Flüssigkeitsvolumen zu erhöhen und den Blutdruck zu stabilisieren. Spezielle Manöver wie das Überkreuzen der Beine oder der Jendrassik-Handgriff können ebenfalls helfen, eine Ohnmacht abzuwenden.
Ist jemand bewusstlos geworden, handelt es sich um einen Notfall. Rufen Sie sofort den Notarzt (112) und beginnen Sie bei Atemstillstand mit der Herzdruckmassage.
Behandlung von Kreislaufproblemen
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei Herzrhythmusstörungen kommen Medikamente oder eine Kardioversion zum Einsatz. Bei häufigen Kreislaufproblemen können spezifische Medikamente wie Midodrin verschrieben werden.
Vorbeugung und Stärkung des Kreislaufs
Liegen keine ernsten Erkrankungen zugrunde, gibt es zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung des Kreislaufs und zur Vorbeugung von Kreislaufproblemen:
- Regelmäßige Bewegung an frischer Luft (täglich 15-30 Minuten).
- Wechselduschen und Saunagänge zur Abhärtung.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens zwei Liter täglich), vorzugsweise Wasser, Kräutertees oder Saftschorlen.
- Koffein kann kurzfristig anregend wirken, da es die Blutgefäße verengt.
- Tragen von Kompressionsstrümpfen, besonders bei langem Stehen.
- Leichte, fettarme Ernährung.
- Moderate Kochsalzzufuhr (nicht mehr als sechs Gramm pro Tag).
- Stehtraining: Tägliches 30-minütiges Stehen mit angelehntem Körper zur Stärkung der Gefäßregulation.
Die Anpassung des Lebensstils und die Beachtung dieser Ratschläge können maßgeblich dazu beitragen, Kreislaufproblemen vorzubeugen und die allgemeine Lebensqualität zu verbessern.
