Internationale Krypto-Regulierung: FSB veröffentlicht umfassendes Rahmenwerk für globale Finanzstabilität

Die weltweite Krypto-Asset-Landschaft entwickelt sich rasant und birgt sowohl Chancen als auch potenzielle Risiken für die Finanzstabilität. Angesichts dieser Dynamik hat der Finanzstabilitätsrat (FSB) ein weitreichendes Rahmenwerk für die internationale Regulierung von Krypto-Asset-Aktivitäten vorgestellt. Dieses ist darauf ausgelegt, einheitliche Standards zu schaffen und die Integrität des globalen Finanzsystems zu wahren. Die Veröffentlichung markiert einen entscheidenden Schritt in Richtung einer kohärenten und umfassenden Aufsicht über den wachsenden Krypto-Sektor.

Das Kernstück dieses Rahmenwerks bilden detaillierte Vorschläge zur Regulierung und Beaufsichtigung von Krypto-Assets. Hierbei wird ein grundlegendes Prinzip verfolgt: „Gleiches Geschäft, gleiches Risiko, gleiche Regulierung“. Dies bedeutet, dass Krypto-Assets und ihre Vermittler, die eine gleichwertige ökonomische Funktion wie Instrumente und Vermittler des traditionellen Finanzsektors erfüllen, auch einer äquivalenten Regulierung unterliegen sollten. Dieser Ansatz gewährleistet einen fairen Wettbewerb und verhindert, dass neue Technologien als Schlupfloch für unzureichende Aufsicht dienen. Zugleich berücksichtigen die Empfehlungen die neuartigen Merkmale und spezifischen Risiken von Krypto-Assets und adressieren potenzielle Finanzstabilitätsrisiken, die aus der zunehmenden Verflechtung zwischen dem Krypto-Ökosystem und dem traditionellen Finanzsystem entstehen könnten.

Hohe Standards für Stablecoins als Zahlungsmittel und Wertspeicher

Besondere Aufmerksamkeit widmet das FSB solchen Krypto-Assets, die das Potenzial haben, als weitverbreitetes Zahlungsmittel oder Wertspeicher zu dienen – insbesondere Stablecoins. Diese können bei breiter Akzeptanz erhebliche Risiken für die Finanzstabilität darstellen, sollten sie nicht angemessen reguliert werden. Das vorgeschlagene Rahmenwerk schlägt daher überarbeitete, hochrangige Empfehlungen für die Regulierung, Beaufsichtigung und Überwachung von „globalen Stablecoin-Arrangements“ vor. Diese stärken insbesondere die Anforderungen an die Einlösungsrechte der Nutzer und an einen robusten Stabilisierungsmechanismus. Ein klar definierter Rechtsanspruch auf Einlösung und transparente, belastbare Verfahren zur Sicherstellung des Stablecoin-Wertes sind essenziell, um das Vertrauen der Nutzer zu gewährleisten und systemische Risiken zu minimieren.

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Enge Verzahnung der Regulierungsempfehlungen

Die beiden Empfehlungssätze – einer für Krypto-Asset-Aktivitäten im Allgemeinen und einer spezifisch für globale Stablecoins – sind eng miteinander verknüpft. Diese Interdependenz spiegelt die tiefgreifenden Verbindungen zwischen Stablecoins und dem breiteren Krypto-Asset-Ökosystem wider. Obwohl sie als eigenständige Dokumente entwickelt wurden, sollen sie gemeinsam wirken, um diese Verflechtungen zu berücksichtigen und konsistent zu sein, wo sie dieselben Themen und Risiken abdecken. Dies stellt sicher, dass keine Lücken in der Regulierung entstehen und dass alle Aspekte der Krypto-Wirtschaft angemessen adressiert werden.

Öffentliche Konsultation zur Einholung von Feedback

Der FSB lädt die Öffentlichkeit ein, Kommentare zu den vorgeschlagenen Empfehlungen einzureichen. Das Rahmenwerk umfasst eine Reihe von Fragen, die als Leitfaden für das Feedback dienen sollen. Alle interessierten Stakeholder sind aufgerufen, an dieser Konsultation teilzunehmen. Die Rückmeldungen können bis Donnerstag, den 15. Dezember 2022, per E-Mail an das FSB gesendet werden. Dieser partizipative Ansatz unterstreicht das Engagement des FSB für eine transparente und inklusive Gestaltung internationaler Finanzstandards.

Der Weg zur globalen Krypto-Regulierung: FSBs Rolle

Die heute veröffentlichten Berichte basieren auf einer Erklärung des FSB vom Juli 2022, in der die laufenden Arbeiten des FSB und internationaler Standardsetzungsstellen zur Bewältigung potenzieller Finanzstabilitätsrisiken durch Krypto-Assets, einschließlich sogenannter Stablecoins, dargelegt wurden. Bereits im Februar 2022 hatte der FSB eine aktualisierte Risikobewertung zur Finanzstabilität durch Krypto-Assets veröffentlicht. Der Bericht warnte damals davor, dass sich die Krypto-Asset-Märkte schnell entwickeln und einen Punkt erreichen könnten, an dem sie aufgrund ihres Umfangs, struktureller Schwachstellen und ihrer zunehmenden Vernetzung mit dem traditionellen Finanzsystem eine Bedrohung für die globale Finanzstabilität darstellen. Das FSB koordiniert auf internationaler Ebene die Arbeit nationaler Finanzbehörden und internationaler Standardsetzungsgremien und entwickelt sowie fördert die Umsetzung wirksamer regulatorischer, aufsichtsrechtlicher und anderer finanzpolitischer Maßnahmen im Interesse der Finanzstabilität. Es bringt nationale Behörden aus 24 Ländern und Jurisdiktionen, internationale Finanzinstitutionen, sektorspezifische internationale Zusammenschlüsse von Regulierungs- und Aufsichtsbehörden sowie Ausschüsse von Zentralbankexperten zusammen, um einen robusten und sicheren globalen Finanzmarkt zu gewährleisten.

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