Kryptowährungen: Die digitale Revolution der Geldanlage – Chancen und Risiken verstehen

Der rasante Aufstieg von Kryptowährungen hat die Finanzwelt in den letzten Jahren fundamental verändert und weckt immer wieder das Interesse von Anlegerinnen und Anlegern weltweit. Was einst als Nischenphänomen begann, hat sich zu einem Milliardenmarkt entwickelt, auf dem neben Bitcoin inzwischen über 23.000 unterschiedliche digitale Währungen gehandelt werden. Sie bieten das Versprechen von hohen Renditen und einer unabhängigen Alternative zu traditionellen Finanzprodukten. Doch der Reiz der neuen digitalen Ära birgt auch erhebliche Risiken, die besonders für Kleinanleger eine Herausforderung darstellen. Der Kryptomarkt ist hochspekulativ, stark stimmungsgetrieben und oft irrational in seinen Entwicklungen.

Für viele ist der Gedanke an “digitales Gold” verlockend, und die Blockchain-Technologie, die diesen Währungen zugrunde liegt, verspricht Dezentralisierung, Transparenz und Sicherheit für Transaktionen. Doch während manch einer über das Potenzial digitaler Vermögenswerte nachdenkt, ist es entscheidend, die Grundlagen einer soliden finanziellen Absicherung nicht aus den Augen zu verlieren. Traditionelle Vorsorgeprodukte bleiben ein Eckpfeiler für langfristige Sicherheit. Wenn Sie sich fragen, todesfallversicherung sinnvoll ist, finden Sie hier weiterführende Informationen, die eine wichtige Ergänzung zur Risikobetrachtung digitaler Anlagen darstellen.

In diesem umfassenden Leitfaden beleuchten wir die verschiedenen Facetten der Kryptowährungen als Geldanlage: von den grundlegenden Konzepten über diverse Anlageprodukte bis hin zu Fragen der Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven. Wir stellen Ihnen verschiedene Kryptoinvestments vor und geben Ihnen wertvolle Verbrauchertipps an die Hand, um die Komplexität dieses dynamischen Marktes besser zu navigieren.

Was sind Fungible Tokens?

Der Begriff „Token“ ist ein zentraler Baustein in der Welt der Kryptowährungen und bezeichnet digitale Vermögenswerte. Ein Bitcoin kann beispielsweise als solcher „Krypto-Token“ verstanden werden. Der Wert eines Tokens ergibt sich aus seiner spezifischen Funktion, seinen Merkmalen oder seinem Besitzstatus.

Fungible Tokens, wie Bitcoin oder Ethereum, sind austauschbar und zählbar, ganz ähnlich wie herkömmliche Geldmünzen oder -scheine. Das bedeutet, dass ein Bitcoin prinzipiell dem anderen gleicht und gegen ihn ausgetauscht werden kann, ohne dass sich sein Wert ändert. Diese Austauschbarkeit unterscheidet sie fundamental von einzigartigen, nicht austauschbaren digitalen Vermögenswerten, den sogenannten „Non-Fungible Tokens“ (NFTs), bei denen jedes Exemplar ein Unikat darstellt, wie zum Beispiel digitale Kunstwerke oder Sammlerstücke.

Kryptowährungen im Detail: Bitcoin, Stablecoins und Co.

Die bekanntesten Kryptowährungen gehören zur Gruppe der sogenannten Altcoins, darunter Pioniere wie Bitcoin und Ether (die Kryptowährung der Ethereum-Blockchain). Diese digitalen Währungen basieren auf ihrer jeweils eigenen Blockchain-Technologie, einem dezentralen und manipulationssicheren System zur Speicherung von Transaktionen.

Um mit digitalen Währungen handeln zu können, benötigen Anleger eine digitale Geldbörse, auch Wallet genannt, die auf einem Computer oder Smartphone eingerichtet wird. Der Zugang zu Kryptobörsen – digitalen Marktplätzen wie Bitfinex oder Plattformen wie eToro und Bison – wird nach einer persönlichen Verifizierung freigeschaltet. Hier können Kryptowährungen direkt zum aktuellen Kurs gekauft, verkauft oder in eine gesetzliche Währung getauscht werden. Die Liquidität und das Angebot an verschiedenen Kryptowährungen variieren dabei stark zwischen den einzelnen Börsen. Für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger ist hier lediglich ausreichend Kapital erforderlich.

Die fortschreitende Digitalisierung zeigt sich auch darin, dass erste traditionelle Banken, wie die Luzerner Kantonalbank AG (LUKB), bereits Dienstleistungen für den Ein- und Auslieferung von Kryptowährungen anbieten. Diese Entwicklung signalisiert eine Annäherung der alten und neuen Finanzwelt und bietet Anlegern die Möglichkeit, die Flexibilität des Kryptohandels mit der Sicherheit etablierter Bankstrukturen zu verbinden.

Es ist jedoch entscheidend zu verstehen, dass der Wert von Kryptowährungen weder von Regierungen noch von Unternehmen garantiert wird. Dies macht sie zu einer hochriskanten Geldanlage und ungeeignet für die Altersvorsorge. Trotz einer beeindruckenden Marktkapitalisierung – Bitcoin liegt beispielsweise bei rund 633 Milliarden Euro (1,5 Billionen US-Dollar) – besteht immer das Risiko, dass Regierungen den Handel oder Besitz von Kryptowährungen einschränken oder sogar verbieten könnten, wie es bereits in China der Fall ist. Auch Singapur hat die Werbung für diese digitalen Assets stark reglementiert.

Kryptowährungen sind zudem extrem volatil: Tägliche Kursschwankungen im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit. Beim Umtausch in staatliche Währungen können erhebliche Verluste entstehen. Für unerfahrene Anlegerinnen und Anleger, die keine Vorerfahrung mit solchen dynamischen Märkten oder Fremdwährungen haben, ist daher höchste Vorsicht geboten. Im Gegensatz dazu bieten etablierte Absicherungsformen, wie eine lebenslange todesfallversicherung, eine berechenbare Sicherheit für die Zukunft und sollten bei der langfristigen Finanzplanung nicht außer Acht gelassen werden.

Anlageprodukte auf Kryptowährungen: Futures, CFDs, ETFs/ETPs

Neben dem direkten Kauf von Kryptowährungen gibt es eine Reihe von derivativen Finanzinstrumenten, die es Anlegern ermöglichen, an der Kursentwicklung von Bitcoin & Co. zu partizipieren, ohne die digitalen Assets physisch zu besitzen. Diese Produkte sind oft noch komplexer und bergen eigene, teilweise erhöhte Risiken.

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“Futures”: Spekulation auf zukünftige Preise

Über spezialisierte Broker-Konten können Anleger Finanzinstrumente auf Kryptowährungen handeln, die nicht immer direkt an Kryptobörsen verfügbar sind. Der Handel mit solchen Derivaten birgt jedoch hohe Verlustrisiken. Futures sind Termingeschäfte, bei denen Anleger auf künftige Preisentwicklungen von Vermögenswerten, wie Rohstoffen oder Kryptowährungen, spekulieren. Dabei wird vereinbart, ein Produkt zu einem festgelegten Preis zu einem späteren Zeitpunkt zu liefern oder abzunehmen.

Anleger nutzen oft Hebel, um mit geringem Eigenkapital auf steigende (Long-Position) oder fallende (Short-Position) Kurse zu setzen. Dies kann hohe Gewinnchancen eröffnen, bedeutet aber gleichzeitig erhebliche Risiken, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und potenziellen Nachzahlungen (Nachschusspflicht).

Differenzkontrakte (CFDs): Wetten auf Preisdifferenzen

Nicht alles, was nach Kryptowährung aussieht, ist auch tatsächlich Kryptowährung. CFDs (Contracts for Difference) sind Derivate oder Hebelprodukte, die außerhalb der Börse von Brokern gehandelt werden. Im Gegensatz zu Futures haben CFDs keine festen Ablaufzeiten. Anleger spekulieren hier auf die Preisdifferenz zwischen dem Einstiegs- und Ausstiegskurs der Kryptowährung, ohne den Basiswert, wie Bitcoin oder Ether, selbst zu erwerben.

Da hierbei sowohl Kursgewinne als auch -verluste möglich sind, müssen Anleger Sicherheiten, sogenannte „Margin“, hinterlegen. Diese werden automatisch einbehalten, sobald die Verluste den Wert der Sicherheit übersteigen. Der Handel mit CFDs und Hebeln birgt ein zusätzlich erhöhtes Risiko. Bewegt sich beispielsweise ein Bitcoin-CFD mit einem Hebel von 1:2 um 10 %, kann der CFD-Händler, abhängig von der gewählten Position, einen Gewinn oder Verlust von 20 % erzielen. So können schnell erhebliche Geldbeträge verdient, aber auch verloren werden.

Aus Verbraucherschutzgründen hat die deutsche Finanzaufsicht BaFin CFD-Kontrakte mit Nachschusspflicht für Anleger verboten und das Verlustrisiko auf den Kapitaleinsatz beschränkt. Dennoch bleibt der CFD-Handel eine hochspekulative Option, die risikofreudigen Anlegern ermöglicht, bereits mit Kleinbeträgen auf steigende oder fallende Kurse teurer Kryptowährungen zu spekulieren. Die Gewinnchancen, aber auch das Risiko des Totalverlusts, sind beachtlich. Umso wichtiger ist es, für die Absicherung der Familie auf bewährte Konzepte wie die risikolebensversicherung familie zu setzen, die unkalkulierbare finanzielle Risiken abfedert.

Krypto-ETFs und Krypto-ETPs: Regulierte Zugänge zum Kryptomarkt

Unter den börsengehandelten Anlageklassen gehören Kryptoprodukte zu den Wachstumstreibern. In Europa verwalten rund 70 Krypto-Assets etwa 7 Milliarden Euro Vermögen. Die Zulassung und der Start des ersten Bitcoin-ETFs (Exchange Traded Funds) an der New Yorker Börse trieben die Kryptokurse zu neuen Höchstständen. Dieser Indexfonds, wie der BITO, investiert jedoch in die Bitcoin-Kursentwicklung über einen Korb von Bitcoin-Futures und hält keine physischen Kryptowährungen.

ETFs eröffnen privaten und institutionellen Anlegern einen kontrollierten Zugang zu Kryptoinvestments. Ein Wallet ist nicht notwendig, und es muss kein Kryptoprodukt riskant angekauft und aufbewahrt werden. ETFs zählen zum Sondervermögen der Depotbank, wodurch das Emittentenrisiko weitgehend eliminiert ist. Diese Indexfonds sind transparent, kostengünstig, liquide und durch hohe regulatorische Standards abgesichert. Kleinanleger profitieren zudem von der Möglichkeit zur Sparplanfähigkeit.

Ein Krypto-ETF verbindet die neue Finanzwelt (Kryptoinvestments) mit der etablierten und beliebten Verpackung eines ETFs. Ein großes Manko vieler Bitcoin-ETFs ist jedoch die fehlende Diversifikation. Nach europäischen Regularien (UCITS-Richtlinien) darf in einem ETF kein Wert über 20 % Gewichtung haben, weshalb in Deutschland bisher keine Krypto-ETFs zugelassen wurden, die direkt in einzelne Kryptowährungen investieren.

Stattdessen werden auf dem deutschen Markt sogenannte Krypto-ETNs (Exchange Traded Notes) oder ETPs (Exchange-Traded Products) gehandelt. Diese börsengehandelten Wertpapiere verbriefen Krypto-Einzelwerte ohne Diversifikation. Erfahrene Anleger können mit diesen Papieren an der Wertentwicklung von Bitcoin & Co. teilhaben, ohne das Kryptogeld physisch erwerben zu müssen.

In Deutschland sind mittlerweile zahlreiche Krypto-ETPs verfügbar, die Anlegern regulierte Möglichkeiten bieten, in Kryptowährungen zu investieren. Diese ETPs bieten durch physische Besicherung oder institutionelle Verwahrung eine sicherere Option für Anleger, die in Kryptowährungen investieren möchten, ohne sie direkt zu halten. Gängige ETPs werden auf großen Kryptobörsen wie der Deutschen Börse Xetra angeboten. Bekannte Anbieter und Produkte sind unter anderem der 21Shares Bitcoin ETP (ABTC) und der Ethereum ETP (AETH) oder spezialisierte Produkte wie das 21Shares Crypto Basket Index ETP, das die größten Kryptowährungen in einem Portfolio vereint. Diese Produkte sind direkt mit den zugrunde liegenden Kryptowährungen hinterlegt, was eine höhere Transparenz und Sicherheit bietet. Anleger partizipieren hier tatsächlich am Wert des Basiswerts.

Diese ETPs sind auf regulierten Märkten auch für Kleinanleger zugänglich und als Sparplan nutzbar. Durch ihre physische Besicherung oder institutionelle Verwahrung stellen sie eine sicherere Option für Anleger dar, die in Kryptowährungen investieren möchten, ohne sie direkt halten zu müssen.

Weitere Anlageprodukte in Krypto-Tokens: ICOs und STOs

Neben den etablierten Kryptowährungen und Derivaten gibt es weitere digitale Vermögenswerte, die oft auf der Blockchain einer anderen Kryptowährung, wie beispielsweise Ethereum (in der Währung Ether), basieren. Diese bieten alternative Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung für Projekte und Unternehmen, bergen jedoch auch spezifische Risiken.

ICO (Initial Coin Offering, „Token-Sale“): Virtueller Börsengang mit hohem Risiko

Bei einem ICO, auch bekannt als „Token-Sale“, handelt es sich um eine öffentliche Kapitalerhebungsmethode, bei der ein Unternehmen frisches Kapital für ein Blockchain-basiertes Projekt nicht von einer Bank, sondern direkt von der breiten Öffentlichkeit, den Nutzerinnen und Nutzern, einholt. Die Risiken für Anleger sind hierbei erheblich. Die im Rahmen von ICOs erworbenen Kryptowährungen, oft als Utility-Tokens (digitale Gutscheine) bezeichnet, unterliegen starken Preisschwankungen. Da es oft kaum einen Sekundärmarkt für diese Tokens gibt, können Anleger in ihrer Investition feststecken. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Instagram-Shopping Startup Wysker, das nach seinem ICO in Deutschland Insolvenz anmelden musste.

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Ein weiteres Problem besteht darin, dass Projekte, die durch solche Crowdfunding-basierte ICOs finanziert werden, sich häufig in einer sehr frühen Startphase befinden. Die Seriosität und Bonität des Token-Anbieters sowie die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Projekts können oft kaum geprüft werden. Die Geschäftsbedingungen, die in sogenannten Whitepapers (ähnlich einem Verkaufsprospekt) dargelegt werden, sind oft intransparent und komplex. Betrügerische ICOs täuschen nicht selten einen Token-Verkauf auf gefälschten Websites vor und verschwinden nach ausreichenden Einnahmen mitsamt der Website und dem eingesammelten Geld. Die strenge Regulierung eines klassischen Börsengangs (Initial Public Offering, IPO) fehlt hier noch weitgehend, weshalb ICOs künftig stärker unter Beobachtung der BaFin fallen sollen.

Obwohl einige ICOs, wie Ethereum mit seiner Kryptowährung Ether oder cloudeo mit Geoinformationslösungen, nachhaltig erfolgreich waren, bleiben ICOs für Kleinanleger hochspekulative Anlagen, die mit dem Risiko eines Totalverlusts verbunden sind.

STO (Security Token Offering): Direktinvestments in Unternehmen

Security Token Offerings (STOs) können als eine Weiterentwicklung und sicherere Alternative zu ICOs betrachtet werden, da sie die Sicherheit der emittierten Tokens in den Vordergrund stellen. Beim Erwerb eines Security Tokens erhält der Investor einen digitalen Vermögenswert, der mit einem traditionellen Wertpapier auf Blockchain-Basis vergleichbar ist.

Für mittelständische Unternehmen stellen STOs ein kostengünstiges Mittel zur Fremdkapitalbeschaffung dar, da sie Wertpapiere ohne die hohen Kosten für Intermediäre wie Banken oder Börsen absetzen können. Ein Beispiel für einen erfolgreichen STO ist die Finanzplattform Provenance, die 2019 durch einen STO 20 Millionen US-Dollar Kapital einsammelte.

Da hochpreisige Wertanlagen in einzelne Token herunter-skaliert werden können, ermöglichen STOs auch Kleinanlegern die Beteiligung an Projekten. Der kostengünstige STO-Handel ist über die Blockchain auf dem Sekundärmarkt jederzeit möglich. STO-Investoren haben dabei ähnliche Rechte wie bei traditionellen Finanzmarktemissionen.

Die finanziellen Risiken dieser Kryptoanlagen sind mit denen herkömmlicher Kapitalanlagen vergleichbar. Da das über einen STO angelegte Geld in einem einzelnen Projekt gebunden ist und nicht breit gestreut wird, besteht ein Klumpenrisiko und somit das Risiko eines Totalverlusts. STOs müssen zudem von der BaFin genehmigt werden, was eine gewisse Regulierung und damit erhöhte Sicherheit im Vergleich zu unregulierten ICOs bietet.

Non-Fungible Tokens (NFTs): Einzigartige digitale Werte

Non-Fungible Tokens (NFTs) repräsentieren eine weitere faszinierende Facette der digitalen Vermögenswelt. Es handelt sich dabei um virtuelle Güter, kryptographische Signaturen digitaler Inhalte (Tokens), die zumeist über die Ethereum Blockchain gehandelt werden. NFTs sind einzigartig, nicht austauschbar (non-fungible), nicht teilbar und können nicht vervielfältigt werden. Technisch einfach replizierbare Dateien werden durch NFTs in knappe Wirtschaftsgüter mit teils immensem Marktwert verwandelt. Ihr Eigentümer wird registriert und erhält ein Echtheitszertifikat. Auf Handelsplätzen wie Opensea können Investoren NFTs gegen Kryptowährungen erwerben und verkaufen.

Obwohl viele den NFT-Markt, der von digitaler Kunst und Bildern von “gelangweilten Affen” (Bored Apes) oder Top-Fußballern dominiert wird, belächeln, hat er bereits bemerkenswerte Erfolge erzielt. Das erste digitale Kunstwerk von Mike Winkelmann, bekannt als Beeple, „Everydays: The First 5000 Days“, wurde vom angesehenen Auktionshaus Christie’s für 69 Millionen US-Dollar verkauft. Die neuen Eigentümer erhalten bei diesen sogenannten Smart Contracts nicht nur Besitz-, sondern oft auch Verwertungsrechte. Sie dürfen diese Bilder, Tweets oder Musiktitel zu Werbezwecken millionenfach in sozialen Medien wie Facebook, Instagram & Co. verwenden. Durch das fehlende umfassende juristische Regelwerk herrscht jedoch eine hohe Missbrauchsgefahr.

Viele dieser digitalen Kultobjekte mit vermeintlichem Geldanlage-Charakter könnten vom Markt verschwinden oder ihre Preise stark korrigieren. Derzeit ist das Handelsvolumen aufgrund globaler Ereignisse wie dem Ukraine-Krieg und der Inflation eingebrochen, was jedoch nichts am enormen Wachstumspotenzial der digitalen Knappheit ändert. Neben Kunst und digitalen Sammlerstücken (Bilder von Sneakern, Uhren von Social Media Influencern) erfüllen NFTs die bahnbrechende Mission der Virtualisierung von Besitztum. So könnten NFTs im Immobilienmarkt langwierige Beurkundungsprozesse und teure Dokumente ersetzen. Durch dezentralisierte, digitale non-fungible Eigentumstoken werden Immobilien in der digitalen Welt fungibel, also handelbar. Auch die Kreislaufwirtschaft profitiert durch NFTs von der Transparenz der Datenkette und der Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen.

Das Kryptogeldsystem der Zukunft

Die Entwicklung in den kommenden Jahren wird voraussichtlich zu einem Blockchain-basierten, mehrstufigen Krypto-Geldsystem führen. Dezentrale Kryptowährungen wie der Bitcoin, die ohne Mittelsmänner wie Banken auskommen, könnten zu einer Art digitaler Goldreserve avancieren. Um das Problem der extremen Kursvolatilität zu lösen, wird der Kurs von sogenannten Stablecoins (schwankungsarme Währungen) wie Tether oder Gemini Dollar an den US-Dollarkurs gekoppelt. Anleger, die sich gegen Kursverluste absichern und ihr Krypto-Vermögen in US-Dollar umschichten wollen, können ihre Guthaben direkt in Stablecoins tauschen. Ein Wechsel von Kryptowährung zu einer gesetzlichen Währung, wie beispielsweise von Bitcoin in US-Dollar, ist nicht mehr notwendig, da der Stablecoin den weniger schwankungsanfälligen Dollar-Kurs abbildet.

Zentralbanken weltweit beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Krypto. Mit einem zentralen digitalen Zahlungsmittel könnten Staaten die Digitalisierung der Realwirtschaft maßgeblich unterstützen. Eine staatliche Krypto-Währung würde neue Blockchain-basierte „Pay-per-Use“-Dienstleistungen in IoT-Netzwerken („Bezahlung der Dienstleistung in smarten Internet-der-Dinge-Netzwerken nach Nutzung, wie bei Mietwagen“) fördern. Diese Technologie wird bereits im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung, beim vernetzten Auto oder bei der smarten Regalbestückung nach Warenbestandslage eingesetzt. Auch in der Europäischen Union befindet sich eine zentrale Krypto-Währung, der digitale Euro (Stablecoin-Konzept), bereits in der Planungsphase. Für Anleger, die über die Risiken spekulativer Anlagen hinausdenken, könnte es sinnvoll sein, die Bedeutung einer allianz fondsgebundene lebensversicherung zu prüfen, da sie als stabilerer Baustein in der langfristigen Finanzplanung fungieren kann.

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Wie nachhaltig ist die digitalisierte Geldanlage?

Die Frage nach der Nachhaltigkeit digitaler Geldanlagen, insbesondere Kryptowährungen, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Verlässliche und einheitliche Zahlen für die Energiebilanz der Bitcoin-Industrie sind zwar schwer zu ermitteln, doch Schätzungen des Cambridge Centre for Alternative Finance beziffern ihren Gesamtstromverbrauch auf etwa 134 Terawattstunden, was mehr als dem gesamten Stromverbrauch Schwedens entspricht, bei einem regenerativen Stromanteil von 39 Prozent.

Der CO2-Fußabdruck des Bitcoin-Netzwerks belief sich 2020 auf etwa 0,1 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes, was rund 44 Megatonnen pro Jahr entspricht (Quelle: Kryptokompass-Ausgabe-49-Juli-2021, Klimakiller Bitcoin). Die Kryptobranche hat die Notwendigkeit erkannt, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Digitale Vermögensverwalter lassen die Emissionen ihrer Kryptowährungsprodukte regelmäßig messen. Führende Crypto Carbon Rating Institute analysieren Mining-Prozesse und erarbeiten Lösungsvorschläge für die Dekarbonisierung. Bei neuen Krypto-Investitionen werden Umwelt- und Nachhaltigkeitsprinzipien beachtet, wobei Biodiversität, erneuerbare Energien und CO2-Vermeidung im Fokus stehen. Durch enge Zusammenarbeit mit Bitcoin-Minern strebt die Branche die Einhaltung der Pariser Klimaziele und eine Netto-Null-CO2-Emission an.

In Ländern wie El Salvador siedeln Bitcoin-Mining-Anlagen auf Geothermie-Basis neben Vulkanen an. In China nutzen Mining-Farmen günstige Stromüberhänge von Wasserkraftwerken, während in den USA überschüssige Wind- und Solarenergie zum Einsatz kommt. Die beim Mining entstehende Abwärme wird zudem für Heizung oder beim Gemüseanbau genutzt.

Dennoch bleibt die jährliche Produktion von 30.000 Tonnen unrecyclierbarem, hochgiftigem Elektroschrott aus Bitcoin-Miner-Rechnern ein weiterhin problematischer Aspekt. Der von der Universität Cambridge geschätzte Sondermüll von 272 Gramm pro Bitcoin-Transaktion (0,06 Prozent der weltweiten Elektroschrott-Produktion**) muss durch die Vermarktung von Secondhand-Geräten drastisch reduziert werden.

Ausblick und Verbrauchertipps: Investitionen in Kryptowährungen richtig einschätzen

Trotz der zahlreichen Innovationen und potenziellen Vorteile bleiben Kryptoanlagen hochriskant. Ihre extremen Wertschwankungen und die Anfälligkeit für Manipulationen bergen erhebliche Risiken. Darüber hinaus sind Sicherheitsfragen wie Hackerangriffe und Betrug weiterhin aktuell, und die noch fehlende umfassende Regulierung schafft zusätzliche Unsicherheit. Auch zukünftige rechtliche Einschränkungen könnten die Entwicklung von Kryptowährungen maßgeblich beeinflussen.

Experten prognostizieren dennoch weiterhin ein erhebliches Wachstumspotenzial für Kryptoanlagen, insbesondere durch NFTs (Non-Fungible Tokens), die neue und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten bieten. Eine stärkere Regulierung könnte langfristig zu mehr Stabilität und Akzeptanz führen, sodass Kryptowährungen zu einem festen Bestandteil des Finanzmarktes werden könnten. Doch bis dahin bleiben Kryptoanlagen primär eine höchst spekulative Geldanlage für eine internet- und technikaffine Gruppe von Anlegern, die explizit auf der Suche nach extrem hohen Renditen sind.

Falls Sie dennoch in Kryptowährungen investieren möchten, beachten Sie unbedingt die folgenden Verbrauchertipps, um Ihre Risiken zu minimieren und fundierte Entscheidungen zu treffen:

  • Investieren Sie nur, was Sie bereit sind zu verlieren: Setzen Sie nur Kapital ein, auf das Sie im Zweifelsfall verzichten können. Krypto-Investitionen sollten niemals Ihre finanzielle Existenzgrundlage gefährden.
  • Nutzen Sie Demo-Depots: Machen Sie sich mit der Funktionsweise von Kryptobörsen und Handelsplattformen vertraut, indem Sie zunächst ein Demo-Depot nutzen, bevor Sie echtes Geld investieren.
  • Begrenzen Sie Ihr Investment: Wie bei allen stark schwankenden Anlageklassen empfiehlt es sich, nur einen marginalen Teil – nicht mehr als fünf Prozent – Ihres Gesamtvermögens in Kryptowährungen zu investieren. Für die solide Absicherung im Alter ist beispielsweise eine risikolebensversicherung ab 65 eine wesentlich berechenbarere Option.
  • Bleiben Sie informiert: Kryptokurse werden stark von der Psychologie und der Anlegerstimmung getrieben. Informieren Sie sich laufend über die Geschehnisse am Kryptomarkt und insbesondere über die Währungen, in die Sie investiert haben.
  • Diversifikation ist wichtig: Auch bei Kryptoanlagen ist Diversifikation ratsam. Erwägen Sie ein Portfolio, das – neben traditionellen Assets wie Aktienfonds – in verschiedene Kryptowährungen investiert.
  • Vermeiden Sie kreditfinanzierte Investments: Investitionen auf Kreditbasis sind bei hochspekulativen Anlagen wie Kryptowährungen tabu, da sie das Verlustrisiko exorbitant erhöhen.
  • Prüfen Sie Vertragsdetails und Gerichtsstand: Achten Sie bei der Kryptogeldanlage auf die Vertragsdetails und prüfen Sie bei Internet-Handelsplattformen immer den Gerichtsstand des Unternehmens. Dies ist entscheidend für den Fall rechtlicher Streitigkeiten.
  • Seien Sie skeptisch bei unerwünschten Angeboten: Reagieren Sie nicht auf ungefragte E-Mail- oder Werbeangebote, die Ihnen schnelle und hohe Gewinne versprechen. Viele Betrugsfälle beginnen auf diese Weise.
  • Suchen Sie unabhängigen Rat: Holen Sie sich im Zweifel immer Rat bei unabhängigen Stellen, wie den Verbraucherverbänden oder spezialisierten Finanzberatern.

Die Welt der Kryptowährungen ist dynamisch und bietet immense Möglichkeiten, aber auch erhebliche Fallstricke. Ein informierter und umsichtiger Ansatz ist der Schlüssel, um in diesem aufregenden, aber auch risikoreichen Markt erfolgreich zu agieren und gleichzeitig Ihre finanzielle Zukunft nicht zu gefährden.

Quellenangaben

*Quelle: https://www.theguardian.com
** Quelle: https://bitcoinnews.ch