Warum Kryptowährungen (noch) kein verlässliches Zahlungsmittel für Ihr Unternehmen sind

Stellen Sie sich vor, ein Kunde möchte in Ihrem Handwerksbetrieb nicht mit Euros bezahlen, sondern mit einem Sack Goldnuggets, mit einem Aktienpaket oder gar mit seltenen Muscheln aus dem Südpazifik. Sie würden wahrscheinlich höflich lächeln, aber dankend ablehnen. Als Unternehmerin oder Unternehmer benötigen Sie vor allem eines: Verlässlichkeit. Einen Preis, auf den Sie sich verlassen können, und ein allgemein anerkanntes Zahlungsmittel, dessen Wert nicht über Nacht massiv schwankt. Genau hier liegt die Kernproblematik bei Kryptowährungen als Zahlungsmittel für Unternehmen.

Krypto-Werte wie Bitcoin sind zweifellos faszinierend und repräsentieren eine technologisch ausgeklügelte Innovation. Doch BaFin-Präsident Mark Branson rät Handwerksbetrieben und Selbstständigen ausdrücklich davon ab, Zahlungen in diesen digitalen Werten anzunehmen. Sie sind hochvolatil, bergen erhebliche Unsicherheiten und eignen sich aus fundamentalen Gründen nicht als stabiles Zahlungsmittel für den Geschäftsalltag. Während Finanzaufsichtsbehörden innovative Zahlungssysteme begrüßen, die Kosten senken und die Teilnahme am Wirtschaftsleben vereinfachen können – beispielsweise durch Echtzeitüberweisungen oder private digitale Zahlungsdienste – müssen diese erprobt und sicher sein.

Hohe Volatilität: Ein unkalkulierbares Risiko für Ihr Geschäft

Die extremen Preisschwankungen von Kryptowährungen stellen eine der größten Hürden für ihre Akzeptanz als Zahlungsmittel dar. Von Woche zu Woche, ja sogar von Tag zu Tag, können die Werte massiv variieren. Wer heute von seinen Kunden in Bitcoin bezahlt wird, steht vor der Unsicherheit, ob der erhaltene Betrag morgen noch ausreicht, um Angestellte zu bezahlen, Betriebskosten zu decken oder Lieferanten zu vergüten. Dieses unkalkulierbare Wechselkursrisiko müssen Sie als Unternehmer alleine tragen. Es erschwert jede langfristige Finanzplanung und kann die Rentabilität eines Auftrags erheblich schmälern.

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Im Gegensatz zu traditionellen Währungen oder stabilen Wertanlagen, deren Kurse Schwankungen unterliegen, aber meist in einem regulierten Rahmen bleiben, können Kryptowerte in kürzester Zeit einen Großteil ihres Wertes verlieren. Dies macht sie zu einer riskanten Wahl für den täglichen Zahlungsverkehr und die finanzielle Stabilität Ihres Betriebs. Die Frage nach der richtigen Absicherung und langfristigen Planung im Geschäftskontext ist auch im Hinblick auf persönliche Vorsorge wichtig, ähnlich wie die Überlegung, ob eine [Kapitallebensversicherung sinnvoll] ist.

BaFin/Matthias Sandmann

Sicherheitsaspekte und Haftungsfragen bei Krypto-Transaktionen

Die Nutzung von Kryptowährungen birgt auch erhebliche Sicherheitsrisiken, die bei traditionellen Bankgeschäften weitgehend ausgeschlossen sind. Wer Krypto-Werte nutzt, muss die Zugangsdaten zum sogenannten “Wallet” – dem digitalen Portemonnaie – wie einen Schatz hüten. Ein vergessenes Passwort, der Verlust des Geräts, auf dem die Zugangsdaten gespeichert sind, oder ein erfolgreicher Hackerangriff können dazu führen, dass Ihr Krypto-Kassenschrank für immer verschlossen oder vollständig leer ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bankkonten gibt es bei Kryptowährungen keine zentrale Anlaufstelle, keine Hotline für den Notfall, keine Möglichkeit einer Rückerstattung bei Fehlüberweisungen und vor allem keine Einlagensicherung. Niemand bürgt für den Wert oder die Sicherheit Ihrer Kryptowerte.

Die Attraktivität der “Zahlung in Krypto”-Werbung kann zudem gezielt Hacker anlocken, die es auf die ungesicherten digitalen Vermögenswerte abgesehen haben. Unternehmen, die sich auf solche Zahlungsmethoden einlassen, setzen sich einem erhöhten Betrugsrisiko aus, das in keinem Verhältnis zu den potenziellen Vorteilen steht. Die Absicherung Ihres Vermögens und die Minimierung von Risiken sollten oberste Priorität haben, sei es durch solide Geschäftsmodelle oder durch eine umfassende [Lebensversicherung], die finanzielle Sicherheit für Sie und Ihre Familie gewährleistet.

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Rechtliche und buchhalterische Herausforderungen

Ein weiterer wesentlicher Punkt, der gegen die Akzeptanz von Kryptowährungen als Zahlungsmittel spricht, sind die komplexen rechtlichen und buchhalterischen Unsicherheiten. Kryptowerte sind kein gesetzliches Zahlungsmittel. Dies bedeutet, dass niemand verpflichtet ist, sie anzunehmen, und dass ihre rechtliche Behandlung im Falle von Streitigkeiten oft unklar ist. Was passiert bei Zahlungsausfällen? Wie wird eine Zahlung bewertet, wenn ein Kunde die Transaktion wegen eines nachträglichen Kursanstiegs anzweifelt? Solche Konflikte können nicht nur viel Geld, sondern auch wertvolle Zeit und Nerven kosten.

Darüber hinaus bringen Kryptotransaktionen erhebliche Herausforderungen in der Buchhaltung und Besteuerung mit sich. Die ständigen Wertschwankungen erschweren die korrekte Erfassung und Bewertung von Einnahmen. Die Komplexität der Besteuerung von Krypto-Transaktionen ist ein weitreichendes Thema, das oft spezialisierte Beratung erfordert. Für größere Beträge besteht zudem das Risiko, unwissentlich in Geldwäscheaktivitäten verwickelt zu werden, da die Nachverfolgbarkeit trotz Blockchain-Technologie für Laien oft intransparent ist. Die Sicherheit innerhalb der Blockchain-Technologie schützt somit nicht vor den praktischen Alltagsrisiken und den rechtlichen Fallstricken, die im Geschäftsbetrieb entstehen können. Die Notwendigkeit einer klaren finanziellen Strategie ist unerlässlich, um Risiken zu managen und die finanzielle Zukunft zu sichern. Das ist auch ein wichtiger Aspekt, wenn man sich fragt, [lohnt sich eine Kapitallebensversicherung] in der heutigen Zeit.

Fazit: Vertrauen Sie auf bewährte und sichere Zahlungsmethoden

Die Diskussion um Kryptowährungen als Zahlungsmittel zeigt deutlich, dass die Technologie zwar innovativ ist, aber für den praktischen Einsatz im Geschäftsleben von Handwerksbetrieben und Selbstständigen noch nicht reif genug ist. Die hohe Volatilität, die gravierenden Sicherheitsmängel und die unklaren rechtlichen sowie buchhalterischen Rahmenbedingungen machen sie zu einem unzuverlässigen und riskanten Instrument.

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Digitale Zahlungsmethoden sind zweifellos die Zukunft des Zahlungsverkehrs – ja, bitte! Aber sie sollten erprobt, praktisch und vor allem in einem sicheren, beaufsichtigten Rahmen angeboten werden. Solche Lösungen existieren bereits längst. Wer seiner Kundschaft eine innovative und digitale Zahlungsmöglichkeit anbieten möchte, muss nicht auf das nächste Krypto-Versprechen hoffen oder auf unregulierte Zukunftsprojekte warten. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf bewährte und regulierte digitale Zahlungssysteme, die Ihrem Unternehmen die nötige Verlässlichkeit und Sicherheit bieten.

Dieser Beitrag ist in einer leicht gekürzten Version in der Juni-Ausgabe des Handwerk Magazins erschienen.