Die Inflation ist ein wirtschaftliches Phänomen, das die Kaufkraft von Währungen im Laufe der Zeit mindert. Während traditionelle Währungen wie der Euro oder der US-Dollar einer stetigen Entwertung unterliegen können, werden Kryptowährungen oft als potenzieller Schutz vor diesem Wertverlust angepriesen. Doch welche Kryptowährungen sind tatsächlich inflationsresistent und wie verhält sich der Markt in der Praxis? Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge und analysiert die Rolle von Bitcoin und anderen digitalen Assets im Kontext der Inflation.
Kryptowährungen mit niedriger Inflation
Einige Kryptowährungen zeichnen sich durch eine vergleichsweise niedrige Inflationsrate von unter 5 % pro Jahr aus. Dazu gehören unter anderem:
- Bitcoin (BTC)
- Ethereum (ETH)
- BNB (BNB)
- Cardano (ADA)
- Dogecoin (DOGE)
- Litecoin (LTC)
- Shiba Inu (SHIB)
- Uniswap (UNI)
- Algorand (ALGO)
- Polygon (MATIC)
Diese Assets weisen oft vordefinierte Angebotsgrenzen oder kontrollierte Emissionsraten auf, die darauf abzielen, eine übermäßige Geldentwertung zu verhindern.
Kryptowährungen mit hoher Inflation
Im Gegensatz dazu stehen Kryptowährungen mit einer hohen Inflationsrate von 15 % pro Jahr oder mehr. Eine hohe Inflation bei digitalen Assets kann auf eine unbegrenzte oder sehr schnell steigende Umlaufmenge zurückgeführt werden. Beispiele hierfür sind:
- Hedera (HBAR)
- Sui (SUI)
- Worldcoin (WLD)
- Filecoin (FIL)
- Bonk (BONK)
- IOTA (MIOTA)
- Cosmos (ATOM)
- Artificial Superintelligence Alliance (ASI)
Bei diesen Währungen besteht ein höheres Risiko, dass ihre Kaufkraft schneller sinkt, es sei denn, sie erfahren eine entsprechend hohe Nachfragesteigerung.
Inflation am Beispiel von Bitcoin
Der Begriff Inflation beschreibt grundsätzlich den Prozess, bei dem Währungen im Wert verlieren, was sich in steigenden Preisen für Konsumgüter niederschlägt. Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, werden häufig als inflationssicher betrachtet. Dies liegt primär an der im Protokollcode festgelegten Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin. Zusätzlich wird die Ausschüttung neuer Bitcoins an Miner alle vier Jahre durch das sogenannte “Halving” halbiert. Diese Mechanismen sollen sicherstellen, dass das Angebot begrenzt bleibt und einer Inflation entgegengewirkt wird. Das volle Angebot wird voraussichtlich erst in mehreren Jahrzehnten erreicht sein.
Bitcoin Illustration
Was bedeutet Coin Supply bei Kryptowährungen?
Der “Coin Supply” bezeichnet die Anzahl der verfügbaren Coins einer Kryptowährung. Drei wichtige Kennzahlen sind hierbei relevant:
- Circulating Supply (Umlaufmenge): Dies ist die Anzahl der Coins, die öffentlich auf dem Markt zugänglich sind. Bei Bitcoin liegt diese Zahl derzeit bei etwa 19 Millionen. Ein Teil dieser Coins ist jedoch durch verlorene Transaktionen oder langfristiges “Hodling” faktisch nicht im Umlauf.
- Maximum Supply (Maximales Angebot): Die maximal mögliche Anzahl an Coins, die jemals existieren können. Bei Bitcoin ist diese Zahl auf 21 Millionen festgelegt und im Protokoll verankert. Nicht alle Kryptowährungen verfügen über eine solche feste Obergrenze.
- Total Supply (Gesamtangebot): Die Gesamtzahl der bisher ausgegebenen Coins abzüglich jener, die aus dem Verkehr gezogen wurden – beispielsweise durch “Burning”-Mechanismen, bei denen Coins unwiderruflich vernichtet werden.
Bitcoin und andere Kryptowährungen als Inflationsschutz
Aufgrund ihrer begrenzten Gesamtmenge werden Bitcoin und andere Kryptowährungen oft als Schutz vor Inflation propagiert – sie werden als eine Art “digitales Gold” mit zahlreichen Vorteilen betrachtet.
In der Realität zeigt sich jedoch, dass Bitcoin noch stark mit traditionellen Märkten und makroökonomischen Trends korreliert. Daher bietet es momentan keinen vollständigen Schutz gegen die Inflation von Fiat-Währungen wie dem Euro oder US-Dollar. Insbesondere die Korrelation zu risikoreichen Anlagen wie Tech-Aktien ist signifikant: In Zeiten von Marktunsicherheiten werden oft zuerst risikoreiche Assets abgestoßen, wozu auch Bitcoin und andere Kryptowährungen zählen. Dies hat zur Folge, dass sie in volatilen Phasen ebenfalls an Wert verlieren können.
Ausblick
Langfristig könnte sich diese Situation jedoch wandeln. Mit dem weiteren Wachstum des Bitcoin-Netzwerks, einer zunehmenden Verbreitung und einer steigenden Marktkapitalisierung könnte die Volatilität schrittweise abnehmen. Dies würde Bitcoin potenziell zu einem stabileren Wertaufbewahrungsmittel entwickeln lassen und seine Rolle als Inflationsschutz stärken. Bis dahin bleibt es jedoch entscheidend, die Marktperformance von Kryptowährungen im Kontext globaler Wirtschaftsereignisse zu betrachten.
