Lebensversicherung: Auszahlung oder Rente? Ihr Leitfaden für die Altersvorsorge

Entscheidung zwischen Auszahlung und Rente bei der Lebensversicherung

Die Lebensversicherung ist in Deutschland mit über 84 Millionen Verträgen ein weit verbreitetes Produkt zur Altersvorsorge. Jedes Jahr stehen zahlreiche Versicherte vor der Entscheidung, was sie mit dem angesparten Kapital ihrer Lebensversicherung tun sollen, wenn die Beitragszahlung endet. Rund 102 Milliarden Euro schüttete die Branche allein im Jahr 2024 an ihre Kunden aus. Dieses Kapital einfach auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto liegenzulassen, ohne nennenswerte Verzinsung, ist für die meisten keine Option, wie Altersvorsorgespezialist Rainer Stolten von der M.M.Warburg Assekuranz betont. Es geht darum, das Vermögen sinnvoll für den Ruhestand einzusetzen. Für eine fundierte Entscheidung ist es wichtig, alle Optionen genau zu prüfen.

Es ist entscheidend, sich umfassend zu informieren, um die Weichen für eine abgesicherte Zukunft richtig zu stellen. Viele Möglichkeiten bieten sich an, wie zum Beispiel die lebensversicherung verkaufen test stiftung warentest, falls die Police nicht mehr den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Kapitalanlage vs. Verrentung: Die grundlegende Entscheidung

Wenn es um die finanzielle Absicherung im Alter geht, eröffnen sich prinzipiell zwei Hauptwege für das angesparte Geld aus der Lebensversicherung: die Verrentung oder eine Kapitalanlage. Wer bereits über eine gesicherte Grundrente verfügt, kann mit dem Kapital flexibler umgehen und die Potenziale des Kapitalmarkts nutzen. Die grundlegende Frage bleibt jedoch stets, welche der beiden Optionen am besten zur individuellen Lebenssituation und den finanziellen Zielen passt.

Entscheidung zwischen Auszahlung und Rente bei der LebensversicherungEntscheidung zwischen Auszahlung und Rente bei der Lebensversicherung

Wie hoch sollte der Finanzbedarf im Ruhestand sein?

Experten schätzen den Finanzbedarf im Ruhestand auf rund 80 Prozent des bisherigen Netto-Einkommens. Dieser Wert sollte nicht unterschritten werden, denn auch wenn im Ruhestand bestimmte Kosten wie die Fahrten zum Arbeitsplatz entfallen, steigen andere Ausgaben, etwa für Reisen oder die Gesundheit, oft an. Eine realistische Einschätzung der zukünftigen Ausgaben ist daher unerlässlich für eine nachhaltige Finanzplanung im Alter.

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Besondere Überlegungen für Selbstständige und ungesicherte Rentner

Für Personen, die bisher nur geringfügig in die gesetzliche Rentenversicherung oder die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt haben, ist die Entscheidung besonders dringlich. Selbstständige beispielsweise, die feststellen, dass ihre laufenden Ausgaben im Alter besser abgesichert sein müssen, sind oft auf eine sichere Rentenzahlung angewiesen. Für sie stellt der Weg der Verrentung – also eine garantierte lebenslange Rentenzahlung – die sicherste Option dar, um nicht in die Situation zu geraten, dass das Geld vor dem Ende des Lebens aufgebraucht ist.

Lebensversicherung ohne garantierte Rentenzahlung – und jetzt?

Auch wer eine Lebensversicherung ohne garantierte Rentenzahlung besitzt und die Versicherungssumme auf einen Schlag ausgezahlt bekommt, hat oft die Wahlmöglichkeit einer nachträglichen Verrentung. Viele Versicherungen bieten ihren Kunden diese Option an. Die Entscheidung, ob man sein Vermögen lieber selbst verwaltet oder in eine lebenslange Rente umwandelt, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, die sorgfältig geprüft werden sollten. Optionen wie die kapitallebensversicherung verkaufen können hier ebenfalls eine Rolle spielen, wenn die ursprüngliche Police nicht mehr attraktiv ist.

Der Einfluss des Vertragsabschlussjahres auf Ihre Entscheidung

Das Abschlussjahr der Versicherung ist ein entscheidender Faktor bei der Auszahlung einer privaten Rentenversicherung. Besonders vorteilhaft sind Verträge, die zwischen 1996 und Mitte 2001 abgeschlossen wurden. Die damaligen vertraglichen Zusagen und Garantiezinsen sind heute nicht mehr üblich und können bei Fortführung des Vertrages weiterhin in Anspruch genommen werden. Ebenso wichtig ist das Abschlussjahr vor 2005: Wer seinen Vertrag vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen hat, profitiert in vielen Fällen von einer steuerfreien Auszahlung der Gewinne. Diese Ruheständler sollten unbedingt prüfen, ob ihre Versicherung eine Wahlmöglichkeit zwischen Einmalauszahlung und Verrentung anbietet, da Rentenzahlungen auf Basis alter Garantiezinsen von beispielsweise vier Prozent im Vergleich zu heutigen Tagesgeldzinsen von 2,0 % – 2,5 % äußerst attraktiv sein können.

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Lebenserwartung als entscheidender Faktor für die Rentabilität der Rente

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Entscheidung zwischen Auszahlung und Verrentung ist die Lebenserwartung. Nach der offiziellen Rentenstatistik von 2023 beziehen die Deutschen durchschnittlich rund 20 Jahre lang ihre Rente, wobei Frauen tendenziell länger leben als Männer. Für eine umfassende finanzielle Absicherung sollten jedoch mindestens 25 Jahre einkalkuliert werden. Grundsätzlich gilt: Je länger der künftige Ruheständler lebt, desto rentabler ist eine lebenslange Rente. Für manche Menschen, etwa aus gesundheitlichen Gründen, kommt eine Verrentung jedoch nicht in Betracht, da sie nur bis zum Tod gezahlt wird und somit bei kurzer Lebenserwartung weniger Vorteile bietet. Die individuelle Situation ist hier von großer Bedeutung, auch im Hinblick auf Produkte wie die policen direkt stiftung warentest prüft, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Die Sorge vor dem frühen Tod und der Kapitalverlust

Viele Menschen schrecken vor einer Verrentung zurück, weil sie befürchten, bei einem frühen Tod einen Großteil ihres Kapitals aus der Lebensversicherung zu verlieren. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des GDV ergab, dass zwei Drittel der Deutschen eine Kapitalauszahlung einer monatlichen Rentenzahlung vorziehen, da sie glauben, so im Falle eines vorzeitigen Ablebens besser dazustehen. Die Absicherung der Familie im Todesfall, insbesondere des Ehepartners, spielt für viele eine zentrale Rolle. Es ist daher ratsam, die Vertragsbedingungen genau zu prüfen, ob und zu welchen Konditionen ein Restkapital an Hinterbliebene ausgezahlt wird, auch wenn diese Option oft mit Rentenkürzungen verbunden ist.

Chancen am Kapitalmarkt mit der ausgezahlten Lebensversicherung nutzen

Wer bereits über eine abgesicherte Grundrente verfügt, kann die ausgezahlte Lebensversicherung nutzen, um die Chancen am Kapitalmarkt wahrzunehmen. Für zukünftige Ruheständler, die diesen Weg gehen möchten, aber nicht über das notwendige Wissen verfügen, empfiehlt sich eine professionelle Vermögensverwaltungslösung. Der Warburg Navigator beispielsweise bietet einen digitalen Vermögensverwalter, der Kapital ab 20.000 Euro in Wertpapiere investiert und dabei individuelle Risikoneigungen berücksichtigt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein Investment an den Kapitalmärkten stets mit Risiken verbunden ist und nicht mit der garantierten lebenslangen Rente aus einer Versicherung gleichzusetzen ist.

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Steuern bei der Auszahlung einer Kapitallebensversicherung: Was Sie wissen müssen

Entscheiden sich Versicherte gegen eine Verrentung ihrer Lebensversicherung, müssen sie damit rechnen, dass nicht die volle Summe zur Verfügung steht. Bei der Auszahlung der Kapitallebensversicherung wird die Kapitalertragsteuer – auch bekannt als Abgeltungssteuer – vom Versicherungsunternehmen direkt an das Finanzamt abgeführt. Die Höhe der Steuerlast hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Jahr des Vertragsabschlusses, der Laufzeit des Vertrages und dem Alter des Versicherten zum Zeitpunkt der Auszahlung.

Ein entscheidender Vorteil besteht für Verträge, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden: Deren Gewinne sind bei Auszahlung steuerfrei. Für alle nach diesem Datum abgeschlossenen Verträge fällt die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent auf die Gewinne an, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Höhe der Steuern kann sich unter bestimmten Voraussetzungen jedoch verringern. Dies ist der Fall, wenn die Versicherung mindestens eine Laufzeit von 12 Jahren hatte, die Auszahlung erst nach dem 60. Geburtstag (bzw. nach dem 62. Geburtstag bei Vertragsabschluss ab 2012) erfolgt. Sind diese Bedingungen erfüllt, muss nur die Hälfte der Erträge mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden.

Die Entscheidung zwischen der Auszahlung oder der Verrentung Ihrer Lebensversicherung ist eine weitreichende Wahl, die gut durchdacht sein sollte. Berücksichtigen Sie Ihre persönliche finanzielle Situation, Ihre Risikobereitschaft, Ihre Lebenserwartung und die steuerlichen Aspekte. Eine individuelle Beratung durch einen Altersvorsorgespezialisten ist unerlässlich, um die für Sie optimale Lösung zu finden und eine sichere und sorglose Zukunft zu gewährleisten.