Altersvorsorge: Rente oder Kapitalauszahlung? Ein Leitfaden für Ihren Ruhestand

Wenn der Ruhestand näher rückt, stehen viele Menschen vor einer entscheidenden Frage: Wie lässt sich das über Jahre angesparte Vermögen am besten in ein verlässliches Einkommen umwandeln? Diese Sorge, die man Freunden noch entspannt bei einem Glas Wein wünschen würde, wird zur ernsten Realität, sobald es die eigene Altersvorsorge betrifft. Michael Neuhaus, beispielsweise, beschäftigt sich seit Monaten mit diesem Dilemma. In einem Jahr läuft seine fondsgebundene Rentenversicherung aus, die ihm mit 58 Jahren rund 100.000 Euro auszahlen soll. Eine erfreuliche Summe, doch die Entscheidung, wie dieses Kapital weiterverwendet werden soll, bereitet ihm Kopfzerbrechen.

Ursprünglich plante Neuhaus, den Betrag auf einen Schlag abzurufen, obwohl auch eine lebenslange Rente zur Auswahl steht. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen zweifelt er jedoch, ob er das Geld in Eigenregie wirklich effizienter anlegen kann, zumal es einen wesentlichen Teil seiner finanziellen Absicherung im Alter darstellt. Die Fragestellung, ob man eine einmalige Kapitalauszahlung wählt oder doch lieber auf die Sicherheit einer monatlichen Rentenzahlung setzt, gewinnt mit Blick auf die demografische Entwicklung zusätzlich an Bedeutung. Mit der Generation der Babyboomer wird die Zahl der Ruheständler in Deutschland bis 2025 um rund zwei Millionen Menschen ansteigen. Viele haben in den letzten Jahrzehnten erhebliche Geldvermögen aufgebaut, oft in privaten Versicherungen. Allein im letzten Jahr schütteten Lebensversicherer etwa 77 Milliarden Euro aus. Für diese Anleger stellt sich nun die Frage, wie ihr Kapital bestmöglich eingesetzt werden kann, um einen komfortablen Ruhestand zu gewährleisten. Für die grundlegende Absicherung und das Verständnis verschiedener Rentenaspekte, inklusive der deutsche rentenversicherung grundrente, ist eine vorausschauende Planung unerlässlich.

Experten empfehlen, den Finanzbedarf im Ruhestand auf etwa 80 Prozent des bisherigen Einkommens zu kalkulieren. Weniger sollte es nicht sein, denn obwohl Kosten für den Arbeitsweg entfallen, steigen oft Ausgaben für Reisen, Hobbys und nicht zuletzt für die Gesundheit.

Die Wahl der richtigen Vorsorgestrategie

Grundsätzlich stehen allen, die ein regelmäßiges Zusatzeinkommen im Alter wünschen, drei Wege offen: eine sichere, lebenslange private Rente, die gesetzliche Rente und ein Auszahlplan auf Zins- oder Fondsbasis, der so lange zahlt, wie das Kapital reicht. Am Ende steht die einfache Frage: Ist eine lebenslange Rente besser oder doch die einmalige Kapitalauszahlung zur freien Einteilung?

Dieses Thema ist besonders dringlich für all jene, die bisher wenige gesetzliche oder betriebliche Rentenansprüche angesammelt haben und feststellen, dass sie ihre laufenden Basisausgaben – idealerweise lebenslang – absichern müssen. Dies betrifft häufig Selbstständige. Auch gezielte beiträge zur rentenversicherung für pflegepersonen können dazu beitragen, die Basis im Alter zu sichern und so die finanzielle Planung zu unterstützen.

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Erstaunlicherweise entscheiden sich die wenigsten Vorruheständler rational für die Frage “Geld oder ein sicheres Leben?”. Die meisten handeln aus dem Bauch heraus, was psychologisch nachvollziehbar ist: Wer tauscht schon gerne 100.000 Euro gegen monatlich 300 Euro? Private Renten sind daher wenig beliebt. Großanbietern zufolge entscheiden sich lediglich 20 bis 30 Prozent der Versicherungsnehmer zu Beginn des Ruhestands für die Rentenleistung; der Großteil zieht sein Kapital ab.

Dabei gibt es für zukünftige Rentner zwei Konstellationen, unter denen sie zu vernünftigen Konditionen eine sichere Rente erhalten können. Wer sein Erspartes heute in eine sichere Rente umwandeln möchte, wird feststellen, dass sich dies aufgrund niedriger Garantien bei privaten Anbietern kaum lohnt. Bei der gesetzlichen Rente hingegen kann dieser Tausch oft ein gutes Geschäft sein. Auch bei älteren privaten Rentenpolicen aus den 80er- oder 90er-Jahren lohnt ein zweiter Blick: Weil sie oft noch bessere Konditionen bieten, fährt man bei ihnen mit einem lebenslangen Salär nicht selten doch besser als mit der Auszahlung auf einen Schlag.

Ob man sein Ruhegeld besser selbst verwaltet oder in eine lebenslange Rente umwandelt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.

Entscheidungsfaktoren für Ihre Altersvorsorge

  • Lebenserwartung: Laut offizieller Rentenstatistik beziehen Deutsche ihre Rente im Durchschnitt fast 20 Jahre – Männer etwas kürzer, Frauen etwas länger. Für die Ruhestandsplanung sind 20 Jahre jedoch knapp kalkuliert, da viele Menschen deutlich länger leben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, rechnet ab dem Alter von 65 mit weiteren 25 Jahren. Grundsätzlich gilt: Je länger der Ruheständler lebt, desto besser rentiert sich eine lebenslange Rente. Für eine bestimmte Klientel kommt eine Rente allerdings von vornherein nicht in Betracht: Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Wer nicht auf ein langes Leben hoffen darf, profitiert kaum von einer Rente, die nur bis zum Tod gezahlt wird, und fährt wahrscheinlich besser, wenn er sein Geld selbst verwaltet. Hierbei können auch die spezifischen Regelungen zur rentenversicherung pflegeperson relevant sein, um eine umfassende Absicherung zu gewährleisten.

  • Vertragsart: Alt- oder Neuvertrag? Bei der Auszahlung einer privaten Rentenversicherung ist für die sichere Rentenleistung vor allem das Abschlussjahr entscheidend. Am ehesten lohnen sich private Renten aktuell für Kunden, die ihre Police zwischen 1996 und Mitte 2001 abgeschlossen haben, da auch davor die Konditionen günstig waren. Wer sich bei einem solchen Vertrag für eine Rente statt den Kapitalbetrag entscheidet, kann die vertraglichen Altzusagen in die Zukunft fortschreiben – unabhängig von den aktuellen Minizinsen am Kapitalmarkt. Dies kann sich finanziell auszahlen.

  • Risikoneigung: Risiken muss man sich auch im Ruhestand leisten können. Wenn die sicheren laufenden Einnahmen im Alter nicht ausreichen, schläft man mit einer garantierten Monatsrente wahrscheinlich ruhiger als mit einem Auszahlplan, bei dem unklar ist, ob das Geld tatsächlich ausreicht. Aus Sorge vor einem frühen Tod und dem Verlust des Kapitals schrecken viele Kunden vor Renten zurück. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Versicherer ergab, dass zwei Drittel der Deutschen lieber eine Kapitalauszahlung auf einen Schlag wählen würden, da die meisten glauben, damit bei einem vorzeitigen Tod das bessere Geschäft zu machen. Der Finanzwissenschaftler Jochen Ruß ist jedoch davon überzeugt, dass die Deutschen auf das falsche Risiko blicken. Die eigentliche Gefahr im Alter sei das “Mein Geld ist schon weg, aber ich bin noch da”-Risiko. Wie viel die Sicherheit eines regelmäßigen und lebenslangen Einkommens wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Die Aspekte des pflegegeld rentenversicherung unterstreichen die Notwendigkeit, alle Facetten der finanziellen Absicherung im Alter zu berücksichtigen.

  • Vererben: Für viele Deutsche ist der Wunsch, der Familie etwas zu hinterlassen, ein starkes Argument gegen eine Rentenleistung. Sie wollen ihr Kapital nicht aufbrauchen, sondern vererben. Die Realität sieht laut einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW jedoch anders aus: Viele der heute 55- bis 64-Jährigen müssen demnach ihr Vermögen ganz oder teilweise aufwenden, um im Alter ihren gewohnten Lebensstandard zumindest einigermaßen halten zu können.

  • Steuern: Bei der Frage “Rente oder Auszahlplan?” ist die Bruttorechnung nur ein erster Schritt – schließlich möchte der Fiskus auch seinen Teil. Dies ist der Moment, in dem private Renten oft gegenüber Alternativanlagen Boden gutmachen. Denn private Rentenbezüge kommen beim Fiskus vergleichsweise gut weg. Wer ab 58 Jahren eine private Rente bezieht, muss einen Anteil von 24 Prozent versteuern; beim Startalter 65 sind es noch 18 Prozent. Von 1000 Euro Rente im Monat wären also 180 Euro mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Gesetzliche Renten sind ab dem Jahr 2040 vollständig steuerpflichtig, aktuell mit einem Anteil von 76 Prozent. Auf Fonds- und Zinserträge hingegen zahlen Anleger – vereinfacht ausgedrückt – 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Da die Steuerrechnung komplex ist, sollte im Einzelfall der Steuerberater hinzugezogen werden.

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Praxisbeispiele und Empfehlungen

1. Kapital verrenten: Die gesetzliche Option

Aktuell ist das Tauschgeschäft “Geld gegen Sicherheit” bei privaten Anbietern finanziell kaum attraktiv. Wer etwa mit 65 Jahren 100.000 Euro in eine klassische Sofortrente umwandeln möchte, muss schon ein stolzes Alter erreichen, um überhaupt Chancen auf eine positive Rendite zu haben. Bis zum Alter von 90 stellen derzeit nur zwei Versicherer rund 2,5 Prozent Ertrag in Aussicht. Wer nur das 85. Lebensjahr erreicht, macht fast in der gesamten Branche ein Minusgeschäft.

Was viele nicht vermuten: Lukrativer ist oft die gesetzliche Rente. Ab dem Alter von 50 können die allermeisten, die später gesetzliche Rente beziehen, mit einer freiwilligen Einzahlung zusätzliche Rentenpunkte kaufen. Finanzmathematiker Werner Siepe urteilt: “Diese Variante lohnt in dem Zeitfenster von heute bis zum Jahr 2022 für sehr viele, weil das Verhältnis von eingezahlten Beiträgen zu Renten so gut ist wie nie.” Investiert man im Alter von 55 Jahren zum Beispiel einen Betrag von 50.000 Euro, kann man seine gesetzliche Rente zum regulären Ruhestand mit fast 67 Jahren entweder um 197 Euro im Monat erhöhen – oder sich vier Jahre vor dem gesetzlichen Rentenbeginn ohne Abschläge aus dem Job verabschieden. Zum Vergleich: Bei einem privaten Lebensversicherer würde man für dasselbe Kapital derzeit nur etwa 155 Euro garantiert bekommen.

Noch attraktiver werden Investitionen in die gesetzliche Rente, wenn man die Einzahlung aus steuerlichen Gründen über mehrere Jahre streckt. Die Gesamthöhe ist allerdings begrenzt: bei Gutverdienern auf maximal rund 75.000 Euro. Besonders lohnend sind Extrabeiträge zur gesetzlichen Rente laut Fachmann Siepe für rentennahe Jahrgänge ab 55 Jahren, Frauen (wegen der längeren Lebenserwartung) und für privat Krankenversicherte (wegen des Zuschusses zur Krankenversicherung von 7,8 Prozent). Diese Möglichkeiten unterstreichen die Bedeutung der rentenversicherungspflicht pflegeperson und anderer Beitragsformen für eine umfassende Altersabsicherung.

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2. Ältere private Rentenpolicen prüfen

Michael Neuhaus ist zum Auszahlungstermin seiner fondsgebundenen Rentenversicherung mit 58 Jahren noch relativ jung und darf statistisch mit 25 weiteren Lebensjahren rechnen, wie Siepe ermittelte: “Das Endalter von 83 ist ein Durchschnittswert und nicht in Stein gemeißelt, aber ein guter Anhaltspunkt für die Planung.” Für Neuhaus ist die Rentenoption also durchaus eine Überlegung wert, weil er einen günstigen Altvertrag aus dem Jahr 1999 besitzt – also aus einer Zeit, als historisch hohe Garantiezinsen von vier Prozent galten.

Andere sichere Anlagemöglichkeiten sind am Kapitalmarkt derzeit rar. Außerdem wäre der Aufwand für Neuhaus gering, da der Versicherer sich um alles kümmert. Die Kehrseite des Deals: Sollte er früh sterben, ist das eingezahlte Geld für die Erben verloren – jedenfalls zu einem großen Teil. Ein kleiner Schutz für die Familie ist in Neuhaus’ Police zwar serienmäßig enthalten: Der Anbieter zahlt die Rente auf jeden Fall fünf Jahre lang, auch wenn Neuhaus vorher stirbt. Diese sogenannte Rentengarantiezeit beträgt je nach Vertrag typischerweise fünf oder zehn Jahre. Stirbt der Kunde danach, wäre das restliche Geld dann aber verloren. So sind die Spielregeln.

Seine Frau steht einer Rente skeptischer gegenüber. Sie fragt sich, was eigentlich mit ihr ist, falls ihr Mann früh stirbt und das kleine Vermögen von 100.000 Euro an den Versicherer fällt. Das Ehepaar muss das Risiko, dass Neuhaus früh sterben könnte, also gegen den Vorteil eines sicheren Renteneinkommens abwägen. Allerdings hat das Rentenmodell auch Vorteile: Wenn sie statt der 100.000 Euro Kapital eine Monatsrente von 470 Euro wählen, würden sich die Auszahlungen über die Jahre auf