Lebensversicherung anpassen: So sparen Sie Geld und sichern Ihre Finanzen

Der Abschluss einer Lebensversicherung ist oft eine langfristige Entscheidung, die finanzielle Sicherheit bieten soll. Doch die Lebensumstände ändern sich, und manchmal stellt man fest, dass der bestehende Vertrag nicht mehr optimal passt oder zu teuer geworden ist. Glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Lebensversicherung anzupassen, um Kosten zu sparen oder die Leistungen zu optimieren. In diesem Artikel beleuchten wir, wie Sie Ihre Versicherungspolice prüfen und gegebenenfalls anpassen können, um Ihre finanzielle Situation zu verbessern.

Möglichkeiten zur Anpassung Ihrer Lebensversicherung

Wenn Sie Ihre Versicherungsbeiträge reduzieren oder Ihre Police an veränderte Lebenssituationen anpassen möchten, stehen Ihnen verschiedene Optionen offen. Es ist ratsam, zunächst die Vertragsbedingungen genau zu prüfen und gegebenenfalls das Gespräch mit Ihrem Versicherer zu suchen.

1. Zahlungsweise umstellen und Dynamisierung prüfen

Eine einfache Methode, um Kosten zu sparen, ist die Umstellung der Zahlungsweise. Wenn Sie beispielsweise von einer monatlichen auf eine jährliche Beitragszahlung wechseln, entfallen die Zuschläge für die Ratenzahlung, was Ihren Beitrag senkt.

Die Dynamisierung, also die jährliche Erhöhung von Beitrag und Leistung, kann ebenfalls überprüft werden. Zwar dient sie dazu, die Versicherungssumme an die Inflation anzupassen, doch die Beitragserhöhungen sind nicht immer proportional zur Leistungsteigerung. Wenn Sie die Dynamik aussetzen oder stoppen, lassen sich Beiträge sparen. Beachten Sie jedoch, dass die Annahme der Dynamik mindestens jedes dritte Jahr erfolgen muss, um den Vertrag nicht zu gefährden. Die Anpassung der Dynamik hat keine steuerlichen Nachteile.

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2. Unnötige Zusatzversicherungen kündigen

Viele Lebensversicherungen beinhalten Zusatzversicherungen, wie beispielsweise einen Unfalltod-Einschluss. Diese verteuern den Vertrag und sind nicht immer notwendig, insbesondere wenn keine weiteren Personen von Ihnen abhängig sind. Eine Kündigung solcher Zusatzversicherungen kann die monatlichen Beiträge erheblich reduzieren, ohne die Kernleistungen der Versicherung zu beeinträchtigen. Auch ein Hinterbliebenenschutz sollte auf den Prüfstand gestellt werden, wenn er nicht mehr benötigt wird. Solche Kündigungen haben keine steuerlichen Auswirkungen.

3. Stundung und Ruhendstellung des Vertrags

Bei vorübergehenden Zahlungsschwierigkeiten bieten Versicherer oft die Möglichkeit einer Stundung an. Dabei werden die Beitragszahlungen für einen bestimmten Zeitraum ausgesetzt, der Versicherungsschutz bleibt jedoch bestehen. Die gestundeten Beiträge müssen samt Zinsen nachgezahlt werden. Diese Option sollten Sie nur wählen, wenn Sie sicher sind, die Nachzahlungen leisten zu können.

Eine weitere Möglichkeit ist die vorübergehende Ruhendstellung des Vertrags. Hierbei entstehen keine vertraglichen Pflichten für beide Seiten, und Beiträge müssen nicht nachgezahlt werden. Der Nachteil ist jedoch, dass die Ablaufleistung durch die entfallenden Beiträge sinkt.

4. Prämien reduzieren oder Vertrag beitragsfrei stellen

Eine dauerhafte Senkung der Beiträge kann durch eine Umwandlung in einen Vertrag mit reduzierten Prämien erreicht werden. Dies ist nicht immer vorgesehen, aber Ihr Versicherer kann Ihrem Wunsch zustimmen. Beachten Sie, dass sich mit sinkender Prämie auch die Leistungen im Todesfall und die Ablaufleistung verringern.

Wenn Sie Ihren Versicherungsschutz nicht verlieren, aber die Beiträge nicht mehr aufbringen können, besteht die Möglichkeit der Beitragsfreistellung. Dies ist gesetzlich verankert und ermöglicht die Umwandlung in eine prämienfreie Versicherung, wobei der Versicherungsschutz reduziert wird. Ansprüche aus der Überschussbeteiligung bleiben bestehen. Eine Wiederherstellung des ursprünglichen Versicherungsschutzes ist nur mit Zustimmung des Versicherers möglich und gleicht einem Neuabschluss. Bei Zusatzversicherungen wie der Berufsunfähigkeit entfallen diese in der Regel bei einer Beitragsfreistellung.

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Wichtige Aspekte bei Kündigung und Widerruf

Die Kündigung einer Lebensversicherung kann mit erheblichen finanziellen Verlusten verbunden sein, da in der Regel nur der Rückkaufswert ausgezahlt wird. Dieser liegt oft unter der Summe der eingezahlten Beiträge, da Abschluss-, Vertriebs- und Stornokosten abgezogen werden können.

Verjährungsfristen und Rechtsgrundlagen

Sowohl bei Kündigung als auch bei Beitragsfreistellung sind die Verjährungsfristen zu beachten. Ansprüche gegen die Versicherung können in der Regel nur drei Jahre ab dem 1. Januar des Folgejahres geltend gemacht werden.

Für Verträge, die zwischen Mitte 1994 und Ende 2007 abgeschlossen wurden, gilt eine verbraucherfreundliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bezüglich des Rückkaufswertes. Für Verträge ab 2008 gelten andere Berechnungsgrundlagen, die potenziell höhere Auszahlungen ermöglichen.

Gerade abgeschlossene Lebensversicherungsverträge können innerhalb einer Frist von 30 Tagen widerrufen werden. Unter bestimmten Umständen kann dieses Widerrufsrecht auch Jahre nach Abschluss noch bestehen, wenn der Versicherer seinen Informationspflichten nicht nachgekommen ist. Es ist ratsam, sich in solchen Fällen unabhängig beraten zu lassen, beispielsweise bei den Verbraucherzentralen.

Steuerliche Situation und Policendarlehen

Altverträge, die vor dem 1. Januar 2005 geschlossen wurden und eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren aufweisen, können unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei ausbezahlt werden. Für neuere Verträge sollten Sie die steuerlichen Konsequenzen mit einem Steuerberater klären.

Ein Policendarlehen ermöglicht es, einen Teil des Rückkaufswertes als Darlehen zu erhalten. Dies kann zinsgünstiger sein als ein herkömmliches Darlehen und erfordert oft keine Schufa-Auskunft. Allerdings kann ein Policendarlehen bei bestimmten Altverträgen steuerliche Nachteile mit sich bringen, weshalb eine Beratung durch einen Steuerberater ratsam ist.

Die Entscheidung, welche Anpassung für Sie die richtige ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Eine sorgfältige Prüfung Ihres Vertrags und gegebenenfalls professionelle Beratung helfen Ihnen dabei, die optimalen Entscheidungen für Ihre finanzielle Zukunft zu treffen.

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