Versicherungsbeiträge anpassen statt kündigen: Sinnvolle Alternativen bei finanziellen Engpässen

Steigende Kosten belasten den Geldbeutel und führen bei vielen Menschen zu der Überlegung, laufende Versicherungsverträge zu kündigen. Insbesondere Beiträge für private Krankenversicherungen, Renten- und Lebensversicherungen sowie Berufsunfähigkeitsversicherungen können eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Doch eine Kündigung ist oft die schlechteste Lösung und geht mit dem Verlust wertvoller Ansprüche einher. In diesem Artikel beleuchten wir, warum das Anpassen von Verträgen meist die bessere Wahl ist und welche Alternativen Ihnen zur Verfügung stehen.

Warum eine Kündigung oft die falsche Entscheidung ist

Kurzfristige finanzielle Engpässe sind in der heutigen Zeit keine Seltenheit. Viele Menschen geraten unter Druck und greifen zur vermeintlich einfachsten Lösung: der Kündigung ihrer Versicherungen. Doch gerade bei langfristigen Vorsorgeprodukten wie der privaten Renten- oder Lebensversicherung kann dies gravierende Nachteile mit sich bringen. Sie verlieren nicht nur bereits angesammelte Zulagen und Steuervorteile, sondern auch die bis dahin aufgebauten Ansprüche. Bei Riester-Verträgen beispielsweise sind die staatlichen Zulagen unwiederbringlich verloren. Hinzu kommen oft Abschluss- und Vertriebskosten sowie Stornoabschläge, die den finanziellen Verlust weiter erhöhen. Eine Lebensversicherung 10 Jahre Laufzeit kann beispielsweise durch eine Kündigung vor Laufzeitende erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten.

Individuelle Anpassungsmöglichkeiten je nach Versicherungsart

Private Krankenversicherung

Im Falle einer privaten Krankenversicherung sind die Möglichkeiten zur Beitragsanpassung begrenzt. Eine Aussetzung oder Stundung der Beiträge ist in der Regel nicht vorgesehen. Eine Option kann jedoch der Wechsel in einen günstigeren Tarif sein. Dies geht jedoch oft mit Leistungseinschränkungen einher. Eine Rückkehr zum ursprünglichen Leistungsumfang kann später eine erneute Gesundheitsprüfung erfordern und potenziell zu höheren Beiträgen führen. Daher sollte ein solcher Schritt wohlüberlegt sein.

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Private Renten- und Lebensversicherung

Bei privaten Renten- und Lebensversicherungen gibt es glücklicherweise vielfältigere Optionen, um die finanzielle Belastung zu reduzieren, ohne gleich kündigen zu müssen. Eine beliebte Möglichkeit ist die Beitragsfreistellung. Hierbei werden die Beitragszahlungen für einen vereinbarten Zeitraum ausgesetzt, während der Versicherungsschutz und die bisher aufgebauten Ansprüche größtenteils erhalten bleiben. Eine weitere Alternative ist das Ruhenlassen des Vertrages, was nach einigen Beitragsjahren oft für bis zu ein Jahr möglich ist. Auch hierbei werden Risikoschutz und Versicherungssumme angepasst. Diese Optionen sind oft vorteilhafter als eine Kündigung, da sie den Verlust von angespartem Kapital und staatlichen Förderungen vermeiden. Die Zinsen Lebensversicherung 2022 zeigen zudem, dass sich das Sparen über lange Zeiträume auch in Niedrigzinsphasen lohnen kann, wenn man den Vertrag durchhält.

Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung

Der Schutz der eigenen Arbeitskraft ist essenziell. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet hierbei entscheidende Sicherheit. Eine Kündigung dieser Versicherung bedeutet den Verlust dieses wichtigen Schutzes. Sollten Sie später, beispielsweise nach Überwindung finanzieller Schwierigkeiten, erneut eine BU abschließen wollen, könnten Ihr Alter und eventuelle gesundheitliche Veränderungen den Abschluss erschweren oder verteuern. Versicherer bieten daher oft die Möglichkeit einer Beitragsstundung an, um die finanzielle Last vorübergehend zu mindern und den Schutz aufrechtzuerhalten. Die gestundeten Beiträge müssen zwar zurückgezahlt werden, oft ist jedoch eine Ratenzahlung möglich. Auch eine zeitweise beitragsfreie Stellung ist denkbar, wobei die Leistung im Versicherungsfall entsprechend reduziert wird.

Auch bei der Risikolebensversicherung lassen sich Beiträge stunden, allerdings geht dies mit einem Verzicht auf den Versicherungsschutz im Todesfall einher. Eine Beitragsfreistellung ist ebenfalls möglich, führt jedoch aufgrund des fehlenden Deckungskapitals zu sehr geringen Leistungen. Eine Anpassung der Versicherungssumme nach unten ist eine weitere Option, um die Beiträge zu reduzieren.

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Kfz-Versicherung und Rechtsschutz

Die Kfz-Versicherung lässt sich nicht gänzlich kündigen, solange das Fahrzeug zugelassen ist. Jedoch gibt es Möglichkeiten zur Beitragsreduzierung, wie die Festlegung einer geringeren Fahrleistung, eine höhere Selbstbeteiligung oder der Wechsel von einer Voll- in eine Teilkaskoversicherung. Auch hier kann unter Umständen eine Beitragsstundung gewährt werden. Bei der Rechtsschutzversicherung sind Aufschubmöglichkeiten der Beiträge selten. Hier ist eine sorgfältige Prüfung des individuellen Bedarfs ratsam.

Zehn Tipps zur Reduzierung finanzieller Belastungen

Um Ihre Versicherungsbeiträge anzupassen und finanzielle Entlastung zu finden, ohne gleich kündigen zu müssen, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  1. Beitragsfreistellung: Die Versicherung bleibt bestehen, der Versicherungsschutz und die Versicherungssumme werden jedoch reduziert. Oft erst nach mehrjähriger Laufzeit möglich.
  2. Vertrag ruhen lassen: Ähnlich der Beitragsfreistellung, meist für bis zu ein Jahr möglich, mit angepasstem Schutz.
  3. Dynamik einfrieren: Bei Verträgen mit jährlichen Beitrags- und Leistungssteigerungen kann die Dynamik gestoppt werden, um eine feste Beitragssumme zu vereinbaren.
  4. Zahlungsweise ändern: Ein Wechsel von halbjährlicher oder jährlicher zu monatlicher Zahlung kann die Liquidität verbessern, auch wenn geringe Zuschläge anfallen können.
  5. Überschüsse verrechnen: Finanzielle Überschüsse aus dem Vertrag können zur Reduzierung laufender Beiträge genutzt werden.
  6. Beiträge stunden: Zahlungen können aufgeschoben werden, oft für sechs Monate, manchmal länger bei Arbeitslosigkeit. Der Schutz bleibt bestehen, die Beiträge müssen jedoch nachgezahlt werden.
  7. Policendarlehen aufnehmen: Ein Darlehen kann gegen den Rückkaufswert der Versicherung aufgenommen werden und wird später mit der Versicherungssumme verrechnet.
  8. Versicherungssumme reduzieren: Eine Herabsetzung der Versicherungssumme senkt die monatlichen Beiträge, solange ein Mindestbetrag unterschritten wird.
  9. Zusatzversicherungen kündigen: Das Kündigen von Zusatzleistungen kann Kosten sparen, erhöht jedoch das Risiko.
  10. Risiko-Zwischenfinanzierung: Bei Kapitallebensversicherungen ist eine bis zu zweijährige Ruhephase möglich, in der nur der Hinterbliebenenvorsorgeanteil gezahlt wird.
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Es ist ratsam, bei finanziellen Schwierigkeiten umgehend das Gespräch mit Ihrem Versicherer zu suchen. Die Mitarbeiter können Ihnen individuelle Lösungen aufzeigen und Sie über die besten Anpassungsoptionen für Ihre spezifische Situation beraten. Ein umfassender Überblick über Ihre Versicherungs- und Vorsorgesituation, wie er beispielsweise über den S-Versicherungsmanager ermöglicht wird, kann hierbei sehr unterstützend wirken. Eine gut durchdachte Anpassung statt einer voreiligen Kündigung sichert Ihre langfristige finanzielle Stabilität und Ihren Versicherungsschutz. Bei Fragen zur Absicherung, insbesondere für Menschen ab 50, kann eine fachkundige Beratung wertvoll sein, um die optimale Strategie zu finden. Informationen zur Lebensversicherung bei Tod sind ebenfalls entscheidend, um die Absicherung für Hinterbliebene zu gewährleisten.