Les Mills BodyCombat: Ein packendes VR-Fitnesserlebnis für zu Hause

VR-Fitness ist auf dem Vormarsch und Les Mills Bodycombat ist eine der neuesten Ergänzungen in diesem Bereich. Diese App verspricht ein intensives Workout im Stil des beliebten Fitnessprogramms, direkt im eigenen Wohnzimmer. Doch hält sie, was sie verspricht, und ist sie für jeden geeignet? Wir werfen einen genauen Blick auf das Angebot.

Was ist Les Mills BodyCombat?

Les Mills BodyCombat ist eine virtuelle Realitäts-Fitnessanwendung, die entwickelt wurde, um die Intensität und Energie des bekannten Group-Fitness-Programms in die VR zu bringen. Die App richtet sich an Nutzer, die eine unterhaltsame und effektive Möglichkeit suchen, Kalorien zu verbrennen und ihre Fitness zu verbessern. Es ist wichtig zu wissen, dass der Namensgeber Les Mills zwar das Konzept und die Marke repräsentiert, aber nicht aktiv in der Auslieferung der Trainingsinhalte präsent ist.

Der Autor dieser Rezension gibt zu, dass er sich nicht in Topform befindet. Die Marketingmaterialien für Les Mills zeigen oft schlanke, gesunde Menschen, was entmutigend wirken kann. Dennoch betont die App, dass sie für alle Fitnesslevel geeignet ist. Die Workouts variieren in der Länge von 5 bis 30 Minuten und sind in drei Intensitätsstufen unterteilt. Insgesamt stehen 30 Programme zur Verfügung, die als Einmalkauf erworben werden können, wobei zukünftige kostenlose Updates versprochen werden.

Das Konzept: Eintauchen ins Training

Zu Beginn des Spiels werden persönliche Daten wie Größe, Gewicht und Alter abgefragt, um personalisierte Empfehlungen und Zielverfolgung zu ermöglichen. Anschließend wird man von den virtuellen Trainern Rachael und Dan durch die Grundlagen geführt. Sie demonstrieren grundlegende Fußstellungen und Boxbewegungen mit viel Enthusiasmus.

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Das Kernprinzip ähnelt anderen bekannten VR-Fitnessspielen wie Beat Saber oder Box VR. Man schlägt auf Ziele ein, die auf einen zukommen, weicht Hindernissen aus oder duckt sich darunter. Zusätzliche Übungen wie “Sky Punches” oder “Battle Rope Punches” sorgen für Abwechslung. Eine besondere Übung, bei der man das Knie gegen einen imaginären Gegner einsetzt, erwies sich als technisch anspruchsvoll und erforderte etwas Übung, um korrekt registriert zu werden. Die Integration von Combo-Zählern und Highscore-Tabellen motiviert, das Beste aus jedem Schlag herauszuholen und die Punktzahl zu maximieren.

Während des Wartens auf das Laden eines Workouts werden scheinbar andere Nutzer dargestellt, was eine soziale Atmosphäre schafft und motiviert, in der Rangliste aufzusteigen. Diese “Live”-Darstellung, obwohl nicht technisch synchron, trägt zum Gefühl bei, Teil einer größeren Community zu sein.

Benutzeroberfläche und Steuerung

Die Audio-Feedback-Elemente in Les Mills BodyCombat sind exzellent umgesetzt. Man wird stets darüber informiert, ob ein Schlag verfehlt wurde, eine Combo unterbrochen wurde oder man gegen eine Wand gestoßen ist. Dies ist besonders wichtig, wenn das Tempo des Spiels steigt und die Ziele schnell aufeinander folgen. Visuelle Hinweise sind ebenfalls klar und verständlich. Die Ziele haben eine konische Form, sodass man leicht erkennt, wie man sie anvisieren muss. Die Schatten auf den herannahenden Wänden helfen bei der korrekten Positionierung des Körpers.

Die Musik ist energiegeladen und passend für ein Workout, auch wenn sie nicht herausragend ist. Sie unterstützt den Rhythmus und das Tempo des Trainings effektiv. Die Trainer Dan und Rachael leiten durch die Workouts mit Wissen und Elan. Sie bereiten auf neue Sequenzen vor und geben Tipps zur richtigen Haltung für optimale Ergebnisse.

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Ein Kritikpunkt ist die fehlende Interaktivität und das rein geskriptete Feedback der Trainer. Selbst wenn man stillsteht und jeden Schlag verfehlt, wird man weiterhin gelobt. Nur die Leistung in der Rangliste führt zu Kommentaren wie “Du schaffst das nächstes Mal besser!” oder “So knapp!”.

Die Menüführung könnte ebenfalls verbessert werden. Während die Auswahl der 30 Sessions funktioniert, ist die vertikale Navigation mittels “Greiftechnik” (Trigger gedrückt halten und bewegen) oft unzuverlässig. Ein fehlender “Zuletzt gespielt”-Bereich ist ebenfalls bedauerlich, da die Titel der Workouts oft ähnlich sind. Favoriten können jedoch markiert werden, um sie leichter wiederzufinden.

Funktionalität und Wert

Die vollständig geskripteten Anweisungen sind eine Frustration, da sie die Immersion stören und insbesondere bei anfänglichen Tutorials, die nach einmaligem Abspielen nicht wiederholbar sind, das Erlernen erschweren. Dies kann zu Problemen führen, wie dem beschriebenen Fall, bei dem das Knie nicht richtig registriert wird.

Die Menüs sind funktional, aber die Steuerung könnte feiner abgestimmt sein. Die Aufteilung der Sessions in Gruppen ist logisch, aber die Navigation erfordert manchmal Geduld.

Der Wert von Les Mills BodyCombat, insbesondere in der Einmalkauf-Version für 30 US-Dollar, hängt stark von der Häufigkeit des Trainings und der Toleranz für wiederholte Musik und Kommentare ab. Im Vergleich zu physischen Kursen oder Fitnessstudio-Mitgliedschaften bietet die App jedoch eine kostengünstigere Alternative mit dem zusätzlichen Vorteil der Gamification, die motivierender ist als ein einfaches Video.

Fazit: Ein effektives, aber verbesserungswürdiges VR-Workout

Wenn man im Moment des Trainings ist und alles gut läuft – von Dan als “The Flow” bezeichnet – bietet Les Mills BodyCombat ein hervorragendes Workout, das in der VR-Welt seinesgleichen sucht. Für viele ist die Ablenkung vom eigentlichen Training entscheidend, und hier leistet Les Mills BodyCombat gute Arbeit, indem es eine unterhaltsame Zerstreuung vom Anstrengungsaufwand bietet.

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Die Workouts fühlen sich spielerisch an, und wie bei Spielen erfordert auch das Training, aus Fehlern zu lernen und sich zu verbessern. Genau hier liegt jedoch die Schwäche des Produkts: Versagen wird in Les Mills BodyCombat buchstäblich nicht als Option betrachtet. Da Fehler während des Trainings nicht registriert und somit nicht korrigiert werden, ist es schwierig, sich zu verbessern.

Trotz dieser Einschränkungen sind die Workouts von Les Mills BodyCombat unterhaltsam und machen erschöpft, was für die Effektivität spricht. Die Abwesenheit eines Abonnementmodells ist ein weiterer Pluspunkt. Es bleibt abzuwarten, welche Updates nach der Veröffentlichung erfolgen werden, um die genannten Verbesserungspotenziale auszuschöpfen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Les Mills BodyCombat bietet trotz einiger frustrierender Probleme ein herausforderndes und unterhaltsames Trainingserlebnis in der VR.

Vorteile:

  • Sachkundige und enthusiastische Trainer
  • Anspruchsvolle, aber unterhaltsame Workouts
  • Kein Abonnement für diese Version

Nachteile:

  • Skriptgesteuerte, nicht-interaktive Anleitung
  • Fehlerhafte Menüs
  • Begrenzte Optionen