Die deutsche Lebensmittelindustrie steht vor großen Herausforderungen. Von globalen Lieferkettenstörungen bis hin zum akuten Fachkräftemangel – die Branche muss innovative Wege finden, um ihre Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und gleichzeitig nachhaltiger zu werden. In diesem Kontext rücken Konzepte wie Lean Management und fortgeschrittene Automatisierungstechnologien verstärkt in den Fokus. Experten sind sich einig: Sie sind der Schlüssel, um die Lebensmittelproduktion zukunftsfähig zu gestalten.
Ein zentrales Thema ist die Übertragung von Lean-Prinzipien auf die Lebensmittelbranche. Axel Davila von der Staufen AG beleuchtete in einem Vortrag die grundlegenden Prinzipien, die in vielen Lebensmittelunternehmen noch Neuland sind, aber universelle Gültigkeit besitzen. Lean Management zielt darauf ab, Verschwendung in allen Unternehmensbereichen zu eliminieren, Prozesse zu optimieren und den Wert für den Kunden zu maximieren. Davila betonte, dass durch die konsequente Anwendung von Lean Management nicht nur die Effizienz signifikant steigt, sondern es auch maßgeblich zur neuen EU-Strategie „Farm to Fork“ beiträgt. Durch die Minimierung von Ressourcenverbrauch und CO2-Emissionen wird ein direkter Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet. Dies ermöglicht es Unternehmen, nicht nur wettbewerbsfähiger zu werden, sondern auch den gestiegenen Anforderungen an Umweltschutz und gesellschaftliche Verantwortung gerecht zu werden, und dabei gleichzeitig qualitativ hochwertige Produkte wie einen Philadelphia Kuchen zu gewährleisten.
Ansgar Rinklake von Air Liquide unterstrich die Einschätzung zur Bedeutung der Automatisierung. Er argumentierte, dass ein verstärktes Setzen auf Automatisierung und Lean Management der einzige gangbare Weg sei, um in der Lebensmittelindustrie noch weitere Einsparpotenziale zu realisieren. In seinem Vortrag zum Thema „Automatisierung durch Stabilisierung“ zeigte Rinklake auf, wie insbesondere cryogene Kältetechnik neue Möglichkeiten eröffnet. Durch den Einsatz extrem niedriger Temperaturen können Prozesse stabilisiert und optimiert werden, was zu einer höheren Produktqualität, längeren Haltbarkeit und effizienteren Produktionsabläufen führt. Dies ist besonders relevant für die Verarbeitung empfindlicher Lebensmittel und trägt dazu bei, das Potenzial für optimierte Prozesse für die effiziente Herstellung von Backwaren, zum Beispiel ein Rezept für Käsekuchen ohne Boden, voll auszuschöpfen.
Die technologische Entwicklung schreitet rasant voran, und die Lebensmittelindustrie muss mithalten. Clemens Hollah vom DIL Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V. beleuchtete die Thematik mit einer zukunftsgerichteten, technologischen Komponente. Er prognostizierte, dass der Mensch in Zukunft verstärkt Automatisierungstechnologie entwickeln wird, um die Produktion zu optimieren. Konzepte wie Künstliche Intelligenz (KI), Industrie 4.0 (I4.0) und autonome Steuerung werden die Produktionslandschaft maßgeblich bestimmen. Ein beeindruckendes Highlight seines Vortrags war die innovative „Pick und Place“ Greiftechnik. Diese Technologie fungiert als Produktionsunterstützer und meistert selbst die Herausforderung, empfindliche Produkte wie frische Himbeeren schonend und präzise zu handhaben. Solche Innovationen sind entscheidend, um flexibel und effizient auf individuelle Kundenbedürfnisse einzugehen, etwa bei der Produktion von Geburtstagskuchen mit Obst.
Die genannten Experten nutzten im Rahmen des “Food Clubs” intensiv die Möglichkeit, ihren Wissenshorizont zu erweitern, eigene Produktionslösungen gemeinsam voranzubringen und neue Impulse mit nach Hause zu nehmen. Peter Hack, Vorstandsvorsitzender der Hack AG, zog ein prägnantes Fazit: „Ich glaube, Post-Covid haben sich uns die Herausforderungen, die wir vor der Pandemie hatten, als ernüchternd gezeigt. Fachkräftemangel und Lieferketten treiben uns in die Automatisierung.“ Er betonte die Dringlichkeit, Lösungen zu entwickeln, die die Komplexität am Point of Sales maßgeblich reduzieren, um Kunden, insbesondere Bäckereien, bei ihrer Personalnot zu entlasten. Die Anpassung an neue Ernährungstrends und die Produktion von Spezialitäten wie Low Carb Käsekuchen sind hierbei ebenso wichtig wie die Effizienz der Produktion selbst. Seine Schlussfolgerung ist ein klarer Aufruf zum Handeln: „Die große Chance von morgen ist es, I4.0 durchgreifend zu TUN!“
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Übertragung von Produktionsabläufen nach Lean-Prinzipien auf die Lebensmittelbranche unerlässlich ist, um ein nachhaltiges und resilientes System etablieren zu können. Verschiedene Automatisierungslösungen sind dabei entscheidende technologische Weichensteller. Doch die Transformation kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten – sowohl die internen Mitarbeitenden als auch Politik, Handel und Verbraucher – gemeinsam an einem Strang ziehen und standardisierte und qualitativ hochwertige Hilfsmittel, wie sie beispielsweise Dr. Oetker Backformen bieten, intelligent eingesetzt werden. Nur durch diese kollektive Anstrengung lässt sich die deutsche Lebensmittelindustrie erfolgreich in die Zukunft führen und ihre führende Rolle behaupten.
