Der Verlust eines geliebten Menschen ist eine der schwierigsten Erfahrungen im Leben. Neben der emotionalen Belastung können auch schwerwiegende finanzielle Folgen für die Hinterbliebenen entstehen. Insbesondere wenn der Verstorbene der Hauptverdiener war oder ein gemeinsamer Immobilienkredit bedient werden muss, können Angehörige plötzlich vor existenzbedrohenden Problemen stehen. Hier bietet die Risikolebensversicherung eine entscheidende Absicherung, um die finanzielle Zukunft Ihrer Familie im Ernstfall zu gewährleisten. Sie ist ein unverzichtbares Instrument der Vorsorge, das gezielt auf den Todesfall ausgerichtet ist, um Ihren Lieben eine finanzielle Last zu ersämpfen.
Was ist eine Risikolebensversicherung und wie berechnen sich die Kosten?
Eine Risikolebensversicherung zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine fest vereinbarte Versicherungssumme im Todesfall der versicherten Person an die Begünstigten auszahlt. Im Gegensatz zu anderen Lebensversicherungsformen dient sie ausschließlich der Absicherung des Todesfallrisikos und der finanziellen Entlastung der Hinterbliebenen. Dafür werden vergleichsweise geringe Beiträge gezahlt. Die Höhe dieser jährlichen Versicherungsbeiträge hängt von mehreren Faktoren ab: dem Alter bei Vertragsabschluss, der gewählten Vertragslaufzeit, der Höhe der Versicherungssumme und dem individuellen Gesundheitszustand der versicherten Person.
Eine gängige Faustformel zur Bestimmung der angemessenen Versicherungssumme empfiehlt, diese auf das Drei- bis Fünffache des jährlichen Bruttoeinkommens der zu versichernden Person festzulegen. Dies sichert in vielen Fällen eine solide finanzielle Grundlage für die Familie über einen längeren Zeitraum hinweg. Möchten Sie eine private Lebensversicherung kaufen, ist die Risikolebensversicherung oft die erste Wahl für den reinen Todesfallschutz.
Aktenordner mit Dokumenten, Geldscheinen und Taschenrechner
Telematiktarife und Gesundheit als Faktor
In den letzten Jahren sind sogenannte Telematiktarife in den Fokus gerückt, bei denen Versicherer gesundheitsbewusstes Verhalten mit niedrigeren Beiträgen belohnen. Dies kann für Versicherte attraktiv sein, die bereit sind, ihre Gesundheitsdaten zu teilen. Aktuell prüft der Bundesgerichtshof die Zulässigkeit solcher Tarife, was die Diskussion um Datenschutz und Anreize für einen gesunden Lebensstil in der Versicherungsbranche prägt.
Wahrheitsgemäße Angaben im Gesundheitsfragebogen sind entscheidend
Der Abschluss einer Risikolebensversicherung steht und fällt mit der gewissenhaften Beantwortung des Gesundheitsfragebogens. Dieser ist der größte Knackpunkt, da er persönliche Merkmale und den Gesundheitszustand abfragt. Faktoren wie Rauchen, bestehende Vorerkrankungen oder risikoreiche Hobbys beeinflussen die Risikoeinschätzung des Versicherers maßgeblich. Je höher das geschätzte Risiko ist, dass der Versicherte stirbt und die Versicherungssumme ausgezahlt werden muss, desto höher fallen die Beiträge aus.
Es ist unerlässlich, den Fragebogen vollständig und wahrheitsgemäß auszufüllen. Im Zweifelsfall sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, um keine wichtigen Details zu übersehen, denn selbst scheinbar kleine Angaben können entscheidend sein. Stellt die Versicherung später fest, dass bei Vertragsabschluss falsche Angaben gemacht wurden, kann dies zur Verweigerung der Auszahlung führen. Bei schwerwiegenden Vorerkrankungen wie Krebs oder Depressionen kann es zudem schwierig sein, überhaupt einen Vertrag abzuschließen. In solchen Fällen rät Anna Follmann, Versicherungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, zu einer anonymen Voranfrage über einen zugelassenen Versicherungsberater oder Versicherungsmakler, um die Chancen auf einen Vertrag zu prüfen.
Mann joggt im Kölner Stadtwald
Für wen ist eine Risikolebensversicherung besonders sinnvoll?
Die Risikolebensversicherung ist ein wichtiger Baustein für viele Lebenssituationen, insbesondere dort, wo finanzielle Abhängigkeiten bestehen.
Familien mit Kindern und Alleinerziehende
Besonders empfehlenswert ist eine Risikolebensversicherung für Familien mit Kindern, in denen ein Partner maßgeblich zum Familieneinkommen beiträgt. Auch alleinerziehende Elternteile können mit dieser Versicherung ihre Kinder absichern. Die Kinder werden als Begünstigte in den Vertrag aufgenommen und erhalten die Versicherungssumme im Todesfall. Bei minderjährigen Begünstigten ist es ratsam, zusätzlich einen Vormund zu benennen, der sich um die Verwaltung des Geldes kümmert.
Paare ohne Kinder und der Über-Kreuz-Vertrag
Selbst kinderlose Paare sollten über eine Risikolebensversicherung nachdenken und sich gegenseitig als Begünstigte eintragen. Hierbei bietet sich der sogenannte “Über-Kreuz-Vertrag” an: Beide Partner schließen jeweils einen separaten Vertrag ab und setzen den jeweils anderen als Begünstigten ein. Der große Vorteil dieser Konstellation ist, dass die Versicherungsleistung im Todesfall von der Erbschaftssteuer befreit ist. Wenn Sie die Lebensversicherung der Sparkasse Bayern oder eines anderen Anbieters in Betracht ziehen, lohnt es sich, diese spezielle Vertragsform zu prüfen.
Immobilienfinanzierung und Kreditabsicherung
Risikolebensversicherungen sind eine weit verbreitete und effektive Form der Kreditabsicherung. Banken können den Abschluss einer solchen Versicherung zwar als Bedingung für die Vergabe eines Immobilienkredits voraussetzen, die Wahl des Anbieters liegt jedoch immer beim Kreditnehmer. Es ist wichtig, sie von Restschuldversicherungen abzugrenzen, die oft als günstige Alternative beworben werden, aber in vielen Fällen weniger umfassenden Schutz bieten und teurer sein können.
Im Todesfall des Hauptverdienenden kann die Auszahlung der Versicherungssumme sicherstellen, dass die laufenden Raten für den Immobilienkredit weiterhin bedient werden können und der Kreditvertrag für die Immobilie bestehen bleibt. Dies schützt die Familie vor einem möglichen Verlust des Eigenheims. Diese Form der Absicherung ist auch für unverheiratete Paare von großer Bedeutung, da sie ohne Trauschein rechtlich oft weniger abgesichert sind.
