Eine akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann äußerst schmerzhaft sein und wird oft von Übelkeit begleitet. Um die Beschwerden zu lindern, ist eine spezielle, magenschonende Ernährung unerlässlich. Dies bedeutet, alles zu meiden, was die Magensäureproduktion anregt und die Entzündung der Magenschleimhaut weiter fördert – dazu zählen insbesondere saure, scharfe und geräucherte Lebensmittel.
Es gibt jedoch eine Reihe von Lebensmitteln, die entzündungshemmend wirken und gerade bei chronischer Gastritis sehr hilfreich sein können. Diese werden im Folgenden detailliert aufgeführt. Eine wichtige Regel ist zudem, kleinere Portionen zu essen, um den Magen nicht zu überfordern. Ein guter Umgang mit Stress ist ebenfalls von großer Bedeutung.
Eine wichtige Ressource zur Vertiefung des Themas ist der E-Docs-Podcast #13, in dem Ernährungs-Doc Viola Andresen erklärt, was die Magenschleimhaut reizt und gibt Tipps zur Beruhigung eines gestressten Magens.
Grundregeln der Ernährung bei Gastritis
- Ausreichend trinken: Mindestens 1,5 Liter pro Tag. Besonders empfehlenswert sind Kräutertees wie Kamille, Fenchel, Salbei, Schafgarbe oder Löwenzahn. Wermut-Tee ist zwar bitter, wirkt aber beruhigend auf den Magen.
- Regelmäßig und in Ruhe essen: Mahlzeiten sollten möglichst in einer entspannten Atmosphäre und zu festen Zeiten eingenommen werden.
- Gegen Heißhunger: Das Trinken von Wermut-Tee oder die Einnahme von Bittertropfen kann helfen.
- Magensäurebildner meiden: Dazu gehören Kaffee, säurehaltige Fruchtsäfte und Früchtetees, kohlensäurehaltige Getränke, scharfe Gewürze, Gebratenes, Geräuchertes und Frittiertes.
- Kleine Portionen bevorzugen: Es ist ratsam, eher aufzuhören, wenn etwa 80 Prozent der Sättigung erreicht sind. Gegebenenfalls kann eine zusätzliche Zwischenmahlzeit, idealerweise mit Eiweiß wie Joghurt oder Quark, eingeplant werden.
- Die Fünfer-Regel anwenden: Täglich drei Handvoll Gemüse und zwei Handvoll mildes, zuckerarmes Obst verzehren.
- Chronische Entzündung mit Entzündungshemmern bremsen: Hierzu zählen gute Öle wie Oliven-, Raps-, Hanf- oder Leinöl sowie Gewürze wie Kurkuma, Kardamom, Ingwer und Zimt.
- Zucker und Fruktose meiden: Süßigkeiten sollten nur in Maßen genossen und vorzugsweise als Dessert nach einer Hauptmahlzeit verzehrt werden.
- Verzicht auf Weißmehlprodukte und bestimmte Fleischsorten: Weißmehl (in Brot, Brötchen, Teigwaren und Pizza), Schweinefleisch und Kuhmilch (normale Trinkmilch) sollten gemieden werden. Kartoffeln sind in kleineren Mengen und nur als Pell- oder Salzkartoffeln empfehlenswert.
- Ausreichend Eiweiß bei allen Mahlzeiten: Eiweiß sättigt langanhaltend und ist daher wichtig.
Geeignete Lebensmittel und Rezepte bei Gastritis
Für einen schmerzenden Magen ist schonende Kost ratsam. Hier finden Sie geeignete Rezepte und Lebensmittel-Listen.
Getreideprodukte
- Empfehlenswert: Fein geschrotetes Vollkornbrot, Vollkornbrötchen, Dinkel-Zwieback; Porridge (Haferbrei); Dinkel-Vollkornnudeln, Vollkornreis, Amarant, Quinoa; Kartoffeln (leicht gesalzen, Pellkartoffeln oder selbst gestampftes Püree).
- Nicht empfehlenswert: Weißbrot, generell Weizenprodukte, sehr frisches Brot, Toastbrot, Croissant, Laugengebäck, sehr grobe Vollkornbrote; fettige Kartoffelprodukte wie Pommes, Kroketten, Kartoffelpuffer, Kartoffelsalat.
Süßigkeiten und Snacks
- Sehr selten, maximal 1 kleine Handvoll:
- Nicht empfehlenswert: Süßigkeiten, fette und süße Backwaren, Eiscreme, süße Molkereiprodukte; Chips, Flips, Kräcker und Salzgebäck.
Obst
- 1-2 Portionen/Tag:
- Empfehlenswert: Säurearmes Obst wie Apfel (Jonagold, Cox, Gala, Gloster, Golden Delicious), Aprikose, Erdbeeren, Honigmelone, Mirabellen, Papaya, Pflaume, Pfirsich, Wassermelone.
- Eingeschränkt empfehlenswert (nach individueller Verträglichkeit): Beeren, Avocado.
- Nicht empfehlenswert: Säurereiches Obst wie Ananas, Grapefruit, Mandarine, Pampelmuse, Orange, Sauerkirschen, Kiwi, Nektarine, Zitrone; sehr zuckerreiches Obst wie Banane, Mango, Weintrauben; gezuckerte Obstkonserven und Obstmus.
Gemüse
- 3 Portionen/Tag:
- Empfehlenswert: Alle Salatsorten, Aubergine, Artischocken, Blumenkohl- und Brokkoliröschen, Fenchel, Gurke, pürierte Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen), Kohlrabi, Kürbis, Möhren, Rote Bete, Spinat, Spargel, Steckrübe, Tomate, Zucchini.
- Eingeschränkt empfehlenswert (nach individueller Verträglichkeit): Pikanter Gurkensalat, Knoblauch, Kohlgemüse/-salate, Lauch, Meerrettich, Paprika(gemüse), Pilze, Rotkraut, Sauerkraut, Zwiebeln.
Nüsse
- Empfehlenswert: Alle nur nach individueller Verträglichkeit.
- Nicht empfehlenswert: Gesalzene Nüsse.
Fette und Öle
- 1-2 EL/Tag:
- Empfehlenswert: Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl (Herstellung unter Ausschluss von Sauerstoff, Hitze und Licht), Butter.
- Nicht empfehlenswert: Fette Brühen, Soßen und Suppen, große Mengen an Streich- und Kochfett, Mayonnaise.
Getränke
- Mindestens 1,5 Liter/Tag:
- Empfehlenswert: Stilles Wasser, ungezuckerte Kräutertees wie Kamille-, Fenchel-, Salbei-, Schafgarbe- oder Löwenzahntee.
- Nicht empfehlenswert: Wasser mit Kohlensäure, Fruchtsaft, Softdrinks, Kaffee, Milchmixgetränke, Alkohol; nach individueller Verträglichkeit: sehr kalte oder sehr heiße Getränke.
Fisch
- Empfehlenswert: Forelle, Heilbutt, Kabeljau, Karpfen, Scholle, Seezunge, Steinbutt; Garnelen, Krabben; nach individueller Verträglichkeit in kleinen Mengen: Lachs, Hering, Makrele.
- Nicht empfehlenswert: Fisch in Mayonnaise oder Sahne eingelegt, Aal, panierter Fisch.
Fleisch und Wurst
- Max. 1-2 Portionen/Woche, bis je 100 g Rohgewicht:
- Empfehlenswert: Magere Aufschnitt-Sorten wie Aspik, Corned Beef, Putenbrustaufschnitt; mageres Geflügel: Hühnerfleisch, Putenfleisch.
- Nicht empfehlenswert: Alle übrigen Wurstwaren und generell Schweinefleisch – egal ob Koch-, Grill-, Brat- oder Bockwurst, Leberwurst, Salami –, paniertes, stark gebratenes oder frittiertes Fleisch.
Eier
- Empfehlenswert: Fettarm zubereitete Eier.
- Nicht empfehlenswert: Fette Eierspeisen.
Milchprodukte
- Empfehlenswert: Buttermilch, Magerquark, Naturjoghurt 1,5 % Fett; Käse 30-40 % Fett i. Tr.: Schnittkäse, Weichkäse, Feta, Frischkäse; besonders mager: Harzer Käse, körniger Frischkäse.
- Nicht empfehlenswert: Milch, Naturjoghurt 3,5 % Fett, Sahnequark, Mascarpone, Sahne, Schmand und Creme fraiche; Käse ab 45 % Fett i. Tr.; gesüßte Fertigprodukte wie Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch.
Gewürze
- Empfehlenswert: Getrocknete oder tiefgefrorene Kräuter.
- Weniger empfehlenswert (sehr vorsichtig dosieren): Chili, Curry, Knoblauch-/Zwiebelpulver, Pfeffer, Cayennepfeffer, Paprika rosenscharf, Senf.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Empfehlungen keine individuelle ernährungsmedizinische Beratung ersetzen. Achtsam essen, also das bewusste Wahrnehmen von Ess-Impulsen, kann ebenfalls helfen, die Ursachen des Essverhaltens zu verstehen und zu verändern. Für den gereizten Magen gibt es zudem leckere und schnelle Rezepte, die bei der Genesung unterstützen.
Die verschiedenen Formen der chronischen Gastritis und ihre Ursachen sollten stets ärztlich abgeklärt werden.
