WM 2014 Finale Deutschland: Maradonas kontroverse Kritik an Messis Goldenem Ball – Ein Rückblick

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien gipfelte in einem denkwürdigen Finale, in dem Deutschland gegen Argentinien triumphierte und sich zum vierten Mal den begehrten Weltmeistertitel sicherte. Doch auch nach dem entscheidenden Tor von Mario Götze in der Verlängerung ebbten die Diskussionen nicht ab, insbesondere nicht über die Vergabe des Goldenen Balls für den besten Spieler des Turniers an Argentiniens Kapitän Lionel Messi. Eine der schärfsten Kritiken kam dabei von keiner geringeren Fußballlegende als Diego Maradona, dessen Äußerungen bis heute nachhallen.

Maradona, der selbst als einer der größten Spieler aller Zeiten gilt und Argentinien 1986 zum Weltmeistertitel führte, äußerte sich in seiner Fernsehsendung auf Telesur unmissverständlich enttäuscht über die Entscheidung der FIFA. Messi erhielt die Auszeichnung, obwohl sein Land das Finale mit 0:1 gegen Deutschland verloren hatte. Spieler wie Arjen Robben, James Rodríguez oder Thomas Müller, die ebenfalls brillante Leistungen zeigten, gingen leer aus. Für Maradona war die Entscheidung für Messi nichts weiter als ein „Marketingplan“, der die wahren Leistungen auf dem Platz ignorierte.

Maradonas deutliche Worte: Ein „Marketingplan“ für Messi?

„Messi? Wenn es möglich wäre, würde ich ihm den Himmel schenken“, sagte die Ikone des argentinischen Fußballs. „Aber es ist nicht richtig, wenn jemand etwas gewinnt, das er nicht hätte gewinnen dürfen, nur wegen eines Marketingplans.“ Diese Aussage traf den Nerv vieler Fußballfans und Experten, die ebenfalls Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl hegten. Obwohl Messi in sieben Spielen vier Tore erzielte, zeigte er in den K.o.-Runden nicht immer seine beste Form, was die Kritik weiter befeuerte. Maradona, bekannt für seine direkte Art und seine tiefe Leidenschaft für den Fußball, sah in der Ehrung Messis eine kommerzielle Entscheidung, die den sportlichen Wert des Turniers untergrub. Seine Kritik beleuchtet die oft umstrittene Schnittmenge zwischen Sport und Geschäft, eine Dynamik, die auch die komplexen Anforderungen an Athleten und ihre Fähigkeit, stets Bestleistungen abzurufen, beeinflusst. Spieler müssen physisch und mental auf höchstem Niveau vorbereitet sein, um den extremen Belastungen standzuhalten und ihre sportliche Leistung zu maximieren, selbst unter dem Druck globaler Großereignisse wie einer Weltmeisterschaft.

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Sogar der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter gab zu, von der Wahl überrascht gewesen zu sein. „Ich war selbst ein wenig überrascht, als ich sah, wie Messi hochkam, um den besten Spieler des Wettbewerbs entgegenzunehmen“, sagte Blatter. Er mutmaßte, dass Messis “magische” Auftritte zu Beginn des Turniers das Komitee dazu bewogen hatten, den Argentinier als ihren Starspieler auszuwählen. Doch diese Erklärung konnte die kritischen Stimmen nicht vollständig verstummen lassen.

Sabellas Taktik und Messis verpasste Chance

Neben der Kritik am Goldenen Ball äußerte Maradona auch Unverständnis über die Trainerentscheidungen von Alejandro Sabella im Finale. Insbesondere die Auswechslung von Ezequiel Lavezzi zur Halbzeit zugunsten von Sergio Agüero stieß bei der Legende auf Kopfschütteln. „Ich verstehe die Auswechslung von Lavezzi nicht. Er war phänomenal auf dem Flügel. Kun Agüero hatte nicht den gleichen Einfluss. Es war nicht sein Turnier“, so Maradona. Diese Trainerentscheidung wurde im Nachhinein oft diskutiert, da Lavezzi bis dahin einer der auffälligsten Spieler auf dem Feld war und Argentinien in der ersten Halbzeit einige gute Ansätze zeigte.

Messi selbst, obwohl mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet, war nach der Niederlage tief enttäuscht. Eine goldene Chance in der zweiten Halbzeit, die Argentinien in Führung hätte bringen können, vergab er nur knapp, bevor Mario Götze in der Verlängerung den entscheidenden Treffer für Deutschland erzielte. In einem Interview mit der spanischen Zeitung AS nach dem Spiel zeigte sich Messi zutiefst betroffen: „Im Moment ist mir der Preis egal. Mir ist alles egal. Ich wollte Argentinien die Weltmeisterschaft für all die Leute bringen.“

Die bittere Enttäuschung des Vizeweltmeisters

Die Worte Messis spiegelten die kollektive Enttäuschung der argentinischen Mannschaft wider. „Wir hätten es nach dem Spiel, das wir gespielt haben, etwas mehr verdient gehabt. Es ist sehr schmerzhaft, so zu verlieren, wie wir es getan haben, weil wir kurz vor dem Elfmeterschießen standen“, sagte er. Er glaubte, dass die Weltmeisterschaft ein anderes Finale verdient gehabt hätte, da Argentinien trotz der deutschen Ballkontrolle die klareren Torchancen besaß.

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Tatsächlich hatte Argentinien neben Messis eigener Chance weitere vielversprechende Gelegenheiten durch Gonzalo Higuaín und Rodrigo Palacio, die jedoch ungenutzt blieben. Diese verpassten Chancen lasteten schwer auf dem Team und seinem Kapitän. Trotz des Erreichens des Finales, einer Leistung, die andere argentinische Teams nicht über das Viertelfinale hinaus geschafft hatten, überwog die Wut über die verpasste Gelegenheit, den Titel zu gewinnen. Für Messi und seine Mannschaft war es eine bittere Erfahrung, die verdeutlichte, wie nah Sieg und Niederlage im Spitzensport beieinanderliegen können.

Fazit: Ein kontroverses Ende einer denkwürdigen WM

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 wird für Deutschland immer mit dem glorreichen Sieg in Verbindung gebracht werden, der das Land in einen Freudentaumel versetzte. Doch im Schatten dieses Triumphs blieben die kontroversen Diskussionen um Lionel Messis Goldenen Ball und Diego Maradonas scharfe Kritik bestehen. Sie erinnern daran, dass im Fußball neben der sportlichen Leistung auch immer wieder Marketinginteressen und subjektive Bewertungen eine Rolle spielen. Für Argentinien und Messi war es ein Turnier der verpassten Chancen und der tiefen Enttääuschung, das jedoch auch die unermüdliche Leidenschaft für den Sport und den Wunsch nach dem ultimativen Triumph unterstrich. Die Ereignisse des Finals und die anschließenden Debatten bleiben ein faszinierender Teil der reichen Geschichte des Weltfußballs.